duisport wächst bei Containerumschlag

Die Containerverkehre der Duisburger Hafen AG (duisport) liegen leicht über dem Vorjahr. Zum Halbjahresabschluss lag duisport noch knapp unter den Vorjahreswerten. Aufgrund der Entwicklungen im dritten Quartal konnten Rückgänge in der ersten Jahreshälfte kompensiert werden. duisports Warenverkehr liegt im sogenannten TEU-Bereich nun zwei Prozent über dem Vorjahreswert. Das war aufgrund der Pandemie nicht zu erwarten.

Zugenommen haben vor allem die Verkehre über die neue Seidenstraße: Noch nie verkehrten mehr Güterzüge zwischen duisport und chinesischen Destinationen als in diesem Jahr. Inzwischen läuft rund ein Drittel des gesamten Handelsvolumens per Güterzug zwischen Europa und China über das Logistik-Drehkreuz Duisburg. Das Verkehrsaufkommen über die Neue Seidenstraße hat sich gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt und definiert bereits knapp acht Prozent des gesamten Containerumschlags der duisport-Gruppe.

Der Gesamtgüterumschlag im laufenden Jahr wird, aufgrund der stark rückläufigen Kohleverkehre und einem schwachen Stahlgeschäft, etwa vier bis fünf Prozent unter dem Vorjahreswert abschließen.

Chinageschäft der RCG wächst

Die ÖBB-Tochter Rail Cargo Group vermeldet Zuwächse im Geschäft mit Zügen aus / nach China:

Die Verbindung Xi‘an – Budapest wird aktuell wöchentlich bedient, Jinan – Budapest im vierzehntägigen Rhythmus. Beide fahren durch die Mongolei, Russland und die Ukraine zur ungarischen Grenzstadt Záhony (Eperjeske).

Containerzüge aus China erreichen die Europäische Union unter anderem auch durch den polnischen Bahnhof Malaszewicze, in diesem Jahr etwa 50 Züge, die von der RCO organisiert wurden. Zwei Ganzzüge pro Woche befördern Produkte hauptsächlich für den ungarischen Markt, aus dem durch die RCG-Tochter Rail CargoTerminal (RCT) betriebenen Terminal BILK in Budapest setzen viele Container ihre Reise auf der Schiene nach Italien, Rumänien und in die Türkei fort.

Auch auf der maritimen Seidenstraße zeigt sich nach Unternehmensauskunft ein enormer Verkehrszuwachs: verglichen mit dem von der Pandemiesituation verursachten Verkehrsrückgang im Frühling, transportieren seit Mitte August wöchentlich zehn Züge Container aus dem griechischen Piräus auf die ungarischen Märkte und durch Ungarn in die mitteleuropäische Region. Wöchentlich verkehrt ein Zugpaar vom Hafen Idomeni, seit August statt den früheren drei bereits vier bis fünf Zugpaare aus dem Dock in Rijeka und vom slowenischen Koper wöchentlich vier Zugpaare, die Container mit chinesischen bzw. ungarischen Waren befördern. Mit Containern und Sattelaufliegern beladene Züge fahren von Halkali in der Türkei Richtung RCT – BILK und Sopron.

Die nach den negativen Auswirkungen angelaufene chinesische Produktions- und Transporttätigkeit ergab in der Periode April bis August einen Zuwachs von 13 % im Vergleich zum Basisvolumen der asiatischen intermodalen Verkehre der RCH, was auch die Umstrukturierung der Rollenverteilung der adriatischen Häfen mit sich brachte.

Direktzug China – Rotterdam gestartet

China und der Hafen Rotterdam sind erstmals seit 2015 wieder mit einem Direktzug verbunden. Ein Testzug erreichte das Rail Service Center (RSC) der niederländischen Hafenstadt am Abend des 25.09.2020, eine wöchentliche Anbindung ist geplant. War die im Auftrag der Reederei Maersk rollende Leistung in Richtung Niederlande mit Konsumgütern beladen, transportierte die Rückleistung Babymilchpulver aus Irland, das über den Shortsea-Verkehr zum Rotterdamer Hafen transportiert wurde.

Das Operating des Zuges realisieren DBO Bahnoperator und Beijing Trans Eurasia (BTE). Die Container nehmen dabei den Weg über die Ostsee und werden in Mukran auf die Bahn umgeschlagen. Die Traktion erfolgt mit der Eisenbahngesellschaft Potsdam (EGP) bis Emmerich und mit Independent Rail Partner (IRP) in den Niederlanden. Die Feinverteilung im Hafen erfolgt mit den Zügen des PortShuttle Rotterdam.

IRP 2104
Quelle: https://www.flickr.com/photos/railfanpuntnl/50383062246/

China – Dourges gestartet

Am 05.09.2020 verließ ein Güterzug Hefei, die Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Anhui. Sein Ziel ist die Hafenstadt Dourges in Frankreich. Damit wurde ein neuer Schienengüterverkehr zwischen Hefei und Europa gestartet. Der Zug mit Kühl- und Gefriergeräten im Wert von 630.000 US-Dollar wird voraussichtlich nach 16 Tagen in Dourges eintreffen. Von dort werden die Waren in andere europäische Städte verteilt. Involviert sind auch die DB-Töchter DB Cargo Eurasia und in Frankreich Euro Cargo Rail (ECR).

Anhui betreibt 24 China-Europa Güterzugstrecken. In den ersten acht Monaten dieses Jahres verzeichnete Hefei insgesamt 309 ein- und ausgehende Güterzüge zwischen China und Europa, eine Steigerung von 8 % gegenüber dem Vorjahr.

EP Cargo / LOCON fahren Chinazüge

Die EP Cargo-Gruppe ist seit Ende Juli 2020 in die Produktion von Intermodalzügen zwischen China und dem Hafen Nürnberg involviert. Das Unternehmen traktioniert dabei als EP Cargo bzw. Lokotrain den polnischen Anschnitt. In Deutschland ist die Tochter LOCON Logistik & Consulting zuständig – erstmals am 02.08.2020. Die Traktion übernehmen Siemens Vectron MS der EP Cargo/Lokotrain – zwischen Probstzella und Steinebach am Wald schiebt DB Cargo nach.

Erster China-Zug für Lenzing AG

Am 20.08.2020 startete der erste Direktzug mit 41 Containern vom Güterbahnhof Wien Süd Richtung Shanghai. Insgesamt 10.460 Kilometer legt dieser auf seiner 16-tägigen Reise zurück und versorgt chinesische Hersteller und Händler mit nachhaltig produzierten Lyocell- und Modalfasern der Firma Lenzing. Der von Nunner Logistics bereitgestellte Zug erreicht durch die Anbindung der Seidenstraße an das Netzwerk der RCG damit doppelt so schnell entsprechende Kunden in China.

Den Zug verabschiedeten Bundesministerin Leonore Gewessler, Xiaosi Li, Botschafter der Volksrepublik China in Österreich, Stefan Doboczky, Vorstandsvorsitzender der Lenzing Gruppe, Erwin Cootjans, CEO von Nunner Logistics, Erich Hampel, Vorstandsvorsitzender der B&C Privatstiftung und Thomas Kargl, Vertriebsvorstand Rail Cargo Group. Quelle: Rail Cargo Group

Pressemitteilung Rail Cargo Group: www.railcargo.com/de/news/erster-china-zug-fuer-lenzing-ag

Volvo-Züge: Lineas statt RTB CARGO

Vor den Mitte 2019 gestarteten Volvo-Zügen China – Gent bzw. in Gegenrichtung ist per April 2020 ein Traktionärswechsel zu vermelden: Statt RTB CARGO übernimmt nun Lineas die Abschnitte in Deutschland und Belgien im Auftrag des Automobillogistikers ARS Altmann. In Polen fährt unverändert PKP Cargo.

RTB V267 @ Malderen
Der letzte von RTB CARGO traktionierte Volvo-Zug ab Gent am 03.04.2020. Quelle: https://www.flickr.com/photos/maartenschoubben/50366319503/
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Neuer Traktionär in Belgien und Deutschland ist Lineas. Quelle: https://www.flickr.com/photos/johnybrauns/50363385383/

Volvo: Erster China-Zug nach Gent

Im Bahnterminal am Kluizendock in Gent, Belgien, haben Vertreter von Volvo, des Automobillogistikers ARS Altmann und weiterer beteiligter Dienstleister am 04.07.2019 die Ankunft des ersten offiziellen Zuges mit Volvo-Fahrzeugen aus China gefeiert. Ab sofort werden in mehreren Rundläufen pro Woche Fahrzeuge des schwedischen Unternehmens zwischen China und Europa bzw. in Gegenrichtung transportiert. Das Gesamtvolumen beträgt rund 40.000 Fahrzeuge pro Jahr. Die Strecke zwischen China und Europa führt über Kasachstan, Russland, Weißrussland und Polen. Die Fahrzeit beträgt je nach Destination etwa 18 Tage.

Transportiert werden die Fahrzeuge im Rahmen eines ganzheitlichen Hybridkonzepts, das ARS Altmann zusammen mit dem Partner Intermodal Container Logistics Wien (ICL) entwickelt hat. Das Konzept für die neue Seidenstraßen-Relation sieht die Kombination aus geschlossenen, doppelstöckigen Autotransport-Waggons auf dem Streckenabschnitt zwischen Belgien und Polen sowie 40-Fuß-Containern auf dem Streckenabschnitt zwischen Polen und China vor. Die Traktion übernehmen PKP Cargo (Polen) sowie RTB CARGO (Deutschland, Belgien) im Auftrag der ARS Altmann.

Vorausgegangen war der offiziellen Premiere ein Testzug, der am 28.06.2019 Gent erreichte. Von China nach Belgien wurden Modelle des Typs XC60 transportiert, in Gegenrichtung XC90.

Bereits im vergangenen Jahr hatte ARS Altmann erfolgreich den ersten durchgängigen Automotive-RoRo-Zug von Bremerhaven nach Chongqing auf die Schiene gesetzt. Dieser wurde über das unternehmenseigene Terminal in Chernyakhovsk bei Kaliningrad (Russland) gefahren, das sowohl auf europäische als auch russische Eisenbahnwaggons ausgelegt ist.

Im März 2010 wurde die Volvo Cars vom chinesischen Fahrzeugkonzern Geely (Zhejiang Geely Holding Group) übernommen. Produktionsstätten befinden sich u.a. in Gent und Chengdu.

RTB Cargo @ Bundel Zandeken
Der erste Volvo-Zug aus China in Belgien. Quelle: https://www.flickr.com/photos/maartenschoubben/48161877547/

Erste Verbindung zwischen Xi’an und Budapest

Innerhalb von 10 Tagen ist der erste Zug aus China über den Umschlagsbahnhof Záhony-Eperjeske im Rail Cargo Terminal – BILK angekommen. Nach über 7.000 km wurde der mit Konsumgütern beladene Containerzug in Budapest begrüßt. Start des Containertransports auf der Schiene war die Stadt Xi’an, eine Metropole mit 13 Millionen Einwohnern.

Zwischen dem Rail Cargo Terminal – BILK und Xi’an ist die Rail Cargo Group die erste Güterbahn, die einen Zug auf dieser Route abgewickelt hat. Der erste Probezug auf der alternativen Strecke über den chinesisch-kasachischen Grenzübergang Alashankou/Dostyk und ukrainische Grenze via Batjevo/Eperjeske wurde von der RCG abgewickelt.