{"id":48771,"date":"2024-09-03T11:52:45","date_gmt":"2024-09-03T09:52:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.railfreight.eu\/dr-ne\/?p=48771"},"modified":"2024-09-03T12:01:35","modified_gmt":"2024-09-03T10:01:35","slug":"de-bahnverbaende-trennung-netz-von-konzern-unverzichtbar","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.railfreight.eu\/dr-ne\/2024-09-03-de-bahnverbaende-trennung-netz-von-konzern-unverzichtbar\/","title":{"rendered":"[DE] Bahnverb\u00e4nde: Trennung Netz von Konzern unverzichtbar"},"content":{"rendered":"\n<p>DIE G\u00dcTERBAHNEN, mofair, VPI und der Fahrgastverband PRO BAHN haben acht Monate nach dem offiziellen Start der neuen, angeblich \u201egemeinwohlorientierten\u201c Schieneninfrastrukturgesellschaft DB InfraGO AG auf einer gemeinsamen Veranstaltung in Berlin eine Zwischenbilanz gezogen.<br><br>Die Performance der InfraGO ist nach Aussage der Verb\u00e4nde angesichts schlecht geplanter Baustellen, Unterfinanzierung und wachsender Frustration in den Reihen der nicht zu beneidenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter gesunken. In einem Forderungskatalog raten die vier Verb\u00e4nde zu einer gro\u00dfen Bahnreform, die unter anderem das nat\u00fcrliche Monopol der Infrastruktur aus dem auf Gewinne orientierten und gleichzeitig strauchelnden Gesamtkonzern der DB herausl\u00f6st.<br><br>Neele Wesseln, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der G\u00dcTERBAHNEN, bilanzierte in ihrer Gesamtanalyse f\u00fcr die einladenden Verb\u00e4nde: \u201eDB und Verkehrsministerium hatten ihre Chance. Aber trotz vollmundiger Versprechen ist seit der Gr\u00fcndung der InfraGO nichts besser geworden, daf\u00fcr vieles noch schlechter. Alle Eisenbahnverkehrsunternehmen arbeiten am Limit und die Kosten explodieren. Wir sind uns sicher: nur die Herausl\u00f6sung der Schieneninfrastrukturen aus dem DB-Konzern l\u00f6st nicht alle Probleme, aber die Trennung ist als Teil der Probleml\u00f6sung unverzichtbar.\u201c<br><br>Dr. Matthias Stoffregen, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer mofair: \u201eDie Ampelparteien waren im Koalitionsvertrag wie ein Tiger gestartet, haben sich dann aber vom kommunikativen Trommelfeuer des integrierten DB-Konzerns einsch\u00fcchtern lassen. Am Ende sind sie als Bettvorleger gelandet. Aus \u201aGemeinwohlorientierung\u2018 wurde \u201aGeneralsanierung\u2018 \u2013 und nichts sonst. Als Branche sehen wir nur h\u00f6here Kosten f\u00fcr die Schieneninfrastruktur \u2013 ohne irgendwo nachweisbare bessere Qualit\u00e4t. Eine k\u00fcnftige Bundesregierung muss Monopol- und Wettbewerbsbereich endlich klar trennen. Nur so wird transparent, wo und wie genau die dringend ben\u00f6tigten zus\u00e4tzlichen Mittel f\u00fcr die Infrastruktur am effizientesten eingesetzt werden m\u00fcssen.\u201c<br><br>Prof. Dr. Lukas Iffl\u00e4nder, stellvertretender Vorsitzender Fahrgastverband PRO BAHN: \u201cMit der bisherigen InfraGO sind wir bestenfalls zu zehn Prozent am Ziel angekommen. Der Bund muss eine st\u00e4rkere Verantwortung f\u00fcr unser aller Infrastruktur \u00fcbernehmen, klare und verbindliche Ziele vorgeben sowie deutlich st\u00e4rker deren Umsetzung direkt bei der InfraGO \u00fcberwachen, statt einen Umweg \u00fcber den DB-Konzern zu nehmen.&#8220;<br><br>Heiko Radke, Generalsekret\u00e4r des Verbands der G\u00fcterwagenhalter VPI: \u201eDer Bund muss endlich seine Aufgabe ausf\u00fcllen, die InfraGO so auszurichten, dass sie eine stabile Schieneninfrastruktur zu marktgerechten Konditionen zur Verf\u00fcgung stellt. Die Wachstums- und Klimaziele erreichen wir nur, wenn die Basis stimmt, auf der der umweltvertr\u00e4glichste Verkehrstr\u00e4ger seine St\u00e4rken ausspielen kann. Eine funktionierende, am Gemeinwohl orientierte Infrastrukturgesellschaft f\u00fcr die Schiene ist daf\u00fcr Voraussetzung. Wagenhalter investieren in langlebige Wirtschaftsg\u00fcter und m\u00fcssen darauf vertrauen k\u00f6nnen, dass das System Schiene wettbewerbsf\u00e4hig ist und bleibt.\u201d<br><br>In einer vor der Veranstaltung durchgef\u00fchrten Befragung im Personen- und G\u00fcterverkehr hat keines der Eisenbahnverkehrsunternehmen seit dem Start der InfraGO eine Verbesserung der Performance im Vergleich zur DB Netz zuvor erkennen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<div data-wp-interactive=\"core\/file\" class=\"wp-block-file\"><object data-wp-bind--hidden=\"!state.hasPdfPreview\" hidden class=\"wp-block-file__embed\" data=\"http:\/\/www.railfreight.eu\/dr-ne\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/2024_09_03_ergebnisse-spv_sgv_anonym.pdf\" type=\"application\/pdf\" style=\"width:100%;height:600px\" aria-label=\"Einbettung von 2024_09_03_ergebnisse-spv_sgv_anonym.\"><\/object><a id=\"wp-block-file--media-f019fad4-9501-4cb5-a69b-38bf57b1447b\" href=\"http:\/\/www.railfreight.eu\/dr-ne\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/2024_09_03_ergebnisse-spv_sgv_anonym.pdf\">2024_09_03_ergebnisse-spv_sgv_anonym<\/a><a href=\"http:\/\/www.railfreight.eu\/dr-ne\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/2024_09_03_ergebnisse-spv_sgv_anonym.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-f019fad4-9501-4cb5-a69b-38bf57b1447b\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<p>Die Verb\u00e4nde haben auf ihrer Veranstaltung einen Forderungskatalog an den Bundestag im Gep\u00e4ck, der die folgenden sechs Punkte enth\u00e4lt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die deutsche Schieneninfrastruktur von der Talsohle in die europ\u00e4ische Spitzengruppe der Schienennetze bringen<\/li>\n\n\n\n<li>Vers\u00e4umnisse aufarbeiten und Neuordnungsvorschl\u00e4ge durch Expert:innen einer Parlamentskommission bis 2025 ausarbeiten lassen<\/li>\n\n\n\n<li>Verkehrsministerium und DB m\u00fcssen daf\u00fcr volle Transparenz schaffen<\/li>\n\n\n\n<li>Alle Schieneninfrastrukturen aus dem Konzern herausl\u00f6sen<\/li>\n\n\n\n<li>Schieneninfrastruktur durch ein effizient gesteuertes Bundesunternehmen betreiben lassen<\/li>\n\n\n\n<li>Eine grundrechtskonforme, stabile Finanzierung sowie wettbewerbsf\u00e4hige Trassenpreise sicherstellen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>In ihrer Analyse kommen die Verb\u00e4nde zum Ergebnis, dass in der Satzung der InfraGO zwar \u201egemeinwohlorientierte\u201c Ziele verankert wurden. Wie sie zum fortbestehenden Ziel der Gewinnerzielung stehen und wann sie ganz oder teilweise erreicht wurden, ist mangels konkreter Zielzahlen kaum nachpr\u00fcfbar. Die den Eisenbahnverkehrsunternehmen besonders wichtige \u201eKundenorientierung\u201c des Infrastrukturmanagements taucht zwar mit einem d\u00fcrren Wort in den Gemeinwohlzielen auf, das der Branche besonders wichtige \u201ePreis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis\u201c allerdings nicht. W\u00e4hrenddessen beharrt die InfraGO auf einem Eigenkapitalzinssatz von 5,9 Prozent, w\u00e4hrend das eigene beteiligungsf\u00fchrende Ministerium einen deutlich niedrigeren Zinssatz einfordert, um<br>die Eisenbahnverkehrsunternehmen zu entlasten.<\/p>\n\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.europeanlocpool.com\/kontakt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.railfreight.eu\/dr-ne\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/ELP_Banner_RailFreight_2024_de.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-48436\"\/><\/a><\/figure>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DIE G\u00dcTERBAHNEN, mofair, VPI und der Fahrgastverband PRO BAHN haben acht Monate nach dem offiziellen Start der neuen, angeblich \u201egemeinwohlorientierten\u201c Schieneninfrastrukturgesellschaft DB InfraGO AG auf einer gemeinsamen Veranstaltung in Berlin eine Zwischenbilanz gezogen. 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