[DE] Ganztägige Warnstreiks in Seehäfen

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft in der Tarifrunde Seehäfen die Beschäftigten in Hamburg und Bremerhaven zu ganztägigen Warnstreiks am 09. und 10.07.2024 auf, um vor der vierten Verhandlungsrunde den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Die Tarifverhandlungen zwischen ver.di und dem Zentralverband der Deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) werden am 11./12. Juli in Bremen fortgesetzt.

ver.di fordert eine Erhöhung der Stundenlöhne um drei Euro zum 01.06.2024 sowie eine entsprechende Anhebung der Schichtzuschläge, inklusive einer Nachholung der ausgebliebenen Erhöhung der Schichtzulagen im Tarifabschluss 2022, bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von zwölf Monaten. 

[DE] ver.di streikt erneut

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten der tarifgebundenen Hamburger Hafenbetriebe sowie Bremerhaven zum Warnstreik aufgerufen. Dieser wurde kurzfristig für den 17.06.2024 für die Zeit von 7:00-7:00 Uhr angekündigt.

Infolge der zu erwartenden Arbeitsniederlegungen ist auch mit Störungen im Betriebsablauf an den bestreikten Containerterminals zu rechnen.

[SE] Rangiertrittverordnung: GC kündigt Streichungen an

Sollte die umstrittene „Rangiertrittverordnung“ in Schweden in Kraft treten hat die staatliche Güterbahn Green Cargo (GC) angekündigt, künftig 39 Knoten nicht mehr bedienen zu können.

Green Cargo hat nun beim Verwaltungsgericht Berufung gegen die Entscheidung eingelegt und fordert in erster Instanz deren vollständige Aufhebung. Das als einzige Güterbahn von einem Verbot betroffene Unternehmen fordert außerdem eine einstweilige Aussetzung, d. h. eine Entscheidung, dass das Verbot nicht im September in Kraft tritt, sondern bis zur gerichtlichen Überprüfung aufgeschoben wird, berichtet das gewerkschaftlich orientierte Blatt Arbetet.

Green Cargo betreibt täglich 400 Güterzüge und beschäftigt 1.800 Mitarbeiter. Etwa zwei von drei Mitarbeitern, 1.200, benutzen bei ihrer Arbeit in gewissem Maße Trittbretter.

[DE] DB Cargo/EVG: Wieder Gespräche

Konzernbetriebsrat, Gesamtbetriebsräte und Vorstand von DB Cargo sitzen wieder am Tisch. Das ist das Ergebnis eines Spitzengesprächs, das am 29.05.2024 in Berlin stattgefunden hat.

Ergebnis: Es wird weitere Gespräche auf Konzernebene geben – und gleichzeitig wird die Unternehmensführung von DB Cargo die Gespräche mit den Betriebsräten wiederaufnehmen. Ziel der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bleibt: Es darf keine Auslagerungen im Kombinierten Verkehr an Tochterfirmen geben. 

Grafk: EVG

[DE/AT] MEV- und ecco-rail-Tf grenzüberschreitend

Bald werden deutsche Triebfahrzeugführer der MEV Eisenbahn-Verkehrsgesellschaft und der ecco-rail nicht mehr an der Landesgrenze zu Österreich wechseln müssen. Die von der MEV Independent Railway Services organisierte Umschulung für das österreichische Netz findet derzeit am MEV-Standort in Mannheim statt

Foto: MEV

[DE] SBB Cargo und GDL erzielen Tarifabschluss

Am 08.06.2024 konnten die SBB Cargo Deutschland GmbH und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) in Duisburg gemeinsam mit dem zuständigen Arbeitgeberverband Deutscher Eisenbahnen e. V. (AGVDE) einen Tarifvertrag abschließen.

Seit Beginn der Tarifverhandlungen signalisierte der Arbeitgeber, dass der Tarifabschluss die bis 2030 stufenweise Absenkung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden für seine Eisenbahner, die Schichtarbeit leisten, beinhalten werde. Zudem sorgen die Entgelterhöhungen von 260 EUR im Juli 2024 und 160 EUR im April 2025 für spürbare Verbesserungen. Überdies erhalten die Beschäftigen in 2024 eine steuer- und abgabenfreie Inflationsausgleichsprämie von bis zu 2.000 EUR.

[PL] PKP Cargo schickt ein Drittel in Zwangsurlaub

Das staatliche polnische Schienengüterverkehrsunternehmen PKP Cargo hat angekündigt, ab dem 01.06.2024 bis zu einem Drittel seiner Mitarbeiter in Zwangsurlaub zu schicken, um Kosten zu sparen. Die betroffenen Arbeitnehmer sollen Sozialleistungen in Höhe von 60 % ihres Gehalts erhalten.

Das Unternehmen führt die Notwendigkeit der Sparmaßnahmen auf einen starken Einnahmenrückgang zurück. Von 2019 bis 2023 ging der Gütertransport von PKP Cargo um 17 % zurück, im Bereich flüssiger und metallurgischer Gütern um die Hälfte, im Containerverkehr um 40 %.

Es wird auch keine Lohnerhöhungen bei PKP Cargo geben. Der Vorstand von PKP Cargo hat beschlossen, die Vergütung gemäß § 5 des Arbeitnehmergarantiepakts nicht zu erhöhen, da es den langfristigen Interessen der Mitarbeiter und des Unternehmens zuwiderlaufen würde, da ansonsten die Wirkung der vorbereiteten und sukzessive umgesetzten Korrekturmaßnahmen zunichte gemacht wird.

[IT] Einschränkungen durch Streiks

In Italien sind aktuell sowie in den kommenden Tagen erneut Streiks angekündigt. Es kann im folgenden Zeitraum zu Einschränkungen im Güterverkehr kommen – nähere Informationen sind noch nicht bekannt:

  • 16.05.2024, 21:00 Uhr – 17.05.2024, 20:59 Uhr
  • 19.05.2024, 03:00 Uhr – 20.05.2024, 02:00 Uhr

Zum jetzigen Zeitpunkt ist vor allem der Hafen Triest betroffen. 

[DE] DB Cargo: Dementi zur EVG-Mitteilung

Dementi der DB zur Pressemeldung der Eisenbahner- und Verkehrsgewerkschaft

Die Behauptung des stellvertretenden Vorsitzenden der EVG, dass die Vorstandsvorsitzende der DB Cargo nicht die Federführung bei Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite habe, entbehrt jeglicher Grundlage und ist schlichtweg falsch. Die Vorstandsvorsitzende der DB Cargo war, ist und bleibt Ansprechpartnerin für die Transformation der DB Cargo, betont der DB-Konzern in einem Statement. Wer über die DB Cargo sprechen will, muss mit der Chefin der DB Cargo reden.

„Wir waren und sind gesprächsbereit, aber klar in der Sache. Es waren die Interessensvertretenden, die zuletzt vom Tisch aufgestanden sind“, sagt Dr. Sigrid Nikutta, DB-Konzernvorstand Güterverkehr. 

Der Konzernvorstand steht geschlossen zur Transformation der DB Cargo, die dafür nötigen Schritte sind im Konzernvorstand beschlossen. 

Darum geht es jetzt:

1.     Wir passen die Strukturen bei DB Cargo an die Realitäten an. Das Unternehmen ist schon lange kein Monopolist mehr im Schienengüterverkehr, sondern bewegt sich in einem Markt mit 240 Mitbewerbern bei einem Anteil von rund 45%. Die Personalstrukturen sind seit der Liberalisierung des Güterverkehrs bei DB Cargo nicht verändert worden. Das wird nun nachgeholt, um das Unternehmen wettbewerbsfähig zu machen.

2.     Keine/keiner verliert den Arbeitsplatz! 
Fakt ist, dass in den nächsten Jahren bei DB Cargo mehr Menschen in den Ruhestand gehen, als die neue Stellenplanung es vorsieht.

3. Bei einzelnen Gewerkschaften des Eisenbahnsektors gibt es Aufregung, weil neue Arbeitsplätze unter dem Dach der DB Cargo entstehen. Diese neuen Stellen haben attraktive Tarifpartnerschaften – allerdings mit anderen Industrie-Gewerkschaften.