[HU] Záhony ohne Erzverkehr für Dunaferr

Der Krieg in der Ukraine und die Stilllegung der Donaueisenwerke von Dunaújváros hat den Verkehr über den Umschlagkomplex im ostungarischen Záhony stark reduziert. Seit einigen Tagen fährt gegenwärtig kein Güterzug mehr von der ukrainischen Seite. Schon seit einigen Monaten steht der Umschlag an der Erzrutsche in Eperjeske-rendező ebenfalls still, da das größte ungarische Stahlwerk in Dunaújváros, es beschäftigte im Jahr 2020 über 4.500 Arbeiter, nicht mehr produziert.

Der Stahlhersteller Dunaferr befindet sich nach Insolvenz und der 2023 erfolgten Übernahme durch die indische Liberty Steel Group in einer tiefen Krise. Liberty Steel wurde von Ungarns Regierung als Rettung für Dunaferr kommuniziert und erhielt 100 Mio. EUR Kredit zur Fortsetzung des Betriebs. Liberty Steel versprach mit Plänen für Elektrolichtbogenöfen Investitionen in „grünen Stahl“ und technologische Veränderungen, schielte aber offenbar nur auf die erworbene CO2-Quote. Die Produktion erholte sich nicht, es kam zur Stilllegung des letzten der beiden Siemens-Martin-Hochöfen im Juni 2024. Im Juni 2025 wurden innerhalb einer Woche etwa 2.500 Arbeiter entlassen.

Weitere Versuche, Teile der Anlage an andere Unternehmen mit möglicher Wiederaufnahme der Produktion zu verkaufen, blieben erfolglos. Im August 2025 berichteten mehrere Quellen, dass der Verkauf des Walzwerks scheiterte, weil die eingegangenen Gebote die Bedingungen nicht erfüllten und dass nun die soziale „Nachsorge“ beginne. Schließlich ordneten im Oktober 2025 Gerichte das Ende dieses Prozesses an, was das Verschwinden jeglicher Chance auf eine Wiederaufnahme der Produktion bedeutet.

Nach weiteren Entlassungen im März 2026 werden vorerst etwa 100–150 Personen bei Dunaferr übrigbleiben. Sie sind meist Buchhalter, welche die Papierarbeit für die entlassenen Mitarbeiter erledigen, und pro Schicht sind immer noch zwei Personen in den Produktionseinheiten übrig, wo sie weiterhin die Geräte überwachen, die unter Strom stehen. Nach den Regierungsplänen wird das Gebiet des Donaueisenwerks Staatseigentum und soll langfristig als Industriepark genutzt werden.

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[BA] ŽRS verliert 60 % des Aufkommens

Schwere Schläge für die Schwerindustrie und die staatliche Eisenbahn Željeznice Republike Srpske (ŽRS) in Bosnien-Hezegowina. Schien die Zukunkunft des integrierten Stahlwerkes in Zenica sowie des versorgenden Eisenerzbergwerkes in Prijedor nach dem im Sommer 2025 erfolgten Verkauf von ArcelorMittal an die Pavgord-Gruppe zunächst gesichert, erfolgten Anfang 2026 erhebliche Einschnitte:

Die Kokerei in Lukavac im Nordosten des Landes hat am 24.02.2026 die Produktion nach 70 Jahren offiziell eingestellt. Das Unternehmen beschäftigte fast tausend Mitarbeiter, der gesamte Komplex mit seinen fünf Betriebseinheiten (Kokerei, Maleinsäureanhydridwerk, Düngemittelwerk, Kraftwerk und Wartungswerk) erstreckt sich über eine Fläche von etwa einer Million Quadratmetern.

Nahezu zeitgleich teilte der Minenbetreiber Nova Ljubija in Prijedor am 27.02.2026 die Einstellung der Eisenerztransporte Omarska – Zenica mit. Eine Insolvenz ist wahrscheinlich, betroffen sind 600 Mitarbeiter.

Für die ŽRS entfällt somit 60 % des Frachtaufkommens:

  • Jährlich 1,5 Mio. t Fertigprodukte, Koks und andere Rohstoffe im Umfang von 5 Mio. KM (2,6 Mio. EUR).
  • Jährlich 1,4 Mio. t Eisenerz, Sekundäreisen und andere Rohstoffe im Umfang von 19 Mio. KM (9,7 Mio. EUR)

Betroffen sind rund 1.700 Eisenbahner. Eine geringe Kompensation soll mit dem Einstieg in die Koksimporte in Kooperation mit der Željeznice Federacije Bosne i Hercegovine (ZFBiH) aus mitteleuropäischen Ländern sowie vom Hafen Ploče zum Stahlwerk erreicht werden.

ZRS 441 | Doboj (Republika Srpska - BiH)

[DE/AT] Neue Erzzüge Rostock – Linz

Ende Januar 2026 sind neue Transporte mit Eisenerz zwischen dem Seehafen Rostock und dem voestalpine-Stahlwerk in Linz mit zwei wöchentlichen Rundläufen gestartet. Beteiligt sind die Anschlussbahn-Servicegesellschaft Pressnitztalbahn (ASP; erste Meile), die ITL Eisenbahn (Deutschland) sowie die ÖBB-Töchter Rail Cargo Carrier – Czech Republic (RCC CZ) bzw. Rail Cargo Austria (RCA). Ab Kralupy nad Vltavou muss der rund 3.000 t schwere Zug aufgrund der zulässigen Grenzlasten geteilt gefahren werden.

Foto: ÖBB

[AT] voestalpine, LogServ und RCG verlängern Partnerschaft

Die Rail Cargo Group (RCG) hat am 15.01.2025 eine neue Logistikvereinbarung mit der voestalpine Rohstoffbeschaffung und der Logistik Service (LogServ) unterzeichnet. Die Vereinbarung garantiert den Transport von jährlich rund zehn Millionen Tonnen Rohstoffen und Fertigprodukten für weitere drei Jahre. Die Zusammenarbeit umfasst sowohl den Transport von Rohstoffen wie Eisenerz, HBI, Koks, Kohle und Schrott als auch hochwertiger Stahlprodukte wie Coils, Grobblech und Tafeln.

Foto: LogServ

[SE] LKAB und Railcare verlängern

LKAB Malmtrafik unterzeichnet einen Fünfjahresvertrag mit Railcare über den Transport von Erz für den Zeitraum 2025-2029. Der Wert des Vertrages wird auf 70 Mio. SEK (6,2 Mio. EUR) pro Jahr geschätzt, insgesamt 350 Mio. SEK (31 Mio. EUR). Der Vertrag beinhaltet auch eine Option für LKAB, den Vertrag um weitere drei Jahre zu einem möglichen Wert von 210 Mio. SEK (19 Mio. EUR) zu verlängern. Sollte sich der Transportbedarf ändern, hat LKAB die Möglichkeit, den Auftrag mit Vorlauf zu kündigen oder zu reduzieren. Beide Unternehmen arbeiten seit 2020 zusammen.

185 414 & 415, Aptas (S)

Mehr zum Unternehmen Railcare T: https://www.eu-bahnen.info/detail.asp?id=7153

[SE] LKAB schließt Bergwerk Konsuln

Die fehlenden Transportmöglichkeiten auf der schwedischen Erzbahn („Malmbanan) zwingen LKAB wie angekündigt zur Reduzierung der Produktion. Das Bergbauunternehmen schließt nun das Bergwerk Konsuln in Kiruna und kündigt mehrere Verträge mit Vertragspartnern, wovon etwa 60 Arbeitsplätze betroffen sind. 2023 wurden dort 2,4 Millionen Tonnen Erz abgebaut, die in den Pelletanlagen verarbeitet wurden.

[BE/FR] Erz wieder ab Dunkerque

Die Erzzüge für Pont-à-Mousson sind nach einem Jahr ab Antwerpen-Zandvliet seit Fahrplanwechsel im Dezember 2023 wieder zurück in Dunkerque. Zum gleichen Zeitpunkt verlor Lineas die Traktion der drei wöchentlichen Rundläufe zudem an Fret Fret SNCF.

LINΞΛS 186 252-3 + 186 348-9 @ Hennuyères 🇧🇪

Wieder Güterverkehr nach Vareš

Am 14.12.2023 wurde die unweit von Sarajevo gelegene Strecke Podlugovi – Vareš wieder in Betrieb genommen. Der Grund dafür ist der bevorstehende Beginn der Ausbeutung von Bodenschätzen in diesem Teil von Bosnien und Herzegowina. Künftig werden fünf Mal pro Woche Güterzüge von Vareš zum kroatischen Adriahafen Ploče fahren. Der Produktionsstart ist für das kommende Jahr geplant. Es wird erwartet, dass jährlich 800.000 t Erz verarbeitet werden. Die produzierten Erzkonzentrate werden auf der Schiene von Vareš nach Ploče und dann zu Gießereien in ganz Europa und darüber hinaus transportiert.

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Die 24 Kilometer lange Strecke nach Vareš war zuletzt 1992 in Betrieb. Die Renovierung wurde teilweise an das britische Unternehmen Adriatic Metals BiH vergeben, das Silber, Zink und Blei in der Region Vareš abbauen wird. Die Instandsetzung begann am 1. Juni dieses Jahres und dauert aufgrund von Verzögerungen noch an. Die Arbeiten sollen bis Ende dieses Monats abgeschlossen sein.

voestalpine, LogServ und RCG verlängern

Die Rail Cargo Group (RCG) unterzeichnete mit den für den Rohstoff-Inbound sowie den Fertigwaren-Outbound am voestalpine Standort in Linz verantwortlichen Unternehmen, der voestalpine Rohstoffbeschaffung und der voestalpine-Logistiktochter Logistik Service (LogServ) eine Logistikvereinbarung bis 2025 und sicherte sich damit den Transportauftrag von jährlich rund 9,5 Millionen Tonnen Rohstoffen und Fertigprodukten.

Konkret umfasst die bestehende, um zwei Jahre verlängerte Zusammenarbeit die Transportabwicklung von Rohstoffeingängen, darunter Eisenerz, Hot Briquetted Iron, Koks, Kohle und Schrott für die voestalpine Werke Linz und Leoben-Donawitz, sowie den Fertigwarenversand (Coils, Grobblech, Tafeln) ab Linz.

Neben einer Erhöhung der bestehenden Transportvolumen, wird auch eine neue Versorgungsroute etabliert. Erz- und Koks-Transporte werden im eigenen RCG-Netzwerk mit RCC Italia über italienische Mittelmeerhäfen abgewickelt.

Ebenfalls um zwei Jahre verlängert wurde die Kooperation zwischen RCG und der LogServ über den Einsatz der TransANT Leichtbauwagen.

Foto: Rail Cargo Group