[DE] Holzbachtalbahn mit neuem Betreiber

2025 hat mit der Schütz-Gruppe der einzige verbliebene Güterkunde die Infrastruktur der 33 km langen Holzbachtalbahn Altenkirchen – Selters über die am 16.07.2024 gegründete Holzbachtalbahn GmbH (HBT) übernommen. Die Aufnahme des Betriebes durch die HBT erfolgte mit Fahrplanwechsel am 14.12.2025.

Die 1887 erbaute Strecke wurde bis 1984 auch von Personenzügen befahren. Ab 1998 übernahm die Westerwaldbahn des Kreises Altenkirchen GmbH (WEBA) die Bedienung im Güterverkehr und erwarb die Strecke 2005. Seit März 2006 ist sie wieder durchgehend befahrbar. Im Vorgriff auf eine notwendige und 2020 / 2021 durchgeführte Sanierung kaufte die LWS Lappwaldbahn Service GmbH die Strecke am 26.11.2018.

Sanierung der Holzbachtalbahn abgeschlossen

Mit dem Austausch der letzten von insgesamt 46.000 erneuerten Schwellen in Marienrachdorf sind die Sanierungsarbeiten an der „Holzbachtalbahn“ so gut wie abgeschlossen. Hierdurch wird eine Bahnstrecke für den dauerhafte Weiternutzung für den Schienengüterverkehr gesichert, was vor allem der regionalen Industrie und Verladern zu Gute kommt.

Austausch der „letzten Schwellen“ am 15.11.2022. Foto: Carl-Otto Ames

Die insgesamt rund 31 Kilometer lange Bahnstrecke von Altenkirchen nach Selters wurde umfassend saniert. Neben den Gleiserneuerungen wurden fünf Brücken sowie eine Reihe von Durchlässen erneuert. Auch die Erneuerung der Bahnübergangsanlagen wurden mit dem Bau einer technischen Sicherungsanlage an der B 413 in Dierdorf bereits gestartet. Hier steht noch die technische Sicherung von vier weiteren Bahnübergängen an, die derzeit mit Posten gesichert werden.

Rund 14 Mio. EUR hat die Lappwaldbahn Service (LWS) als zuständiges Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) investiert. Neben dem Bund, der den Großteil der Mittel zur Verfügung gestellt hat, haben sich auch das Land mit rund 4,5 Mio. EUR und der Westerwaldkreis mit rund 2 Mio. EUR an der Finanzierung beteiligt.

NRW fördert mit 1,75 Mio. EUR

Die Landesregierung fördert die Sanierung der Schieneninfrastruktur von nicht bundeseigenen Eisenbahnen (NE-Bahnen) mit rund 1,75 Millionen Euro. Das Verkehrsministerium hat insgesamt drei Förderbescheide an Eisenbahninfrastrukturunternehmen übergeben. Das Geld kommt aus dem Programm des Landes zur Erhaltung und Verbesserung von Schieneninfrastruktur der öffentlichen nicht bundeseigenen Eisenbahnen für den Güterverkehr.

1.007.594 Euro erhält die Lappwaldbahn Service-GmbH (LWS) unter anderem für die Erneuerung von Gleisanlagen im Bahnhof Lienen und den Ausbau von vier Bahnübergängen im Streckennetz der Lappwaldbahn.

Die Mindener Kreisbahnen GmbH (mkb) erhält einen Förderbescheid in Höhe von 414.931,60 Euro für die Erneuerung von Gleisanlagen unter anderem auf der Mittellandkanalbrücke und im Bahnhof Minden.

Für die Sanierung von Schienenstrecken zwischen Niederkassel und Lülsdorf erhält die Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft mbH (RSVG) einen Förderbescheid in Höhe von 332.866,68 Euro.

Für den Förderzeitraum 2018 bis 2021 konnten bereits über 80 Maßnahmen in Nordrhein-Westfalen mit insgesamt rund 16 Millionen Euro allein aus Landesmitteln bezuschusst werden.

Testzüge auf der Holzbachtalbahn

Die Lappwaldbahn Service (LWS) ist seit dem 26.11.2018 neuer Eigentümer der Eisenbahnstrecke von Altenkirchen nach Selters. Für zukünftige, regelmäßige Bedienungen über die Trasse der „Holzbachtalbahn“ wurden vor der bis März 2021 angesetzten Streckensperrung für die Ertüchtigung von insgesamt fünf Brücken, den Austausch von Schwellen sowie die Instandsetzung von Durchlässen noch zwei Probebedienungen durchgeführt.

Am 16.10.2020 erfolgte eine testweise Bedienung der Afflerbach Bödenpresserei. DB Cargo stellte von Selters kommend einen mit Stahlblechen der Ilsenburger Hütte im Nordharz beladenen Waggon zu. Da in Raubach nicht mehr umgesetzt werden kann wurde ab Dierdorf geschoben.

Der Testzug in Puderbach. Foto: Carl-Otto Ames

Die zweite Fahrt erfolgte aufgrund der zwischenzeitlichen Sperrung der Siegstrecke erst am 28.10.2020. Diese transportierte Aushub von der Baustelle der S-Bahn-Linie S6 in Frankfurt am Main zur Deponierung nach Siershahn. Die Zuggarnitur bestand aus der an die Starkenberger Güterlogistik (SGL) vermieteten Euro Dual sowie zehn unternehmenseigenen Eamnos.

Ankunft des zehn Waggons umfassenden Probetransportes am Zielbahnhof. Foto: Carl-Otto Ames

Der Zug war in der vorangegangenen Nacht von Frankfurt Ost über Friedberg, Gießen-Bergwald und Siegen nach Au/Sieg gekommen und rollte am Morgen weiter nach Siershahn. Dort erfolgte nach Beendigung der Fliesenentladung ab dem Mittag in Gleis 20 die Umladung in Lkw der Spedition Blasius Schuster aus Gehlert zur Deponierung in einer nahen, ehemaligen Tongrube. Diese soll für zukünftige Bahntransporte voraussichtlich wieder ein Anschlussgleis erhalten.

Die Umladung in Siershahn. Foto: Carl-Otto Ames

Die Rückfahrt erfolgte am Abend via Limburg (Lahn) und die Taunusstrecke.