Im Rahmen einer Spatenstich-Zeremonie wurde am 29.11.2021 der Start der Bauarbeiten für den Fehmarnbelt-Tunnel auf deutscher Seite gefeiert. Zu diesem Anlass kamen Politiker, Vorhabenträger und Weggefährten des Projektes auf der Tunnelbaustelle bei Puttgarden zusammen.
Projektstand in Deutschland
Seit das Bundesverwaltungsgericht am 03.11.2020 alle Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss abgewiesen hatte, besteht Baurecht für den Fehmarnbelt-Tunnel in Deutschland. In Dänemark hatte das Parlament 2015 ein Baugesetz für Fehmarnbelt-Tunnel erlassen.
Nachdem auf
deutscher Seite bereits 2019/2020 bauvorbereitende Maßnahmen vor allem
im Umweltbereich umgesetzt wurden, hat das Lübecker Unternehmen Grothe
Bau von Frühjahr bis Herbst 2021 die Baustelle bei Puttgarden
erschlossen: So wurden beispielsweise Frisch- und Abwasserleitungen
sowie Stromkabel verlegt und Baustraßen errichtet. Außerdem wurden zwei
Umspannwerke gebaut, die die Baustelle mit Strom versorgen werden.
Das
Areal wurde inzwischen an die beiden Konsortien FLC und FBC übergeben,
die die Baustelle derzeit einrichten. Derzeit wird die Baustelle zudem
eingezäunt. Im November wurde damit begonnen, auf landwirtschaftlichen
Flächen Oberboden abzutragen, der während der Bauzeit zwischengelagert
wird.
Auch seeseitig nimmt das Projekt Form an: So wurde im
September 2021 mit dem Aushub des Tunnelgrabens im deutschen Teil des
Fehmarnbelts begonnen. Im Oktober 2021 hat der Bau der küstennahen
Anlagen östlich des Fährhafens Puttgarden begonnen. Zunächst wird der
äußere Rückhaltedamm als Teil des Tunnelportals errichtet. Dann folgen
die ersten Teile des deutschen Arbeitshafens und der
Landgewinnungsfläche.
Projektstand in Dänemark
Auf
dänischer Seite wurde im Sommer 2020 mit dem Bau des Arbeitshafens bei
Rødbyhavn begonnen. Der Umriss des dänischen Tunnelportals ist bereits
gut erkennbar. Mittlerweile ist die Baugrube ausgehoben, und der Rohbau
wird für das Portalgebäude vorbereitet.
Auch die Arbeiten an der
Fabrik, in der die Tunnelelemente hergestellt werden, laufen. Ende
2023/Anfang 2024 wird dort voraussichtlich mit der Fertigung begonnen.
Es ist geplant, das erste Tunnelelement 2024 abzusenken.
Im Juli
2021 haben auf dänischer Seite die Aushubarbeiten für den 18 Kilometer
langen Tunnelgraben begonnen. Derzeit sind mehr als 60 Arbeitsschiffe im
Einsatz. Auch die Landgewinnung vor der Küste Lollands ist in vollem
Gange, insgesamt entstehen rund 300 Hektar Natur- und Erholungsgebiete.