Großkorbetha: Neues Kreuzungsbauwerk

Die Deutsche Bahn hat mit den Vorbereitungen für den Neubau des Kreuzungsbauwerks Großkorbetha begonnen. Bis September 2021 werden Bauzufahrten und Baustelleneinrichtungsflächen auf dem Gelände der DB angelegt und mit der Umverlegung von Kabeltrögen und Kabel entlang der Gleise begonnen. Nachfolgend beginnen dann die Arbeiten zum eigentlichen Neubau des Kreuzungsbauwerks. Dort überführt die Strecke Halle (Saale) – Großkorbetha die Strecke Leipzig – Großkorbetha und ein Rangiergleis.

Das bisherige Bauwerk ist über 100 Jahre alt und genügt laut DB nicht den künftigen Anforderungen an den Eisenbahnverkehr. In den Neubau werden 43 Mio. EUR investiert. Das neue Kreuzungsbauwerk geht im Oktober 2023 in Betrieb. Um die betrieblichen Einschränkungen zu minimieren, werden die notwendigen Streckensperrungen im Fahrplanjahr 2022 gebündelt. Dann werden parallel zwischen Weißenfels und Naumburg auf 10 km die Gleise erneuert und zwischen Naumburg und Bad Kösen Arbeiten an einer Saalebrücke durchgeführt.

DB investiert 13 Mrd. in das Netz

Rund 12,7 Milliarden Euro von DB, Bund und Ländern fließen in diesem Jahr in die Schieneninfrastruktur (12,2 Milliarden Euro im Jahr 2020). Das ist nach DB-Auskunft die höchste Summe, die jemals innerhalb eines Jahres für Modernisierung, Instandhaltung sowie Neu- und Ausbau des Schienennetzes und attraktivere Bahnhöfe vorgesehen ist. 2021 packt die DB bundesweit über 1.900 Kilometer Gleise, mehr als 2.000 Weichen, knapp 140 Brücken und rund 670 Stationen an.

Das Arbeitsprogramm „Neues Netz für Deutschland“ basiert auf vier Säulen: Die Einstellung von Mitarbeitenden, den verstärkten Einsatz von digitalen Bau- und Planungs-Tools, vorausschauende Instandhaltung und die Digitalisierung der Schiene. Um alle Projekte umsetzen zu können, baut die DB ihre Teams 2021 weiter auf: 2.000 Ingenieure und Bauüberwacher sowie 1.700 Instandhalter verstärken die Reihen. Dabei will die DB wichtige Großprojekte künftig um bis zu 25 Prozent schneller realisieren und effizienter umsetzen. Digitale Tools, wie das Building Information Modeling (BIM), sowie die praktizierte frühe Bürgerbeteiligung und das Planungsbeschleunigungsgesetz sind dafür wichtige Katalysatoren.

Güterbahnen wollen in Netz-Aufsichtsrat

Die im Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) organisierten Wettbewerbsbahnen fordern einen Sitz im Aufsichtsrat der DB Netz AG. Der entsprechende Beschluss wurde auf der virtuellen Mitgliederversammlung am 01.12.2020 verabschiedet. Er fußt auf einem aus dem Jahr 2018 stammenden Schreiben unter anderem an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und den Vorsitzenden des Aufsichtsrats der DB Netz AG, Ronald Pofalla, das aber unbeantwortet blieb. Begründet wird der Vorstoß mit dem Marktanteil der Wettbewerbsbahnen im Güterverkehr von inzwischen über 50 %.

Doppelgleis nach Wilhelmsburg

Die Gleisbauarbeiten im Rahmen des Großprojekts Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße durch die DEGES nähern sich ihrem Ziel: Pünktlich am 25.10.2020 wird das zweite, elektrifizierte Gleis zwischen dem Bahnhof Wilhelmsburg und dem Hafen in Betrieb genommen. Das neue Gleis auf der sogenannten Nordkurve Kornweide sorgt dafür, dass die neu errichteten Aufstellgleise im Bahnhof Wilhelmsburg optimal angebunden werden und die Kapazität in der Anbindung des Hafens an das Netz der Deutschen Bahn AG gesteigert wird.

Quelle: DB Netz

Die nicht mehr benötigten Bahnbrücken über die alte Wilhelmsburger Reichsstraße werden Stück für Stück durch einen Bahndamm ersetzt. In diesem Zuge werden die Bestandsgleise erneuert.

Vor etwa einem Jahr starteten die Vorbereitungen zum Bau des zweiten Gleises in der Nordkurve Kornweide. Der Bedarf für dieses zusätzliche Gleis wurde bereits 2016 beim Bau der neuen Bahnbrücken über die B4 / 75 berücksichtigt und der alte Bahndamm durch eine seitliche Überschüttung verbreitert. Gleichzeitig wurde auch in der Südkurve Kornweide, die den Hafen und Harburg verbindet, die Leit- und Sicherungstechnik angepasst, sodass nun auf allen Gleisen ein GWB (Gleiswechselbetrieb) möglich ist. Dieses erhöht die Flexibilität in der Betriebsabwicklung und hilft so Verzögerungen zu reduzieren.

Unterfahrung in HH-Wilhelmsburg

Die DB plant ein neues Kreuzungsbauwerk in Hamburg-Wilhelmsburg. Auf der neuen Trasse wird der Güterverkehr vom und zum Hafen Hamburg zukünftig deutlich schneller unterwegs sein und Verspätungen im Güter- und Personenverkehr signifikant reduzieren. Das Bauwerk, das auf Höhe der Thielenstraße in Form einer Unterfahrung geplant ist, leitet den Güterverkehr dann unter den Personengleisen hindurch. Dadurch entfällt das Kreuzen. Derzeit befindet sich das Projekt in der Konzeptionierungsphase, Baubeginn ist voraussichtlich ab 2025, die Inbetriebnahme soll ab 2030 erfolgen.

Zwischen 2020 und 2030 fließen rund 10 Milliarden Euro in die Schieneninfrastruktur in Hamburg. Das Projekt ist nur eine von zahlreichen Maßnahmen im Eisenbahnknoten Hamburg und somit Bestandteil des Bundesverkehrswegeplans. Die Investitionskosten liegen laut derzeitigem Planungsstand bei rund 220 Millionen Euro und stammen aus Mitteln des Bundes.

Weitere Informationen: bauprojekte.deutschebahn.com/p/hamburg-wilhelmsburg

BNetzA genehmigt geänderte Trassenentgelte

Die Bundesnetzagentur hat am 21.09.2020 die Entgelte der DB Netz AG für die Nutzung von Zugtrassen in der Netzfahrplanperiode 2020/2021 in angepasster Höhe neu genehmigt.

Die Neugenehmigung der Trassenentgelte wurde erforderlich, weil die Entgelte im Schienenpersonennahverkehr zum Zeitpunkt der ursprünglichen Entgeltgenehmigung an die Entwicklung der Regionalisierungsmittel gekoppelt waren. Als Nebeneffekt der erheblichen Aufstockung der Mittel im Klimapaket der Bundesregierung sind auch die Entgelte im Schienenpersonennahverkehr erheblich angestiegen. Die Entgelte im Schienenpersonenfernverkehr und Schienengüterverkehr sind entsprechend geringer ausgefallen.

Deswegen hat der Gesetzgeber die gesetzliche Kopplung umgestaltet und den Einmaleffekt aus dem Klimapaket aus der Kopplung herausgenommen. Infolgedessen hat die Bundesnetzagentur die ursprünglich genehmigten Entgelte aufgehoben und letztere nun unter Berücksichtigung der geänderten gesetzlichen Grundlage in angepasster Höhe neu genehmigt.

Die nun neu genehmigten Entgelte fügen sich besser in die Entwicklung der Entgelte der vergangenen Jahre ein und vermeiden Preissprünge.

Im Schienenpersonennahverkehr steigen die Entgelte im Jahr 2021 um 1,8 Prozent gegenüber den geltenden Entgelten. Diese Entgeltsteigerung entspricht der Entwicklung der letzten Jahre.

Im Schienenpersonenfernverkehr steigen die Entgelte im Schnitt um ca. 2,4 Prozent. Im Teilsegment „Punkt-zu-Punkt“, das insbesondere von Markteinsteigern und Wettbewerbern der Deutschen Bahn im Fernverkehr genutzt wird, hat die Bundesnetzagentur das Entgelt dabei ähnlich wie in den Vorjahren um 23 Prozent gegenüber dem Antrag der DB Netz AG abgesenkt.

Im Schienengüterverkehr folgt die Bundesnetzagentur dem Vortrag der DB Netz AG. Im Schnitt steigt das Entgelt im Schienengüterverkehr für 2021 um ca. 2,3 Prozent im Vergleich zu den aktuell geltenden Entgelten.

Die genehmigten Entgelte sind für den nächsten Netzfahrplan zu Grunde zu legen. Das Netzfahrplanjahr 2020/2021 beginnt am 13. Dezember 2020. Bis zu diesem Zeitpunkt werden die Entgelte noch nach dem bisherigen Trassenpreissystem abgerechnet.

Die Entscheidung der Beschlusskammer ist noch nicht bestandskräftig.

DB Netz: Güterzugtrassen werden günstiger

Mit Veröffentlichung der beabsichtigten Änderungen der „Nutzungsbedingungen Netz der DB Netz AG“ (NBN) 2022 hat DB Netz auch die Entgelte für die Netzfahrplanperiode 2021/2022 bekannt gegeben. Während die Entgelte im SPFV durchschnittlich um ca. 4,6 % erhöht werden, ist für den SGV eine Absenkung um durchschnittlich ca. -0,6 % der Entgelte geplant. Ursächlich für die unterschiedlichen Entgeltanpassungen in den einzelnen Verkehrsarten sind die den Entgelten zugrundeliegenden ungleichen Entwicklungen der Tragfähigkeiten. So ist der SPFV-Markt in den letzten Jahren durch ein stabil wachsendes Marktumfeld geprägt gewesen während der SGV vergleichsweise geringeres Umsatzwachstum erzielt hat. Im SPNV wird gemäß der Anpassung der Vorgaben des § 37 Abs. 2 Eisenbahnregulierungsgesetz (ERegG) eine Anpassung der Entgelte um 1,8 % beantragt.

Die jeweiligen Dynamisierungsraten ergeben sich beim Vergleich der für das TPS 2022 beabsichtigen Entgelte und den für das TPS 2021 im März durch die Bundesnetzagentur (BNetzA) deklaratorisch ausgewiesenen Entgelte – siehe entsprechende Kundeninformation hierzu aus KW 14. Das Genehmigungsverfahren zum Trassenpreissystem (TPS) 2021 ist zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund eines Teilaufhebungsverfahrens der bereits genehmigten Entgelte des TPS 2021 noch nicht abgeschlossen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die neu zu genehmigenden Entgelte den bereits veröffentlichten deklaratorischen Entgelten entsprechen dürften. Während für die Entgelte des TPS 2021 mit einer Entscheidung der BNetzA im dritten Quartal 2020 zu rechnen ist, erwartet der Infrastrukturbetreiber den Beschluss zum TPS 2022 frühstens im Dezember 2020.

DB Netz-Pressemitteilung: www.dbnetze.com/infrastruktur-de/Kundeninformationen/2020_KW35_TPS-2022-5557404?contentId=1444106

MRCE verkauft U2 an DB Netz

Mitsui Rail Capital Europe (MRCE) hat eine Siemens ES 64 U2 (Lok 182 524, Baujahr 2003) für 2,3 Mio. EUR an die DB Netz zur Durchführung von Gleismessungen veräußert (2019/S 240-590104).

DB Netz MRCE ES64U2-024 - Emmendorf
DB Netz 182 524. Quelle: https://www.flickr.com/photos/941810/49475877623/

Die Schwesterlok 182 506 (Baujahr 2002) wechselte bereits 2013 von MRCE zur DB Netz-Tochter DB Systemtechnik.

182 506 St Ingbert Patric Kaufmann
DB Netz 182 506. Quelle: https://www.flickr.com/photos/184678454@N08/50829003787/