Vom Amt für Eisenbahnverkehr (UTK) wurde kürzlich der ersten wasserstoffbetriebenen Lokomotive in Polen eine Zulassung für die Betriebserprobung erteilt. Bei der Lokomotive des Typs 6Dn handelt es sich um einen Umbau der in Polen weitverbreiteten Diesellokreihe SM42 auf Wasserstoffantrieb, welche von PESA Bydgoszcz ausgeführt wurde.
Die Zulassung von wasserstoffangetriebenen Lokomotiven ist ein Sonderfall, da in den Technischen Spezifikationen für die Interoperabilität (TSI) als auch in den nationalen technischen Vorschriften für Schienenfahrzeuge mit Wasserstoffantrieb bislang keine Anforderungen an das Wasserstoffsystem und den Tank vorgesehen sind.
Die vierachsige Lok mit einer Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h verfügt über zwei Brennstoffzellen des Herstellers Ballard mit je 85 kW, die für die Energieerzeugung verantwortlich sind. Durch eine Traktionsbatterie werden damit vier Asynchron-Fahrmotoren mit einer Leistung von 4 x 180 kW angetrieben. Der Wasserstoff wird aus Tanks mit einer Gesamtkapazität von 175 kg entnommen. Eine Betankung ermöglicht ein 24-stündiges Rangieren. Die Lok wurde außerdem mit einem autonomen Fahrsystem ausgestattet, wodurch sie per Funk gesteuert werden kann.
Der erste Kunde ist das polnische EVU Orlen KolTrans, dessen Mutterunternehmen PKN Orlen betreibt in Płock eine Raffinerie und ist Partner für die Wasserstoffversorgung.

