Der Seehafen in Gdańsk/Danzig besteht aus zwei Teilen: Einer davon ist der Außenhafen, der sich westlich entlang der Martwa Wisła/Toten Weichsel bis zur Westerplatte an der Mündung in die Ostsee erstreckt, eine viel größere Rolle für das Umschlagvolumen spielt jedoch der Tiefwasserhafen, der sich auf der Wyspa Portowa/Hafeninsel südöstlich der Westerplatte befindet. Hier befinden sich der Nordhafen, Naftoport und das Tiefwasser-Containerterminal Baltic Hub.
https://openrailwaymap.org/?style=standard&lat=54.375858256409025&lon=18.71392250061035&zoom=13
Die Danziger Hafeninsel hat gegenwärtig nur eine Eisenbahnanbindung mit dem Festland. Die PLK-Strecke 226 verbindet den zentralen Verschiebebahnhof Gdańsk Port Północny mit Brücken über die Flüsse Motława/Mottlau und Martwa Wisła/Tote Weichsel mit Pruszcz Gd./Praust.
Es wird befürchtet, dass dieser Zustand ein potenzielles Risiko für die Erreichbarkeit des Danziger Seehafens in einer Krisen- oder Kriegssituation darstellt. Die Zerstörung einer der Brücken würde den Schienenzugang zum Hafen oder zur Danziger Raffinerie verhindern.
Auf die Notwendigkeit der Ergänzung der Infrastruktur hat kürzlich während des Europäischen Wirtschaftskongresses in Katowice/Kattowitz die seit März 2024 amtierende Präsidentin der Danziger Hafenbehörde, Dorota Pyć, hingewiesen. Zu der Hafeninsel, auf der sich der Hauptteil der Hafeninfrastruktur im Danziger Seehafen befindet, sollte eine zweite Eisenbahnverbindung mit dem Festland gebaut werden. Die immer deutlicher werdende Gefahr einer weitreichenden Eskalation zeige die dringende Notwendigkeit, Maßnahmen zu ergreifen, um diesen Zustand zu ändern.

