Infolge der EU-Sanktionen gegen Russland als Folge des Überfalls auf die Ukraine ist inzwischen auch der Eisenbahnfährverkehr in der Ostsee zur Alternative geworden. Auf der Suche nach logistischen Lösungen für die Ver- und Entsorgung der durch Litauen und Polen auf dem Landweg umschlossenen Enklave Oblast Kaliningrad/Königsberg (Pr) wird die Eisenbahnfährverbindung zwischen Baltijsk/Pillau und Ust‘-Luga (bei Sankt Petersburg) aktuell um ein weiteres Schiff verstärkt. Dabei handelt es sich um die ehemalige Eisenbahnfähre „Greifswald“, die ursprünglich wie ihre vier Schwesterschiffe zwischen Mukran und Klaipėda/Memel im heutigen Litauen verkehrte. Sie traf am 26.05.2024 in Ust‘-Luga ein und wird für den neuen Einsatz vorbereitet.
Um die Eisenbahnfährverbindung in den „Oblast Kaliningrad“ stabil aufrechtzuerhalten, ließ der Linienbetreiber Rosmorport bereits in den Jahren 2021/2022 in der Türkei zwei neue Eisenbahnfähren bauen, die „Marshal Rokossovsky“ und die „Gen. Chernyakhovsky“. Da alle vier vorhandenen Eisenbahnfähren immer ausgelastet sind, entschloss sich Rosmorport nun auch zum Ankauf der „Greifswald“ von einem türkischen Eigner. Die von ihm zwischenzeitlich in „Antey“ umbenannte „Greifswald“ ist derzeit die einzige verfügbare Eisenbahnfähre mit Breitspur vom Typ „Mukran-103“. Dieser Typ passt ohne Umbauten an die bereits vorhandenen Fähranleger. Weil aber keine Doppelbrücken an Land zum Be- und Entladen des Frachtschiffs vorhanden sind, muss das Oberdeck über eine stabil gebaute interne Rampe erschlossen werden, infolge dessen nur auf dem Hauptdeck Wagen transportiert werden können.

