CTL schult exklusiv für Akiem-Kunden

Die seit 2018 bestehende Lokführerschule der polnischen Güterbahn CTL Logistics wird exklusiver Ausbildungspartner für die in Auslieferung befindlichen Alstom TRAXX DC3 (PL) des Vermieters Akiem. Die am 08.06.2021 unterzeichnete Vereinbarung hat eine Laufzeit bis 31.12.2023.

Quelle: Akiem

Tarifabschluss bei CFL cargo

Im Rahmen der fünften Verhandlungsrunde konnte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) die Tarifverhandlungen mit der CFL cargo Deutschland GmbH und dem Arbeitgeberverband Deutscher Eisenbahnen e.V. (AGVDE) am 01.06.2021 in Frankfurt am Main erfolgreich abschließen. Wesentliche Bestandteile sind:

  • Stufenweise Einführung von verbesserten Ruhetagsregelungen ab 2021 sowie den Regelungen zur persönlichen Planungssicherheit ab 2022
  • Einführung von Regelungen bei Fahrdienstuntauglichkeit
  • Schaffung einer neuen Arbeitszeitkontenstruktur
  • Verlängerung des Nachtarbeitszeitraums auf 21 bis 6 Uhr für den Zusatzurlaub und die Nachtarbeitszulage
  • Einführung eines Wahlmodells für mehr Urlaub
  • Umstellung des Entgeltsystems ab dem 01.01.2022 auf Berufserfahrung mit den entsprechenden Überleitungs- und Sicherungsregelungen.

Die Tarifpartner haben mit dem zuständigen Arbeitgeberverband unter Mithilfe von TIGGES Rechtsanwälte im Rahmen der Verhandlungen einen Haustarifvertrag vereinbart, der mit Laufzeitbeginn 01.07.2021 den Flächentarifvertrag für die Schienengüterverkehrsunternehmen (BuRa-LfTV SGV) ergänzt. Damit tritt das Unternehmen auch der Arbeitgebergruppe des BuRa-LfTV SGV bei.

Die CFL cargo Deutschland tritt von Beginn an dem FairnessbahNEn e.V., einer gemeinsamen Einrichtung der Tarifvertragsparteien für soziale Zwecke, bei. Hieraus können GDL-Mitglieder exklusiv Zuschüsse zu Brillen, Kinderbetreuung oder auch zu Gesundheitswochen erhalten.

GDL-Tarifabschluss bei railmen

Am 18.05.2021 kam es in Berlin nach langen Verhandlungen zu einem Tarifabschluss zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und assoft railmen. Damit sind nicht nur Verbesserungen verbunden, sondern auch die lückenlose Geltung eines Tarifvertrages im Unternehmen.

Bei assoft railmen wird weiterhin der Bundes-Rahmentarifvertrag für das Zugpersonal (BuRa-ZugTV) für Personaldienstleister (PDL) Anwendung finden. Außerdem wird es weiterhin die gewohnten Haustarifverträge geben.Mit dem Tarifabschluss konnten eine Reihe von Verbesserungen vereinbart werden. So wird das Entgelt zum 01.06.2021 um zwei Prozent und am 01.04.2022 um weitere zwei Prozent erhöht. Sollten Erhöhungsschritte im BuRa-ZugTV PDL höher ausfallen, gelten diese. Für das zweite Halbjahr 2021 wird außerdem eine weitere Corona-Beihilfe von 300 Euro gezahlt.

Zusätzlich werden die Zulagen für Nacht-, Sonntags-und Feiertagsarbeit auf 4,20 Euro, 5,95 Euro beziehungsweise 6,65 Euro erhöht. Diese Werte werden zum 10.04.2022 um zwei Prozent erhöht. Außerdem wird die Überstundenzulage ab dem kommenden Jahr nicht mehr am Jahresende gezahlt, sondern am Ende jedes Quartals. Ab 2023 wird die Überzeitzulage monatlich gezahlt.

Schließlich wurden ein höherer Arbeitgeberbeitrag zur betrieblichen Altersvorsorge und der Beitritt des Unternehmens zur gemeinsamen Einrichtung „FairnessBahNEn e. V.“ vereinbart und der Schutz bei gesundheitsbedingter Fahrdienstuntauglichkeit verbessert.

Unfall Niederlahnstein: Führerscheinentzug rechtens

Der Lokführer des am 30.08.2020 in Niederlahnstein entgleisten Güterzuges darf vorerst keine Schienenfahrzeuge mehr führen – das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Nordrhein-Westfalen bestätigte per Beschluss 11 B 2060/20 vom 05.03.2021 eine frühere Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln, dass der Entzug des Führerscheins durch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) rechtmäßig war, da es ihm bei einer Gesamtwürdigung seines bisherigen Verhaltens an der erforderlichen Zuverlässigkeit für die Erteilung eines Triebfahrzeugführerscheins fehle.

Bei den noch nicht abgeschlossenen Unfalluntersuchungen deutet sehr viel auf ein Fehlverhalten des Lokführers als Ursache hin, deshalb hatte ihm das EBA bereits im Oktober 2020 mit sofortiger Wirkung die Berechtigung entzogen. Begründet wurde dies u. a. mit nicht ordnungsgemäß ausgeübten Tätigkeiten, so mehreren Geschwindigkeitsverstößen und einer Signalverfehlung im Jahr 2019 sowie während der Unfallfahrt aufgenommenen Selfie-Videos und einer an diesem Tag falsch eingestellten Bremsstellung.

Im April 2019 soll er während einer Zugfahrt mehrfach die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 10 bis 30 km/h überschritten haben, im August 2020 überschritt er als Lokführer eines mit Gefahrgut beladenen Güterzuges die zulässige Höchst­geschwindigkeit von 90 km/h um 17 km/h, zudem war er kurz vor der Entgleisung mit 62 statt 40 km/h in den Weichenbereich des Bahnhofs Niederlahnstein eingefahren. Eine derartige Verhaltensweise sei mit der sicherheitsrelevanten Verantwortung eines Triebfahrzeugführers nicht zu vereinbaren, so das OVG.

NEE-Güterbahnen vereinheitlichen Ausbildung

Das erste halbe Jahr eines harmonisierten Ausbildungs- und Prüfungsverfahrens im Güter- und auch Personenverkehr auf der Schiene nähert sich seinem Ende. Mitgliedsunternehmen des Güterbahnen-Verbandes NEE haben den Standard aus ihrer Mitte heraus entwickelt und sind Erstanwender. Er soll zu einer Branchenlösung werden und mehr Einsatzmöglichkeiten für das so ausgebildete Personal schaffen.

Das harmonisierte Ausbildungs- und Prüfungsverfahren, das sowohl im Güter- als auch im Personenverkehr anwendbar ist, wurde 2019 und 2020 von einer Arbeitsgruppe von Unternehmen aus dem Netzwerk Europäischer Eisenbahnen e.V. (NEE) entwickelt und im Dialog mit dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) so finalisiert, dass der NEE-Vorstand seinen Mitgliedern die Anwendung bereits im Oktober 2020 empfohlen hat.

ČD Cargo testet Applikation für Tf

ČD Cargo hat am 31.03.201 mit dem Test einer neuen Anwendung für Triebfahrzeugführer (Tf) begonnen. Auf einem Tablet werden die Mitarbeiter über ihren Fahrweg informiert. Das Tool kombiniert tabellarische Fahrpläne und digitalisierte Streckenmerkmale der Eisenbahnverwaltung.

Im Rahmen des DISAF-Projekts (DIgital SAfety First) wurde ČD Cargo für die Pilotüberprüfung des Antrags ausgewählt. Im Laufe des Jahres wird auch die Muttergesellschaft ČD teilnehmen. Alle Triebfahrzeugführer der ČD Cargo sollen entsprechend bis Jahresende ausgerüstet werden.

Screenshot: ČD Cargo

dispo-Tf eröffnet Fachschule in Krefeld

Am 01.04.2021 eröffnet dispo-Tf Education einen weiteren Bildungsstandort in Krefeld. Der private Bildungsträger betreibt dann 29 Schulungszentren in Deutschland, davon sieben in Nordrhein-Westfalen (neben Krefeld u.a. Wuppertal, Duisburg, Mönchengladbach, Dortmund).

Neugründung bietet digitale Streckenkunde

Eine Neugründung aus Lohmar bei Siegburg hat sich darauf spezialisiert, den Erwerb zur Streckenkenntnis für Triebfahrzeugführer in vollem Umfang zu digitalisieren. Die Grundlage hierfür bildet eine speziell für diesen Zweck entwickelte webbasierte Anwendung, welche Streckenvideos in Verbindung mit allen betrieblich relevanten Informationen zur Verfügung stellt. Eisenbahnverkehrsunternehmen haben damit die Möglichkeit, Ihren Triebfahrzeugführern sehr flexibel und ohne dispositive Herausforderungen die notwendige Streckenkenntnis zu vermitteln, bzw. diese aufzufrischen.

Diese Vorteile bietet Digitale Streckenkunde nach Auskunft des Anbieters:

  • Vollständige Abdeckung aller betrieblich relevante Informationen wie Gleispläne, Rufnummern, Streckenbuch,- und LA Einträge & Besonderheiten.
  • Produktive Zeit aufgrund wegfallender Reisen und Übernachtungen ihrer Triebfahrzeugführer in Hotels gewinnen.
  • Genauer Überblick über den aktuellen Wissensstand für Teamleiter und Disponenten von Triebfahrzeugführern.

Als Betreibergesellschaft agiert die am 30.09.2020 gegründete DS Digitale Streckenkunde UG (haftungsbeschränkt). Geschäftsführer sind der DB-Reio-Triebfahrzeugführer Tim Eppels (39), Carsten Flohr (47) als Geschäftsführender Gesellschafter der Lokführerschule LokSpace, Maximilian Pohl, (20), der Agile Coach und Geschäftsführer des IT-Beraters und Softwareentwicklers Webrunners Adrien Simon, (47) und der Triebfahrzeugführer Sascha Stracks (38).

SBBCINT expandiert ostwärts

SBB Cargo International hat in Halle (Saale) eine Einsatzstelle für Triebfahrzeugführer geschaffen. Aktuell sind dort acht Personale stationiert, bis Jahresmitte 2021 sollen es zehn sein.

Von dem im Dezember 2020 eröffneten Standort aus werden vor allem die Züge Ruhland – Schkopau – Ludwigshafen und Ruhland – Duisburg-Rheinhausen besetzt, er soll aber auch Ausgangspunkt für eine Expansion des Unternehmens in Ostdeutschland sein.

Einigung zwischen SBB Cargo und Personalverbänden

SBB Cargo und die Personalverbände haben sich darauf verständigt, weniger Mittel für die Lohnmassnahmen im Jahr 2021 zur Verfügung zu stellen. Die nun vereinbarten Massnahmen werden per01.05.2021 wirksam. Im Gegenzug wird der GAV SBB Cargo um 20 Monate bis Ende 2023 verlängert. Beide Seiten zeigen sich mit dem Resultat zufrieden.

Die finanzielle Situation von SBB Cargo ist aufgrund der seit Herbst 2020 rezessiven wirtschaftlichen Tendenzen und aufgrund der Verkehrseinbrüche durch die Corona-Pandemie sehr angespannt. Der Covid-Beitrag des Bundes wird den Verlust von SBB Cargo bei weitem nicht decken. Bis Anfang Dezember des letzten Jahres belief sich allein der Pandemie-bedingte Schaden auf minus 35 Millionen Schweizer Franken. Selbst mit Unterstützung des Bundes ist auch für dieses Jahr ein Verlust zu erwarten. Die Verhandlungen standen daher im Zeichen von dringend notwendigen personalrelevanten Massnahmen im Jahr 2021, die einen Beitrag zur Entspannung der ernsten finanziellen Lage leisten sollen.

SBB Cargo und die Sozialpartner haben sich nach intensiven Verhandlungen auf verschiedene personalrelevante Massnahmen geeinigt. Nach viermonatiger Verhandlungszeit ist es gelungen, ein nach SBB Cargo-Einschätzung ausgewogenes Ergebnis zu erzielen. Das sind die wichtigsten Resultate:

  • Individuelle Lohnmassnahmen für tiefe GAV-Anforderungsniveaus: Im Jahr 2021 werden 0,3 Prozent der Lohnsumme von SBB Cargo für individuelle Lohnmassnahmen der Mitarbeitenden in den tiefen GAV-Anforderungsniveaus verwendet (ursprünglich vereinbart waren 0,9 Prozent für alle Mitarbeitenden).
  • Verzicht auf einmalige Leistungsanteile: Für das vergangene Jahr werden keine einmaligen Leistungsanteile für sehr gute Ergebnisse gemäss GAV ausbezahlt.
  • Einmal-Prämie: Mitarbeitende von SBB Cargo mit einem GAV-Arbeitsvertrag und einem ununterbrochenen Anstellungsverhältnis seit mindestens dem 01.07.2020, das am 31.05.2021 noch immer besteht, erhalten 2021 eine außerordentliche Einmal-Prämie ausbezahlt. Sie beträgt 200 beziehungsweise 100 Franken bei einem Pensum von weniger als 50 Prozent.
  • Keine Streichung von Ferientagen: SBB Cargo verzichtet auf die Streichung von Ferientagen für das Jahr 2021.

Die Umsetzung der Lohnmassnahmen sowie die Auszahlung der Einmalprämie erfolgen im Mai 2021. Die Parteien haben sich zudem darauf geeinigt, den GAV SBB Cargo ab 01.05.2022 um 20 Monate bis Ende 2023 zu verlängern.