[HR] Kroatien will 684 Mio. EUR in Infrastruktur investieren

Laut einem derzeit in der öffentlichen Konsultation befindlichen Aktionsplanentwurf plant die kroatische Regierung in den Jahren 2026 und 2027 für 684 Mio. EUR die Eisenbahninfrastruktur des Landes zu modernisieren und zu erneuern. Es sind 318 Mio. EUR für 2026 vorgesehen, weitere 365 Mio. EUR sind für 2027 geplant. Geplant ist die Erneuerung von 439 Kilometern und die Modernisierung von 222 Kilometern Eisenbahnstrecke.

Die Mittel stammen aus einer Kombination des Staatshaushalts, EU-Mitteln und der HŽ Infrastruktura. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen des Nationalen Eisenbahninfrastruktur-Entwicklungsplans und zielt darauf ab, die Kapazität, Sicherheit, Geschwindigkeit und die allgemeine Servicequalität des Schienenverkehrs deutlich zu verbessern.

Mehrere strategische Eisenbahnkorridore wurden als Projekte von nationaler Bedeutung ausgewiesen, zu den Projekten von regionaler und lokaler Bedeutung gehören Modernisierungen auf folgenden Strecken:

  • Varaždin – Dalj
  • Kotoriba – Čakovec – Varaždin – Zagreb
  • Revitalisierung der Eisenbahnstrecken auf Istrien

Der Eisenbahnsektor wurde in Kroatien seit Jahrzehnten vernachlässigt. Insgesamt sollen bis 2035 fast 9 Mrd. EUR in Kroatiens Eisenbahninfrastruktur investiert werden. Während die Containerterminals in Rijeka derzeit für die nächsten Jahre über ausreichende Kapazitäten verfügen, hat die steigende Nachfrage Pläne für den Bau eines Hafens auf Krk, einschließlich eines möglichen Schienenanschlusses, angestoßen. Schätzungen zufolge soll auch der Bau der Eisenbahnverbindung zwischen dem Flughafen Zadar und Gaženica in den nächsten drei bis dreieinhalb Jahren beginnen, der Wert des Projekts wird auf etwa 30 Mio. EUR geschätzt. Im gleichen Zeitraum ist auch die Realisierung des Bibinje-Tunnels für mehr als 90 Mio. EUR geplant.

Güterzugunfall in Kroatien

Am 11.12.2023 um 8:49 Uhr kam es auf der Strecke Zagreb – Rijeka zwischen den Bahnhöfen Meja und Škrljevo zu einer Unfall zwischen dem Güterzug 81218 (ÖBB 1293 080 + 1116 028 + 19 mit Mais beladene Tad-Wagen) von Rail Cargo Carrier Croatia und einem Fahrzeug der HŽ Infrastruktura (9100 327). Nach vorläufigen Informationen gibt es keine Verletzten, der Sachschaden ist jedoch enorm und der Verkehr ist bis mindestens zum 15. Dezember unterbrochen, für den Personenverkehr besteht zwischen Rijeka und Plase SEV. Die Ursache des Unfalls ist noch unbekannt und die Ermittlungen dauern an.

Der RCCC-Zug, der mit Getreide in Richtung Rijeka fuhr, hielt wohl wegen Bremsversagen nicht am Bahnhof Meja und prallte später auf das Arbeitsfahrzeug. Die Arbeiter der HŽ Infrastruktur, die zu diesem Zeitpunkt weiter unten am Gleis arbeiteten, wurden rechtzeitig gewarnt und konnten einer Kollision entgehen. Durch den Zusammenstoß mit dem Arbeitsfahrzeug entgleiste ein Teil des Zuges und beschädigte sowohl das Gleis wie auch die Oberleitungsanlagen erheblich.

Ein schwerer Unfall mit möglichen Todesopfern wurde durch die besonnene Reaktion der Fahrdienstleiter der Bahnhöfe Meja und Škrljevo verhindert, da es ihnen gelang, die Spannung abzuschalten und den Lokführer im Arbeitsfahrzeug zu informieren, welcher es schaffte, rechtzeitig herauszuspringen.

Foto: SPVH – Sindikat prometnika vlakova Hrvatske

Kroatien: HŽ verkauft Lokomotiven

Die kroatische Staatsbahn HŽ hat jüngst 27 Loks aus den 1960er bzw. 1970er Jahren zum Verkauf ausgeschrieben:

  • 3 Elektroloks Baureihe 1061 „Zutka“; Sechsachser, gebaut von Ansaldo; 2.640 kW
  • 7 Dieselloks Baureihe 2041 / 2042; leichte Universallokomotiven, Lizenzbauten von
    Đuro Đaković basierend auf der bei Brissonneau & Lotz entwickelten SNCF BB 63400; 614 / 680 kW
  • 1 Diesellok Baureihe 2043; umgebaute HŽ 2061 (EMD G16); 1.433 kW
  • 4 Diesellok Baureihe 2062 „Licanka“; sechsachsige EMD SD38; 1.617 kW
  • 2 Diesellok Baureihe 2063 „Caravel“; sechsachsige Lokomotiven ähnlich der EMD SD40; 2.426 kW
  • 10 Diesellok Baureihe 2132; dreiachsige Rangierdieselloks; 438 kW
Quelle: https://www.facebook.com/VlakoviuRijeci/posts/914020909339945