Zwischenzeitlich beantwortete die Roland Spedition eine Anfrage der Redaktion zum Traktionspartner 2026:
„Wir ändern nichts an dem bewährten Prozess bei der Auswahl des Traktionärs für das Folgejahr und befinden uns zur Zeit in der Evaluierung für 2026.“ sagte CEO Christian Gutjahr in einer Email an die Redaktion.
Nach Branchengerüchten wechselt die Traktion der Intermodalverkehre der Roland Spedition zum Jahresende 2025 von der Wiener Lokalbahnen Cargo (WLC) zur METRANS Rail. Sollte dies zutreffen verliert die Tochter der Wiener Stadtwerke ihren Hauptkunden. Und das zu einem Zeitpunkt, wo das Unternehmen zum Kauf angeboten wird. Anfragen der Redaktion blieben unbeantwortet.
Hintergrund der Veränderung dürfte der mehrheitliche Einstieg der METRANS-Mutter HHLA bei der Roland Spedition sein.
Zur weiteren Umsetzung ihrer auf Wachstum und Innovation ausgerichteten Strategie beteiligt sich die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) mehrheitlich an der Roland Spedition GmbH, einem der größten eigentümergeführten Container-Operateure für Hinterlandverkehre in Österreich. Mit der Akquisition sicher sich die HHLA vor allem Marktanteile auf dem Korridor deutsche Nordseehäfen – Österreich und somit einem Segment, in dem die HHLA-Tochter METRANS bislang nicht stark vertreten war.
Die HHLA übernimmt 51 % der Anteile, die übrigen 49 % verbleiben bei den beiden Mitgesellschaftern Christian Gutjahr und Nikolaus Hirnschall, die auch weiterhin die Geschäfte führen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Vollzug der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt unterschiedlicher aufschiebender Bedingungen, insbesondere wettbewerbsrechtlicher Genehmigungen.
Beteiligungsstruktur. Hera und ROL wurden erst im Herbst 2023 gegründet – im Vorgriff auf den HHLA-Deal? Grafik: Eigene Darstellung mit Daten firmenabc.at
Die Roland Spedition GmbH wurde 1982 als Joint Venture des österreichischen Logistikers Heinz Gutjahr und der Bremer Roland Spedition gegründet. Nach dem Tod des Firmengründers übernimmt dessen Frau Renate Gutjahr 1991 den Betrieb, unterstützt von Co-Geschäftsführer Johannes Blanka, der das Unternehmen als Prokurist von Anfang an geprägt hat. Die Familie Gutjahr übernimmt 1997 alle Anteile der Bremer Spedition – der „Bremer Roland“ ist aber auch heute noch Bestandteil des Firmenlogos.
Roland übernimmt 2001 mit Confracht den größten, privaten Mitbewerber und wird damit zur eigentümergeführten Nummer Eins am österreichischen Containermarkt. 2005 übernehmen die heutigen Geschäftsführer Christian Gutjahr und Nikolaus Hirnschall das Unternehmen.
Im Geschäftsjahr 2022 (Vorjahreszahlen in Klammern) erzielte die Roland Spedition GmbH einen Umsatz von 77,687 Mio. EUR (70,359) und einen Jahresüberschuss von 5,702 Mio. EUR (2,930).
Grafik: Roland Spedition
Die Roland Spedition beschäftigt rund 50 Mitarbeiter an zwei Standorten in Österreich und verzeichnet ein jährliches Aufkommen von 130.000 TEU. Das Netzwerk erstreckt sich über Mittel- sowie Südeuropa und verbindet die Seehäfen Hamburg, Bremerhaven, Rotterdam und Antwerpen sowie Koper und Triest mit dem Hinterland.
Die Traktion der eigenen Züge zwischen den deutschen Nordseehäfen und Österreich übernimmt seit über zehn Jahren die Wiener Lokalbahnen Cargo (WLC).
Ab Oktober 2023 verbindet die Roland Spedition wieder Wilhelmshaven mit Österreich per Direktzug. Der Zug wird jeden Montag von Wilhelmshaven direkt zu den österreichischen Terminals Enns/Wien/Graz verkehren und jeden Samstag ex Österreich abfahren.
Die Roland Spedition erweitert ihr intermodales Netzwerk und startete am 11.06.2021 eine neue wöchentliche Bahnverbindung zwischen Wilhelmshaven und den österreichischen Terminals Wien / Enns / Graz. Die erste Meile übernehmen die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (evb), die Langstrecke die Wiener Lokalbahnen Cargo (WLC).