[RS] Gewerkschaften fordern 3,15 EUR Mindeststundenlohn

Die Eisenbahngewerkschaften in Serbien bereiten einen Streik vor, da die serbische Regierung ihre Forderung, dass der Mindeststundenlohn bei Eisenbahngesellschaften gesetzeskonform und 371 Dinar pro Stunde betragen soll, bisher nicht akzeptiert hat.

Auf einer Pressekonferenz am 28.01.2026 verlas der stellvertretende Präsident der Konföderation der Eisenbahnarbeiter Serbiens, Sasa Jocić, eine Erklärung der repräsentativen Gewerkschaften, wonach gemäß dem Beschluss der serbischen Regierung der Mindeststundenlohn für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2025 337 RSD (2,86 EUR; netto) für alle Beschäftigten bzw. 371 RSD (3,15 EUR) für 2026 betragen sollte.

Die Gewerkschaften kündigten an, dass sie andernfalls eine Protestaktion vor dem serbischen Regierungssitz organisieren werden. Zehn Tage nach der Protestaktion soll es einen einstündigen Warnstreik geben, und danach in kürzester Zeit ein Generalstreik der Beschäftigten aller Eisenbahnaktiengesellschaften Serbiens im gesamten serbischen Eisenbahnnetz.

Die Gewerkschaften seien sich einig, dass es eine vollständige Störung des Mitarbeiterbewertungssystems geben werde, wenn diese Mindestlöhne nicht angewendet werden.

Bei der Auszahlung des Dezembergehalts am 15.01.2026 erhielten von etwa 9.500 Mitarbeitern aller vier Eisenbahn-Aktiengesellschaften mehr als 5.700 Mitarbeiter ein Grundgehalt, das dem Mindestlohn für Januar 2026 entspricht, was etwa 65 % der Beschäftigten ausmacht.

[DE] SBB Cargo Deutschland: Tarifrunde eröffnet

Am 14.01.2026 nahmen die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) und die SBB Cargo Deutschland GmbH die Verhandlungen für die Tarifrunde 2025/2026 im digitalen Format auf.

Wesentliche Forderungen der GDL sind:

  • Erhöhung der Entgelte in einem Volumen von acht Prozent für eine Laufzeit von zwölf Monaten,
  • davon mindestens 3,8 Prozent allgemeine Entgelterhöhung,
  • Verbesserungen der Struktur aller Entgelttabellen, wozu auch die Vereinbarung einer achten Entgeltstufe gehört,
  • Verbesserungen der Vergütungen für Ausbilder und Prüfer sowie
  • Erhöhung des Urlaubsgeldes von derzeit 600 Euro auf ein halbes Monatstabellenentgelt. Das erhöhte Urlaubsgeld soll ausschließlich an GDL-Mitglieder gezahlt werden.

[DE] DB und GDL setzen Tarifverhandlungen fort

Die Deutsche Bahn (DB) und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben ihre Tarifverhandlungen wie geplant fortgesetzt. Beim zweiten Gesprächstermin im Berliner Hauptbahnhof haben die Tarifpartner einen Einstieg in die komplexen Themen gefunden. Insgesamt geht es um 40 verschiedene Forderungen der GDL.

Am 28. und 29. Januar gehen die Verhandlungen in Berlin weiter. Insgesamt haben DB und GDL 14 Verhandlungstage im Januar und Februar vereinbart. Bis 28. Februar gilt Friedenspflicht, Streiks sind so lange ausgeschlossen.

[ES] Lokführer-Generalstreik geplant

SEMAF (Sindicato Español de Maquinistas Ferroviarios) als Gewerkschaft der Lokführer hat zum dreitägigen Generalstreik ab dem 09.02.2026 aufgerufen. Auslöser sind zwei schwere Unfälle mit zahlreichen Toten in Adamuz (Córdoba) und Gelida (Barcelona) innerhalb von 48 Stunden.

Mit dem Streik will die SAMAF der Forderung nach mehr Sicherheit Nachdruck verleihen. Es ist zudem beabsichtigt, rechtlich gegen die die Sicherheit bei dem Infrastrukturbetreiber ADIF (Administrador de Infraestructuras Ferroviarias) verantwortenden Mitarbeiter vorzugehen.

[BE/AT] ÖBB: Mehr Eigentraktion für Antwerpen-Linz-Shuttle

Der seit Mai 2015 verkehrende Antwerpen-Linz-Shuttle der Rail Cargo Logistics – Austria (RCL AT) wird seit Januar 2026 auch in Belgien in Eigentraktion durch die Rail Cargo Carrier (RCC) traktioniert. Zuvor übernahm die SNCF-Tochter Railtraxx EVU-Verantwortung sowie Lokgestellung in Belgien (bis Ende 2025) und Deutschland (bis September 2024).

Temporär werden die aktuell zwei täglichen Züge über die Niederlande unter Einsatz von niederländischen Triebfahrzeugführern geroutet. Hintergrund ist die noch laufende Ausbildung bzw. Anwerbung von Triebfahrzeugführern der Rail Cargo Carrier – Benelux (RCCBX) mit französischen Sprachkenntnissen und „Aachen-Kompetenz“. Ab dem zweiten Quartal 2026 ist ein Rerouting der Züge via Montzen / Aachen angedacht.

ÖBB 1293 185 met unit-cargo (Linz/Antwerpen) door Herzogenrath. 10 Mei 2025

[SE] Green Cargo baut Personal ab

Die staatliche schwedische Güterbahn Green Cargo führt im Jahr 2026 Kosteneinsparungsmaßnahmen durch, um das Geschäft an die aktuelle Marktsituation anzupassen und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. Die Maßnahmen umfassen einen Personalabbau von umgerechnet etwa 115 Vollzeitstellen. Der Schwerpunkt liegt auf der Verwaltung, während die Auswirkungen auf die verkehrsnahe Produktion eher begrenzt sind. Green Cargo hatte Ende 20235 insgesamt 1.750 Mitarbeiter.

[DE] FERR und HRS kooperieren

Die FE Rail Repair (FERR) und der Hamburger Rail Service (HRS) haben eine strategische Kooperation gestartet, um Kompetenzen zu bündeln. FERR unterstützt die HRS bei der Instandhaltung von Schienenfahrzeugen und übernimmt die die Aus- und Weiterqualifizierung der HRS-eigenen Schlosser.

[DE] DB und GDL starten Tarifverhandlungen

Am 08.01.2026 starten die Tarifverhandlungen der DB mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Die aktuellen Tarifverträge laufen am 31.12.2025 aus. Danach folgt eine festgelegte zweimonatige Verhandlungsphase mit Friedenspflicht. In dieser Zeit soll ein Abschluss erreicht werden.

Folgende Verhandlungstermine sind aktuell vereinbart, alle finden in Berlin statt – insgesamt 14 Tage in zwei Monaten:

  • 8. Januar 2026
  • 22. Januar 2026
  • 28. bis 29. Januar 2026
  • 9. bis 13. Februar 2026
  • 23. bis 27. Februar 2026

Die Tarifverträge der GDL gelten für rund fünf Prozent der DB-Mitarbeiter, das heißt für rund 10.000 Mitarbeitende. Hintergrund: Seit 2021 setzt die DB das Tarifeinheitsgesetz (TEG) um. Das bedeutet: In einem Betrieb gelten qua Gesetz nur noch die Tarifverträge einer Gewerkschaft. Und zwar der Gewerkschaft, die in dem jeweiligen Betrieb die meisten Mitglieder hat. Die DB hat insgesamt rund 300 Betriebe, in 19 davon hat die GDL die Mehrheit.

Grundsätzlich tarifiert die GDL aktuell für die Bereiche Lokfahrdienst, Zugbegleitdienst, Bordgastronomie, Rangierdienst / Zugvorbereitung, Disponent, betriebsnahe Fahrzeuginstandhaltung sowie allgemeine Aufgaben. Das betrifft Mitarbeiter in Geschäftsfeldern DB Regio, DB Fernverkehr und DB Cargo.

[CH] SBB: Lohnverhandlungen abgeschlossen

Die SBB, die Gewerkschaften und die Personalverbände haben die Lohnverhandlungen abgeschlossen. Für das Jahr 2026 stellt die SBB für die dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterstellten Mitarbeiter von SBB und SBB Cargo 1,5 % der Lohnsumme für individuelle Lohnerhöhungen zur Verfügung. 5% der verhandelten Lohnsumme wird für das Zusatzbudget für besonders gute Leistungen und/oder Verhalten gemäß GAV Art. 86 verwendet.

Die SBB haben den Vertrag mit SEV, Transfair, VSLF und KVöV ausgehandelt.

[IT] Generalstreik in Italien

Italiens größte Gewerkschaft Confederazione Generale Italiana del Lavoro (CGIL) plant am 12.12.2025 einen 21 Stunden dauernden Generalstreik. Laut Verkehrsministerium drohen Ausfälle bei Fern- und Regionalzügen sowie im öffentlichen Nahverkehr und bei Fähren. Flüge seien nicht Teil des Streiks.

Zu den zentralen Forderungen gehören die Rückerstattung des fiscal drag und seine künftige Neutralisierung, die Erneuerung aller nationalen Tarifverträge im Privatsektor sowie zusätzliche Mittel für den öffentlichen Dienst, um die Kaufkraft zu sichern, begleitet von einer echten Steuerbefreiung für Lohnerhöhungen, die Stärkung und Ausweitung der vierzehnten Monatsrente, ein Stopp der automatischen Anhebung des Rentenalters und mehr Flexibilität beim Renteneintritt, eine beitragsabhängige Garantierente für prekär und unregelmäßig Beschäftigte, eine echte Industriepolitik für Gewerbe und Dienstleistungssektor, Bekämpfung von prekären Beschäftigungsverhältnissen, Niedriglöhnen und Schwarzarbeit und die Stärkung der öffentlichen Daseinsfürsorge: Gesundheit, Bildung, Forschung, Pflege, Wohnraum und öffentlicher Nahverkehr.