[NO] Erdrutsch in Levanger

Ein massiver Erdrutsch in Nevanger nördlich von Trondheim hat am Morgen des 30.08.2025 drei Verkehrswege unterbrochen: Sowohl die Eisenbahnstrecke als auch die neue und die alte E6 sind betroffen. Ein vermisster Bauarbeiter wurde mittlerweile für tot erklärt.

In der Nähe von Nesvatnet wird derzeit unter der Leitung von Bane NOR ein neues Überholgleis gebaut. Ob der Erdrutsch damit in Verbindung steht ist aktuell noch unklar.

Grafik: Bane NOR

[DE] Rail Port Güstrow offiziell eröffnet

Mit einer feierlichen Zeremonie ist der Rail Port Güstrow der Schienen-Infrastrukturgesellschaft Prignitz (SIP) am 27.08.2025 offiziell in Betrieb genommen worden. Die Tochter der DESAG-Gruppe hatte Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Logistikbranche geladen, die mit einem Triebwagen der SIP-Schwester HANSeatischen Eisenbahn anreisten.

Sascha Zimmermann als Bürgermeister der Stadt Güstrow und Dr. Ralf Böhme als Vorstand der Deutschen Eisenbahn Service AG (DESAG) hegten in ihren Ansprachen große Hoffnungen in das Projekt. Die Stadt hatte das 32 ha große und seit 2009 brachliegende Areal der ehemaligen Zuckerfabrik erworben und plant die Ansiedlung von Unternehmen. Eine erste Fläche mit 5.000 qm sei bereits vermittelt hieß es auf dem Termin.

Auch für diese (potenziellen) Nutzer ist die Schieneninfrastruktur gedacht. Als ersten Schritt sollen vorhandene Flächen für den Umschlag von Schüttgütern (Baustoffe, Düngerkalk) sowie Zuckerrüben genutzt werden. Böhme sieht den Standort zudem als Teil des größeren Infrastrukturprojekts „Karower Kreuz 365+“, das insbesondere die Nord-Süd-Achse Güstrow – Pritzwalk stärken und so perspektivisch für den regionalen und überregionalen Schienengüterverkehr an Bedeutung gewinnen soll.

Offizielle Eröffnung des „Rail Port Güstrow“ mit (von links) Dr. Ralf Böhme (Vorstand der Deutschen Eisenbahn Service AG (DESAG)), Sascha Zimmermann (Bürgermeister der Stadt Güstrow), Marvin Guthke (Prokurist Schienen-Infrastrukturgesellschaft Prignitz mbH (SIP)), Thomas Becken (Inhaber DESAG, Geschäftsführer SIP). Foto: Karl Arne Richter

[DE] RIN: Priemerburg – Karow unterbrochen

Die Strecke Priemerburg – Karow der Regio Infra Nord-Ost (RIN) ist aktuell nicht durchgehend befahrbar. Grund ist die Sperrung der Gewölbebrücke über die Nebel südlich des Bahnhofes Hoppenrade (Meckl) seit 12.08.2025. Eine Brückennachrechnung hatte die Überschreitung von zulässigen Fehlern im Brückenkörper ergeben.

Aktuell wird eruiert, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Strecke wieder durchgehend befahrbar zu machen.

[DE] DB Cargo schließt Werkstätten

Im sogenannten Interessenausgleich 4 (IA 4) hat DB Cargo am 28.07.2025 dem Gesamtbetriebsrat (GBR) ein Maßnahmenpaket zu den Werkstattstandorten vorgeschlagen. Mit diesem soll die Werkstattorganisation an die künftigen Leistungsanforderungen angepasst werden:

  • Große Werkstätten: Schließung Mainz-Bischofsheim als eine der elf großen Werkstätten. In Halle, Seelze und Oberhausen soll allerdings die Wagen-Instandhaltung entfallen und künftig nur die Lok-Instandhaltung fortgesetzt werden. In Hagen dagegen wird die Lok-Instandhaltung eingestellt und die Wagenwerkstatt bleibt erhalten.
  • Von den 13 Außenstellen sollen acht geschlossen werden: Senftenberg, Magdeburg, Hamburg-Billwerder, Osnabrück, Rostock, Offenburg, Regensburg, Ingolstadt. Vor Ort sollen mobile Teams erhalten bleiben.
  • Geschlossen werden auch die beiden kleinen sogenannten Instandhaltungsstützpunkte Emden und Stendell.

Von den Veränderungen sind bundesweit 170 Mitarbeiter betroffen.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bezeichnet das Vorgehen als „denkfaulen Ansatz“.

[CH] Cadenazzo: Post übernimmt SBB-Terminal?

Für die Weiterführung des Terminals in Cadenazzo ist SBB Cargo mit der Schweizerische Post AG (Post CH) im Gespräch. Die Post beabsichtigt, das Terminal Cadenazzo künftig zu mieten und in Eigenregie zu betreiben.

Für die Post fährt die SBB ab Dezember 2025 einen zusätzlichen Zug – fünf anstelle von heute vier.

[DE] Hamburg: Containerumschlag steigt

Trotz einer weiterhin zurückhaltenden wirtschaftlichen Entwicklung und einer angespannten geopolitischen Lage zeigt der Hamburger Hafen einen stabilen Wachstumstrend und konnte im ersten Halbjahr 2025 gegenüber den beiden großen Westhäfen wieder Marktanteile hinzugewinnen.

Der Seegüterumschlag konnte in den Monaten Januar bis Juni 2025 ein Wachstum auf 57,8 Mio. Tonnen (+3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) verzeichnen. Dies begründet sich maßgeblich durch ein starkes Wachstum von 9,3 Prozent im Containerumschlag auf 4,2 Mio. Standardcontainer (TEU). Beim Import konnte ein zweistelliges Wachstum von 11,6 Prozent verzeichnet werden, während der Containerumschlag im Export um 6,9 Prozent zunahm. Auf Tonnenbasis wuchs der containerisierte Stückgutumschlag auf 41,2 Mio. Tonnen (+6,8 Prozent).

Der konventionelle Stückgutumschlag und der Massengutumschlag (-3,7 Prozent auf 0,6 Mio. Tonnen bzw.-3,8 Prozent auf 16,0 Mio. Tonnen) gingen in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres leicht zurück. Im Bereich der Flüssigladung gab es eine Steigerung auf 4,7 Mio. Tonnen (+10,3 Prozent), Minderungen hingegen in den Bereichen Greifergut (-6,6 Prozent auf 8,5 Mio. Tonnen) und Agrargüter (-13,9 Prozent auf 2,9 Mio. Tonnen). Beim Greifergut wirkte sich erneut der zurückgehende Bedarf an Kohle und Erzen auf den Umschlag aus. Im Bereich Agribulk hat ein deutlich geringerer Export von Getreide (-80,8 Prozent auf 852.000 Tonnen) das Ergebnis beeinflusst, wenngleich der Import von Ölfrüchten (+8,9 Prozent auf 1,7 Mio. Tonnen) gestiegen ist.

[SI] Koper: Mehr Container und Autos

Der slowenische Hafenbetreiber Luka Koper hat die Zahlen für das erste Halbjahr 2025 bekannt gegeben. Umgeschlagen wurden 11,4 Mio. t – Zuwächse wurden in den Segmenten Container und Automotive verzeichnet.

Im ersten Halbjahr 2025 wurden 54 Mio EUR in Infrastrukturprojekte investiert – ein Zuwachs von 161 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Grafik: Luka Koper

[BE/NL/DE] Militär drängt auf Wiederinbetriebnahme des Eisernen Rheins

Die historische Eisenbahnstrecke „Eiserner Rhein“, die einst den Hafen von Antwerpen in Belgien mit dem Ruhrgebiet in Deutschland verband, steht wieder auf der Tagesordnung. Belgien, die Niederlande und Deutschland führen Gespräche über die Wiederbelebung – diesmal mit militärischer Mobilität als Hauptantriebskraft im Schatten der zunehmenden Bedrohung. Der militärische Aspekt könnte nun nach den jahrzehntelangen Diskussionen um die Reaktivierung der Strecke entscheidend sein.

Der Eiserne Rhein spielte während und nach dem Zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle für die Alliierten, doch in den letzten Jahrzehnten war die Strecke weitestgehend ungenutzt und Teile wurden seit 1991 komplett aufgegeben. Dabei handelt es sich um die grenzüberschreitenden Abschnitte Hamont [BE] – Budel [NL] und Roermond [NL] – Dalheim [DE].

Belgien betrachtet das Projekt als politische Priorität. In den Niederlanden ist man damit zurückhaltender, da die Betuwe-Linie Rotterdam bereits mit Deutschland verbindet, v. a. aber, da der Hafen von Antwerpen als potenzielle Bedrohung für die marktbeherrschende Stellung des Hafens Rotterdam wahrgenommen wird. Kapazitätsgründe und Ausweichrouten spielten bisher kaum eine Rolle.

Die Beteiligung der Niederlande wird die Zukunft des Projekts maßgeblich bestimmen, aber wenn die EU und die NATO ihre Geldbörsen öffnen, könnte sich das ändern. Ab 2027 sollen im Vorschlag für den nächsten langfristigen EU-Haushalt 17 Mrd. EUR für militärische Mobilität zur Verfügung stehen.

[SE] Strecke Arvidsjaur – Jörn vor Freischnitt

Die seit den 1990er Jahren stillgelegte Strecke zwischen Arvidsjaur und Jörn soll von der schwedischen Verkehrsbehörde Trafikverket auf einen möglichen Ausbau untersucht werden. Teile der 76 km langen Strecke sind gegenwärtig zugewachsen. Im Laufe des Herbstes 2025 wird der Abschnitt von Gestrüpp befreit, um herauszufinden, was der Bedarf für eine mögliche Renovierung ist.

https://openrailwaymap.org/?style=standard&lat=65.5362898027631&lon=19.306068420410156&zoom=11

Die von der Regierung initiierte Untersuchung steht im Zusammenhang mit der sicherheitspolitischen Lage – die Strecke wird als wichtig für die Gesamtverteidigung angesehen.

[DE] Freiburg – Haltingen ohne ETCS

Ab dem 16.08.25 ist ETCS (Level 2 unter Baseline 3) zwischen Gundelfingen (nördlich von Freiburg) und Haltingen betrieblich nicht verfügbar. Die vorhandenen Zugsicherungssysteme, punktförmige Zugbeeinflussung (PZB) und Linienzugbeeinflussung (LZB) bleiben erhalten und sind verfügbar.

Die Einschränkungen sind durch den Umbau der ETCS-Ausrüstung im Zusammenhang mit dem Neubau und der Inbetriebnahme der Strecke 4280 im Bereich Müllheim-Schliengen begründet. Vor Aufhebung der betrieblichen Einschränkung sind Abnahmen und Zertifizierung durchzuführen.

Die Möglichkeit zur Durchführung von ETCS System Compatibility (ESC)-Fahrten besteht bis zum 16.08.25. Die Aufhebung der betrieblichen Einschränkung ist für Juni 2026 geplant.