[AT] Tunneldurchbuch am Brenner Basistunnel

Mit dem Durchbruch der Tunnelbohrmaschine (TBM) „Lilia“ am 06.10.2025 um 12.40 Uhr im Gemeindegebiet von Navis (Wipptal) wurde ein weiterer bedeutender Projektschritt realisiert im Brenner Basistunnel (BBT). Damit ist die Haupttunnelröhre Ost im Baulos „H41 Sillschlucht-Pfons“ fertiggestellt.

Seit ihrem Start im Mai 2023 im Ahrental hat die rund 160 Meter lange und 2.420 Tonnen schwere Tunnelvortriebsmaschine 8,1 Tunnelkilometer aus dem Fels gebrochen.

Die Durchbruchsstelle liegt im Bereich des bestehenden Hilfsangriffs „IRIS” zum angrenzenden Baulos „H53 Pfons-Brenner”. An derselben Stelle war Ende August bereits die Zwillingsmaschine „Ida” in der Haupttunnelröhre West angekommen.

Von den ursprünglich neun TBM, die im gesamten Projektgebiet des BBT eingesetzt wurden, sind aktuell nur noch „Wilma” und „Olga” im österreichischen Baulos „H53 Pfons-Brenner” aktiv.

Foto: BBT SE / Schnittraum

[SE] Inlandsbanan: Entg.leisung in Lit

Am Nachmittag des 02.10.2025 entgleiste auf der Inlandsbanan in Lit ein Güterzug. Betroffen sind mehrere Waggons mit Rundholz, die aus den Schienen sprangen.

Es wurden keine Menschen verletzt und die Sanierungsarbeiten vor Ort sind in vollem Gange. Die Ursache der Entgleisung und die Prognose für die Wiedereröffnung sind noch nicht geklärt.

Foto: Inlandsbanan

[DE] Alternativer Vorschlag für Trassenpreissystem

In einem gemeinsamen Branchenpapier haben die Allianz pro Schiene, der Bundesverband SchienenNahverkehr und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) konkrete Vorschläge für ein neues und wettbewerbsorientiertes Trassenpreissystem vorgelegt. Ziel ist es, die Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland nachhaltig wirtschaftlich zu stärken, Wettbewerbsnachteile gegenüber anderen Verkehrsträgern abzubauen und somit Investitionen in den Verkehrsträger Schiene zu sichern.

Seit mindestens zwei Jahren sehen sich die Nutzer von Schieneninfrastruktur, insbesondere im Schienengüterverkehr und im Schienenpersonenfernverkehr, mit erheblichen Trassenpreissteigerungen konfrontiert. Hierzu haben – neben Inflation und steigenden Instandhaltungskosten – auch politische Entscheidungen beigetragen.

Die Branche formuliert drei zentrale Anforderungen an die anstehende Reform:

  1. Absenkung des Preisniveaus: Die Trassenpreise müssen aus Sicht der Eisenbahnverkehrsunternehmen spürbar sinken, um den Eisenbahnverkehr wirtschaftlich tragfähig und intermodal wettbewerbsfähig zu machen. Eine Orientierung am EU-weit empfohlenen Grenzkostenmodell, bei dem sich die Trassenpreise ohne weitere Aufschläge an den unmittelbaren Kosten der Zugfahrt orientieren, ist demnach der richtige Weg – verbunden mit einer zusätzlichen finanziellen Beteiligung des Bundes an der Infrastrukturfinanzierung in Höhe von rund 2 Milliarden Euro jährlich.
  2. Faire Preisstruktur: Eine gerechte Verteilung der Infrastrukturkosten auf alle Verkehrsarten ist notwendig, um Überbelastungen einzelner Marktsegmente zu vermeiden. Dies ist auch vor dem Hintergrund eines möglichen EuGH-Urteils zur Trassenpreisbremse im Schienenpersonennahverkehr von besonderer Relevanz.
  3. Verlässlicher Preispfad: Für mehr Planungssicherheit soll ein rollierender, gesetzlich verankerter Preispfad über fünf Jahre eingeführt werden – ähnlich wie bei der Lkw-Maut. Grundlage dafür soll ein transparentes Verfahren unter Einbindung der Branche und externer Expertise sein.

[SK] LOKO TRANS erweitert in Šurany

LOKO TRANS Slovakia hat am Werkstattstandort Šurany eine zusätzliche Werkhalle in Betrieb genommen. Mit dieser wurde die Kapazität um 40 Kesselwagen pro Monat ausgebaut. Der Ende Februar 2025 begonnene Neubau umfasst eine 46 x 33 m große Halle mit einem 5 t-Deckenkran und einer 22 m langen Lackierkabine.

[SK/AT] Devínska Nová Ves – Marchegg elektrifiziert

Der slowakische Infrastrukturbetreiber ŽSR hat am 06.10.2025 die Sanierung und Elektrifizierung der Strecke Devínska Nová Ves – Staatsgrenze (Marchegg) mit einem Festakt abgeschlossen. Das Projekt wird zur Verbesserung des grenzüberschreitenden Personen- und Güterverkehrs zwischen der Slowakischen und der Österreichischen Republik beitragen. Die Betriebsgeschwindigkeit wurde von 80 km/h auf 120 km/h erhöht. Für den Güterverkehr besteht neben Bratislava/Petržalka-Kittsee wieder ein zweiter Grenzübergang SK/AT.

Obwohl die vertragliche Bauzeit auf 300 Tage mit Fertigstellungstermin bis zum 27.12.2024 festgelegt war, werden die Arbeiten letztendlich erst am 22. Oktober abgeschlossen sein. Grund dafür waren mehrere schwerwiegende und unvorhersehbare Umstände, die den Bauverlauf erheblich erschwert haben:

  • Das Vorkommen gesetzlich geschützter Tiere nicht nur in der Umgebung der Baustelle, sondern auch direkt auf den Bauobjekten. Die Strecke verläuft nämlich durch ein Gebiet mit Naturschutzstufe IV, das Teil des europäischen Netzwerks NATURA 2000 ist.
  • Zudem unterbrachen Überschwemmungen im April und September 2024 die Baurbeiten für mehrere Monate.
  • Eine dritte schwerwiegende Komplikation war der technisch-statische Zustand der Brücke über den Fluss Morava. Während der Sanierungsarbeiten wurden undokumentierte militärische Eingriffe aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs entdeckt. Dabei handelte sich um einen unterirdischen Bunker, der durch einen Tunnel, der durch die Brückenpfeiler führte, mit einem der Brückenpfeiler verbunden war. Dieses System diente wahrscheinlich dazu, die Brücke im Kriegsfall zu sprengen und anschließend zu zerstören. Gleichzeitig wurde im oberen Teil der Pfeiler eine Betonverstärkung in den Verbindungsstellen der Gewölbe entdeckt, die höchstwahrscheinlich ebenfalls aus derselben Zeit stammte. Aufgrund der Anforderungen der neuen Konstruktion musste dieser Beton entfernt werden.
Foto: ŽSR

[RS] Belgrad – Subotica komplett in Betrieb

Am 03.10.2025 erfolgte in Anwesenheit des serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić die Eröffnungsfahrt zwischen Novi Sad und Subotica, dem dritten und letzten Abschnitt der 183 km langen Hochgeschwindigkeitsstrecke. Am 08.10.2025 erfolgt die Aufnahme des regulären Betriebes.

Damit ist dann die gesamte, für 200 km/h ausgelegte zweigleisige Neubaustrecke zwischen Belgrad und Subotica nahe der ungarischen Grenze in Betrieb. Vor dreieinhalb Jahren wurde der Abschnitt zwischen Belgrad und Novi Sad eröffnet. Die Arbeiten begannen offiziell am 22.11.2021 am Bahnhof Novi Sad Ranžirna. Auftragnehmer war das chinesische Konsortium aus China Railway International und China Communications Construction Company.

[DE] Strecke der Tegernsee-Bahn geht an DB?

Die komunale Tegernsee-Bahn (TBG) plant die Abgabe der 12,4 km langen VzG-Strecke 9560 Schaftlach – Tegernsee an die DB InfraGO. Die Gremienbeschlüsse sollen dem Vernehmen nach Ende Oktober 2025 erfolgen. Als Grund wurden anstehende Investitionen für die Elektrifizierung gemutmaßt. Auf den Gleisen verkehren Personenzüge der Transdev-Tochter Bayerischen Regiobahn (BRB)

Die Bahn ging 2013 in das Eigentum der lokalen Kommunen über. Ende 2012 beschlossen der Stadtrat Tegernsee (45 %) und die Gemeinde Gmund (45 %) sowie der Landkreis Miesbach (10 %) den Erwerb der Tegernsee-Bahn Betriebsgesellschaft (TBG) mit der Bahninfrastruktur und weiteren Grundstücken von der TAG Immobilien AG und deren Tochtergesellschaft Kraftverkehr Tegernsee Immobilien GmbH. Die Kommunen lösen damit eine Anfang 2011 auf Vermittlung der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee geschlossene, bis 31.12.2012 gültige Kaufoption zum Preis von 11 Mio. EUR ein.

Die am 05.08.1882 gegründete Tegernsee-Bahn AG (TAG), deren Hauptaktionär über rund 100 Jahre das Bankhaus Merck war, konnte am 01.08.1883 im bayerischen Oberland eine 7,7 km lange Bahn zwischen Schaftlach an der Strecke Holzkirchen – Lenggries und Gmund eröffnen, die zum 02.05.1902 um 4,6 km bis Tegernsee verlängert wurde. Zum 01.07.1983 wurde die Strecke von der TAG auf die neu gegründete Tochtergesellschaft Tegernsee-Bahn Betriebsgesellschaft mbH (TBG) übertragen.