750 m-Gleise für Hafen Gent

Infrabel baut baut den Bahnhof Gent-Mercator im Hafen aus. Abgeschlossen wurde bereits die Neugestaltung der Gleiskonfiguration inklusive acht neuen Wichen und mehr als 200 m zusätzliches Gleis. Bis Sommer 2025 werden sechs der neun Gleise auf mindestens 750 m verlängert.

Foto: Infrabel

Belgien: Weniger „Rotlichtsünder“

Der belgische Infrastrukturbetreiber Infrabel vermeldet einen Rückgang der überfahrenen, halt zeigenden Signale. Im Jahr 2022 habe sich das bei nur 87 Zügen eignet. In nur 13 % der Fälle sei dabei der „erste potenziell gefährliche Punkt“ (hauptsächlich an einer Kreuzung mit einem anderen Gleis) erreicht worden. 2021 hatte dieser Wert noch bei 25 % gelegen, 2020 bei 36 %.

Diese Entwicklung ist nach Infrabel-Einschätzung auch auf den ETCS-Masterplan zurückzuführen. Im Jahr 2022 wurden weitere 740 km Gleise mit ETCS ausgestattet, so dass nun insgesamt 49 % des gesamten Schienennetzes von Infrabel über dieses System verfügen.

Neue Brücken über Albertkanal in Genk

In Genk wurden Mitte Januar 2022 die Eisenbahnbrücken über den Albertkanal durch neue, 2,20 m höhere Brücken ersetzt. Für den Brückentausch ist der Schienengüterverkehr über die Bahnstrecke seit Mitte Mai 2021 unterbrochen.

Mit fast 40 Mio. t Fracht pro Jahr ist der Albertkanal die wichtigste Wasserstraße Flanderns. Vor allem für den stark zugenommenen Containertransport stellte die bisherige Begrenzung der Durchfahrtshöhe und -breite unter den Brücken einen Engpass für die Binnenschifffahrt auf dem Albertkanal dar. Durch die Anhebung auf eine Durchfahrtshöhe von 9,10 m können die Schiffe mit vier Lagen Containern fahren. Flandern hat 19,7 Mio. EUR in diese beiden neuen Brücken investiert, restliche Arbeiten sollen im Juni 2022 abgeschlossen sein.

Das alte, bereits im Mai 2021 abgerissene Brückenbauwerk bestand aus drei Teilen mit einer Gesamtspannweite von 175 m. Das neue wurde an der gleichen Stelle gebaut und besteht aus zwei Abschnitten von jeweils etwa 90 m Länge.

Der Brückenbau steht im Zusammenhang mit der Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Genk Goederen und Bilzen (Linie 21C). Um die beiden Arbeiten sicher durchführen zu können, ist der Zugverkehr auf dieser nur im Güterverkehr genutzten Strecke bis Ende März 2022 unterbrochen. Bis dahin werden die Güterzüge über Hasselt umgeleitet. Am 24.02.2022 fuhr Infrabel einen ersten Zug über die Brücke.

Quelle: https://www.flickr.com/photos/johnybrauns/51904906557/

50 % mehr Schiene ab Gent

In den kommenden Jahren werden der belgische Infrastrukturbetreiber Infrabel und die Hafengesellschaft North Sea Port eng zusammenarbeiten, um den Güterverkehr in und um den Hafen von Gent/Gand von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Ziel ist eine Steigerung um 50 %.

Um diese Zusammenarbeit zu unterstreichen, statteten der belgische Bundesminister für Mobilität, Georges Gilkinet, und der Vorstandsvorsitzende von Infrabel, Benoît Gilson, dem Nordseehafen am 07.10.2021 einen Arbeitsbesuch ab. Infrabel und der CEO von North Sea Port, Daan Schalck, unterzeichneten eine Absichtserklärung zur Gründung von Railconnect, einem Hafenbahnteam mit Vertretern von Infrabel und North Sea Port.

North Sea Port und Infrabel werden gemeinsam den kurz-, mittel- und langfristigen Bahnbedarf im Genter Teil des Hafengebiets ermitteln. In welchen Rangierbereichen müssen Gleise hinzugefügt oder erweitert werden, wo ist eine Elektrifizierung sinnvoll oder wo sind automatische Weichen und automatische Signale erforderlich?

Derzeit ist ein großer Teil der Gleise des Hafens nicht elektrifiziert und erfordert daher den Einsatz von Diesellokomotiven. Neben einer möglichen Elektrifizierung der Strecken wird auch der Einsatz von grünem Wasserstoff für den Schienenverkehr untersucht, insbesondere ein kohlenstoffneutraler Betrieb auf der ersten und letzten Meile. Während des Arbeitsbesuchs erläuterte BeHydro, ein Joint Venture zwischen dem Genter Lokomotivmotorhersteller Anglo Belgian Corporation (ABC) und der Linienreederei Compagnie Maritime Belge (CMB), zusammen mit dem Lütticher Lokomotivenhersteller JOHN COCKERILL ein Konzept für ein Demonstrationsprojekt für Wasserstoffloks.

Der Schienenverkehr zwischen dem Nordseehafen und dem Hinterland hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Vor einigen Jahren machte er etwa 7 % des gesamten Verkehrs zwischen dem Hafen und dem Hinterland aus (per Lkw, Binnenschiff, Bahn). Heute liegt diese Zahl bei 10 %. Ziel ist es, bis 2030 15 % zu erreichen.

Belgien: Verkehr in Wallonien unterbrochen

Die starken Regenfälle haben das Eisenbahnnetz in Wallonien stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Zugverkehr ist in den Provinzen Namur, Lüttich, Luxemburg und Wallonisch-Brabant stark beeinträchtigt.

Gesperrt sind aktuell:

  • Liège – Namur (L125)
  • Liège – Maastricht (L130)
  • Visé – Montzen – Grenze Deutschland (L24)
  • Liège – Welkenraedt (L37). Das Viadukt von Nessonvaux ist instabil.
  • Visé – Visé-Frontière (L40)
  • Liège – Marloie (L43)
  • Liège – Gouvy (L42)
  • Pepinster – Spa (L44)
  • Welkenraedt – Eupen (L49)
  • Namur – Charleroi (L130)
  • Namur – Grenze Luxemburg (L162)
  • Dinant – Gendron-Celle (L166)

„Plan Boost“ bringt 100 Mio. EUR

Auf Initiative des Bundesministers für Mobilität, Georges Gilkinet, hat der belgische Ministerrat das 100-Millionen-Euro-Paket „Plan Boost“ für zusätzliche Investitionen in die Schiene im Jahr 2021 beschlossen. Drei Viertel dieser Mittel (75 Mio. EUR) gehen an den Infrastrukturbetreiber Infrabel und 25 Mio. EUR an die SNCB. Die 75 Mio. EUR werden regional wie folgt aufgeteilt: 27,6 Mio. EUR für Wallonien, 41,4 Mio. EUR für Flandern und 6 Mio. EUR für Brüssel. Insgesamt stehen Infrabel im Jahr 2021 Mittel in Höhe von 894,2 Mio. EUR zur Verfügung.