[BA/HR] Una-Bahn soll BiH an die EU anschließen

Grafik: Arbalete / wikipedia

Kroatien und Bosnien und Herzegowina beabsichtigen seit Jahren, die grenzüberschreitende Strecke (Novi Grad –) Bihać [BA] – Knin [HR] wiederzubeleben. Bereits im Mai 2017 wurde eine „Initiative zur Inbetriebnahme der Una-Bahn“ unterzeichnet.

Der stellvertretende kroatische Premierminister und Minister für See, Transport und Infrastruktur Oleg Butković sagte nun am 21.01.2026 bei einem Treffen in Zagreb mit Edin Forto, dem Minister für Kommunikation und Verkehr von Bosnien und Herzegowina (BiH), dass Kroatien bereit sei, den Wiederaufbau der Una-Eisenbahn voll zu unterstützen und Schienenverkehrsdienste zwischen den beiden Ländern zu starten. Kroatien befindet sich in einer Phase wichtiger Investitionen in die Eisenbahn, im Rahmen dessen in den nächsten zehn Jahren etwa 6 Mrd. EUR investiert werden.

In Bosnien und Herzegowina läuft derzeit eine Studie für die Wiederbelebung der Strecke, die klare Lösungen und Maßnahmen festlegen sowie die Kosten für dieses Projekt abschätzen soll.

Die Sanierung und Wiedereröffnung der Una-Bahn gilt als eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte zur Stärkung der Bahnverbindungen zwischen Bosnien und Herzegowina und Kroatien, aber auch zur regionalen Anbindung, sie verbindet außerdem die kroatischen Städte Split und Zagreb mit Belgrad in Serbien.

Die Strecke ist 178 km lang, davon 124 km in Bosnien und Herzegowina und 54 km in Kroatien, ein großer Teil der Trasse verläuft entlang der Grenze und überquert an sieben Stellen die Grenzen der beiden Länder. In der Vorkriegszeit wurden jährlich 1,5 Mio. Fahrgäste und 4 Mio. t Fracht auf ihr transportiert. Derzeit wird der Abschnitt Loskun – Kulen Vakuf – Martin Brod – Knin nicht instandgehalten und verfällt.

Die Una-Bahn ermöglicht höhere Geschwindigkeiten als die Lika-Bahn Oštarije – Knin, und ist auch für Kroatien von besonderem Interesse, da sie insbesondere für den Güterverkehr eine große Kapazität für Verkehre zu und von den Häfen Split, Šibenik und Zadar bieten kann.

[SE] Reaktivierung der Lysekil-Linie

Nach acht Jahren der Untätigkeit hat die schwedische Verkehrsverwaltung (Trafikverket) beschlossen, die Wartung für die Strecke Munkedal – Lysekil wieder aufzunehmen, wenn die Regierung Mittel für eine Modernisierung der Strecke bewilligt.

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Es sollen „Sondermittel in dem Umfang bereitgestellt werden, der für die Erneuerung der Strecke erforderlich ist“, v. a. zum Transport militärischer Güter. Die Kosten betragen etwa 31 Mio. SEK (2,9 Mio. EUR). Ungefähr 10.000 Schwellen müssen ersetzt werden, aber es wird keinen Gleisaustausch geben und die Oberleitung wird nicht wiederherstellt. Die Strecke wird so ausgebaut, dass ein begrenzter Verkehr mit Diesellokomotiven mit maximal 40 km/h möglich ist.

Für weitere 91 Mio. SEK (8,5 Mio. EUR) könnte auf der Lysekil-Linie wieder ein täglicher Verkehr mit Güterzügen abgewickelt werden, jedoch mit Geschwindigkeitsbegrenzungen an mehreren Bahnübergängen, deren Anlagen ebenfalls abgebaut worden sind.

Die Lysekil-Linie ist seit der Einstellung des einst umfangreichen Güterverkehrs (zwei Zugpaare täglich nach Uddevalla) im Jahr 2010 in Verfall geraten. Im Sommer 2021 wurde die Oberleitung abgebaut, nachdem Kupferdiebe 1000 m davon gestohlen hatten. Die Streitkräfte wiesen jedoch 2022 darauf hin, dass Schwedens Versorgungssicherheit und die Fähigkeit, das Gastland zu unterstützen, durch eine robuste und redundante Verkehrsinfrastruktur gestärkt werden müssen. In dieser Hinsicht sind Westschweden und die Verbindungen zur Nordsee von strategischer Bedeutung.

2024 wurde Schweden Vollmitglied der NATO, und in der kürzlich eingereichten Stellungnahme der schwedischen Streitkräfte zum Vorschlag der Schwedischen Verkehrsverwaltung für den Nationalen Plan für Infrastruktur 2026–2037 werden Zugänglichkeit, Betriebssicherheit, Redundanz, die Möglichkeit alternativer Strecken, hohe Tragfähigkeit und Kapazität betont. Aus diesem Grund werden derzeit auch die Strecken Jörn – Arvidsjaur und Bollnäs – Edsbyn (– Orsa) freigeschnitten, damit die Schwedische Verkehrsverwaltung die Möglichkeit eines zukünftigen Verkehrs auf den beiden Abschnitten untersuchen kann.

[HU] Reaktivierung Böhönye – Somogyszob deutet sich an

Auf der Strecke Balatonszentgyörgy – Somogyszob gibt es auf dem südlichen Abschnitt seit einigen Jahren keinerlei Verkehr mehr, da eine durch starke Regenfälle verursachte Überschwemmung am 25.07.2020 bei Felsőbogátpuszta den mehrere Meter hohen Bahndamm auf einem 30 m und einem 50 m langen Abschnitt vollständig weggespült hat. Der planmäßige Personenverkehr auf der Strecke ist seit dem 13.12.2009 eingestellt.

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Heute besteht auf dem nördlichen Abschnitt von Balatonszentgyörgy bis Böhönye Güterverkehr (Holz in die Slowakei und Getreide nach Norditalien), wobei regelmäßig Züge von Mesztegnyő und Marcali abfahren. Vor einem Jahr wurde ab dem 12.12.2024 der Streckenabschnitt von Mesztegnyő in das zuvor abgeschnittene Böhönye renoviert. Der weitere Abschnitt bis Somogyszob ist vollständig mit Vegetation überwuchert und das Gleis hängt teilweise in der Luft.

Zweieinhalb Wochen nachdem jetzt der Sonderreisezug „Boronka-Express“ am 24.10.2025 auf dem befahrbaren Abschnitt bis Böhönye fuhr, begann die MÁV mit Arbeiten zur Gleisreinigung und dem Beseitigen von Büschen, gefolgt von Erkundungsbohrungen in Felsőbogátpuszta, wo die Flut den Damm weggespült hatte. Bislang gibt es keine offiziellen Informationen darüber, was genau geschieht. Laut Valentin György-Dávid, Vertreter der Kommunalverwaltung von Böhönye, Vizepräsident der Pannonvasút-Vereinigung (und Organisator des Boronka-Sonderzuges), ist es wahrscheinlich, dass die aktuellen Maßnahmen mit der erwarteten Renovierung der Strecke 30 zwischen Balatonszentgyörgy und Nagykanizsa zu tun haben, was zu einer vollständigen Streckensperrung dieses Abschnitts führen wird. In einer solchen Situation sei es äußerst wichtig, dass die Strecke 37 wieder durchgehend fahrbar ist, da Marcali nicht monatelang ohne Bahnverbindung bleiben kann.

[DE] Kreisbahn nach Hünxe reaktiviert

Ende 2025 wurde die „Oststrecke“ der Kreisbahn und Hafenbahn Emmelsum Richtung Industriepark Hünxe-Bucholtwelmen nach 20 Jahren wieder in Betrieb genommen. Der 4,2 km lange Abschnitt am Niederrhein war 1960 zur Anbindung der damaligen und Ende 1985 geschlossenen BP Ruhr-Raffinerie gebaut worden. Nach Aufgabe der übrigen Anschlüsse war der Ostast von 2005 bis 2025 gesperrt.

Im Rahmen der maßgeblich von der Hafengesellschaft DeltaPort initiierten und umgesetzen und eigentlich schon für 2022 angedachten Reaktivierung wurde 1 Mio. EUR investiert, das Land Nordrhein-Westfalen förderte diesen Betrag mit 75 %.

Ein erster, von der Eisenbahngesellschaft Potsdam (EGP) traktionierter Zug brachte am 19. Dezember 2.500 Tonnen recyceltes Füllmaterial für den Bahnhof Voerde-Friedrichsfeld zur HDB Recycling. Ein Video dazu findet sich auf instagram.com.

Foto: DeltaPort

[RO] Stahlwerk Oțelu Roșu bekommt wieder Schienenanschluss

Im Oktober 2025 begannen durch das Bauunternehmen NESS Project Europe Sanierungsarbeiten an der Werkbahn im Stahlwerk Oțelu Roșu (bis zur Privatisierung 1999 firmierte es als Socomet, später als Gavazzi Steel). Die Wiederherstellung der Eisenbahninfrastruktur ist für den Transport von Rohstoffen und Fertigprodukten zur Produktion von Bewehrungsstahl und Draht für die großen Infrastrukturprojekte der UMB Group unerlässlich.

Im Januar 2025 erwarb Dorinel Umbrărescu, der „größte“ Unternehmer im Bereich Straßenbau (UMB, Tehnostrade, etc.), für etwa 141,65 Mio. RON (27,8 Mio. EUR) das Werk Oțelu Roșu im Landkreis Caraș-Severin über das Unternehmen Eco Wind Power, das seiner Familie gehört. Die Familie Umbrărescu beabsichtigt, 300 Mio. EUR zu investieren, um die Produktion in der seit 2012 geschlossene Anlage wieder aufzunehmen. Der Plan sieht die Schaffung von 100 bis 150 Arbeitsplätzen in der ersten Phase vor, mit einer anschließenden Erhöhung auf 300 bis 400 Mitarbeiter bis zum nächsten Jahr.

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Das Werk in Oțelu Roșu/Ferdinandsberg ist eines der ältesten der Welt und ist seit fast 230 Jahren in Betrieb, wobei es erstmals 1796, zur Zeit des Habsburgerreichs, dokumentiert wurde. Im Laufe der Zeit durchlief es mehrere Eigentümerwechsel und Phasen des Niedergangs, 2012 wurde es aufgrund der angehäuften Schulden geschlossen.

Die zum Werk führende Eisenbahnstrecke Caransebeș – Bouțari (– Subcetate) ist derzeit voller Vegetation und Sträucher und muss dafür bis Oţelu Roşu von der CFR wiederhergestellt werden.

[CZ] Nach 30 Jahren wieder Güterverkehr nach Hevlín

Nach etwa 30 Jahren kam am 05.12.2025 erstmals wieder ein Güterzug in Hevlín an. Dieser wurde in Zusammenarbeit mit ČD Cargo und der Spolkem pro veřejnou dopravu na jihozápadní Moravě (SVD-JZM) vom Betreiber Railway Capital (RC) organisiert.

Foto: Hattrick Transport

Die Organisation der Beförderung von Holzschwellen übernahm Hattrick Transport für die Gemeinde Hevlín als Eigentümerin der Strecke ist. Für das Transportunternehmen, denen auch die dafür eingesetzte Lokomotive des Typs T 211.1 gehört, sprach die Lage der Schwellen an einem für den Straßenverkehr schwer zugänglichen Ort für die Durchführung eines Bahntransports.

Die Südmährische Lokalbahn von Hrušovany nad Jevišovkou-Šanov/Grusbach-Schönau nach Hevlín/Höflein(Thaya) wurde 1870 als Teil einer alternativen Strecke von Wien nach Brünn durch die k.k. priv. Österreichisch-Ungarischen Staatseisenbahngesellschaft (StEG) erbaut. In den 1990er Jahren gab es Bemühungen, den seit 1948 vakanten Lückenschluss auf 3,4 km Länge nach Österreich wiederherzustellen, was jedoch nicht geschah. Die derzeitige Bürgermeisterin von Laa an der Thaya will diesen im Gegensatz zu ihrem Vorgänger Manfred Fass nicht, weil sie befürchtet, dass Züge die Milchproduktion der Kühe verringern könnten.

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Ab 2010 fuhren nach Hevlín gar keine regelmäßigen Züge mehr, weshalb sie zur Liquidation vorgesehen war. Die Gemeinde Hevlín kaufte daraufhin die sieben Kilometer lange Strecke im Februar 2020 für 2,2 Mio. CZK (rd. 90.000 EUR) von der staatlichen tschechischen Eisenbahnverwaltung (Správa železniční dopravní cesty; SŽDC) und wählte Railway Capital als Betreiber aus. Im November 2020 wurde die Strecke als eine der ersten im Land in die neue Kategorie als „Lokalbahn“ umklassifiziert.

Es soll nicht der letzte Materialtransport nach Hevlín gewesen sein, nach Neujahr sind weitere angedacht.

[DE] Hafenbahn Kelheim modernisiert

Mit Unterstützung des Freistaats Bayern wurde die Hafenbahn Kelheim modernisiert und ausgebaut. Die offizielle Übergabe erfolgte am 21.12.2024 durch Staatsminister Florian Herrmann.

Die 1875 eröffnete Strecke Saal (Donau) – Kelheim verlor 1988 den Personenverkehr und mit Konkurs 1993 mit dem Zellstoffwerk den Güterkunden am Streckenende. Seit 1998 wurde die Strecke ab dem Anschluss der Zellwolle-Fabrik stillgelegt – 2015 folgte die Entwidmung.

[DE] Anschlussbahn Trollenhagen reaktiviert

Die Anschlussbahn Neubrandenburg – Trollenhagen (ANT) wurde reaktiviert. Die von der mv infra GmbH als Tochter des Nutzers TDC Technical Duroplastic Constructions übernommenen Gleise wurden am 29.04.2024 erstmals seit den 1990er Jahren wieder von DB Cargo befahren. Geplant sind drei Züge pro Woche, TDC erspart sich mit der Reaktivierung die Lkw-Umfuhr aus Weitin. Die Betriebsführung der ANT in Form von Anschlussbahnleiter und Vertreter stellt die TME-Torsten Meincke Eisenbahn.

Die Genehmigung durch den Landesbeauftragten für Eisenbahnaufsicht liegt seit dem 04.10.2023 vor. Nach einigen Sanierungsarbeiten und umfangreichem Vegetationsrückschnitt konnte am 05.04.2024 eine Probe- und Einweisungsfahrt mit der DB Cargo zum Gewerbegebiet Trollenhagen-Hellfeld durchgeführt werden.

Band durchschneiden – links: Werksleiter Mario Weigang, rechts: Geschäftsführer Daniel Welker. Foto: Torsten Meincke
Ankunft der Rangierfahrt an der Ladestelle. Foto: Torsten Meincke

Kaolinabfuhr statt Stilllegung

Mit der sich abzeichnenden Wiederaufnahme des Kaolinabbaus im Sudetenvorland bei Vidnava/Weidenau durch die Gesellschaft „Vidnavský kaolin“ soll die zur Stilllegung vorgesehene Lokalbahn Velká Kraš – Vidnava wiederbelebt werden. Der Ausblick auf den Kaolinabbau beträgt 20 Jahre, wobei der Rohstoff ab Vidnava ausschließlich per Eisenbahn transportiert werden soll.

Die Revitalisierung wurde schon mit dem staatlichen tschechischen Eisenbahninfrastrukturbetreiber Správa železnic (SŽ) besprochen, möglicherweise wird dann auch der 2010 eingestellte Personenverkehr wiederaufgenommen. Es finden Verhandlungen unter Beteiligung von EVU über den zukünftigen Fahrplan in Richtung Hanušovice/Hannsdorf statt. Es kann mit zwei Zugpaaren täglich um die 1.800 t Material mit zwei Zehn-Wagen-Garnituren (Sggrrs Innowaggon Rocktainer, jeder Wagen mit vier Containern) und vier Loks der Reihe 753.7 abgefahren werden (2 Tfz vorn, 2 Tfz hinten). Für den Rangierbetrieb wird eine Lok der Reihe 714 mit CNG (komprimiertes Erdgas) zum Einsatz kommen.

Die nicht genutzte, 4,5 km lange Strecke stand seit Jahren auf der Abschussliste der SŽ, nicht mal bei der Gemeinde gab es Interesse auf eine kostenlose Übernahme der Infrastruktur, weshalb seit Februar 2019 beim Verkehrsministerium das Verwaltungsverfahren zur Streckenstilllegung lief, welches auf Basis der Information über laufende Untersuchungen der Kaolinlagerstätte zurückgezogen wurde.

In Vidnava wird bereits seit dem Jahr 1786, in größerem Maßstab ab 1816 bis in die 1970er Jahre Kaolin abgebaut, die letzten Aktivitäten erfolgten in den 1990er Jahren. Das Kaolin soll per Bagger an der Oberfläche abgebaut und auf der Trasse einer von 1921 bis 1955 betriebenen 600-mm-Grubenbahn per Förderband zum Bahnanschluss befördert werden.

DB reaktiviert stillgelegte Strecken

Die Deutsche Bahn (DB) wird 20 Strecken mit einer Länge von 245 Kilometern für den Bahnbetrieb reaktivieren. Bei den Strecken handelt es sich um einen ersten Teil zuvor stillgelegter Trassen, auf denen künftig wieder Personen- oder Güterverkehr stattfinden soll. Ein Team der DB hatte in den vergangenen Monaten ein Streckenportfolio in ganz Deutschland mit insgesamt rund 1.300 Kilometern Länge ermittelt, für das verkehrliches Potenzial besteht. Bei einem Großteil lohnt sich bei Abwägung von Kosten und Nutzen die Wiederinbetriebnahme.

Die DB stellte ihre Pläne am 22.06.2021 auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den Branchenverbänden Allianz pro Schiene und dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) in Berlin vor.