Der slowakische Güterwagen- und Drehgestellhersteller Tatravagónka schließt das in Zagreb ansässige Tochterunternehmen TŽV Gredelj aufgrund fehlender Aufträge.
Kroatische Nachrichtenquellen berichten, dass das Werk in diesem Jahr weiterhin laufende Bestellungen ausfüllt, aber aufgrund fehlender neuer Verträge den Betrieb schrittweise einstellen muss. Es werden die Arbeitsplätze von etwa 300 Mitarbeitern bis Mitte nächsten Jahres entfallen, die Abfindungen bekommen.
Die Entscheidung rief eine heftige Reaktion unter den Arbeitern und Gewerkschaften hervor, die berichteten, dass bestimmte Bestellungen bis 2032 Arbeit garantiert hätten, sodass unklar ist, was mit diesen Verträgen geschehen wird oder wer die Fahrzeuge von HŽ Putnički prijevoz (HŽPP) künftig warten wird.
TŽV Gredelj in Zagreb ist neben Rijeka, Split und Slavonski Brod eine von vier Fahrzeugwartungseinheiten der kroatischen Staatsbahn Hrvatske željeznice (HŽ). Es wurden dort auch Rahmen und Drehgestelle für die neuen Končar-Triebwagen und Straßenbahnen produziert.
Das Werk, das sich in der Nähe des Bahnhofs der kroatischen Hauptstadt befindet, wurde 1894 von der MÁV zur Wartung von Dampflokomotiven und Eisenbahnwagen gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann auch die Fahrzeugproduktion. In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wuchs das Werk zur damals bedeutendsten Eisenbahnmaschinenfabrik Jugoslawiens heran und baute Straßenbahnen, Lokomotiven, Personen- und Güterwagen, später kam auch die Produktion und Wartung von Kränen und anderen schweren Maschinen hinzu. Nach dem Jugoslawienkrieg verlor die Fabrik den Großteil ihres Marktes. TŽV Gredelj meldete 2012 Insolvenz an und wurde schließlich fast ein Jahrzehnt später, 2021, von Tatravagónka für 45 Mio. EUR übernommen.





