[BG] BDŽ-Beihilfen – legal oder illegal?

Bulgariens „Verband der Eisenbahnverkehrsunternehmen“ (Asociacijata na predprijatijata v železopŭtnija transport; APŽT) hat eine Beschwerde wegen „illegaler Staatshilfe“, die der bulgarische Staat seit Jahren an das staatliche Güterverkehrsunternehmen BDŽ-Tovarni prevozi (BDZTP) gewähre, an die Europäische Kommission in Brüssel übermittelt. Die Gesamtmenge der staatlichen Unterstützung für BDZTP von 2011 bis Ende 2024 soll etwa 55 Mio. EUR betragen. Dennoch meldet BDZTP systematisch finanzielle Verluste, im Zeitraum 2014–2024 insgesamt 42,639 Mio. EUR.

Da der Schienengüterverkehr in Bulgarien vollständig liberalisiert ist, konkurrieren die Mitglieder des Verbands mit BDZTP, das derzeit den größten Marktanteil von 42–47 % hat. Anlass der Beschwerde ist, dass die staatliche Unterstützung für BDZTP diesem erlaube, künstlich niedrige Preise anzubieten. Die vom Staat gewährte unregulierte Unterstützung sei sichtbar an drei Punkten:

1. BDZTP zahle nicht den vollen Betrag der Trassengebühren an das staatliche Infrastrukturunternehmen Nacionalna kompanija Železopătna infrastruktura (NKŽI). Es wird dazu erläutert, dass die NKŽI die Gebühren nicht vollständig von BDZTP einziehe. Die Verbindlichkeiten für Infrastrukturgebühren stiegen jährlich von 43,243 Mio. BGN (22,1 Mio. EUR) im Jahr 2011 auf 60,791 Mio. BGN (31,1 Mio. EUR) Ende 2024. Es gebe auch keine Hinweise darauf, dass auf fällige und nicht bezahlte Forderungen Zinsen erhoben werden. Gemäß Artikel 10, Absatz 6 des Eisenbahnverkehrsgesetzes sei die NKŽI nicht berechtigt, Kredite an Eisenbahnunternehmen zu vergeben.

2. Die ausstehenden Darlehen von BDZTP würden unter dem administrativen Dach der BDŽ-Holding in Eigenkapital umgewandelt. Der bulgarische Staat als Eigentümer der BDŽ-Holding, der auch BDZTP untersteht, habe im Laufe der Jahre über den Verkehrsminister Gesetze erlassen, die BDZTP mehrere Kredite über die Holding gewähren. Von Ende 2019 bis Ende 2021 erhielt BDZTP drei Kredite im Wert von insgesamt 6 Mio. BGN. Anschließend wurde der Großteil (92 %) dieser Forderungen gegenüber der Holding ohne wirtschaftliche Begründung in das eigene Kapital von BDZTP umgewandelt, wodurch es sich praktisch um einen Schuldenerlass durch eine versteckte indirekte Finanzierung handelt.

3. Die Personenverkehrssparte BDŽ-Pŭtničeski prevozi (BDZPP), welche jährlich staatliche Mittel für ihre Aktivitäten erhält, verwende ein Teil dessen nicht für Personenzüge, sondern in Form eines Darlehens an BDZTP. Laut dem Jahresbericht für 2024 betragen die langfristigen Forderungen 14,806 Mio. BGN (7,6 Mio. EUR).

Bereits seit August 2020 ist bekannt, dass BDZTP de facto insolvent sei. Seitdem hat sich die Situation des Unternehmens weiter verschlechtert, doch anstatt es für insolvent zu erklären, stütze es der Staat weiterhin. Auf Grundlage des Art. 107, Absatz 1 des Vertrags über die Funktionsweise der Europäischen Union reichte der Verband der Eisenbahnverkehrsunternehmen Mitte Dezember 2025 eine Beschwerde wegen Wettbewerbsverzerrung gegen die für BDZTP gewährte Staatshilfe ein. Der Verband vertritt die Interessen von zwölf privaten Schienengüterverkehrsunternehmen, von denen einige ausländisches Kapital besitzen und für den Betrieb in Bulgarien und der EU lizenziert sind. Eine Entscheidung dazu wird in den kommenden Monaten erwartet.

[BG] Weitere E-Loks für BZK

Die bulgarische Grampet-Tochter Bulgarska zhelezoputna kompaniya (BZK) investiert weiter in eigene E-Loks in grün-gelben Unternehmensfarben. Nach 46 745 wurde jüngst die von der Staatsbahn stammende 91 52 0046 111-8 in Betrieb genommen – es folgt die aus Rumänien stammende 91 53 0400 110-3. Zuvor hatte sich das Unternehmen vor allem gemieteter E-Loks gleicher Bauart bedient.

[BG] BDZ Holding wird ab August geschlossen

Bulgariens Verkehrsminister Grosdan Karadjov hat Ende Juni 2025 beschlossen, die BDZ Holding ab August zu schließen, und an ihrer Stelle drei eigenständige Unternehmen zu setzen – für den Personenverkehr, für den Güterverkehr und für die Instandhaltung des Rollmaterials.

Es ist damit die Reform der Reform von 2007, als die drei Unternehmen aus der Staatsbahn entstanden. Zu diesem Zeitpunkt wurde jedoch beschlossen, dass die BDZ Holding als Dachorganisation der drei Unternehmen bestehen bleibt.

Es wird erwartet, dass den entlassenen Mitarbeitern der Holding Führungspositionen in den neuen Unternehmen angeboten werden und dass jedes der neuen Unternehmen einen eigenen Vorstand erhält, so dass in der Praxis die Chefpositionen sogar zunehmen werden.

[BG] Bulgarien stärkt internationale Korridore  

Bis Ende 2028 wird der bulgarische Teil des Eisenbahnkorridors Nr. 8 fertiggestellt sein und der bulgarische Zug in Deve Bair ankommen, erklärte der bulgarische Minister für Verkehr und Kommunikation, Grozdan Karadjov, nach seinem Treffen mit dem Verkehrsminister der Republik Nordmazedonien, Alexander Nikoloski, im Rahmen des „Global Transport Connectivity Forum“ in Istanbul.

Bulgarien und die Republik Nordmazedonien haben sich darauf geeinigt, das Abkommen über den Bau eines grenzüberschreitenden Eisenbahntunnels zwischen den beiden Ländern schnell abzuschließen. Bis Ende Juli soll der Vertrag für den Bau der letzten 2,4 km der Eisenbahnlinie zwischen Gyueshevo und Deve Bair an der Grenze zur Republik Nordmazedonien auf einem weiteren Treffen geschlossen werden. Die Finanzierung von 69 Mio. EUR wird im Rahmen des Verkehrskonnektivitätsprogramms 2021-2027 bereitgestellt.

Neben dem Bau neuer Infrastrukturen liegt der Fokus auch auf der Modernisierung der bestehenden. Bulgarien will seine Häfen modernisieren, um Teil des Transkaspischen Internationalen Verkehrskorridors zu werden. Mit Hilfe der Weltbank wird die Entwicklung des Hafens von Varna durch eine öffentlich-private Partnerschaft sichergestellt. Im Eisenbahnsektor sollen die Strecke Plovdiv – Svilengrad zweigleisig ausgebaut werden.

Zur Entwicklung des Nord-Süd-Korridors, die Türkei ist die größte Volkswirtschaft und Bulgariens großer Handelspartner in der Region, sollen im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft außerdem drei Eisenbahntunnel durch das Balkangebirge gebaut werden, zwischen Stolnik und Mezdra, zwischen Hristo Danovo und Troyan und die Passage über den Hainboaz-Pass. Ziel ist es, Süd- und Nordbulgarien verkehrstechnisch effektiv zu integrieren und es den EVU zu ermöglichen, mit einer Lokomotive pro Güterzug zu fahren. Nach Rumänien sind zwei weitere Brücken über die Donau zwischen Svishtov und Zimnicea sowie Cherkovitsa und Turnu Măgurele geplant.

[BG] BDŽ-Gütersparte soll Kosten sparen

Die bulgarische Regierung hat eine Sanierung der staatlichen Güterbahn BDŽ-Tovarni prevozi (BDŽ-TP) beschlossen. Im Fokus stehen dabei die Frachttarife, zudem sollen Kosten gesenkt werden. Aktuell hat die Staatsbahn noch einen Marktanteil von ca. 50 %. Die Zahlen des letzten Jahres zeigen jedoch, dass der Umsatz des Unternehmens 140 Mio. BGN (72 Mio. EUR) und die Zahlungsrückstände 33 Mio. BGN (17 Mio. EUR) betrugen.

Veräußert werden vor allem nicht betriebsnotwendige Immobilien – als Beispiel wurden 230 Mitarbeiterwohnungen genannt. Zudem denkt man an die Veräußerung von 2.500 nicht benötigten Güterwagen, deren Standgelder Kosten in Höhe von 250.000 BGN (128.000 EUR) pro Monat verursachen.

[BG] Entlassungen nach schwerem Unfall

Nach einem schweren Unfall in Bulgarien hat der neu ernannte stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Verkehr und Kommunikation Grozdan Karadžov am 20.01.2025 die Leitung zweier staatlicher Unternehmen ausgetauscht: Der Chef der Gütersparte BDŽ-Tovarni (BDŽ-TP) Ing. Hristijan Krastev und Generaldirektor Ing. Stojan Stojanov der Infrastrukturverwalters Železopʺtna infrastruktura (NKŽI) mussten wegen „grober Verstöße gegen die Sicherheitsvorschriften“ ihren Posten räumen. Čavdar Trendafilov, der das Unternehmen zuvor geleitet hatte, übernimmt BDŽ-TP vorübergehend. Aleksandʺr Veckov übernimmt vorübergehend die Leitung von NKŽI.

[BG] BDŽ-Eamnos für TBD

Die bulgarische Güterbahn TBD-Tovarni Prevozi hat im Sommer 2024 einige zuvor in Pleven abgestellte Eamnos übernommen. Diese wurden bei Traktsia instans gesetzt und erhielten dabei ein öffnungsfähiges Rolldach. Sie werden nun bei Quarzsandtransporten zwischen dem Werk Vetovo der Kaolin-Gruppe und Pleven-West eubgesetzt.

[BG] BDŽ fährt Militärtransporte

Das Logistische Unterstützungskommando der Militärischen Formation 48960 Sofija hat im Amtsblatt der Europäischen Union den Transport von Ausrüstung gemäß RMS (Risiko-Management-System) Nr. 536/25.07.2024 als Direktvergabe an die BDŽ – Tovarni Prevozi EOOD bekannt gegeben (520266-2024). Der Wert aller in dieser Bekanntmachung vergebenen Verträge beträgt 1,274 Mio. BGN (0,652 Mio. EUR).

Begründung der Direktvergabe: Die Fristen des nicht offenen Verfahrens und des Verhandlungsverfahrens mit vorheriger Bekanntmachung waren mit der krisenbedingten Dringlichkeit nicht vereinbar.

[BG] BDŽ fährt Militärtransporte

Die militärische Einheit der Landstreitkräfte hat am 02.05.2024 im Amtsblatt der Europäischen Union die Vergabe für den Transport von militärischer Fracht und Begleitpersonal auf der Schiene an die BDŽ-Tovarni Prevozi EOOD bekannt gegeben (262660-2024). Publiziert wurde ein Auftragswert von umgerechnet 1,7 Mio. EUR für den Zeitraum 29.042024 bis 28.04.2026.

Military

BDŽ möchte Flotte mit Hilfe der Weltbank erneuern

Die Gütersparte BDŽ-Tovarni Prevozi nimmt Gespräche mit der Weltbank über die Umsetzung seines Investitionsprogramms für den Zeitraum bis 2024 auf. Dabei geht es um bis zu 400 Mio. BGN (204 Mio. EUR) für die Anschaffung von fünf neuen Elektro- und 15 Diesellokomotiven sowie 600 Spezialgüterwagen benötigt. Das Programm sieht außerdem die Modernisierung von zehn Lokomotiven und 250 Güterwaggons vor.

In den letzten Jahren war BDŽ-Tovarni prevozi nicht in der Lage, den Marktanforderungen gerecht zu werden, und hatte Schwierigkeiten, den Fahrplan einzuhalten, da nicht genügend Fahrzeuge vorhanden waren. Das Durchschnittsalter der Elektrolokomotiven liegt bei 45 Jahren, und 90 Prozent der Waggons wurden vor 40 Jahren geliefert. Die Instandhaltung wird hauptsächlich in den eigenen Werkstätten durchgeführt, die nicht über ausreichende Kapazitäten verfügen. Gleichzeitig nimmt das Volumen der Transportanfragen zu.

Mit den neuen Waggons und Lokomotiven will BDŽ-Tovarni prevozi wieder ein starker Wettbewerber auf dem Markt sein. Die Unternehmensleitung schätzt, dass mit der Modernisierung des Lokomotiv- und Wagenparks Gütertransporte durchgeführt werden können, die allein im ersten Jahr rund 28 Mio. BGN (14,3 Mio. EUR) an Einnahmen einbringen werden. Es wird geschätzt, dass im zweiten Jahr ein zusätzlicher Anstieg der Einnahmen um 5 Prozent erzielt wird. Dies bedeutet, dass sich die Investition von 400 Mio. BGN in etwa elf Jahren amortisieren wird.