[DE] DB: Neue Spitze für Kommunikation und Marketing

Die Deutsche Bahn vollzieht mit der neuen Bahnchefin Evelyn Palla nach eigener Aussage einen Neustart. Als eine ihrer ersten Initiativen besetzt sie die Spitze von Kommunikation und Marketing neu und macht Jens-Oliver Voß mit sofortiger Wirkung zum Leiter der Abteilung.

Voß bringt langjährige Erfahrung aus Journalismus und Unternehmenskommunikation mit und ist seit 2005 in verschiedenen Positionen bei der DB tätig. Er folgt auf die seit zwei Jahren in der Funktion tätige Nicole Mommsen, die das Unternehmen „im gegenseitigen Einvernehmen“ verlässt.

Von links: Evelyn Palla und Jens-Oliver Voß. Foto: DB AG / Heye Jensen

[DE] Evelyn Palla soll neue DB-Chefin werden

Ein Nachfolger für Richard Lutz als Chef der Deutschen Bahn AG scheint gefunden: Unter großem medialen Echo wurde am Wochenende bekannt, dass die bisherige Chefin der DB Regio, Evelyn Palla neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn werden soll.

Nach dem Vorschlag durch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) muss Palla noch vom Aufsichtsrat der Deutschen Bahn berufen werden – die nächste Sitzung des Gremiums ist am 23.09.2025.

Evelyn Palla, Jahrgang 1973, startete ihre berufliche Laufbahn 1997 bei der Infineon Technologies AG. Ab 2003 war die gebürtige Südtirolerin bei der E.ON AG in München, Köln und Mailand tätig. 2011 wechselte sie zu den Österreichischen Bundesbahnen nach Wien. Dort war sie ab 2015 als Vorstand der ÖBB Personenverkehr AG für den Regionalverkehr zuständig. Zudem bekleidete sie ab 2015 das Amt der Aufsichtsratsvorsitzenden der ÖBB Postbus AG. Im Februar 2019 wechselte Evelyn Palla zur Deutschen Bahn und trat ihre neue Funktion als Finanzvorstand der DB Fernverkehr AG an. Im Juli 2022 wurde Evelyn Palla zum Vorstand für Regionalverkehr der Deutschen Bahn AG berufen.

Die Verbände der Wettbewerbsbahnen, mofair und DIE GÜTERBAHNEN, unterstützen den Vorschlag von Verkehrsminister Patrick Schnieder. Palla kenne den Sanierungsbedarf und die Imageprobleme der DB. Sie wüsste aus ihrer Tätigkeit bei der Österreichischen Staatsbahn ÖBB auch, dass und wie eine konzernangehörige Infrastruktur ohne Beherrschungsvertrag und Gewinnanspruch funktionieren kann, so die Verbände in einer Presseaussendung.

[DE] DB Training reduziert Simulatorstandorte

De Deutsche Bahn plant Einschnitte bei den Ausbildungskapazitäten: So soll die Zahl der Full Mission Simulatoren von 20 auf nur noch 14 reduziert und die Standorte von zwölf auf neun ausgedünnt werden.

Kritik kam von der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL): „Ein schwerer Rückschritt. Damit werden ausgerechnet jene Grundlagen geschwächt, auf denen Qualität, Ausbildung und Sicherheit im Bahnbetrieb beruhen.“

Ausbildung im Fahrsimulator in Berlin. Foto: DB AG

[DE] DB: Zweite Tranche Eigenkapital

Bund und der DB-Konzern haben im Dezember 2024 eine Vereinbarung abgeschlossen, die eine Erhöhung des Eigenkapitals der Deutsche Bahn AG (DB AG) um rund 8,5 Mrd. EUR in 2025 mit dem Zweck der Ertüchtigung des Schienennetzes vorsieht.

Die Auszahlung der zweiten Tranche des Eigenkapitals in Höhe von 4,016 Mrd. EUR an die DB AG ist am 03.09.2025 erfolgt.

Die Mittel werden nach DB-Aussage ausschließlich in der Infrastruktur eingesetzt und wurden zur Aufstockung des Eigenkapitals an die DB InfraGO AG weitergereicht. 

[DE] DB-Chef Lutz muss vorzeitig den Posten räumen

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder sagte in Berlin nach Gesprächen mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Deutschen Bahn AG, Werner Gatzer, und dem Vorsitzenden des Vorstandes der Deutschen Bahn AG, Dr. Richard Lutz, es sei Zeit für eine Neuaufstellung, sowohl strukturell als auch personell. Vor diesem Hintergrund sei man übereingekommen, den noch bis 2027 laufenden Vertrag des Bahnchefs vorzeitig einvernehmlich zu beenden.

Der Vorstandsvorsitzende Dr. Richard Lutz wird seine Aufgaben noch wahrnehmen, bis die Nachfolge geregelt ist. Dr. Lutz steht seit 2017 an der Spitze der Deutschen Bahn.

[DE] DB-Halbjahreszahlen: Verlust verringert

Die Deutsche Bahn hat im ersten Halbjahr 2025 ihren Sanierungskurs fortgesetzt und ihren operativen Verlust (EBIT, bereinigt) im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2024 um fast eine Milliarde Euro verringert. Dazu beigetragen haben unter anderem, dass der Bund Vorleistungen der DB für Instandhaltung der Infrastruktur übernommen hat, aber auch strikte Kostendisziplin in allen DB-Eisenbahnverkehrsunternehmen sowie eine erhebliche Verschlankung der Verwaltung.

Das Konzernergebnis nach Ertragssteuern betrug minus 760 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2024: minus 1,6 Milliarden Euro). Rechnet man positive Einmaleffekte im Wesentlichen aus dem Schenker-Verkauf hinzu, ergibt sich ein Ergebnis nach Steuern von 6,9 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzern-Umsatz stieg um 3,4 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro. Aufgrund der störanfälligen Infrastruktur, der hohen Zahl zusätzlich notwendiger Baustellen und der infolgedessen weiterhin schlechten Pünktlichkeit blieb der Umsatz insgesamt unter den Erwartungen. 63,4 Prozent aller Fernverkehrszüge kamen im ersten Halbjahr 2025 pünktlich ans Ziel (erstes Halbjahr 2024: 62,7 Prozent).

Alle Zahlen zum ersten Halbjahr 2025 beziehen sich – sofern nicht anders gekennzeichnet – auf die DB ohne die im April verkaufte Logistik-Tochter DB Schenker.

So hat die DB mit einer Ausgabensteuerung im ersten Halbjahr 2025 rund 100 Millionen Euro Sachaufwand im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2024 eingespart und konsequent Personal vor allem in der Verwaltung abgebaut. Die Erlöse aus dem Schenker-Verkauf sind vollständig im DB-Konzern verblieben und wurden wie geplant vorrangig für den Schuldenabbau verwendet. Dadurch sind die Netto-Finanzschulden der DB im Vergleich zum 31. Dezember 2024 um 10,5 Milliarden Euro auf rund 22 Milliarden Euro gesunken.

Die DB InfraGO hat gemeinsam mit dem Bund im ersten Halbjahr 2025 weiter auf hohem Niveau in die Schieneninfrastruktur investiert. Insgesamt lagen die Investitionen sogar leicht über den Rekordzahlen der ersten sechs Monate 2024. Die Brutto-Investitionen im Systemverbund Bahn betrugen in den ersten sechs Monaten 2025 rund 7,3 Milliarden Euro. Das sind 349 Millionen Euro über dem Spitzenwert des ersten Halbjahres 2024. Die eigenfinanzierten Netto-Investitionen – ohne die Eigenkapitalerhöhungen des Bundes – sind leicht auf rund 1,8 Milliarden Euro zurückgegangen. Hintergrund ist, dass der Bund höhere Anteile an den insgesamt gestiegenen Investitionen in die Infrastruktur übernommen hat.

Die Betriebsleistung auf dem Schienennetz erhöhte sich im ersten Halbjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund ein Prozent auf rund 554 Millionen Trassenkilometer. Der Umsatz von DB InfraGO liegt mit 4,3 Milliarden Euro rund 232 Millionen Euro über dem ersten Halbjahr 2024. Das operative Ergebnis (EBIT, bereinigt) von DB InfraGO (im ersten Halbjahr 2025: minus 204 Millionen Euro) hat sich deutlich verbessert, wird aber vor allem durch Planabweichungen in der Bundeshaushaltsfinanzierung in Höhe von minus 283 Millionen Euro belastet. Grund dafür sind teilweise verzögerte Auszahlungen von Aufwandsförderung für die Instandhaltung. Diese wurde im ersten Halbjahr 2025 von Vorleistungen der DB auf Regelzahlungen durch den Bund umgestellt.

DB Cargo transportierte im ersten Halbjahr 2025 rund 83 Millionen Tonnen Güter klimafreundlich auf der Schiene – 10 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das lag unter anderem an der weiterhin schwachen Konjunktur. Zudem hat DB Cargo auf dem Weg zur Profitabilität bewusst unrentable Verkehrsverträge beendet.

Der Umsatz von DB Cargo sank im ersten Halbjahr 2025 um rund neun Prozent auf 2,5 Milliarden Euro (im ersten Halbjahr 2024: 2,8 Milliarden Euro). DB Cargo verbesserte das operative Ergebnis in den ersten sechs Monaten 2025 erheblich um 165 Millionen Euro auf minus 96 Millionen Euro.

Die drei DB-Eisenbahnverkehrsunternehmen fokussieren sich mit Kostendisziplin und strukturellen Veränderungen weiter auf die Verbesserung ihrer Ergebnisse. Nach DB Regio will auch DB Fernverkehr operativ schwarze Zahlen erreichen. DB Cargo muss spätestens bis Ende 2026 profitabel werden – auch um Auflagen der EU-Kommission zu erfüllen.   

Für das Gesamtjahr 2025 bleibt der DB-Konzern bei seiner Prognose vom März. Beim operativen Ergebnis strebt die DB etwas mehr als eine schwarze Null an. Der Umsatz soll auf über 27 Milliarden Euro steigen.

[DE] Strategieplan für DB bis Sommer

Der von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) beauftragte Strategieplan für die Deutsche Bahn soll bis Spätsommer vorliegen. Dies berichtet die Deutsche Presse-Agentur (DPA). Personalfragen sollen erst nach dem Vorliegen des Eckpunktepapiers auf die Tagesordnung kommen.

[DE] DB: Holle wechselt in das Bundeskanzleramt

Levin Holle, Vorstand Finanzen und Logistik bei der Deutschen Bahn AG, wechselt mit sofortiger Wirkung ins Bundeskanzleramt und wird auf Bitte des Bundeskanzlers Friedrich Merz persönlicher Beauftragter des Bundeskanzlers für die G7/G20-Gipfel mit Zuständigkeit für die Wirtschafts-, Finanz- und Energiepolitik im Bundeskanzleramt. Levin Holle kam am 01.02.2020 zur DB und war als Finanzvorstand unter anderem für die Verkäufe der Konzerntöchter DB Arriva und DB Schenker verantwortlich. Die Funktion wird kommissarisch von seinem Vertreter, dem Vorstand für Personal und Recht, Martin Seiler, übernommen. Eine Nachbesetzung wird schnellstmöglich angestrebt.