Vom 17. bis 27.10.2023 wird aufgrund von Bauarbeiten auf deutscher Seite der grenzüberschreitende Verkehr im Abschnitt Pirna – Děčín [CZ] komplett eingestellt. Seit dem Hochwasser von 2002 ist dies die größte Einschränkung auf der Strecke über Schöna. Während der Personenverkehr durch Busse ersetzt wird, müssen sich die Schienengüterverkehrsunternehmen andere Routen suchen, was weiträumige Umleitungen bedeutet. Bauarbeiten im Elbtal gibt es jedes Jahr, eine Sperrung dafür war jedoch immer nur auf einige Tage, nicht auf zehn Tage begrenzt.
ČD Cargo bereitet sich auf Umleitungen über Rumburk/Rumburg, Cheb/Eger und Furth im Wald vor, Metrans plant über Schirnding sowie im Transit durch Polen über Horka – Lichkov/Lichtenau. In allen Fällen ist eine Diesellok nötig, und es kann maximal 75 % der normalen Kapazität abgefahren werden. Metrans sagt, es sei nicht der richtige Zeitpunkt, wenn die Sperrung genau dann erfolgt, in der die Nachfrage für grenzüberschreitende Transporte am höchsten ist.
Die Sperrung zeigt das Fehlen alternativer Trassen zur Eisenbahn durch das Elbtal. Es ist der einzige Grenzübergang zur Tschechischen Republik, über den elektrische Züge fahren können. Das Fehlen eines zweiten leistungsfähigen Grenzübergangs wird seit langem moniert. Das Problem soll durch eine Modernisierung der Strecke von Plzeň/Pilsen nach Domažlice/Taus und weiter nach Bayern gelöst werden. Es wird aber hauptsächlich auf tschechischer Seite vorbereitet, auf deutscher Seite geht es mit dem Ausbau nicht so recht voran. Die Elektrifizierung der Strecken über Bad Brambach oder Rumburg ist derzeit gar nicht absehbar.


