[PL] Spektakuläre TRAXX-Entgleisung

In Polen kam es am späten Nachmittag des 22.02.2026 zu einem spektakulären Unfall auf der Bahnstrecke Chrząstowice – Bolko zwischen Opole und Suchy Bór. Die von Akiem an Pol-Miedź Trans (PMT) vermietete 483 224 (Bombardier TRAXX DC3) befuhr ein für 40 km/h zugelassenes Behelfsgleis mit rund 140 km/h und entgleiste. Nach ersten Erkenntnissen hatte der Triebfahrzeugführer das Bewußtsein udn dann die Kontrolle über das Fahrzeug verloren. Er blieb bei dem Unfall unverletzt.

[DE/PL] Engere Zusammenarbeit vereinbart

Der polnische Infrastrukturminister Dariusz Klimczak und der deutsche Verkehrsminister Patrick Schnieder haben in Warschau eine Vereinbarung über die Modernisierung und den Ausbau der Schienenverbindungen zwischen Polen und Deutschland unterzeichnet. Die Vereinbarung definiert die Ziele und Formen der Zusammenarbeit im Bereich des Schienenverkehrs als strategisches Element der deutsch-polnischen Beziehungen, um die grenzüberschreitende Mobilität, den territorialen Zusammenhalt und die regionale Sicherheit zu stärken.

Das Dokument dient zugleich als Fahrplan für deutsch-polnische Maßnahmen, die darauf abzielen, die Zahl der Personen- und Güterverbindungen zu erhöhen und die Reisezeiten auf den wichtigsten Strecken zu verkürzen: Warschau–Berlin, Krakau–Breslau–Zielona Góra–Berlin, Danzig–Stettin–Berlin sowie Przemyśl–Krakau–Breslau–Leipzig. Neben der Optimierung bestehender Linien und Projekte sowie der Modernisierung und dem Ausbau der Infrastruktur auf beiden Seiten der Grenze verpflichten sich die Parteien, das Potenzial geplanter Hochgeschwindigkeitsprojekte in den Korridoren Warschau–Posen–Berlin, Warschau–Breslau–Leipzig–Frankfurt am Main sowie Warschau–Breslau–Prag–München gemeinsam zu analysieren.

Die Vereinbarung sieht außerdem eine enge Abstimmung der Aktivitäten innerhalb der Europäischen Union bezüglich Investitionen in die Infrastruktur des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN T) vor, einschließlich solcher mit doppeltem (zivilen und militärischen) Nutzen. Dies soll insbesondere durch die umfassende Nutzung der verfügbaren EU-Finanzierungsinstrumente erreicht werden, insbesondere der „Connecting Europe Facility“ (CEF) im zukünftigen EU-Haushalt 2028–2034.

Foto: Jacek Gubernat / Ministerstwo Infrastruktury PL

[DE/PL] RBP fährt Stahl für Laude

RBP – Rheinische Bahnpersonal- und Verkehrsgesellschaft hat Mitte Februar 2026 erstmals das Stahlwerk des Riva-Konzerns in Hennigsdorf bedient. Unter durchgehendem Einsatz einer Stadler Euro9000 wurden 2.800 t Stahlbrammen aus Stettin nach Hennigsdorf und in Gegenrichtung 2.100 t Bewährungsstahl befördert. Auftraggeber und EVU in Polen war Laude Smart Intermodal.

Abfahrbereiter Stahlzug in Hennigsdorf. Foto: RBP

[NL/PL] RFO-Stahl-Testzug Maastricht – Polen

Wöchentlich bringt Rail Force One (RFO) seit Sommer 2024 einen Coilszug vom Stahlwerk der Tata Steel in Beverwijk zum Maasterminal im Beatrixhaven von Maastricht. Am 12.02.2026 war das Terminal Ausgangspunkt eines Spotverkehres nach Polen. Auf Laude-Wagen verladen brachte RFO eine Ladung Stahl zum Laude-Terminal in Sosnowiec Południowa.

Durchfahrt in Oldenzaal. Foto: Coen Ormel

[DE] eisenbahn.jetzt neu nach Ratzeburg

Am 10.02.2026 hat die eisenbahn.jetzt erstmals eine Bedienung der letzten Meile ab Lübeck Hgbf absolviert. Mit einer der beiden unternehmenseigenen MaK G 1203 BB wurde ein Zug mit Rapsschrot auf Lizenz der Cargo Rail Solutions (CRS) in zwei Teilen zum Anschluss der BAT Agrar in Ratzeburg überstellt und zwei Tage später wieder nach Lübeck zurückgefahren. Die Fracht kam mit CTL Logistics aus Polen, in Deutschland sorgte die European Vision Rail (EVR) mit dem Subunternehmer eisenbahn.jetzt für die Traktion.

Rückfahrt der Leerwagen am 12.02.2026. Foto: Holger Stüben

[PL] Wójcik von Unipetrol zu EP Cargo

EP Cargo hat sich in Polen verstärkt: Tomasz Wójcik, zuvor von Januar 2021 bis Juli 2025 Director of Logistics bei der Unipetrol Group, ist seit Februar 2026 Vorstandsvorsitzender der EP Cargo-Töchter Spedica und EP Cargo Trucking in Polen.

[PL] Fünfmal höherer Eisenbahnfonds

In der polnischen Regierung sind die Gespräche mit dem Finanzministerium zur Ausstattung des Eisenbahnfonds („Fundusz Kolejowy“) abgeschlossen. Es sollen nicht wie zuvor 2 Mrd. PLN (474 Mio. EUR) feste Einnahmen für den Fonds sein, sondern jährlich 10 Mrd. PLN (2,37 Mrd. EUR) für die Modernisierung der polnischen Eisenbahn.

Es beginnen jetzt die legislativen Arbeiten zur Änderung des Gesetzes über den Eisenbahnfonds. Die Reform setzt eine Änderung der prinzipiellen Arbeitsweise des Fonds voraus, indem sie seine Rolle als Hauptinstrument zur Finanzierung von Infrastrukturinvestitionen von PKP PLK SA stärkt und den Anteil der Einnahmen aus dem Kraftstoffzuschlag erhöht.

Die erhöhte Finanzierung soll durch die geänderten Verbrauchssteuersätze auf Motorkraftstoffe und den Kraftstoffzuschlag sichergestellt werden, was zu einem Rückgang der Verbrauchssteuereinnahmen und einer Erhöhung der Kraftstoffzuschlagseinnahmen führen wird. Zusätzlich wird die Verteilung der Einnahmen aus dem Kraftstoffzuschlag zwischen dem Eisenbahnfonds, dem Nationalen Straßenfonds und dem Fonds zur Entwicklung des Bustransports geändert. Die neue Aufteilung soll sicherstellen, dass die zusätzlichen Einnahmen aus der Gebühr dem Eisenbahnfonds gutgeschrieben werden.

Begründet werden die Änderungen mit der wachsenden Rolle der Eisenbahnen in der Wirtschaft sowie ihre soziale und ökologische Bedeutung. Ziel der Reform ist es, einen nachhaltigen und transparenten Rahmen für die Schienenfinanzierung zu schaffen und die Investitionen unabhängig von EU-Mitteln zu machen. Der Wandel vom Straßenbau hin zur schnelleren Modernisierung der Eisenbahn soll nicht nur auf der Ebene von Erklärungen Priorität haben, sondern auch in spezifischen Entscheidungen der Regierung und des Infrastrukturministeriums sichtbar sein.

[PL] RCP cancelt Ausschreibung für MS-Loks

Das polnische Vermietunternehmen Rail Capital Partners (RCP) hat eine Ausschreibung für die Lieferung von 30 Mehrsystem-Elektrolokomotiven für den intermodalen Verkehr storniert. Die Entscheidung steht in direktem Zusammenhang mit der fehlenden Förderung durch das Programm Fundusze Europejskie na Infrastrukturę, Klimat, Środowisko 2021-2027 (FEnIKS).