[DE] Rail Port Güstrow offiziell eröffnet

Mit einer feierlichen Zeremonie ist der Rail Port Güstrow der Schienen-Infrastrukturgesellschaft Prignitz (SIP) am 27.08.2025 offiziell in Betrieb genommen worden. Die Tochter der DESAG-Gruppe hatte Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Logistikbranche geladen, die mit einem Triebwagen der SIP-Schwester HANSeatischen Eisenbahn anreisten.

Sascha Zimmermann als Bürgermeister der Stadt Güstrow und Dr. Ralf Böhme als Vorstand der Deutschen Eisenbahn Service AG (DESAG) hegten in ihren Ansprachen große Hoffnungen in das Projekt. Die Stadt hatte das 32 ha große und seit 2009 brachliegende Areal der ehemaligen Zuckerfabrik erworben und plant die Ansiedlung von Unternehmen. Eine erste Fläche mit 5.000 qm sei bereits vermittelt hieß es auf dem Termin.

Auch für diese (potenziellen) Nutzer ist die Schieneninfrastruktur gedacht. Als ersten Schritt sollen vorhandene Flächen für den Umschlag von Schüttgütern (Baustoffe, Düngerkalk) sowie Zuckerrüben genutzt werden. Böhme sieht den Standort zudem als Teil des größeren Infrastrukturprojekts „Karower Kreuz 365+“, das insbesondere die Nord-Süd-Achse Güstrow – Pritzwalk stärken und so perspektivisch für den regionalen und überregionalen Schienengüterverkehr an Bedeutung gewinnen soll.

Offizielle Eröffnung des „Rail Port Güstrow“ mit (von links) Dr. Ralf Böhme (Vorstand der Deutschen Eisenbahn Service AG (DESAG)), Sascha Zimmermann (Bürgermeister der Stadt Güstrow), Marvin Guthke (Prokurist Schienen-Infrastrukturgesellschaft Prignitz mbH (SIP)), Thomas Becken (Inhaber DESAG, Geschäftsführer SIP). Foto: Karl Arne Richter

[DE] Anschlussbahn in Güstrow reaktiviert

Die Schienen-Infrastrukturgesellschaft Prignitz (SIP), ein Unternehmen der ENON Unternehmensgruppe, hat gemeinsam mit der Stadt Güstrow „einen wichtigen Schritt zur Stärkung des Schienengüterverkehrs in der Region“ unternommen: Die Anschlussbahn auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik wird aktuell reaktiviert.

Bereits im Februar 2025 begannen die ersten Arbeiten zur Wiederinbetriebnahme. In Zusammenarbeit mit dem Bauhof der Stadt Güstrow wurde das stark zugewachsene Gleis freigeschnitten, vermessen und anschließend so weit instandgesetzt, dass es nun wieder mit Schrittgeschwindigkeit befahrbar ist. Nach erfolgreicher Freigabe durch die zuständige Landeseisenbahnaufsicht kann der Betrieb aufgenommen werden.

Ab dem 01.09.2025 steht der neue „Rail Port Güstrow“ bereit: Geplant ist der Umschlag landwirtschaftlicher Produkte, Baustoffe sowie perspektivisch auch von Containern.

Foto: SIP

SIP/ABEG: Anschluss in Blumenthal reaktiviert

In Blumenthal an der Bahnstrecke Neustadt (Dosse) – Pritzwalk wurde im Oktober 2023 die 1989 erbaute, aber planmäßig nie befahrene Anschlussbahn der Kleingemeinde wieder bedient. Vorausgegangen war eine Instandsetzung sowie die Vermietung vom aktuellen Eigentümer Danny Siemon-Wenzel an die Schienen-Infrastrukturgesellschaft-Prignitz (SIP).

Vor Ort stehen drei Gleise mit einer Nutzlänge von 600 m zur Verfügung: Ein Abstellgleis sowie zwei Verladegleise. Eine betonierte Ladestraße ermöglicht den Umschlag von Gütern.

Die erstmalige Befahrung erfolgte am 20.10.2023 durch die Anhaltinisch-Brandenburgische Eisenbahngesellschaft (ABEG) mit Waggons, die dort abgestellt wurden. Weitere Fahrten sind geplant.

Foto: ABEG

Anschlussgleis in Karstädt reaktiviert

In Karstädt nahe Wittenberge wird das Anschlussgleis des Dachziegelwerk Karstädt der BMI Group (vormals Braas) seit Anfang März 2022 wieder genutzt. Zuvor waren die Gleisanlagen 14 Jahre nicht befahren worden. Die Reaktivierung ermöglicht die Reduzierung eines bisherigen Straßennachlaufes auf einen innerbetrieblichen Lkw-Shuttle.

Initiator der Wiederinbetriebnahme ist die ENON Gesellschaft. Deren Tochtergesellschaft Schienen-Infrastrukturgesellschaft-Prignitz (SIP) pachtet das Anschlussgleis von BMI und setzte es für rund 50.000 EUR Instand. Seit 06.03.2022 bringt die ENON-Tochter Eisenbahngesellschaft Potsdam (EGP) im 14-tägigen Rhythmus Ton aus dem Westerwald auf der Schiene von Bendorf nach Karstädt. Die intermodalen Ladeeinheiten waren seit Januar 2019 im ElbePort Wittenberge auf Lkw umgeladen und nach Karstädt gebracht worden.

Diesen 28 km langen Weg auf der Straße spart man nun ein. Ein Mitarbeiter der EGP-Schwester TUL agroservice übernimmt mittels neu in Karstädt stationiertem Reach-Stacker die Umladung sowie die Umfuhr bzw. Entleerung im Werk mit einem Lkw inklusive Kippchassis.

Die reaktivierte Anschlussbahn in Karstädt. Rechts die Gleise der Hauptstrecke Hamburg – Berlin. Foto: SIP