Der Freistaat Bayern hat am 08.01.2026 mit der DB InfraGO einen Planungsvertrag für Elektrifizierungen und Akku-Ladestationen zur Umstellung auf einen dieselfreien Schienenpersonennahverkehr im Norden Bayerns unterzeichnet. Dort soll der Dieselbetrieb bis 2040 beendet und alle Linien auf elektrischen Betrieb oder Akku-Züge umgestellt werden. Es sollen 74 km an Strecken elektrifiziert und zwei Ladestationen neu gebaut werden, wofür der Freistaat in Vorleistung geht und rund 60 Mio. EUR in die Planungen investiert. Doch mit dem Ende der Dieselinsel wird es neue Elektrifizierungslücken geben.

Ein bereits 2024 vorgestelltes Gutachten hatte die nötigen Infrastrukturausbauten ermittelt: Auf insgesamt 20 Linien sollen künftig Akku-Züge fahren, die elektrifizierte Abschnitte und Ladestationen in Bahnhöfen nutzen, um ihre Akkus aufzuladen. Dazu sollen folgende Strecken eine Oberleitung erhalten:
- Kirchenlaibach – Bayreuth – Trebgast
- Hochstadt-Marktzeuln – Mainroth
- Oberkotzau – Münchberg
- Oberkotzau – Rehau
Ladestationen sollen in Bad Steben und Neustadt(Waldnaab) entstehen. In Nürnberg, Forchheim und Wicklesgreuth werden die Lademöglichkeiten durch die Elektrifizierung zusätzlicher Gleise verbessert. Für die Infrastrukturausbauten strebt der Freistaat eine Bundesförderung gemäß Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) an.
Darüber hinaus werden die Elektrifizierungsprojekte genutzt, die im Bundesverkehrswegeplan enthalten sind, welche also die DB im Auftrag des Bundes plant:
- „Ostkorridor“ Hof – Regensburg
- „Franken-Sachsen-Magistrale“ Nürnberg – Schirnding
- „Metropolenbahn“ Nürnberg – Furth im Wald.
Bereits 2024 hat der Freistaat Bayern zudem den Planungsauftrag für eine Elektrifizierung Schnabelwaid – Bayreuth erteilt.
Die Planungslogik wird wie folgt beschrieben: „Der Abschnitt zwischen Hof über Oberkotzau nach Marktredwitz wird im Zuge des Ostkorridors elektrifiziert und soll stufenweise zwischen 2033 und 2036 in Betrieb gehen. Die Elektrifizierungen nach Rehau und Münchberg schließen daran an. Die übrigen Vorhaben werden eine sparsamere Akku-Nutzung und die Umstellung bestimmter Linien auf einen vollelektrischen Betrieb ermöglichen.“
Ein etwaiger Güterverkehr, z. B. auf den Strecken Hochstadt-Marktzeuln – Hof oder Neukirchen – Weiden(Oberpf), wurde in der Planung aber offenbar nicht berücksichtigt. Ausgerechnet zwischen Mainroth und Münchberg, wo der als „Schiefe Ebene“ bekannte Abschnitt Neuenmarkt-Wirsberg – Marktschorgast mit einer maximalen Neigung von 1:40 liegt, wird eine Lücke klaffen, also genau da, wo die Akku-Leistung – auch im Personenverkehr – am meisten gefordert sein wird.


