[DE] Lokservice Luckau: Insolvenz

Der 2022 gegründete kleine Nischenanbieter Lokservice Luckau GmbH ist insolvent. Am 08.05.2026 wurde die vorläufie Insolvenzverwaltung (63 IN 418/25) angeordnet. Zum vorläufigen Verwalter wurde Rechtsanwalt Roland Gronau aus Potsdam bestellt. Jahresabschlüsse der Lokservice Luckau GmbH sind im Firmenregister nicht hinterlegt. Gesellschafter ist die Faramant Beteiligung GmbH, deren 90 %-Gesellschafter Anton Barchmann ist. 10 % hält die Lomatia Beteiligung GmbH, deren paritätische Gesellschafter Uwe und Elke Barchmann sind.

Das Unternehmen ist Teil eines Firmengeflechts – Lokservice Luckau-Geschäftsführer Anton Barchmann (32) ist zudem auch in gleicher Funktion bei den Unternehmen

  • Lausitzbahn GmbH (Transporte, Fahrzeugmanagement; ex Bahnservice BB GmbH; 90 % Anton Barchmann; 10 % Lomatia Beteiligung GmbH),
  • Bahnbetriebswerk Luckau GmbH (Immobilie Bw Luckau, Abstellgleise; 51 % Faramant Beteiligung GmbH; 24,5 % Niklas Pempel (auch: Mocuntia Real Estate Advisors GmbH); 24,5 % Kai Uwe Pempel (Geschäftsführender Gesellschafter der Kristensen Invest GmbH)) und
  • ZugDirekt GmbH (Personaldienstleistung, Schulung; 100 % Faramant Beteiligung GmbH) tätig.

Bei der KulturDampf gGmbH ist Anton Barchmann zudem Prokurist. Als Gesellschafter agieren die Faramant Beteiligung GmbH (60 %), die Bahnbetriebswerk Luckau GmbH (20 %) sowie die DBV-Förderverein Niederlausitzer Eisenbahn e. V. (20 %).

[SE] BLS Rail: Sanierung gescheitert

Die schwedische Privatbahn BLS Rail wurde am 28.04.2026 vom Bezirksgericht in Alingsås für insolvent erklärt. Somit scheiterte die seit dem 22.08.2025 laufende Sanierung. Im Rahmen der Umstrukturierungen hatte sich BLS Rail von den Güterverkehrsaktivitäten verabschiedet und sich auf die Vermietung von Loks konzentriert.

Nun wurden alle verbliebenen Mitarbeiter entlassen, die Vermögenswerte werden veräußert, um eine möglichst hohe Insolvenzquote zu erreichen. Inwiefern die Muttergesellschaft BLI Holding AB die Insolvenz der Tochter übersteht ist noch unklar.

Die Loks der Gruppe befinden sich formell im Besitz von drei verschiedenen Gesellschaften, die alle zur BLI Holding gehören:

  • 11 x BL Rail AB
  • 10 x Nordic Rail AS
  • 2 x Krolok AB

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[DE] SKL aus Magdeburg insolvent

In dem Insolvenzantragsverfahren (340 IN 142/26) über das Vermögen der SKL Schienen Komplex Logistik Magdeburg GmbH & Co. KG ist am 04.05.2026 um 10:50 Uhr die vorläufige Verwaltung des Vermögens der Antragstellerin angeordnet worden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger aus Magdeburg bestellt worden.

Das von Patrick Ernst (75 %) und Andrea Busch (25 %) gehaltene Unternehmen hatte sich zuletzt vor allem Rangierdienstleistungen sowie Spotverkehren gewidmet. Neben diversen (Rangier-) Dieselloks verfügte die SKL über 1 Siemens ER 20 von Beacon Rail sowie einen Smartron und einen Vectron Dual Mode von Northrail.

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[HR] TRANSAGENT RAIL in Schwierigkeiten

Die kroatische Güterbahn TRANSAGENT RAIL hat Probleme mit ihrer Liquidität und daher am 14.10.2025 beim Handelsgericht Rijeka einen Antrag auf Eröffnung eines vorinsolvenzlichen Vergleichsverfahrens beantragt, dem auch stattgegeben wurde (Az.: St-410/2025-32). Als Hauptgründe nannte das Unternehmen einen Umsatzrückgang im ersten und zweiten Quartal 2025 sowie ein „Missverhältnis zwischen dem Zahlungseingang der Forderungen und der Begleichung der Verbindlichkeiten“. Allerdings zeigt ein Blick auf die Jahresabschlüsse, dass die seit 2017 kumulierten Gewinne und Verluste von TRANSAGENT RAIL mit Stand Ende 2024 einen Fehlbetrag von knapp 1,7 Mio. EUR ergeben. Laut dem Ende Januar vorgelegten Sanierungs- und Restrukturierungsplan gibt es 16 Gläubiger, die Forderungen in Höhe von insgesamt 1,75 Mio. EUR angemeldet haben. Der von der Gläubigerversammlung am 15.04. gebilligte Plan sieht einen Verzicht auf 25 % der Forderungen vor, während der Schuldner den Rest in sechs gleichen, vierteljährlichen Raten ohne Zinsen zu begleichen hat.

TRANSAGENT RAIL selbst plant als Sanierungsbausteine

1. Erhöhung der monatlichen Anzahl der KV-Züge

2. Akquise neuer Transportaufträge

3. Optimierung des Rangierbetriebs im Rijekaer KV-Terminal Brajdica

4. Aussetzung der Leasingraten während Reparaturen oder Wartungsarbeiten an den Lokomotiven

5. Anpassung der Transportpreise an Angebot und Nachfrage des Marktes

6. Senkung der Betriebskosten u.a. durch Abbau von rund zehn der 60 Stellen.

Wie es hieß, sei eine ebenfalls im Raum stehende Liquidation mit Eröffnung eines regulären Insolvenzverfahrens gegen den Schuldner keine Alternative gewesen, da dessen Vermögenswerte nur etwa die Hälfte der Forderungssumme erreiche, was die Chancen der Gläubiger auf Beitreibung gegenüber der nun vereinbarten Fortführung des Geschäftsbetriebes deutlich vermindert hätte. Der niedrige Vermögenswert ergibt sich vor allem daraus, dass das Unternehmen keine eigene Lokomotiven besitzt, sondern ausschließlich Mietmaschinen (derzeit vier ES 64 U2 von BRCE als einem der Hauptgläubiger, einen Vectron MS von Railpool und eine BB36000 von Akiem) einsetzt.

TRANSAGENT RAIL wurde am 28.10.2013 als Beteiligung des seit 2002 existierenden Logistikers TRANSAGENT mit Sitz in Rijeka gegründet, der damit seine Bahnaktivitäten in eine extra Tochter auslagerte, für die der Hafenhinterlandverkehr ein wichtiges Standbein ist.

[DE] Nürnberger Leasing: Insolvenz

Das Amtsgericht Nürnberg hat im Verfahren IN 666/26 am 21.04.2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Nürnberger Leasing GmbH angeordnet. Das Unternehmen mit Sitz in Schwaig wird von den Geschäftsführern Ferdinand Michael Wolfgang Dorn und Andreas Martin Popp vertreten. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Alexander Kubusch aus Nürnberg bestellt. Hintergründe der Insolvenz sind bislang nicht bekannt.

Das Unternehmen vermietete auch Schienenfahrzeuge. Im Mai 2023 befanden sich nach eigener Auskunft rund 100 Fahrzeuge im Bestand. 50 % davon waren Diesel- und 35 % E-Loks. Der Rest waren Wagen und Nebenfahrzeuge für den Bahnbau.

Im letzten verfügbaren Jahresabschluss (2024) heißt es: „Der handelsrechtliche Jahresfehlbetrag vor Übernahme des Ergebnisses durch das Mutterunternehmen im Geschäftsjahr beläuft sich auf 0,907 Mio. EUR (Vorjahr: 3,945 Mio. EUR).“

Die DORI Vermögensverwaltungs GmbH ist die Management-Gesellschaft der Nürnberger-Leasing-Gruppe. Sie hält und verwaltet Anteile an den Unternehmen der Konzernstruktur und übt für diese auch Management-Tätigkeiten aus. Bis Ende 2023 hatte die DORI einen Bilanzverlust in Höhe von 24,8 Mio. EUR angehäuft.

Mehrheitsgesellschafter (zuletzt 83,5 %) der DORI ist Ferdinand Dorn. Seit 30.11.2023 ist zudem Adrian Sutil mit Wohnsitz in Monaco beteiligt (aktuell 8 %). Der ehemalige Formel-1-Rennfahrer hält den Negativrekord für die meisten Formel-1-Starts, ohne jemals einen Podiumsplatz erreicht zu haben (128). 2025 geriet er nach Betrugsvorwürfen und Durchsuchungen in die Schlagzeilen. Am 27.11.2025 vollstreckte die Staatsanwaltschaft Stuttgart einen Haftbefehl. Haftgrund war der Verdacht des gemeinschaftlichen Betrugs im besonders schweren Fall und der gemeinschaftlichen Unterschlagung. Luxusautos sollen gleich mehrfach als Sicherheiten angegeben worden sein, so der Verdacht. Im Rahmen dieser Ermittlungen wurden rund 20 Luxusfahrzeuge mit einem geschätzten Gesamtwert von bis zu 150 Mio EUR beschlagnahmt. Zwischenzeitlich meldete die als Händler für Luxusautomobile tätige DS Motor GmbH in Grünwald als Tochter der Liechtensteiner AS Motoren AG Insolvenz an. Bei den beiden Unternehmen war Sutil Geschäftsführer bzw. Vorstand.

[DE] BUDAMAR WEST: Insolvenz­plan bestätigt

Das Insolvenz­verfahren über das Vermögen der BUDAMAR WEST GmbH konnte durch einen rechts­kräftig bestätigten Insolvenz­plan mit dem Vernehmen nach einstelliger Quote beendet werden. Damit ist die Sanierung des Unter­nehmens, das im Juni 2025 einen Insolvenz­antrag stellen musste, offiziell abgeschlossen.

[AT] Nothegger meldet Insolvenz an

Die 300 Mitarbeiter starke Tiroler Transportfirma Nothegger Transport Logistik ist insolvent. Das 1992 gegründete Unternehmen nutzt(e) auch Intermodalzüge zur Beförderung von Trailern. Grund für die finanzielle Schieflage sind Verbindlichkeiten in Höhe von 15 Mio. EUR, darunter:

  • 3,2 Mio. EUR österreichische Gesundheitskasse
  • 1,8 Mio. EUR Finanzamt
  • 9,3 Mio. EUR Banken

Der Insolvenzantrag wurde von der Gesundheitskasse eingebracht, nachdem Sozialversicherungsbeiträge in Millionenhöhe ausständig geblieben waren. Der geplante Einstieg eines Investors sowie der angedachte Verkauf einer Immobilie konnten vor der Insolvenz offensichtlich nicht mehr realisiert werden.

ÖBB 1293.046 Breitenfurt (15157n)

[DE] Helrom: Insolvenzverfahren abgeschlossen, Investoren bleiben ungenannt

Helrom hat eigenen Angaben zufolge sein 2025 eingeleitetes Insolvenzverfahren abgeschlossen. Der Insolvenzplan ist am 20.01.2026 vom Amtsgericht Frankfurt am Main rechtskräftig bestätigt worden.

Basis für das weitere Wirken des Unternehmens ist nach eigener Auskunft eine „finanzielle und strukturelle Neuaufstellung“. Zu den Details wurde bisher bekannt:

  • Wichtiger Bestandteil der neuen Struktur ist laut dem Anbieter die „Mitwirkung“ des Waggonherstellers The Greenbrier Companies sowie von Deutsche Anlagen Leasing (DAL) und Société Générale (SG). Dabei handelt es sich um Gläubiger, ihre Forderungen wurden im Rahmen des Insolvenzplans geregelt.
  • Der Mehrheitseigner HRG Investors, eine Gruppe Investoren im Bahn- und Industriesektor, hat den Kreis der involvierten Investoren erweitert ohne Namen zu nennen. Außerdem hat er das Unternehmen mit zusätzlichem Kapital ausgestattet.
  • Im Zuge der Sanierung wurde Helrom neu in nicht bekannter Höhe kapitalisiert und gesellschaftsrechtlich geordnet. Unter anderem als Teil davon wurde aus nicht genannten Gründen die Helrom Holding Limited mit Sitz in London als Tochter der HRG etabliert und am 24.11.2025 in das Handelsregister eingetragen. Die Helrom Holding wird vertreten durch Roman Noack (Mitbegründer und CEO Helrom), Keith L. Heller (Mitbegründer Helrom) sowie die beiden bereits länger zusammenarbeitenden Investoren Thomas William Rissman (US-Bürger) und Albert Adolf Enste (deutscher Staatsbürger, in der Schweiz lebend).
  • Die 2022 eingestiegene und zuletzt mit 42,18 % an der Helrom GmbH beteiligte Swiss Life Asset Managers ist als Gesellschafter ausgeschieden.

[DE] Helrom mit neuem Investor

Der insolvente Zugoperateur Helrom hat einen neuen Investor. Wie ein Sprecher bestätigte wurde der Kauftrag bereits unterschrieben. Bei der Gläuberersammlung am 20.01.2026 in Frankfurt am Main soll die finale Zustimmung eingeholt werden. Weitere Details wollte man vorab nicht nennen.