[AT/CH] Feldkirch – Buchs gesperrt

Vom 14. Juni bis 14. Oktober 2026 wird die rund 18 Kilometer lange eingleisige Strecke zwischen Feldkirch (Österreich) und Buchs SG (Schweiz) vollständig gesperrt, um eine Sanierung zu ermöglichen.

Im Zentrum der Bauarbeiten steht die umfassende Sanierung der Brückenkette entlang der Strecke. Gleichzeitig wird der mittlerweile in die Jahre gekommene Bahnhof Nendeln barrierefrei umgebaut und modernisiert. Ergänzend dazu werden entlang der Strecke Gleise und Oberleitungen erneuert und moderne Stellwerkstechnik installiert, um den Bahnbetrieb künftig effizienter und zuverlässiger zu gestalten.

Im SPNV kommt es zu SEV, Fernverkehr und Güterverkehr wird umgeleitet. Im Güterverkehr sind unter anderem die Züge für Red Bull betroffen, die temporär via St. Magreten geführt werden.

[DE] Spatenstich Güterzugumgehung Freiburg

Die Deutsche Bahn (DB) baut zwischen Offenburg, Freiburg und Müllheim im Markgräflerland eine neue Güterzugstrecke entlang der Autobahn A5. Sie ist Teil der Verbindung Karlsruhe – Basel und des wichtigen europäischen Güterkorridors Rotterdam – Genua. Zusammen mit der bestehenden Rheintalbahn stehen künftig vier statt zwei Gleise zur Verfügung: Es können deutlich mehr Züge fahren. Die DB verlagert den Güterverkehr auf die neue Strecke. Das schafft Platz für zusätzliche Verbindungen im Nah- und Fernverkehr und nach InfraGo-Auskunft einen stabileren Betrieb auf der Rheintalbahn. Gleichzeitig rollen künftig rund 50.000 Güterzüge pro Jahr weniger durch Freiburg und die umliegenden Gemeinden.

DB, Bund und Land gaben am 29.05.2026 mit einem symbolischen Spatenstich nahe der Gemeinde Reute den Startschuss für die Bauarbeiten. Die neue Güterzugstrecke ist insgesamt über 90 Kilometer lang. Die DB baut zuerst den elf Kilometer langen Abschnitt zwischen Riegel und March. Für den Abschnitt rechnet die DB mit einer Bauzeit von etwa sechs Jahren. Einen Termin für die Inbetriebnahme der gesamten Strecke kann die DB erst festlegen, wenn für alle Abschnitte das notwendige Baurecht vorliegt.

Das Bahnprojekt Karlsruhe – Basel wird kofinanziert von der Europäischen Union.

Foto: DB InfraGO / Stefan Wildhirt

[DE] Zugunfall im Hamburger Hafen

Im Hamburger Hafen kam es am Morgen des 26.06.2026 gegen 07:30 Uhr zu einer Flankenfahrt der METRANS 383 414 mit einem Bauzug. Die E-Lok entgleiste, verletzt wurde niemand. Das Container Terminal Altenwerder (CTA) und der Hansaport sind seitdem per Bahn nicht erreichbar.

Die Ursache des Unfalls ist noch unklar, erklärte eine Sprecherin der Hamburg Port Authority (HPA). Ein Video zum Thema findet sich auf ndr.de.

[CZ] Überarbeiteter Elektrifizierungsplan

Nach dem Regierungswechsel wurde nun am 22.05.2026 ein aktualisierter Elektrifizierungsplan vorgelegt, der für den Zeitraum bis 2033 die Elektrifizierung von insgesamt 590 km Strecken durch Správa železnic (SŽ) vorsieht. Es werden 355 km der sogenannten einfachen Elektrifizierung unterzogen, auf weiteren 235 km umfasst die Elektrifizierung auch eine Modernisierung der Strecke, die größtenteils mit der Einführung der Wechselstromspannung begleitet werden.

Der Umfang zur Elektrifizierung der Strecken in der Tschechischen Republik wird damit deutlich kleiner sein als der im Jahr 2023 versprochene Plan, der die Elektrifizierung von 1800 Kilometern bis 2032 vorsah. Neben vielfrequentierten Strecken sind auch solche dabei, die zwar wenig genutzt werden, für die der tschechische Staat aber bereits Subventionen für neue elektrische und batteriebetriebene Züge genehmigt hat, z. B. die Strecke von Kostelec u Jihlavy nach Slavonice.

Im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen fielen dagegen die Strecken Zdice – Písek oder České Budějovice – Nové Údolí aus der Elektrifizierung heraus. Der Staat wird jedoch die Bedürfnisse der Güterverkehrsunternehmen z. B. mit der Elektrifizierung der Strecke von Havlíčkův Brod nach Hlinsko erfüllen.

Liberec/Reichenberg wird dagegen bis 2033 die einzige Regionalstadt ohne elektrische Züge bleiben. Laut dem Verkehrsministerium wird die Elektrifizierung der Strecke Praha – Liberec erst nach 2033 erwartet.

2028:

Plzeň – Nýřany

Nýřany – Heřmanova Huť

Týniště nad Orlicí – Solnice

Rudoltice v Čechách – Lanškroun

2029:

Klatovy – Železná Ruda

Veselí nad Lužnicí – České Velenice

2030:

Praha-Ruzyně – Kladno

Havlíčkův Brod – Hlinsko

Nýřany – Stod

Otrokovice – Zlín

2031:

Kostelec u Jihlavy – Slavonice

Praha-Veleslavín – Praha-Ruzyně – Letiště Václava Havla Praha

Kladno – Kralupy nad Vltavou

Jeneč – Středokluky

Česká Lípa (Oberleitungsinsel)

Ostrava-Kunčice – Frýdek-Místek

Opava východ – Krnov

Krnov – Moravský Beroun

Blažovice – Nesovice

Nesovice – Kyjov

2032:

Praha-Výstaviště – Praha-Veleslavín

Lovosice – Litoměřice

Zlín – Vizovice

2033:

Bludov – Jeseník

[FR] SNCF reaktiviert Anschluss in Ormes

SNCF Réseau hat am 13.05.2026 den Gleisanschluss eines Getreidesilos in Ormes nach zehnjähriger Inaktivität offiziell reaktiviert. Der Premierenzug beförderte Fracht für den Kunden Sanders nach Montauban de Bretagne.

Der staatliche Infrastrukturbetreiber will mit dieser und ähnlichen Vorhaben den Modal Split der Bahn erhöhen. In der bedeutenden Agrarregion Centre-Val de Loire transportieren 65 % der ausgehenden Güterzüge Getreide. Der Bahnanteil liegt aktuell bei 45 %.

Foo: SNCF-Réseau

[DE] Bauarbeiten auf der Nord-Süd-Strecke

Aufgrund der Aufrechterhaltung des sicheren Zugbetriebs ist der Austausch mehrerer Weichen mit einer Teilsperrung (Eingleisigkeit) im Bereich Fulda Bronnzell vom 10. bis 30. Juli 2026 erforderlich. Bei Nichtdurchführung der Baumaßnahme drohen La-Stellen bzw. bei weiterer Verschlechterung des Anlagenzustands auch Sperrungen in Q3 bzw. Q4/2026.

Zur Aufrechterhaltung der überregionalen Verkehre (speziell des Schienengüterverkehrs) führt DB InfraGO die ursprünglich geplante Erneuerung von mehreren Weichen in mehreren Etappen durch. Zwischen den einzelnen Erneuerungen stehen die Kapazitäten regulär zur Verfügung und können über den Gelegenheitsfahrplan genutzt werden.

Es ist nun vorgesehen, vsl. vom 16. Juli bis 20. Juli 2026 sowie vom 23. Juli bis 27. Juli 2026 zwei Phasen der Weichenerneuerungen durchzuführen. Vorarbeiten finden vsl. nächtlich vom 11. Juli bis 13. Juli 2026 statt. Die Nacharbeiten finden vsl. im Rahmen von regulären Instandhaltungscontainern statt und haben vsl. keine weiteren Auswirkungen auf den Zugbetrieb. Aller Voraussicht nach bedarf es dann nochmals eine 4-tägige Sperrung im Oktober für die Instandhaltungsüberbrückung einer weiteren Weiche. Der eigentliche Tausch dieser und einer zweiten Weiche soll 2027 möglichst unter Deckung des Invest-Containers Fulda – Bebra erfolgen.

Der überarbeitete Plan ist in Bezug auf die Gesamtdauer der Sperrpause vergleichbar zum ursprünglichen Plan. Er bietet aber den Vorteil, dass der überregionale Schienengüterverkehr zwischen den max. 5-tägigen Sperrpausen abfließen kann (ggü. ursprünglich vorgesehen: 13,5 Tage Sperrung am Stück). Auch bietet er die Möglichkeit, dass für die 3. Sperrung im Oktober nur eines von vier Gleisen gesperrt werden muss.

[AT] Semmering-Basistunnel: Erste offizielle Durchfahrt

Fast 15 Jahre nach dem Baustart ist beim Semmering-Basistunnel ein bedeutender Meilenstein erreicht: Erstmals hat eine offizielle Delegation den Tunnel von Niederösterreich in die Steiermark vollständig durchfahren. Angeführt wurde die Fahrt von Mobilitätsminister Peter Hanke und dem Vorstandsvorsitzenden der ÖBB, Andreas Matthä. Mit an Bord waren außerdem Nationalratspräsidentin Doris Bures, eine von drei Tunnelpatinnen, sowie die Verkehrssprecherinnen und Verkehrssprecher der Parlamentsparteien.

Noch erfolgte die Fahrt nicht auf Schienen, sondern mit Kleinbussen – dennoch markiert sie einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Inbetriebnahme eines der größten Infrastrukturprojekte Österreichs.

Nach den Baufortschritten der vergangenen Jahre steht nun auch der Zeitplan für die Inbetriebnahme fest: Ende 2029 sollen die ersten Züge durch den Semmering-Basistunnel verkehren.

ÖBB CEO Andreas Matthä, Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures und Mobilitätsminister Peter Hanke (BMIMI) bei der Erstdurchfahrt durch den Semmering-Basistunnel. Foto: ÖBB / Ebner

[DE] Unfall: Ruhr-Sieg-Strecke gesperrt

Seit dem frühen Morgen des 19.05.2026 ist die Ruhr-Sieg-Strecke zwischen Werdohl und Plettenberg gesperrt. Bei einem Coilzug Richtung Hagen (Zuglok 185 077 „Stahl auf Stahl“) war zunächst ein Wagen entgleist. An einem Bahnübergang hat es ihn dann ausgehoben und eine Achse landete im Gegengleis – der Zug kam dann aufgrund von Luftverlust zum Stehen. Dem Vernehmen nach war der Grund zunächst unklar – der entgegenkommende Coilzug (bespannt mit der RBH Logistics 145 015) fuhr auf Sicht und erfasste mit niedriger Geschwindigkeit den Radsatz. Dies geschah an der denkbar ungünstigsten Stelle – mitten im 306 Meter langen Baukloher Tunnel.

Foto: Alex Talash / dpa

[DE] Baumarathon am Niederrhein beendet

DB InfraGO hat einen 80-wöchigen Baumarathon auf der Ausbaustrecke zwischen Emmerich und Oberhausen erfolgreich zum Abschluss gebracht. Zwischen Voerde und Dinslaken rollen die Züge nun erstmals auf drei Gleisen. Die Züge des Fern- und Güterverkehrs rollen seit dem Morgen des 18.05.2026 wieder über die Strecke am Niederrhein. Die Züge des Nahverkehrs werden schrittweise wieder anrollen und zum Betriebsstart am Dienstag, 19. Mai wieder vollständig zwischen Oberhausen und Arnhem (NL) verkehren.

Seit dem Spatenstich im Jahr 2017 hat die DB 52 Kilometer Gleise neu bzw. umgebaut. Außerdem stehen bereits knapp zwölf Kilometer der neuen Schallschutzwände und 38 Kilometer der neuen Oberleitungsanlage. Zusätzlich haben die Teams auch insgesamt 62 Weichen erneuert und 45 Brücken entlang der Strecke erweitert bzw. neu gebaut.

Auch nach dem Ende der intensiven Bauphase laufen die Arbeiten für den dreigleisigen Ausbau weiter. Im November 2026 werden während einer einwöchigen Sperrpause u.a. den neuen Brückenträger über die Weierstraße in Oberhausen eingehoben, die Bauarbeiten an der Eisenbahnüberführung an der Lippe abgeschlossen und die Bahnübergänge Kerstenstraße und Schwarzer Weg in Emmerich zurückgebaut. 

Ab 2027 werden die Bauarbeiten vorerst unter rollendem Rad weitergeführt. Dazu zählen beispielsweise die Inbetriebnahme des neuen Haltepunktes in Voerde-Friedrichsfeld, der Neubau des dritten Gleises zwischen Grenzstraße und dem Weseler Bahnhof sowie der Abschluss der Arbeiten an der Straßenüberführung Weierstraße und der „HOAG-Brücke“ in Oberhausen. Die sperrpausenrelevanten Arbeiten werden aktuell neu eingetaktet.

[DE/DK] Fehmarnbelt-Tunnel wird in zwei Etappen eröffnet

Aufgrund von Verzögerungen beim Bau des Fehmarnbelt-Tunnels und der zugehörigen Hinterlandanbindung auf deutscher Seite wird Sund & Bælt nun auf eine Eröffnung des Tunnels in zwei Etappen hinarbeiten.

Der angepasste Plan sieht vor, dass zunächst der Straßenteil eröffnet wird, während die Eisenbahnverbindung zu einem späteren Zeitpunkt folgt, wenn die erforderlichen Anlagen auf deutscher Seite fertiggestellt sind. Im Juli 2025 teilte das Bundesverkehrsministerium in Deutschland mit, dass es für die Deutsche Bahn nicht möglich sei, die Schienenanbindung wie geplant im Jahr 2029 in Betrieb zu nehmen. 

Gleichzeitig liegt der Bau des Fehmarnbelt-Tunnels derzeit um etwa zwei Jahre hinter dem Zeitplan, unter anderem aufgrund von „Herausforderungen“ mit dem Spezialschiff, das für das Absenken der Tunnelelemente eingesetzt wird.

Der Bau des Fehmarnbelt-Tunnels wird zudem durch die Auflagen der deutschen Behörden beeinflusst, die strenge Vorgaben zum Unterwasserlärm sowie zu den Zeitfenstern und Bereichen für Arbeiten in deutschen Gewässern festlegen. Diese Rahmenbedingungen erschweren es nach Aussage von Sund & Bælt, verlorene Zeit aufzuholen, und könnten zu weiteren Verzögerungen des Projekts führen.

Sund & Bælt wird nach dem Absenken der ersten Tunnelelemente einen neuen Zeitplan vorlegen. Dieser wird auf den konkreten Erfahrungen aus dem Absenken der ersten Tunnelelemente basieren und die Vorgaben der deutschen Planfeststellung berücksichtigen.