SBB (Cargo): Lohnverhandlungen abgeschlossen

Die SBB und ihre Sozialpartner SEV, transfair, VSLF und KVöV haben in den zurückliegenden Wochen wie im Gesamtarbeitsvertrag (GAV) vorgesehen die Lohnmaßnahmen für das Jahr 2024 für die GAV-Mitarbeiter von SBB und SBB Cargo verhandelt. Die Parteien haben sich darauf geeinigt, dass die SBB generelle und individuelle Maßnahmen in Höhe von 2,0 Prozent der Lohnsumme umsetzt. Zudem erhalten die Mitarbeiter eine Einmalprämie als Teilausgleich der Inflation.

Per 01.05.2024 setzt die SBB folgende Lohnmaßnahmen um:

  1. Generelle Lohnerhöhungen von 1,0%
  2. Mittel für individuelle Lohnmaßnahmen gemäß Lohnsystem im Umfang von insgesamt 1,0%
  3. Einmalprämie je Mitarbeiter als Teilausgleich der Inflation: Arbeitspensum 50% oder höher: CHF 1000, Arbeitspensum unter 50%: CHF 500. Die Einmalprämie wird bereits mit dem Januarlohn 2024 ausbezahlt.

SBB Cargo: Zulassung für automatische Bremsprobe

Das Bundesamt für Verkehr der Schweiz hat die Typenzulassung für die automatische Bremsprobe erteilt. Damit kann SBB Cargo die Zugabfertigung schneller und sicherer durchführen. Die automatische Bremsprobe soll ab Mitte 2024 auf weitere Verkehre ausgerollt werden.

Die automatische Bremsprobe ist eine Innovation der Entwicklungsgemeinschaft mit SBB Cargo, PJM und Rail Cargo Austria (RCA). SBB Cargo hat die Entwicklung bis zur Typenzulassung vorangetrieben. Heute sind knapp 200 Wagen von SBB Cargo mit dem System der automatischen Bremsprobe ausgerüstet.

Neue SBB Cargo Werkstatt in Chiasso eröffnet

Nach eineinhalb Jahren Bauzeit und einer Gesamtinvestition von mehr als
12 Mio. CHF hat die SBB am 03.11.2023 die renovierte SBB Cargo Werkstatt in Chiasso präsentiert.

Diese wurde am Standort der alten Werkhalle gebaut, die nach 60 Dienstjahren nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprach. Die Grundzüge des ehemaligen Gebäudes wurden jedoch in der neuen Halle aufgenommen und nach Bauherreneinschätzung zeitgerecht interpretiert. Highlight der neuen Werkstatt ist die Unterflurdrehbank. Damit schafft SBB Cargo an zentraler Stelle einen „One-Stop-Shop“»“ für die Reprofilierung von Lokomotiven, Güterwagen und Triebzügen. Aufgrund der effizienten Abwicklung sämtlicher Arbeiten an einem Standort sowie der direkten Rückführung der Fahrzeuge nach Reprofilierung in den Betrieb lassen sich die Durchlaufzeiten bei den Lokomotiven von SBB Cargo um bis zu einem Drittel zugunsten der Fahrzeugverfügbarkeit beschleunigen. In der neuen Werkstatt werden nicht nur die Fahrzeuge von SBB Cargo und Dritten im Güterverkehr gewartet – auch die grenzüberschreitenden TILO-Züge profitieren von den Dienstleistungen auf der Unterflurdrehbank nahe ihrem Einsatzgebiet.

Blick auf die neue Werkstatt von SBB Cargo in Chiasso. Foto: SBB Cargo

Mit einer Gesamtfläche von 2.000 Quadratmetern ist die neue Werkstatt länger und breiter als ihre Vorgängerin. Zudem verfügt sie mit der Reprofilierungslinie neu über ein zusätzliches viertes Gleis. In der neuen Werkstatt von Chiasso werden rund
30 Mitarbeiter beschäftigt sein, davon 20 für die Instandhaltung der Güterwagen,
acht für die Reprofilierung und drei in der Technik und Administration. Damit arbeiten zusammen mit der bestehenden Werkstatt für Lokomotivinstandhaltung
50 Mitarbeiter in der Serviceanlage Chiasso.

PRESS Re 482 zurück beim Voreigentümer

Eine Streckensperrung in der Schweiz war Grund für die befristete Anmietung von zwei ehemaligen SBB Cargo-Loks durch die schweizer Güterbahn.

Die eingleisige Strecke von Basel Bad nach Kleinhüningen Hafen bzw. in den Basel Badischen Rangierbahnhof war vom 04. bis 16.10.2023 im Rahmen des zweigleisigen Ausbaues gesperrt. Züge aus Basel RB / Muttenz zum Hafen verkehrten während der Sperrung via Weil am Rhein und die Schlaufe in den Basel Bad RB samt Kopfmachen. Für das Befahren waren E-Loks mit breitem Schleifstück obligatorisch, so dass die an die Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn (PRESS) veräußerten Re 482 031 (185 061) und 033 (185 063) kurzzeitig zurückgemietet wurden.

185 061 + 063 / Basel RB

SBB Cargo: Am 843 nun im Leasing

SBB Cargo steht vor einer Erneuerung der Lokomotivflotte in den nächsten zehn Jahren. Als wichtigen Schritt dazu erfolgte vor kurzem die Vertragsunterzeichnung für das “Sale & Lease back” der Am 843-Flotte. Der Verkauf sichert die Flexibilität von SBB Cargo – im Betrieb ändert sich damit nichts. 

Das Lokportfolio von SBB Cargo soll künftig aus Standardfahrzeug-Typen bestehen, um Synergien zu schaffen und eine Flexibilität im Betriebseinsatz zu erzielen. Dazu setzt SBB Cargo auf moderne Hybridlokomotiven mit Stromabnehmer und Batterie. Dafür wird nun die Basis geschaffen: SBB Cargo verkauft die 44 Diesellokomotiven und mietet sie für mindestens fünf Jahre und bis zum Einsatz moderner Hybridlokomotiven zurück.  

Nach der Nutzungsdauer bei SBB Cargo soll eine Weiterverwendung der Lokomotiven im Ausland erfolgen. 

Am 843. Foto: SBB CArgo

SBB Cargo wird wieder verstaatlicht

Die SBB Cargo AG wird wieder eine 100-prozentige SBB Tochtergesellschaft. Die Minderheitsaktionärin Swiss Combi (Planzer, Camion, Galliker, Bertschi) verkauft ihren Aktienanteil von 35 Prozent an die SBB und wird strategische Partnerin. Zum neuen Konzernleitungsmitglied für den Güterverkehr ist per 26.06.2023 Alexander Muhm ernannt worden, der heutige Leiter von SBB Immobilien. Bei der SBB Cargo AG löst er Désirée Baer ab, die das Unternehmen seit 2020 leitet. Die SBB bedankt sich auch beim bisherigen Segmentsleiter Güterverkehr, Nicolas Perrin, „für seinen großen Einsatz“.

Mit dem Rückkauf der Aktien und der neuen Leitung Güterverkehr will die SBB den Güterverkehr verstärkt und aus einer Hand führen. Die bisherige Segmentsleitung Güterverkehr hatte auf Mandatsbasis eine koordinative Aufgabe inne und war nicht Mitglied der Konzernleitung. Neu wird der Güterverkehr wieder auf Stufe SBB Konzern geleitet. Damit vereinfacht die SBB die Führungsstruktur und bereitet sich auf eine mögliche staatliche Förderung beim Einzelwagenladungsverkehr vor.

SBB Cargo: Terminal in Rothenburg eröffnet

Am 30.03.2023 hat SBB Cargo das Terminal in Rothenburg feierlich eröffnet. Das Terminal im Herzen der Schweiz ist seit Januar 2023 an das Netz des kombinierten Verkehrs von SBB Cargo angeschlossen.

Foto: SBB Cargo

Die Firma Iemoli Trasporti transportierte am 12. Januar den ersten Sattelauflieger. Seitdem wurden im Terminal Rothenburg 1.062 Tonnen Güter verladen.

SBB: Verlust wegen Energie und Cargo

Die SBB hat sich 2022 mehrheitlich erholt: Es reisten wieder deutlich mehr Personen mit der SBB, der Stand vor Corona 2019 wurde jedoch noch nicht erreicht. Mehr Kundinnen und Kunden brachten mehr Erträge, besonders im Fernverkehr. Doch das Jahresergebnis blieb mit -245 Millionen Franken erneut negativ: Grund dafür sind der Verlust bei Infrastruktur Energie und eine Wertberichtigung bei der SBB Cargo AG.

Ohne Verlust bei Infrastruktur Energie (-165 Millionen Franken) und der Wertberichtigung auf den Anlagen der SBB Cargo AG (-83 Millionen Franken) hätte die SBB eine schwarze Null erreicht. Die Wertberichtigung war aufgrund der gedämpften wirtschaftlichen Aussichten sowie der unsicheren künftigen finanziellen Förderung des Einzelwagenladungsverkehrs notwendig. Der Krieg in der Ukraine führte zu negativen Auswirkungen auf Lieferketten. Dazu kamen gestiegene Energiekosten und inflationsbedingt höhere Preise und Zinsen. Die SBB musste mehr Strom am Markt kaufen, da es im Sommer sehr wenig geregnet hat. Dies, um ihre Stauseen angesichts einer möglichen Energiemangellage im Frühjahr 2023 zu schonen.

Die Schulden sind 2022 um 2,5 Prozent auf über 11 Milliarden Franken gestiegen (+27,7 Prozent gegenüber 2019). Bis 2030 setzt die SBB deshalb Kosten- und Effizienzmaßnahmen von rund 6 Mrd. CHF um.