Das in Nördlingen ansässige Unternehmen BayernBahn sanierte in der Kalenderwoche 12/2021 mit Unterstützung der Firma Swietelsky drei Kilometer Streckengleis der Bahnlinie Nördlingen – Gunzenhausen. Dabei wurde alle Betonschwellen erneuert und die Schotterbettung gereinigt. Auch der Bahnübergang der Ortsstraße nach Bettendorf wurde saniert.
Wie der Geschäftsführer der BayernBahn, Andreas Braun, mitteilte, dient die Grundüberholung der langfristigen Erhaltung der Bausubstanz und ist damit unter anderem auch als Maßnahme im Vorgriff auf die in Diskussion stehende Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs der südlichen Hesselbergbahn zu sehen.
Baulogistik-Stützpunkt war der neu wiederaufgebaute Bahnhof von Dürrenzimmern. Die BayernBahn übernahm auf ihrer eigenen Infrastruktur selbst die Logistikfahrten; vor Ort waren die Loks 362 407 und 295 093.
Im Flüssigeisenverkehr der Saar Rail läuft seit dem 28.03.2021 eine E-Lok der Baureihe 151 im historischen Outfit. Diese ist seit 23.02.2021 für voraussichtlich acht Wochen über die Leipziger Dampf KulTour (LDK) von der Bayernbahn angemietet und vertritt die im DB-Werk Dessau weilende 151 161 der Saar Rail.
Der am 25.01.2021 im Bundesanzeiger publizierte Jahresabschluss 2019 der BayernBahn GmbH offenbart für das Geschäftsjahr einen knapp 1 Mio. EUR umfassenden Gewinn: Wurden Ende 2018 2.739.731,58 EUR als Eigenkapital ausgewiesen stieg dieses bis Ende 2019 auf 3.600.135,53 EUR, davon 3.537.246,64 EUR Bilanzgewinn. 2019 beschäftigte das Unternehmen 20 Mitarbeiter.
Traditionell
der Anlieferung von konventionell angebauten Rüben vorgelagert ist der
Transport von Biozuckerrüben. Das Werk der Schweizer Zucker AG in Frauenfeld vermeldete
jüngst das Ende der am 18.09.2020 angelaufenen Kampagne 2020. Wie in den
vergangenen Jahren stammte ein Großteil der angelieferten Rüben vor allem aus Bayern
und trotz der wesentlich größeren Anbauflächen nur 8 % aus der
Schweiz selbst. Von den bis 04.10. angelieferten 81.000 t wurden 57.000 t mit der
Bahn befördert, davon erstaunlicherweise nur 1,8 t aus der Schweiz.
Die erste Meile sowie die Traktion in Deutschland übernahm die Bayernbahn. Foto: Roland Korving
Landesintern erfolgte die Verladung in Genève La Praille, Delémont sowie Boncourt. In Bayern wurde in Bobingen, Dürenzimmern, Ingolstadt, Schweinfurt, Straubing, Würzburg-Zell und entlang der Strecke Eggmühl – Langquaid auf die Bahn umgeschlagen. Bobingen im Landkreis Ausburg wurde dabei erstmalig von zwei Zügen angefahren. Das erneuerte Ladegleis in Dürrenzimmern ersetzt den bisherigen Umschlagplatz in Nördlingen, der durch Neubauten nicht mehr verfügbar ist. Starker Regen ließ zudem die Umschlagsmenge an der Ladestrasse in Langquaid ansteigen, da die angedachte Verladung entlang der Strecke Eggmühl – Langquaid teils nicht möglich war.
Neu war in Würzburg DB Cargo anzutreffen, zum Rangieren kamen teilweise Streckenloks der Baureihe 233 zum Einsatz. Foto: Roland Korving
Transport
und Rangierdienst wurden neu geordnet:
Die Bayernbahn war für ChemOil Logistics wieder ab Nördlingen mit eigenen E-Loks aktiv und übernahm auch die erste Meile ab Dürrenzimmern. In der Schweiz kam TR Trans Rail zum Einsatz.
DB Cargo war erstmals und in direkter Auftragnehmerschaft verantwortlich für Augsburg, Ingolstadt, Schweinfurt sowie Würzburg und traktionierte grenzüberschreitend mit Bombardier TRAXX-E-Loks. Den Rangierdienst bei der Beladung übernahmen Dieselloks des Typs V 90, in Würzburg teilweise auch Streckenloks der Baureihe 233.
Für Straubing und Eggmühl-Langquaid war die Kooperation Internationale Gesellschaft für Eisenbahnverkehr IGE mit TR Trans Rail verantwortlich. Die Langstreckentraktion erfolgte grenzüberschreitend mit Bombardier TRAXX-E-Loks (ex SBB Cargo Re 482). Den Rangierdienst in Straubing übernahmen wie im vergangenen Jahr die Passauer Eisenbahn Freunde (PEF) mit einer V 90, ab Eggmühl setzte die IGE die unternehmenseigene 215 001 beim Streckenverlad und dem Pendelverkehr nach Langquaid ein. Dort rangierte an der Ladestraße die Laabertalbahn mit ihrer V2, einer ehemaligen Bundeswehrlokomotive.
Die Verladung in Dürrenzimmern ersetzte den nicht mehr verfügbaren Umschlagpunkt Nördlingen. Foto: Roland KorvingBeladung mit einer „Rübenmaus“ an der Laabertalbahn – die Traktion übernahm die IGE. Foto: Roland Korving
Die
Zuckerrüben kamen 2020 erstmals nicht nur aus Bayern, sondern neu auch aus den
Kreis Düren. Auf der Strecke Düren – Euskirchen wurden zwischen Binsfeld und Rommelsheim
zwei Züge nachts nach Ende des Reisezugverkehres beladen. Der Lieferant hatte in
diesem Jahr statt einem sogar 40 ha Biozuckerrüben auf seinen Feldern angebaut.
RTB CARGO absolvierte die erste Meile bis Düren, LTE Netherlands war für den Transport
nach Basel zuständig und Eisenbahndienstleister (EDG) in der Schweiz.
Erstmals wurden Biozuckerrüben aus dem Kreis Düren exportiert, hier ein Zug mit RTB CARGO-Traktion bei der nächtlichen Beladung. Foto: Roland Korving
Die Bayernbahn hat Mitte August 2019 zwei weitere E-Loks der Baureihe 151 erworben. Die Sechsachser befanden sich vorher im Bestand von Railpool und sind in Nördlingen (151 015) bzw. Rostock-Seehafen (151 073) abgestellt.
Bei der Bayernbahn bespannen 151 001, 016, 038 und 119 schwere Güterzüge v.a. im Mineralölbereich.