RCG: 200.000 Tonnen Abfall

Seit Jahresbeginn ist das novellierte Abfallwirtschaftsgesetz in Österreich in Kraft: Abfalltransporte mit einem Gesamtgewicht von mehr als zehn Tonnen ab einer Distanz von 300 km müssen demnach mit der Bahn transportiert werden.

Eine erste Bilanz der ÖBB Rail Cargo Group (RCG) zeigt: 200.000 Tonnen, die zuvor mit dem Lkw transportiert wurden, werden durch das AWG auf die Schiene verlagert. Drei Beispiele:

  • Das Entsorgungsunternehmen böhler Abfall GmbH erhielt in Verbindung mit einem Schienenlogistik-Konzept der RCG den Zuschlag bei der Klärschlamm-Ausschreibung des Vorarlberger Umweltverbands. Konkret werden jährlich bis zu 12.000 Tonnen Klärschlamm nach Niederösterreich transportiert.
  • Auch bei internationalen Import-, Export- und Transitverkehren greift das AWG. Für das italienische Unternehmen DIFE transportiert die RCG 5.000 Jahrestonnen Siedlungsabfälle für die thermische Verwertung von Italien in die Niederlande – einmal quer durch Österreich auf insgesamt fast 1.600 Schienenkilometern.
  • Die LINZ AG ist bereits langjähriger Kunde der RCG. Seit Jahresbeginn fährt die RCG – zusätzlich zu den 78.000 Jahrestonnen – nochmals 7.500 Tonnen Siedlungsabfälle von Graz nach Linz.

Weiterhin wenig Verkehr in Eemshaven

Der Groninger Eemshaven wurde in den letzten Monaten von verschiedenen Zügen angefahren. In den letzten Monaten hat DB Cargo mehrere Militärzüge zum Buss-Terminal gebracht, zudem verkehrten Züge mit Draht für van Merksteijn in Almelo zwischen Oktober und 10.12.2022.

Am 03.04.2023 erreichten zwei „Militärzüge“ den Hafen, zudem wurde ein am 29.03.2023 zugestellter Res-Waggon durch DB Cargo wieder bei Wagenborg Stevedoring abgeholt. Dieser war mit Awilog-Containern mit Abfällen aus England beladen und gelangte unter anderem über die Knotenpunkte Onnen und Kijfhoek zum Zielort Grenzach-Wyhlen nahe Basel.

Eemshaven | 03/04/23

Schienenbedienungen des Seehafens im Nordosten der Niederlande waren in den vergangenen Jahren eher rar: Seit 2018 nutzt vor allem die De Defensie Verkeers- en Vervoersorganisatie (​DVVO) bei Bedarf die Anlagen für den Umschlag von (in das Ausland verkauften) Militärgeräten vom Zug auf das Schiff.

LINZ AG verlagert auf die Schiene

Als Unternehmen der allgemeinen Daseinsvorsorge ist die LINZ AG in den Bereichen Energie, Telekommunikation, Verkehr und kommunale Dienste tätig. Sie betreut dabei Linz und weitere 116 Gemeinden in Oberösterreich. Das Unternehmen ist im Bereich Abfallwirtschaft (LINZ AG ABFALL) bereits langjähriger Kunde der ÖBB Rail Cargo Group (RCG). Nun wurde – ganz im Sinne des Abfallwirtschaftsgesetzes (AWG) – ein neues Zugprodukt entwickelt. Seit Jahresbeginn fährt die RCG über das Jahr verteilt 7.500 zusätzliche Tonnen Siedlungsabfälle per Mobiler-Logistik von Graz nach Linz. Diese wurden bislang ausschließlich auf der Straße befördert.

Für das Projekt wurde ein neuartiger Abstellbock entwickelt. Auf diesem wird der leere Container zur Beladung abgesetzt. Der Lkw wird somit nur noch für die Überstellung zum Umschlagbahnhof Graz Ost und zurück benötigt.

Mobiler auf Abstellbock. Foto: Rail CRGO gROUP

Abfalltransporte: Mehr MOBILER für RCG

Am 01.01.2023 tritt die Transportklausel des Abfallwirtschaftsgesetzes (AWG) in Kraft. Sie besagt, dass Abfälle mit einem Gesamtgewicht von mehr als 10 Tonnen ab einer Distanz von 300 km mit der Bahn transportiert werden müssen. Um die zusätzlichen Abfalltransporte abwickeln zu können, investiert die ÖBB Rail Cargo Group (RCG) 75 Mio. EUR in neue MOBILER-Behälteraufbauten und Tragwagen. Damit wird der derzeitige Bestand an MOBILER-Behälteraufbauten schrittweise auf insgesamt 2.500 Einheiten bis 2026 verdoppelt.

Die RCG transportiert in Österreich schon heute jährlich rund 8 Mio. Tonnen Abfall und Sekundärstoffe (wie Schrott, Siedlungsabfälle und Abfälle aus dem Bauwesen) auf der Schiene.

Entsorger sehen Bahn-Abfalltransporte kritisch

Die Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes sieht einen verpflichtenden Transport von Abfällen über zehn Tonnen auf der Schiene vor. Ab dem 01.01.2023 ist dies laut aktueller Regelung bereits ab einer Transportstrecke von 300 km in Österreich vorgesehen. Ab 2024 soll diese Grenze dann auf 200 km und ab 2026 auf 100 km fallen. Der Fachverband Entsorgungs- und Ressourcenmanagement der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) sieht die Umsetzung sehr kritisch. Gründe dafür sind sowohl die mangelnde Praxistauglichkeit als auch nicht vorhandene Bahnkapazitäten.

„Sollten Abfalltransporte künftig mit der Bahn transportiert werden, dann bedarf es einer massiven Aufrüstung des Angebotes. Ansonsten ist dieses Vorhaben nicht umsetzbar“, erklärt Fachverbandsobmann Harald Höpperger. Er fordert das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) auf, die offenen Fragen zu beantworten und die Novelle nochmals auf Praxistauglichkeit zu prüfen. Ansonsten drohen den österreichischen Entsorgungsbetrieben Wettbewerbsnachteile.

Der Obmann des Vereines zur Verleihung des Zertifikates eines Entsorgungsfachbetriebes (V.EFB), Peter Hodecek, schließt sich der Kritik an: „Die vorhandenen Gütermengen lassen sich nicht so ohne weiteres auf die Schiene verlagern. In der Praxis wird es wohl viele negative Bestätigungen der Online-Plattform für die Entsorgungsbetriebe geben. Es sind ganz einfach keine Kapazitäten vorhanden. Die Betriebe haben somit aufgrund der digitalen Abfragen einen erhöhten Verwaltungsaufwand und verlieren wertvolle Zeit. Dies sind keine optimalen Voraussetzungen, um die Straße zu entlasten und die Umwelt zu schonen.“

TX fährt Abfall nach Eisenhüttenstadt

TX Logistik hat Mitte Januar 2022 wöchentliche Transporte mit Abfallprodukten (Hausmüll) aus dem Raum Neapel zur Verwertung im Ersatzbrennstoffkraftwerk (EBS HKW) Eisenhüttenstadt aufgenommen.

Als eines von wenigen Bahnunternehmen ist TX für den Schienentransport solcher Stoffe bereits seit 2003 als Entsorgungsfachbetrieb zertifiziert.

Schiene soll künftig mehr Abfalltransporte abwickeln

Am 19.112021 wurde in Österreich die Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes (AWG) durch das Plenum des Nationalrats beschlossen. Diese sieht eine stufenweise Verringerung der Distanzen für verpflichtende Abfalltransporte vor: Ab 2023 müssen Transporte von Abfällen mit einem Gesamtgewicht von mehr als zehn Tonnen und über 300 km Transportdistanz verpflichtend auf die Schiene, ab 2024 sollen dann 200 km und ab 2026 Abfalltransporte ab 100 km Distanz auf der Schiene erfolgen.

Voraussetzung für die einfache und effiziente Organisation von Abfalltransporten auf der Schiene ist eine klare Übersicht über sämtliche Angebote aller Eisenbahnverkehrsunternehmen. Das neue AWG sieht vor, dass diese Angebote spätestens ab 01.12.2022 auf einer digitalen Plattform einfach abgefragt werden können. Die Schienengüterverkehrsdienstleister werden dann innerhalb kurzer Zeit eine Rückmeldung über die verfügbaren Transportmöglichkeiten auf der Schiene liefern.

Neue Müllzüge Italien – Delfzijl

Italienischer Müll wird seit Neuestem von Maddaloni aus nach Delfzijl gebracht. Nach dem Umschlag bei Wagenborg wird dieser bei EEW Energy from Waste Delfzijl in Farsum verbrannt („thermisch recycled“).

Zwei unterschiedliche Verkehrsströme sind vorhanden:

TX Logistik fährt italienischen Abfall auch nach Coevorden.

Lineas / IRP nach Delfzijl

Lineas hat am 02.11.2021 über die Beteiligung Independent Rail Partner (IRP) einen Zug ab Bad Bentheim in den nördlichen Teil der Niederlande gefahren. Dabei handelte es sich um einen Zug mit Abfällen aus Italien zur Firma Wagenborg in Delfzijl.

Foto: Lineas
Delfzijl, 20211102, IRP 2107
Quelle: https://www.flickr.com/photos/daviddekker/51651197160/
02-11-21 | Groningen | LNS2107+schuifwandwagens
Quelle: https://www.flickr.com/photos/tijmenholstein/51651685057/
Delfzijl, 20211102, LNS 2107
Quelle: https://www.flickr.com/photos/daviddekker/51653530430/