Mehr Tote auf tschechischen Bahnen

Der Verkehr auf tschechischen Eisenbahnen und anderen Eisenbahnen, dazu zählen allerdings wie z. B. in Österreich und der Schweiz auch U-Bahnen, Straßenbahnen und Obusnetze, war im vergangenen Jahr wieder „gefährlicher“ als ein Jahr zuvor. Nach den von der Eisenbahninspektion veröffentlichten Daten für 2022 stieg die Zahl der Fahrten eines Schienenfahrzeugs über ein Halt zeigendes Signal im vergangenen Jahr von 173 auf 184 Fälle. Seit 2015 hat sich die Zahl damit genau verdoppelt. Im Februar 2022 sind deshalb strengere Regeln für die Bestrafung von Lokführern in Kraft getreten.

Im Vergleich zum Vorjahr hatten diese außergewöhnlichen Ereignisse aber keine so tragischen Folgen. Während 2021 dabei vier Menschen starben und weitere 60 verletzt wurden, starb 2022 eine Person (Lokführer) und neun Menschen wurden verletzt. Bei langfristiger Analyse der Umstände passiert ein „Überfahren des Signals“ durch Fehlverhalten oder Unaufmerksamkeit des Triebfahrzeugführers. Der schlechteste Monat diesbezüglich war der Juni, als es 25 Fälle gab.

Die Zahl der Notfälle, Todesfälle und Verletzten ist auf das Niveau von „vor Corona“ zurückgekehrt. Im Jahr 2022 starben 249 Menschen auf allen Bahnen, was den Werten von 2019 und 2020 entspricht. Mehr als vier Fünftel der Getöteten sind jedoch Menschen, die gesetzeswidrig die Gleise betreten haben und von einem entgegenkommenden Zug getötet wurden. In den meisten Fällen geschieht dies durch Suizid, mit der höchsten Anzahl im Monat Februar. Bei Kollisionen zwischen Zügen und Personen (Gehen auf dem Gleis, Überqueren der Gleise außerhalb des Bahnübergangs) war die Zahl daher im Vergleich zu 2021 um 26 % höher. 200 Menschen starben, 23 % mehr als 2021. Zugenommen hat auch die Zahl der Vorfälle an Bahnübergängen, im Jahr 2022 gab es 166, sechs mehr als 2021.

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