Auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs Hamm soll mit dem Multi Hub Westfalen ein multinationaler Bahnlogistikknoten entstehen. Auf dem Weg dorthin ist ein wichtiger Meilenstein erreicht worden: Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat seine Vorprüfungen abgeschlossen und die Förderfähigkeit des KV-Terminals bestätigt. Damit können die Planungen zum Bau eines KV-Terminals und eines Leercontainerdepots auf der Südfläche des rund 60 ha großen Areals in die nächste Phase gehen.
Adriafer eröffnete Güterwagenwerkstatt in Gorizia
Seit einem Monat in Betrieb ist der Standort von Adriafer Rail Services (ARS) für die Instandhaltung von Schienenfahrzeugen, der mit dem intermodalen Terminal des Interporto di Gorizia verbunden ist und an der nach Slowenien führenden „innerstädtischen“ Strecke Gorizia [IT] – Nova Gorica [SI] liegt. Er ist zugleich eine autorisierte Werkstatt von VTG Rail Europe und bietet einen Wartungsservice „Ready Wagon“ für alle Wagenbesitzer an.

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Etwas mehr als ein Jahr nach der Ankündigung begannen die Dienste, welche die ARS als neu gegründete Tochtergesellschaft von Adriafer (Eisenbahngesellschaft der Hafenbehörde von Triest und Monfalcone) zur Unterstützung des regionalen Logistiksystems entwickelte. Die Wartungsarbeiten finden in einer 3.000 qm großen Halle statt, die mit einem Brückenkran und 100 m Gleis ausgestattet ist und für die Wartung von Güterwagen – insbesondere intermodalen – bestimmt ist, die größtenteils der VTG Rail Europe gehören. Für die interne Abfertigung am Terminal wird eine neue batteriebetriebene funkgesteuerte Lokomotive verwendet.
Das unmittelbar anschließende Interporto di Gorizia-SDAG mit einer Fläche von 600.000 qm ist auf den Frische- und Tiefkühlsektor spezialisiert, die größten Gewinne werden allerdings derzeit aus den 550 Lkw-Stellplätzen erzielt.
Estland beschlagnahmt Terminals
Die estnischen Behörden planen, die Massengut- und Verladeterminals in den Häfen von Muuga und Sillamäe, die sich im Besitz russischer Unternehmen befinden, zu beschlagnahmen und zu versteigern. Derzeit befinden sich die eingefrorenen Vermögenswerte in Estland hauptsächlich im Besitz der russischen Unternehmen DBT und EuroChem Terminal Sillamаe, die im Umschlag von Düngemitteln aus der Russischen Föderation tätig sind.
Das estnische Außenministerium will in den kommenden Wochen Änderungen des Gesetzes über internationale Sanktionen zur Genehmigung vorlegen, welche die Beschlagnahmung russischer Vermögenswerte ermöglichen werden. Diese Mittel sollen für den Wiederaufbau der Ukraine verwendet werden.
Neues Agrarumschlagterminal in Vojany
EP Cargo bietet im ostslowakischem Tiefland künftig ein neues Umschlagterminal an. In Vojany, unweit des Grenzbahnhofs Maťovce bzw. der Stadt Veľké Kapušany, wird dafür die Eisenbahninfrastruktur des örtlichen Kraftwerks genutzt.
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Die dortigen Gleisanschlüsse sind sowohl mit Breit- als auch mit Normalspurgleisen ausgestattet, womit Agrarrohstoffe aus der Ukraine auf EU-Güterwagen oder auf Lkw umgeladen werden können. Dabei hat man offenbar insbesondere Transitverkehre zu den Nordsee-, Ostsee- und Adria-Häfen im Visier:

[AT] Neuer Bernegger-Standort mit Anschlussbahn
Das Familienunternehmen Bernegger aus Molln in Oberösterreich nahm ihren dritten Standort in Niederösterreich in Betrieb. Das 5,2 Hektar große Firmenareal in Leobendorf ist somit nun der östlichste Standort des Unternehmens und auch durch eine Anschlussbahn erschlossen. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, LH-Stv. Udo Landbauer, ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä und Geschäftsführer Kurt Bernegger eröffneten am 05.07.2023 gemeinsam den neuen Standort.

Die Firma Bernegger betreibt neben Leobendorf auch NÖ-Standorte in Persenbeug mit dem Hartsteinwerk Loja und der Tochtergesellschaft Bachner Brunnen- und Spezialtiefbau in Kematen/Ybbs. Insgesamt zählt der Familienbetrieb nun 21 Standorte und beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
EU fördert Maßnahmenpaket in Rostock
Der Rostocker Hafen erhält eine Förderung in Höhe von etwa 4 Mio. EUR aus dem CEF-Programm der EU. Diese Mittel werden verwendet, um die Bahnanlagen am Eisenbahnfähranleger 64 zu modernisieren und zwei weitere Liegeplätze anzupassen.

KV-Verbindung Valencia – Madrid ab 2024
Das Logistikunternehmen TransItalia und der spanische Zugoperateur Tramesa werden Anfang 2024 die „erste See-Schienen-Autobahn in Spanien“ mit einer Verbindung zwischen dem Hafen Valencia und Madrid einweihen. Sattelauflieger aus Italien werden so auf dem Seeweg und per Bahn nach Madrid-Abroñigal sowie in Gegenrichtung transportiert. Unter anderem will man so bestehenden Fahrermangel umgehen.
Mangels bislang verfügbarer breitspuriger Intermodalwagen des Typs T4000 hat Tramesa in solche Fahrzeuge investiert, TransItalia hat Trailer des Typs P400 angeschafft. Im künftigen Terminal Dique del Este des Hafens von Valencia wurde für den Umschlag ein Portalkran aufgestellt.
Bei diesem Gemeinschaftsprojekt zwischen TransItalia und Tramesa handelte es sich um eine öffentlich-private Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Verkehr, Mobilität und städtische Agenda, dem Hafen von Valencia und dem staatlichen Infrastrukturbetreiber Adif. Dieser passt für die Verkehre einige Abschnitte seines Schienennetzes an, um den Verkehr mit Lkw-Trailern zu ermöglichen. Weitere Linien und Ziele sollen in den kommenden Jahren hinzukommen.
Baltic Rail Gate wird ausgebaut
Die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) baut das Intermodalterminal von Baltic Rail Gate (BRG) am Skandinavienkai kräftig aus. Bis zum Spätsommer 2024 wird sich die Kapazität von aktuell 140.000 Ladeeinheiten auf dann 240.000 Ladeeinheiten deutlich erweitern. Damit sollen auch Kapazitätsengpässe zu Spitzenzeiten beseitigt werden. Der Bund fördert das 18 Mio. EUR umfassende Investitionsvorhaben zu 80 Prozent.
Derzeit verfügt die Anlage über sechs Gleise mit einer Länge von jeweils 600 Metern und zwei Krananlagen. Mit den Ausbau werden alle Gleise auf 720 m Nutzlänge verlängert und ein dritter Kran installiert. Die Kranbahnen und die Kabeltrommeln für die Stromversorgung der beiden bestehenden Krane werden ebenfalls verlängert, so dass sie künftig die gesamten Gleislängen bearbeiten können.
Noch im Spätsommer dieses Jahres sollen die ersten Gleis- und Tiefbauarbeiten beginnen. Nennenswert einschränken werden sie den laufenden Betrieb nicht. Der Großteil der Aus- und Neubauarbeiten soll im Spätsommer 2024 abgeschlossen sein.
Griechenland: Weiterer Abschnitt mit ETCS
Die griechische Eisenbahnaufsichtsbehörde RAS hat die Inbetriebnahme des European Train Control Systems (ETCS) Level 1 für den 58 km langen Streckenabschnitt Domokos – Larissa der Magistrale Athen – Thessaloniki genehmigt.
VTG baut erstes CO2-neutrales Instandhaltungswerk
VTG investiert in Großräschen im ländlichen Brandenburg einen zweistelligen Millionenbetrag in den Neubau eines nachhaltigen Werks für die Instandhaltung und Reparatur der eigenen Güterwagenflotte.
Das 1.700 Quadratmeter umfassende Werk besitzt eine Instandhaltungskapazität von rund 2.000 Güterwagen pro Jahr und garantiert dem Unternehmen eine erhöhte Unabhängigkeit von externen Reparaturwerkstätten. Perspektivisch sollen in Großräschen etwa 40 neue Arbeitsplätze entstehen, die Inbetriebnahme ist Anfang 2024 vorgesehen. Bei der feierlichen Grundsteinlegung am 29.06.2023 begrüßte Sven Wellbrock, Chief Operating Officer Europe & Chief Safety Officer bei VTG, den Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg Guido Beermann und Abgeordnete des Deutschen Bundestages sowie des brandenburgischen Landtages.

VTG ist seit dem Jahr 2020 am Standort Großräschen vertreten und wickelte bislang Rückgaben von Wagen aus der Vermietung ab.
Das Projekt umfasst den Neubau einer Werkshalle mit angrenzendem Büro- und Lagertrakt auf dem 65.000 Quadratmeter großen Außengelände mit rund 10 Kilometer Gleiswegen. Im Werk kommt zukünftig ein modernes Shopfloor Management mit App-Unterstützung in den administrativen Prozessen zum Einsatz. Ziel ist es, durch eine präzisere und zeitgerechte Bestückung der Werkstatt die Wertschöpfungskette zu optimieren und eine hohe Produktivität auf reduziertem Raum zu erzielen. Der Fokus der Arbeiten wird auf Intermodalwagen liegen – von der Reparatur typischer Schäden bis hin zu großen Revisionen. Zudem kann das Team vor Ort Kesselwagenprüfungen und mobile Serviceeinsätze durchführen.
Der gesamte Komplex wird CO2-neutral betrieben: Neben der Nutzung von Wärmepumpenheizungen und der mehrheitlichen Erzeugung des benötigten Strom über eigene Photovoltaikanlagen wird ausschließlich grüner Strom für den Betrieb der Werkstatt verwendet. Das Rangieren der Wagen im Werkstattbereich geschieht mit einem elektrischen Rangiergerät.

