Der neu besetzte Vorstand von ČD Cargo hat am 13.02.2026 beschlossen, die Position des Geschäftsführers mit Ing. Vladimír Perný, MBA, zu besetzen. Der Manager studierte an der Wirtschaftsuniversität in Prag und erwarb seinen MBA-Abschluss an der DePaul University Chicago. Von 1991 bis 2004 war er als kaufmännischer Direktor und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft Čechofracht tätig. Bei den Gesellschaften České aerolinie und Air Cargo Terminál Praha war er für die Einrichtung von Prozessen im Zusammenhang mit der Logistik von Luftfracht verantwortlich. Von 2011 bis 2012 war er Mitglied des Vorstands des Verkehrsunternehmens der Hauptstadt Praha. Er arbeitete auch in anderen Unternehmen mit Schwerpunkt auf Handel und Logistik.
In der Nacht zum 01.02.2026 endete in der Tschechischen Republik der Abbau von Steinkohle. Letztes aktives Bergwerk war Důl ČSM bei Steinau (Stonava) in der Region Karwin (Karviná) in Mährisch-Schlesien. Ursprünglich sollte der Abbau bereits 2022 eingestellt werden, wurde aber aufgrund der damaligen wirtschaftlichen und politischen Lage um drei Jahre verlängert. Zwischen 1968 und 2026 wurden dort 124,3 Millionen Tonnen Steinkohle gefördert.
Die sich daraus ergebende Aufkommensreduktion im Schienengüterverkehr wird schrittweise erfolgen. Die Aufbereitungsanlage des ČSM-Betriebs Sever soll dem Vernehmen nach noch den kompletten Februar über Reservemengen verfügen.
Die Werksbahngleise sowie die Kohlezüge zu Bestimmungsorten innerhalb der Region Ostrava (Halden, Heizkraftwerke, Kraftwerk Třebovice) betreibt PKP CARGO INTERNATIONAL (ex AWT, ex OKD, Doprava). Ausgehend vom Bahnhof Louky nad Olší fährt / fuhr ČD Cargo unter anderem zu den Empfängern Třinecké železárny, U. S. Steel Košice, ArcelorMittal Kryvyj Rih und ArcelorMittal Poland.
Tomáš Tóth wird ab 01.02.2026 neuer Generaldirektor der tschechischen Eisenbahnverwaltung Správa železnic. Die Ernennung durch den Verwaltungsrat erfolgte einstimmig. Tóth folgt auf Jiří Svoboda, der nach Ermittlungen aufgrund eines Korruptionsverdachtes sein Amt niederlegen musste.
Tóth war zuvor langjährig für die Staatsbahn České dráhy (ČD) tätig, zuletzt 2018 bis 2025 als Geschäftsführer sowie parallel ab 2020 als Vorstandsvorsitzender der ČD Cargo. Dort hatte er sein Mandat nach Berichten in tschechischen Medien wegen schlechten Zahlen, deutlicher Kritik von Kundenseite und aus „persönlichen Gründen“ im Herbst 2025 niedergelegt.
Geändert wurde auch die Zusammensetzung des Verwaltungsrates der Správa železnic: Zum Vorsitzenden wurde Martin Kolovratník ernannt, Ladislav Němec und Martin Červíček bleiben Mitglieder, neu hinzugekommen ist Tomáš Tyll. Über weitere Mitglieder des Verwaltungsrats wird die Regierung auf einer ihrer nächsten Sitzungen entscheiden.
Der Vorstand der České dráhy, der als Hauptversammlung der Tochtergesellschaft ČD Cargo fungiert, hat am 20.01.2026 Radim Ječný zum Vorsitzenden seines Vorstands gewählt. Er wird sein Amt am 01.02.2026 antreten. Das Unternehmen war seit November letzten Jahres ohne Vorstandsvorsitzenden, nachdem Tomáš Tóth aus persönlichen Gründen zurückgetreten war.
Radim Ječný (geb. 1976) ist Experte für Schienenverkehr und Logistik. Er studierte an der Wirtschaftsuniversität in Praha. Er beschäftigt sich seit langem mit der Entwicklung effizienter Transportlösungen und modernen Trends im Güterverkehr. Er hatte Führungspositionen in Unternehmen inne, die sich mit Spedition und intermodalem Verkehr befassen. Seit 2010 leitete er das Unternehmen SBS Cargo Praha. Er ist Autor einer Reihe von Fachartikeln über den Schienenverkehr.
Die Branche nahm die Personalie wohlwollend auf. Ječný gilt im Gegensatz zu seinem Vorgänger als „Fan“ des Warentransports auf der Schiene. Sein Ruf bei Kunden ist gut. Die Führung der staatlichen Güterbahn sei ihm eine „Herzensangelegenheit“ berichteten tschechische Medien.
Der Automobillogistiker Hyundai GLOVIS Europe hat jüngst am Produktionsstandort Nošovice [CZ] ein von GATX Rail Europe gemietetes Laaers-Waggonset beladen. Der Initialtransport wurde gemeinam mit ČD Cargo und deren Beteiligung Raillex umgesetzt.
Der Automobillogistiker folgt damit seiner langfristigen Strategie einer Verlagerung von Transporten auf der Schiene. Durch den Aufbau interner Schienenexpertise und Investitionen in Waggons möchte Hyundai GLOVIS Europe die Kontrolle über Kapazität, Qualität und Kosten erhöhen und gleichzeitig CO₂-Reduzierungsziele und langfristige Kostenwettbewerbsfähigkeit unterstützen. Zuvor hatte Hyundai GLOVIS Waggons der BLG AutoRail eingesetzt.
Ende 2025 gibt ČD Cargo die seit knapp drei Jahren gemieteten vier Siemens ES 64 F4 VM an den heutigen Eigentümer Akiem zurück. Grund ist die fortschreitende Auslieferung von Neubauloks des Typs Alstom TRAXX MS3 an die tschechische Güterbahn.
Nach etwa 30 Jahren kam am 05.12.2025 erstmals wieder ein Güterzug in Hevlín an. Dieser wurde in Zusammenarbeit mit ČD Cargo und der Spolkem pro veřejnou dopravu na jihozápadní Moravě (SVD-JZM) vom Betreiber Railway Capital (RC) organisiert.
Foto: Hattrick Transport
Die Organisation der Beförderung von Holzschwellen übernahm Hattrick Transport für die Gemeinde Hevlín als Eigentümerin der Strecke ist. Für das Transportunternehmen, denen auch die dafür eingesetzte Lokomotive des Typs T 211.1 gehört, sprach die Lage der Schwellen an einem für den Straßenverkehr schwer zugänglichen Ort für die Durchführung eines Bahntransports.
Die Südmährische Lokalbahn von Hrušovany nad Jevišovkou-Šanov/Grusbach-Schönau nach Hevlín/Höflein(Thaya) wurde 1870 als Teil einer alternativen Strecke von Wien nach Brünn durch die k.k. priv. Österreichisch-Ungarischen Staatseisenbahngesellschaft (StEG) erbaut. In den 1990er Jahren gab es Bemühungen, den seit 1948 vakanten Lückenschluss auf 3,4 km Länge nach Österreich wiederherzustellen, was jedoch nicht geschah. Die derzeitige Bürgermeisterin von Laa an der Thaya will diesen im Gegensatz zu ihrem Vorgänger Manfred Fass nicht, weil sie befürchtet, dass Züge die Milchproduktion der Kühe verringern könnten.
Ab 2010 fuhren nach Hevlín gar keine regelmäßigen Züge mehr, weshalb sie zur Liquidation vorgesehen war. Die Gemeinde Hevlín kaufte daraufhin die sieben Kilometer lange Strecke im Februar 2020 für 2,2 Mio. CZK (rd. 90.000 EUR) von der staatlichen tschechischen Eisenbahnverwaltung (Správa železniční dopravní cesty; SŽDC) und wählte Railway Capital als Betreiber aus. Im November 2020 wurde die Strecke als eine der ersten im Land in die neue Kategorie als „Lokalbahn“ umklassifiziert.
Es soll nicht der letzte Materialtransport nach Hevlín gewesen sein, nach Neujahr sind weitere angedacht.
Ab dem 14.11.2025 hat Mag. Jiří Horáček die Position des Vertriebsdirektors von ČD Cargo übernommen. Die Ernennung ist Teil der Umstrukturierungsmaßnahmen des Unternehmens, im Zuge derer die Rolle des Vertriebsteams deutlich gestärkt wurde, beispielsweise durch die Schaffung der Positionen von Key Account Managern für die Betreuung von Schlüsselkunden.
Horáček war zuvor unter anderem als Direktor für Vertrieb und Marketing im Bereich Digitalisierung bei der Škoda-Gruppe tätig, wo er maßgeblich zum Aufbau der starken Marktposition des Konzerns in Mittel- und Osteuropa sowie zur erfolgreichen Expansion in neue Märkte wie Deutschland, Finnland, die USA und Indien beitrug. Zuvor arbeitete er bei PwC Tschechien, wo er für die Markenentwicklung und die Einführung neuer digitaler Vertriebskanäle verantwortlich war.
ČD Cargo setzt die schrittweise Ausmusterung oder den Verkauf von Elektrolokomotiven ohne ETCS fort. Zusätzlich zur bereits laufenden Zerlegungen in Děčín traten am 15.11.2025 fünf Loks der Baureihen 122 und 123 (122 006, 123 006, 123 002, 122 032 und 122 021) ihre letzte Fahrt zum Verwertungsbetrieb Kovošrot in Vysoké Mýto an. In der zweiten Novemberhälfte folgten vier Gleichstromloks (111 018, 111 024, 111 034 und 111 027).
Ein Foto vom 15.11.2025 findet sich auf spz.logout.cz.
Wegen der Sperrung der Strecke durch das Elbtal nahmen in den vergangenen Tagen zahlreiche Güterzüge alternative Wege. Neben einer testweisen Führung via Cranzahl waren dies vor allem Leistungen über den Grenzübergang Cheb.
Neben Loks der DB Cargo konnten im Einsatz gesichtet werden:
METRANS griff auf die unternehmenseigenen Siemens ER 20 761 001, 761 006, 761 102 sowie IntEgros 223 153 zurück.
ČD Cargo setzte mit 248 069 und 082 die beiden von Northrail gemieteten Siemens Vectron Dual Mode ein.
Die Captrain-Tochter ITL-Eisenbahngesellschaft nutzte ebenfalls Vectron Dual Mode in Form der eigenen Loks 248 030 und 248 032 sowie der von Alpha Trains gemieteten 248 053.