[IT/SE] TX: Übergroße Fracht fährt intermodal

TX Logistik und Van der Vlist, niederländischer Spezialist für Schwerlast- und Spezialtransporte, haben eine neue Schienenlösung für übergroße Güter auf regulären Intermodalzügen zwischen Rostock und Verona eingeführt. Die neue Lösung ermöglicht es, übergroße Einheiten, die bisher eine komplexere Transportplanung erforderten, auf planmäßigen intermodalen Verbindungen zu befördern.

Als erste Sendung wurden zwei Hubarbeitsbühnen transportiert, die im Terminal Quadrante Europa in Verona verladen wurden. Nach Ankunft in Rostock wurden sie per Fähre nach Trelleborg und von dort anschließend per Lkw zu ihrem endgültigen
Bestimmungsort transportiert.

Für die Verladung der übergroßen Fracht kommt das von Van der Vlist neu konzipierte und jüngst patentierte Bolster-System zum Einsatz, das sich nahtlos in den üblichen Piggyback-Betrieb integrieren lässt. Dabei handelt es sich um eine spezielle Bahnplattform, auf der großformatige Maschinen wie Bagger, Arbeitsbühnen oder landwirtschaftliche Geräte, die nicht in den Container passen, für die Verladung auf den Waggon verzurrt und gesichert werden.

Die Genehmigung, die übergroße Ladung im sogenannten großen KV-Profil fahren zu dürfen, hat TX Logistik in Abstimmung mit der DB InfraGo erhalten. Das bedeutet: Es können Ladungen mit bis zu 2.990 Millimetern Breite auf regulären Intermodalzügen innerhalb des P400-Lichtraumprofils transportiert werden. Im Gegensatz zu Sonderzuglösungen gewährleistet dieser Ansatz eine höhere Zuverlässigkeit, da Züge im Falle von Störungen problemlos umgeleitet werden können, ohne dass neue Streckengenehmigungen erforderlich sind.

In der nächsten Phase des Projekts soll auch der Weitertransport in Schweden auf der Schiene in Zügen der TX Logistik erfolgen. Die technische Machbarkeit dieser Option wurde bereits geprüft. Über Schweden hinaus planen TX Logistik und Van der Vlist zudem weitere gemeinsame Verbindungen, um die neue Transportlösung auf zusätzliche Korridore auszuweiten.

Foto: TX Logistik

[FR/UA] Busse per Bahn nach Kiew

Ende April 2026 wurde Forwardis beauftragt, den Transport von 30 Bussen, die von der Region Île-de-France gespendet wurden, nach Kiew zu organisieren. Das Projekt wurde in nur drei Wochen umgesetzt. Partnerbahnen waren die Konzernunternehmen Hexafret [FR], ITL-Eisenbahn [DE] und Captrain Polska [PL]. Außerdem waren PKP LHS und UZ Cargo für den Breitspurabschnitt involviert.

Die vertikale Verladung mit R2L-Plattformen auf Tieflader-Intermodalwaggons war dabei eine Premiere in Frankreich.

[FR] CargoBeamer verdichtet Calais – Perpignan

CargoBeamer hat die Frequenz seiner Verbindung Calais – Perpignan von vier auf sechs wöchentliche Rundläufe erhöht. Die Ausweitung erfolgte in zwei Schritten: Ein fünfter Umlauf wurde im April 2026 aufgenommen, ein sechster folgt im Juni dieses Jahres. Seit Dezember 2025 wird die Route gemeinsam mit Lineas als Traktionspartner betrieben.

[DE] RBL fährt Braunkohlebriketts

Im Rahmen eines sechswöchigen Spotverkehres hat die RBL Rail Bavaria Logistik diverse Ganzzüge mit Braunkohlebriketts von Spreewitz (LEAG) nach Saal an der Donau zum Logistiker Fichtl befördert.

Foto: RBL

[FR] SNCF reaktiviert Anschluss in Ormes

SNCF Réseau hat am 13.05.2026 den Gleisanschluss eines Getreidesilos in Ormes nach zehnjähriger Inaktivität offiziell reaktiviert. Der Premierenzug beförderte Fracht für den Kunden Sanders nach Montauban de Bretagne.

Der staatliche Infrastrukturbetreiber will mit dieser und ähnlichen Vorhaben den Modal Split der Bahn erhöhen. In der bedeutenden Agrarregion Centre-Val de Loire transportieren 65 % der ausgehenden Güterzüge Getreide. Der Bahnanteil liegt aktuell bei 45 %.

Foo: SNCF-Réseau

[HU/DE] Neue Pkw-Transporte Debrecen – Deutschland

Neben den Verkehren Debrecen – Zeebrugge der Kombi Petrolsped+RTB CARGO konnte sich die Milšped auch ein ebenfalls im März 2026 angelaufenes Paket sichern, das von der IREDA Internationale Spedition koordiniert wird. Aktuell werden 3-5 Umläufe pro Woche erbracht:

  • nach Bremerhaven und Cuxhaven mit GYSEV Cargo (HU) sowie FRACHTbahn Traktion (AT, DE)
  • nach Kelheim mit GYSEV Cargo (HU); Raaberbahn Cargo (AT) und RBL Rail Bavaria Logistik (DE)

Mit dem Hochfahren des Werkes soll die Anzahl der Zugpaare auf wöchentlich neun steigen.

Blaue Werbe-Frachtbahn 185.607 + blauer Autozug, München Nord

[HU/BE] Autozüge Debrecen – Zeebrugge mit RTB CARGO

Im März 2026 sind bekannterweise vom neuen BMW-Werk in Debrecen erste Verkehre angelaufen. Für die Waberer’s-Tochter Petrolsped fährt RTB CARGO seitdem wöchentlich Pkw nach Zeebrugge. Die neuen Wagons stellt GATX. Der Verkehr wird parallel zum Werk kontinuierlich hochgefahren, Zielvolumen sind drei Rundläufe pro Woche.

RTB CARGO fährt somit ab allen bedeuten Automobilwerken in Ungarn (Audi Győr, Daimler Kecskemét, Suzuki Esztergom, BMW Debrecen).

[CH] SBB: Neues Produktionsmodell für Einzelwagenverkehr

SBB Cargo Schweiz hat am 19.05.2026 Details zum ab Dezember 2026 gültigen Produktionsmodell im heute stark defizitären Einzelwagenverkehr bekannt gemacht. Mit diesem sollen Auslastung erhöht und Kosten gesenkt werden. Ab 2033 muss der Güterverkehr der SBB gemäß politischer Vorgabe eigenwirtschaftlich betrieben werden.

Zur Neuausrichtung leisten alle einen Beitrag – der Bund, die Kunden und die SBB: Der Bund mit einer befristeten Unterstützung für den Einzelwagenverkehr über acht Jahre und einem Verladebonus für die Kunden, die Kunden mit kostendeckenden Preisen und langfristigen Verträgen.

Rund 50 Bedienpunkte (heute rund 280 Bedienpunkte) mit einer zu geringen Nachfrage werden im Einzelwagenverkehr künftig nicht mehr angefahren, jedoch auf Kundenwunsch weiterhin im Ganzzugsverkehr bedient. Dennoch kann die SBB nahezu gleich große Transportmengen (98 %) transportieren wie bisher – und das nach eigener Auskunft deutlich wirtschaftlicher dank besser ausgelasteter Züge.

Die Neuausrichtung führt für rund 200 Mitarbeiter in der ganzen Schweiz zu Veränderungen (rund 130 in der Deutschschweiz, 40 im Tessin und 30 in der Westschweiz). Die SBB bietet allen Betroffenen eine Lösung an: Entweder einen Wechsel an einen anderen Arbeitsort bei SBB Cargo Schweiz, innerhalb der SBB, zu einer Tochtergesellschaft, zu einer Partnerbahn oder eine begleitete berufliche Neuorientierung innerhalb der SBB. Dabei hält sich die SBB strikt an den Gesamtarbeitsvertrag (GAV). Kündigungen sind die Ausnahme.

Bei den bevorstehenden Veränderungen handelt es sich mehrheitlich um Arbeitsortswechsel beim operativen Personal. In gewissen Regionen hat die SBB aktuell zu viele Fachkräfte, in anderen zu wenige. Die SBB muss ihre Mitarbeiter dort einsetzen, wo es Güter zu transportieren gibt. Deshalb wechselt das Lok- und Rangierpersonal von elf Standorten mit sehr geringem Verkehrsaufkommen oder wenigen Mitarbeitenden den Arbeitsort. Betroffen sind das Lokpersonal in Brig, Buchs SG und Chiasso sowie das Rangierpersonal in Thun, Rothenburg, Yverdon, Payerne, Fribourg, Delémont, Martigny und Wil. Die Standorte Schaffhausen und Frauenfeld bleiben voraussichtlich bis 2028 beziehungsweise 2029 bestehen.

Ziel ist, möglichst viele Mitarbeiter in der SBB zu behalten und dort einzusetzen, wo Bedarf besteht. Nebst den Arbeitsortwechseln rekrutiert die SBB deshalb laufend Mitarbeiter im Güterverkehr, um der Pensionierungswelle zu begegnen. Aufgrund dieser erwartet die SBB, dass sie im Güterverkehr in den nächsten Jahren rund 300 neue Mitarbeiter benötigt.