ArcelorMittal gab am 10.02.2026 den Bau eines Elektrolichtbogenofens (Electric Arc Furnace (EAF)) an seinem Stahlproduktionsstandort in Dünkirchen bekannt – eine Investition in Höhe von 1,3 Milliarden EUR.
Die Inbetriebnahme des EAF ist für 2029 geplant. Er wird Stahl mit dreimal weniger CO₂ produzieren als ein Hochofen (0,6 Tonnen CO₂ pro Tonne Stahl im EAF basierend auf einer Mischung aus Schrott, HBI/DRI und Roheisen). Die Finanzierung wird durch Energieeffizienzzertifikate (Certificat d’Économies d’Énergie (CEE)) unterstützt, ein Regulierungsmechanismus, der Energieeinsparungen und CO₂-Reduzierung fördert. Die Höhe der Unterstützung wird 50 % der Investition ausmachen.
Im Rahmen der Ausweitung des Engagements der ArcelorMittal Eisenhüttenstadt Transport (AMEH TRANS) bei den für DB Cargo gefahrenen Erzzügen Hamburg – Ziteldorf hat das Unternehmen auch den E-Lok-Bestand ausgebaut. Neu wurden ab Januar 2026 zwei Siemens Vectron MS A09 von Alpha Trains angemietet, die zuvor bis April 2025 bei TX Logistik im Einsatz standen.
DB Cargo Full Load Solutions Nordic hat jüngst Stahl aus Polen für ArcelorMittal nach Vejle in Dänemark transportiert. Statt der Landroute wurde die Fähre nach Ystad und anschließend die Bahnunternehmen Väte Rail bzw. ab Malmö DB Cargo Scandinavia genutzt.
Mit dem Fahrplanwechsel am 14.12.2025 übernahm der neue Güterverkehrsbetreiber MEDWAY France den Betrieb der Züge zwischen Caffiers und Grande Synthe von Hexafret. Zwei Züge täglich, jeweils rund 3.600 Tonnen schwer, verkehren für AcelorMittal und transportieren Kalkstein aus dem Steinbruch Carrière du Boulonnais bei Ferques zum Stahlwerk in Dünkirchen.
Der Morgenzug besteht aus je einer Hälfte aus Ferques und aus dem Steinbruch Chaux et Dolomies du Boulonnais (Lhoist-Gruppe) bei Rety und transportiert Branntkalk in gedeckten Waggons.
Die Züge werden weiterhin von Diesellokomotiven der Baureihe BB 75000 gezogen. MEDWAY hat die Loks 75004, 75050 und 75067 von der SNCF erworben. Die Falns stellt Ermewa.
LTG Cargo Polskas neue Speditionsabteilung hat Ende Oktober 2025 den ersten grenzüberschreitenden Transport nach Deutschland durchgeführt. Der Getreidezug wurde in Deutschland von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt Transport (AMEH TRANS) traktioniert, die letzte Meile ab Beddingen zur Cargill-Ölmühle übernahmen die Verkehrsbetriebe Peine-Salzgitter (VPS).
ArcelorMittal hat am 12.09.2025 die Schließung des Stahlwerkes in Hunedoara angekündigt. Als Gründe wurden sehr hohe Energiepreise und die Konkurrenz durch Billigimporte aus Nicht-EU-Ländern genannt. Die von Simeria ausgehende Stichstrecke verliert somit den letzten Güterverkehr.
1884 als Uzinele de Fier Hunedoara gegründet ging der Standort später in die Unternehmen Combinatul Siderurgic Hunedoara bzw. die S.C. Siderurgica S.A. über. Diese wurde 2003 privatisiert und an den heute als ArcelorMittal bekannten Konzern veräußert. Gab der große Standort einst 20.000 Menschen Arbeit (1992) sind dort heute nur noch 477 Mitarbeiter beschäftigt.
Nevomo, nach eigener Auskunft europäischer Marktführer im Bereich der magnetischen Schienentechnologie, und die Hansebahn Bremen (HBB), ein Joint Venture von Captrain Deutschland und des Stahlunternehmens ArcelorMittal Bremen, starten ein gemeinsames Pilotprojekt zum automatisierten Güterverkehr auf dem Bremer Werksgelände. Die HBB verantwortet dort die Organisation und Durchführung der schienengebundenen Transporte auf einer Gleisinfrastruktur von 100 Kilometern.
Ziel ist die Einführung des weltweit ersten vollautomatisierten Güterwagentransportsystems unter Nutzung von bestehenden Fahrzeugen und Schieneninfrastruktur. Das Projekt beginnt im Dezember 2024 und soll innerhalb von drei Jahren die vollständige Automatisierung erreichen.
Der Pilot wird unter dem Namen „BREMAG – Bremen Magnetic Shuttle“ geführt und konzentriert sich auf den Transport von Stahlcoils zwischen den Produktionsanlagen. Durch die Nachrüstung der Schieneninfrastruktur mit dem MagRail Booster-System soll der Shuttle-Betrieb eine bisher unerreichte Flexibilität und Frequenz bieten, Verzögerungen minimieren und die Abhängigkeit vom Straßenverkehr für dringende Lieferungen eliminieren.
Im Rahmen des Projekts wird die MagRail Booster-Technologie von Nevomo eingesetzt. Das MagRail Booster-System integriert fortschrittliche Linearmotor-Technologie in bestehende Schieneninfrastrukturen und ermöglicht den autonomen, vollautomatisierten Betrieb von Güterwagen ohne den Einsatz von Lokomotiven. Konkret erfolgt die Nachrüstung der bestehenden Eisenbahninfrastruktur durch den aktiven Linearmotor-Stator und die Ausstattung der Eisenbahnwagen mit speziell entwickelten Linearmotor-Movern. Die Wagen bewegen sich autonom, kontrolliert durch das aufgebaute Magnetfeld.
BREMAG verfügt über ein Gesamtbudget von rund 6 Millionen Euro. Unterstützt wird das Projekt durch das Bundesprogramm „Zukunft Schienengüterverkehr zur Förderung von Innovationen (Z-SGV) des BMDV in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Schienenverkehrsforschung (DZSF).
Nach einjähriger Rückkehr nach Rotterdam (EMO Maavlakte) laufen die Transporte mit Kokskohle für die ArcelorMittal-Kokerei Prosper in Bottrop seit Mai 2024 mit sechs Rundläufen pro Wochen wieder ab Wilhelmshaven Ölweiche.