Im Muldental sollen wieder Züge fahren

Die Strecke zwischen Glauchau (Sachs) und Rochlitz (Sachs) wurde jetzt für einen niedrigen sechsstelligen Betrag von der Muldenthal-Eisenbahn-Gesellschaft (MTE) mbH übernommen. Angestrebt wird auch die Erlaubnis zum Betreiben einer Eisenbahn-Infrastruktur nach §6 AEG und damit eine Nutzung durch alle Eisenbahnfahrzeuge für Personen- oder Güterverkehr.

Die MTE hat sieben Gesellschafter und wurde am 19.11.2020 mit Sitz in Rochlitz für einen zukünftigen Eisenbahn-Infrastrukturbetrieb auf der gesamten Strecke oder Teilen davon gegründet. Die beiden Geschäftsführer der MTE sind keine Unbekannten: Eckart Sauter ist Geschäftsführer der Nossen-Riesaer Eisenbahn-Compagnie (NRE), welche die Strecken Döbeln – Meißen und Riesa – Nossen gepachtet haben, und Dirk Kießling ist u. a. Geschäftsführer des Instituts für Bahnbau-Beratung & Ingenieurleistungen.

Seit 2009 wurde die Strecke 6629 nur durch so genannte „Schienentrabis“ touristisch genutzt. Als vor etwa einem Jahr das Teilstück Glauchau (ausschl.) – Rochlitz (ausschl.) an die MB Muldentalbahntrasse Invest GmbH & Co. KG in Berlin veräußert wurde, begann einer der Kommanditisten in Glauchau trotz Denkmalschutz die Schienen zu demontieren, was aber behördlich gestoppt wurde. Die anderen vier Kommanditisten haben der MTE ihre KG-Anteile verkauft (und auch den Demonteur dazu gebracht), so dass die MTE derzeit alleiniger Eigentümer der KG ist. Diese soll noch in diesem Jahr mit der MTE verschmolzen werden, so dass es nur eine Firma gibt. Der Schienentrabi wird im Frühjahr fahren, das hängt derzeit nur an Corona, da der Hauptakteur für den Schienentrabi Mitgesellschafter der MTE geworden ist.

MTE für Muldentalbahn gegründet

Sieben Gesellschafter haben am 19.11.2020 die Muldenthal-Eisenbahn-Gesellschaft (MTE) mbH mit Sitz in Rochlitz gegründet. Sie soll die „Muldentalbahn“ Glauchau – Großbothen (Strecke 6629) oder Teile davon samt Nebenflächen und Vorhaltung und Entwicklung derselben für einen zukünftigen Eisenbahn-Infrastrukturbetrieb auf der gesamten Strecke oder Teilen davon erwerben. Geschäftsführer sind Dirk Kießling (45) und NRE-Geschäftsführer Eckart Sauter (52).

Die Gesellschafter:

  • 38,46 % Lutz Lochau
  • 19,23 % TRIANGULA Logistik GmbH (TRG)
  • 19,23 % Nossen-Riesaer Eisenbahn-Compagnie GmbH (NRE)
  • 11,54 % Thomas Krauß
  • 3,85 % Bert Borleis
  • 3,85 % Tobias Freymond
  • 3,85 % Dirk Kießling

Die Namensgebung ist nicht neu: Eine Muldenthal-Eisenbahngesellschaft war im 19. Jahrhundert eine private Eisenbahngesellschaft in Sachsen. Sie baute und betrieb die Muldentalbahn während ihrer sechsjährigen Existenz.

Die seit 2002 verkehrslose und stillgelegte Bahnstrecke war ab 2005 zunächst an die Deutsche Regionaleisenbahn GmbH (DRE) verpachtet. Eine Reaktivierung sollte untersucht werden, sporadisch erfolgten Befahrungen. Die DB AG veräußerte jedoch die eigentlich bis 2028 an die DRE verpachtete Strecke Ende 2015 an die in Chemnitz ansässige MSE Mittelsächsische Eisenbahninfrastrukturgesellschaft mbH, die sich unter anderem mit der Verwertung von Eisenbahngrundstücken beschäftigt. Ein Abbau konnte jedoch durch Eintragung in die Denkmalliste des Landes Sachsen verhindert werden. Die DRE schrieb den Abschnitt Glauchau – Colditz aufgrund anstehender Investitionen von 5,7 Mio. EUR im August 2017 zur Übernahme durch Dritte aus. Die MSE veräußerte den Abschnitt Glauchau – Rochlitz 2020 an die MB Muldentalbahntrasse Invest GmbH & Co. KG, Berlin. Zschetzsch – Lastau war bereits 2019 an die Stadt Colditz verkauft worden.

Das Infrastrukturunternehmen MTE ist nicht zu verwechseln mit der Muldental-Eisenbahnverkehrsgesellschaft mbH (MTEG), die heute eine Tochter der Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn mbH (PRESS) ist.