Der spanische Infrastrukturbetreiber Adif hat einen Auftrag für die Ertüchtigung der Strecke Bobadilla – Algeciras für die künftigen Dienste der Autopista Ferroviaria (AF) zwischen Algeciras und Zaragoza ausgeschrieben. Der Auftrag beläuft sich auf 78,28 Mio. EUR, hat eine Laufzeit von 24 Monaten und beinhaltet zwei Projekte:
Sanierung des in Hanglage befindlichen Abschnittes zwischen den Gemeinden Almargen und Setenil
Anpassung der Lichtraumprofile in den Tunneln der Strecke Bobadilla – Algeciras an die Abmessungen der Sattelauflieger
Adif hat einen Investitionsplan für die Inbetriebnahme der AF-Dienste auf der Strecke Algeciras – Madrid – Zaragoza aufgestellt, der die Bereitstellung von 468 Mio. EUR vorsieht. Adif hat bereits die Anpassung der Tunnel zwischen Córdoba und Santa Cruz de Mudela (Strecke Alcázar de San Juan – Cádiz) für 29,8 Mio. EUR ausgeschrieben. Darüber hinaus hat sie die Arbeiten für die Anpassung von Tunneln und Überführungen zwischen Madrid und Zaragoza für 78 Mio. EUR vergeben. Außerdem wird Adif die Gleise in insgesamt 17 Bahnhöfen auf bis zu 750 m verlängern.
Aufgrund eines Blitzeinschlages in der vergangenen Nacht ist die Strecke zwischen Hamburg – Uelzen – Hannover für den Güterverkehr bis voraussichtlich heute 14:00 Uhr gesperrt.
Die Inbetriebnahme des Elektronischen Stellwerks (ESTW) Kreiensen in Niedersachsen verzögert sich erneut. Grund hierfür sind Verlängerungen beim Prüf- und Abnahmeprozess, da Personal in Schlüsselfunktionen kurzfristig krankheitsbedingt ausgefallen ist. Neuer Termin ist der Januar 2025.
Ziel ist es, die Streckenabschnitte Nordstemmen – Hannover über Messe-Laatzen sowie Barnten – Hildesheim noch vor Weihnachten in Betrieb nehmen zu können. Die dafür nötigen Arbeiten werden bereits seit dem Wochenende durchgeführt, sodass eine möglichst zeitnahe Prüfung der Anlage folgen kann.
Die Schnellfahrstrecke Hannover–Göttingen ist von den Umbau- und Abnahmearbeiten nicht betroffen und bleibt in Betrieb, da sie aus anderen Stellwerken gesteuert wird. Die Nah- und Güterverkehrsstrecke von Göttingen nach Hannover durch das Leinetal ist nur bis Nordstemmen verfügbar. Züge beider Fahrtrichtungen müssen daher über Hildesheim und Lehrte umgeleitet werden. Der Streckenabschnitt Hameln-Elze muss bis zur vollständigen Inbetriebnahme weiterhin gesperrt bleiben.
Die Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation, Kristina Vogt, hat am 26.11.2024 im Senat ein zentrales Projekt zur Erweiterung und Modernisierung der Bremischen Hafeneisenbahn vorgestellt. Mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 56,1 Mio. EUR wird die Infrastruktur der Hafeneisenbahn modernisiert und an die steigenden Kapazitätsanforderungen angepasst. Dabei stehen zwei zentrale Punkte im Fokus:
1. Erweiterung der Vorstellkapazitäten durch den Bau einer neuen Gleisgruppe („20er Gruppe“) in Speckenbüttel:
Sieben neue Gleise mit einer Nutzlänge von mindestens 740 Metern, vollständiger Elektrifizierung und moderner Leit- und Sicherungstechnik.
Ausstattung mit Bremsprobeanlagen, Weichenheizungen und zeitgemäßer Beleuchtung für optimierte Betriebsabläufe.
Multifunktionale Nutzung für Container-, Automobil- und Militärtransporte.
2. Digitalisierung und Modernisierung der bestehenden „30er Gruppe“:
Integration in ein neues elektronisches Stellwerk (ESTW) im Zuge der Generalsanierung der Strecke Bremen – Bremerhaven.
Erneuerung der Leit- und Sicherungstechnik sowie der elektrischen Anlagen.
Mit der Realisierung dieser Maßnahmen wird der letzte große Schritt des Masterplan Hafeneisenbahn Bremerhaven von 2011 konsequent umgesetzt. Im Korridor Bremen-Bremerhaven treffen die Vorhaben Bremens und der DB InfraGo in Speckenbüttel aufeinander.
Die Gesamtkosten verteilen sich auf mehrere Jahre und werden durch die Stadt Bremen getragen.
Der niederländische Hafen Moerdijk erhält staatliche Fördermittel in siebenstelliger Höhe, die in zwei Bereiche fließen:
Investitionen in die Gleisinfrastruktur des Hafens, die Erweiterung der Kapazitäten des lokalen Rangierbahnhofes und die Anbindung über die Strecke Moerdijk – Lage Zwaluwe. Die Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat und die Region beteiligen sich jeweils mit 580.800 EUR. Der regionale Anteil wird durch Beiträge des Hafens Moerdijk (474.925 EUR) und des Provincie Noord-Brabant (105.875 EUR) ergänzt. Die Umsetzung der Projekte liegt in den Händen des Hafens Moerdijk in enger Zusammenarbeit mit ProRail.
Das Zero Emission Rangier-Pilotprojekt im Hafen von Moerdijk konzentriert sich auf den Einsatz einer emissionsfreien Rangierlokomotive für die letzte Meile des Schienengüterverkehrs. Während des zweimonatigen Pilotprojekts werden Einblicke in die Emissionseinsparungen gewonnen, die verschiedene Technologien bieten können. Konkret geht es um Zug- und Rangierbewegungen zwischen Lage Zwaluwe und dem Bahnhof und den Terminals im Hafen- und Industriegebiet, wo Tests mit einer batterieelektrischen Rangierlokomotive durchgeführt werden. Für dieses Pilotprojekt ist ein Budget von 665.000 EUR vorgesehen. Das Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft steuert 332.500 EUR bei, die Hafenverwaltung Moerdijk 207.500 EUR und die Provinz Nordbrabant 125.000 EUR.
Das heute zu Heidelberg Materials zählende Kieswerk in Lalendorf-Langhagen hat wieder einen Gleisanschluss erhalten. Heavy Haul Power International (HHPI) fährt seit 09.10.2024 ab dort Baustoffzüge, bislang unter anderem nach Schweinfurt und Papenburg.
HHPI am 25.11.2024 in Langhagen. Foto: Heinrich Eavy
Derzeit im Wiederaufbau befindet sich in den Ardennen die Strecke 162/1 Y Serpont – Y Recogne. Sie verbindet die „Luxemburger Linie“ (L 162) mit der „Athus-Maas-Linie“ (L 165). Dieser zweigleisige Verbindungsbogen zur Umfahrung des Bahnhofs Libramont in Richtung Bertrix wurde 1984 außer Betrieb genommen und 1985 demontiert. Seit 2023 wird er nun eingleisig wiederaufgebaut und soll 2025 wiedereröffnet werden.
Das Ziel ist, bei Problemen auf der normalerweise für den Güterverkehr des Korridors Antwerpen – Basel/Lyon – Schweiz/Italien genutzten Strecke über Dinant eine Umleitungsstrecke über Ciney – Bertrix zu haben. Ebenso eignet sie sich zur Umleitung von Personenzügen über Bertrix – Virton bei Problemen auf der Strecke zwischen Libramont und der luxemburgischen Grenze.
Ab dem 01.12.2024 haben Kunden der DB InfraGO die Möglichkeit, Schadensersatzforderungen < 250 TEUR mittels Pauschalen geltend zu machen. In diesem Fall müssen keine forderungsbegründende Unterlagen mehr eingereicht werden. Die neue digitale Eingabemaske wird am 02.12.2024 um 12 Uhr freigeschaltet.
Die Bewertung der Schadenersatzforderungen erfolgt bisher manuell in Einzelfallbearbeitung mit langen Durchlaufzeiten. Der Anspruch der DB InfraGO ist es, künftig eine zügige Kompensation begründeter Ansprüche sicherzustellen.
Die vorgesehene freiwillige Selbstverpflichtung bietet die Möglichkeit, einen Großteil der begründeten Schadensersatzforderungen standardisiert zu bearbeiten.
Folgende Schadenscluster umfasst die freiwillige Selbstverpflichtung:
Nicht-Besetzung Stellwerke
Überziehung von Baumaßnahmen
Infrastrukturmängel
Verfristung ZvF-Endstück
Die Höhe der Pauschalen orientiert sich an einer Befragung der Bundesnetzagentur und wurde mit einer repräsentativen Auswahl an Verbands- und EVU-Vertreter auf ihre Marktakzeptanz verprobt. Die Kostensätze im Überblick:
Verkehrsartspezifische Pauschalen
Im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) führt ein Schadensfall meist zu Ausfallkilometern. Die Pauschale setzt auf bestehende Verkehrsverträge auf und berücksichtigt neben den dem EVU entgangenen Bestellerentgelten (und bei Nettoverträgen auch Fahrgeldeinnahmen) auch die eingesparten Kosten für Energie und Infrastruktur. Hieraus ergibt sich eine Pauschale i.H.v. 7,00 EUR je Ausfallkilometer.
Im Schienenpersonenfernverkehr (SPFV) und Schienengüterverkehr (SGV) führt ein Schadensfall meist zu Mehrkilometern, da diese Verkehre oftmals (großräumig) umgeleitet werden können.
Die Pauschale im SPFV berücksichtigt Mehrkosten für Personal, Energie, laufleistungsabhängige Instandhaltung und Fahrgastrechte. Hieraus ergibt sich eine Pauschale i.H.v. 6,00 EUR je Mehrkilometer.
Die Pauschale im SGV berücksichtigt Mehrkosten für Personal, Energie und laufleistungsabhängige Instandhaltung. Hieraus ergibt sich eine Pauschale i.H.v. 5,40 EUR je Mehrkilometer.
Pauschalen bei Verfristungen des ZvF-Endstücks
Die Pauschale für die Verfristung des ZvF-Endstücks wird mit einer separaten Logik berechnet, da hier die Dauer der Verfristung entscheidend für die Kundenauswirkungen und die damit verbundene Höhe des Schadens ist.
Die Veröffentlichungsfrist des ZvF-Endstücks liegt 15 Wochen vor Beginn der Baumaßnahme. Ausgehend von diesem Zeitpunkt wurde eine Staffelung anhand der Kundenauswirkungen (bspw. Erstellung Dienstpläne gem. Tarifvertrag und Betriebsrats-Beteiligungen) gewählt:
Verfristung von ≤ 4 Wochen: 1 Euro
Verfristung zwischen > 4 bis 7 Wochen: 5 Euro
Verfristung zwischen > 7 bis 12 Wochen: 10 Euro
Verfristung zwischen > 12 Wochen: 20 EUR
Die gestaffelten Pauschalsätze sind für alle Verkehrsarten gleich. Entscheidend ist das Letztdokument des ZvF-Endstücks. Ist dieses verfristet, gelten die Pauschalen für alle in der ZvF enthaltenen Zugnummern je Verkehrstag.
Schadensfälle bis 250.000 EUR können mit dem vereinfachten Verfahren beglichen werden, sofern Kunden die Pauschalen akzeptieren. Schadensfälle größer 250.000 EUR werden auch weiterhin im bekannten Verfahren (d. h. mit erforderlicher Nachweisführung) bearbeitet.
Der Einreichungsprozess für Schadensersatzforderungen erfolgt – unabhängig davon, ob die Anwendung der Pauschalsätze über die freiwillige Selbstverpflichtung genutzt wird. – Künftig in jedem Falle digitalisiert über die Funktion „Anliegen einreichen“ im DB NetzCockpit (NeCo) der DB InfraGO AG. Ab dem 01.12.2024 ist eine Übermittlung von Schadensersatzforderungen grundsätzlich nicht mehr per E-Mail oder über die Kundenberatung möglich.
Wie bereits Ende 2022 angekündigt will das Energieunternehmen Complexul Energetic Oltenia (CEO) nun die für Kohletransporte nicht mehr benötigten Gleise demontieren lassen.
Die Zweigstelle „Electrocentrale Turceni innerhalb des Energiekomplexes Oltenia“ hat die Arbeiten für den Rückbau mehrerer Gleise im Abschnitt 1 Descărcări Turceni genehmigt, wo die Linien L23, L24, L25, L26 und L27 zurückgebaut werden sollen.
Für die Abrissarbeiten wurde ein Budget von fast 800.000 RON (160.000 EUR) bereitgestellt, es wird derzeit ein Unternehmen dafür gesucht. Die Arbeiten sollen bis Ende 2024 beginnen und bis Mitte 2025 abgeschlossen sein.
Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden Umstrukturierungs- und Dekarbonisierungsprozesses, bei dem die Abhängigkeit von Kohle schrittweise verringert werden soll, indem sie durch nachhaltigere Lösungen ersetzt wird. Rumänien setzt dabei auf erneuerbare Quellen und Erdgas. Ab dem 01.01.2026 sollen alle Kohlekraftwerke in die Reserve gestellt werden.
Gleichzeitig ist eine Großinvestition in Turceni geplant, wo ein Erdgasblock mit einer Leistung von 475 MW errichtet werden soll. Die Strategie umfasst die Entwicklung von acht Photovoltaikparks und zwei Erdgasblöcken an den Standorten Turceni und Ișalnița.
Railcare übernimmt mit Wirkung zum 01.04.2025 die Y-ettan AB. Diese ist Eigentümerin der von Railcare genutzten Werkstatt in Långsele. Die Übernahme ist Teil der langfristigen Strategie von Railcare, die Lokomotivwerkstatt in Långsele auszubauen, um der hohen Nachfrage auf dem Markt gerecht zu werden.
Die Werkstatt in Långsele aus der Luft. Foto: Railcare