[DE] Erstmals Zuckerrüben ab Güstrow

Im Güstrower Ortsteil Primerburg werden wieder Zuckerrüben umgeschlagen. War bis zur Schließung 2008 das dortige Werk der Nordzucker Abnehmer, so ist es heute das 380 km entfernte Schwesterwerk in Klein Wanzleben östlich von Magdeburg. Am 17.11.2025 verließ ein erster Ganzzug der Eisenbahngesellschaft Potsdam (EGP) mit Zuckerrüben den Rail Port Güstrow – angedacht sind drei Rundläufe pro Woche in der herbstlichen Kampagne als Ersatz für bislang verwendete Lkw.

Gefahren wird im Nachtsprung jedoch nicht bis in das an der 2005 von der Deutschen Regionaleisenbahn (DRE) übernommen „Zuckerbahn“ Blumenberg – Eilsleben gelegene Werk, sondern nur bis zum Bahnhof Wanzleben (b Magdeburg). Dort hat die Schienen-Infrastrukturgesellschaft Prignitz (SIP), ebenfalls Betreiber der Anlage in Güstrow, Anfang 2025 ein Gleis saniert, wo nun der Umschlag auf Lkw für die letzte Meile erfolgt.

Die EGP bringt bereits seit 2020 Rüben aus Schleswig-Holstein zum Nordzucker-Werk in Uelzen. Abweichend kommt dort aber eine Zuggarnitur aus Intermodalwagen und Open-Top-Containern zum Einsatz. Nach Wanzleben werden Eanos – mehrheitlich des Vermieters Ermewa – eingesetzt. Durch das mehrmalige Umladen per Bagger dürfte dort der Bruch größer ausfallen.

Foto: Karl Arne Richter

Rüben nach Uelzen wieder per Bahn

Nordzucker in Uelzen empfängt wieder Zuckerrüben per Bahn. Der erste Zug erreichte die Hansestadt am 13.10.2020. Die Transportgemeinschaft Schleswig-Holstein organisiert das Pilotprojekt gemeinsam mit Nordzucker. In den kommenden Wochen verkehren insgesamt 25 Ganzzüge mit 45.000 t Rüben aus Angeln. Diese werden in Jübek im Norden Schleswig-Holsteins auf die Bahn verladen und von der Eisenbahngesellschaft Potsdam (EGP) nach Uelzen gebracht. Da das Anschlussgleis des Zuckerwerkes abgebaut ist werden die open-top-Container im nahen Hafen auf Lkw mit Kippchassis umgeschlagen. Den Umschlag in Uelzen führt die EGP in Kooperation mit der Port Logistics Uelzen durch. Dazu wurde bereits Ende September ein Reachstacker vom ElbePort Wittenberge von Falkenhagen nach Uelzen überführt.

Sollte das Pilotprojekt zur Zufriedenheit verlaufen ist laut Nordzucker auch für die Anlieferung aus Mecklenburg eine Umstellung vom Lkw auf die Schiene denkbar.

Die innerdeutschen Rübenzüge waren 1993 eingestellt worden, beginnend am 14.11.2005 gab es einen vierwöchigen Test der Osthannoverschen Eisenbahnen (OHE). Die Rüben kamen damals aus der Region Schleswig über den Umschlagpunkt Ostuferhafen Kiel nach Uelzen. Der Bahntransport war damals zu teuer und unpünktlich gewesen.

Der Premierenzug auf der Hafenbahn Uelzen. Foto: Karl Arne Richter
Der erste Container wird von der Bahn auf den Lkw umgeschlagen. Foto: Karl Arne Richter
Die vollen Container werden mit einem Reach Stacker auf Lkws umgeladen und die Leercontainer mit einem Gabelstapler zurück auf den Zug gesetzt. Foto: Karl Arne Richter
70 open-top-Container werden pro Ganzzug befördert. Foto: Karl Arne Richter