Das Waggonvermietunternehmen AXbenet baut einen neuen Werkstattstandort in Smolenice. Weitere Instandhaltungspunkte befinden sich in Bukova und Michalany.
Metrans plant Terminal in München
Metrans plant einen neuen Umschlagbahnhof am Tanklager Krailling einzurichten, um Güter von der A 96 auf die Schiene zu bringen. Das westlich von München gelegene Tanklager verfügt schon jetzt über 14 km Gleisanlagen. Bisher lagerten dort Mineralölhändler Kraftstoffe in unterirdischen Tanks ein, die mit dem Zug angeliefert und danach von Lkw abgeholt wurden. Auf dem 252 ha großen Gelände befinden sich 32 unterirdische Tanks mit einem Fassungsvermögen von je 125.000 cbm. Das Gelände gehörte einst der Bundesrepublik Deutschland, inzwischen ist es in der Hand von G1 Krailling Real Estate. Der Eigentümer möchte das Gelände weiterentwickeln, bisherige Ideen reichten von Eisspeicherheizungen über Windräder bis zu einem Ökoenergiepark. Die aktuellen Überlegungen sehen auf dem Areal einen großen Verladebahnhof vor, auf diese Weise könnten täglich rund 150 Lkw von oberbayerischen Straßen geholt werden, die damit ab 2032 Anschluss an der Brenner-Basistunnel nach Italien erhielten.
Derzeit prüft die Metrans Gruppe als Tochterunternehmen der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) in enger Abstimmung mit der Eigentümergesellschaft des Tanklagers G1 Krailling Real Estate und der Betreibergesellschaft Krailling Oils die Möglichkeiten einer Entwicklung und sieht darin einen wichtigen Schritt zur Verkehrswende. Es gibt Überlegungen, das bestehende Anschlussgleis Richtung Freiham intensiver zu nutzen, und dafür die Trasse aus Lärmschutzgründen gegebenenfalls um einige hundert Meter nach Osten zu verlagern. Es steht außerdem die Idee im Raum, die bis 1945 genutzte weiterführende Trasse nach Gauting als Querverbindung zu reaktivieren und per Verbindungskurve nach Stockdorf anzubinden.
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Die Landräte der Kreise Starnberg und Fürstenfeldbruck sowie die Bürgermeister der Stadt Germering und der Gemeinde Gauting baten Metrans und Krailling Oils, von den Planungen Abstand zu nehmen, da sie sich ein Verlade- und Güterterminal auf dem Gelände von Krailling Oils mit seinen Auswirkungen nicht vorstellen können. Sie fürchten Proteste bei einer Abholzung des Waldes und sehen darin nur Belastungen.
Dänemark: Gleissperrungen behindern Verkehr
Der Schienengüterverkehr durch Dänemark wird im laufenden Jahr durch Gleisbauarbeiten stark eingeschränkt. Der Branchenverband Dansk Banegods lobt grundsätzlich die Investitionen in die Schienenwege, kritisiert aber anstehende häufe Sperrungen wegen Bauarbeiten. So sei der Abschnitt zwischen der Grenze und Aalborg im Jahr 2023 von 310 Gleisperrungen oftmals für Güterzüge nicht passierbar. Gerade weil die Sperrungen oftmals nachts erfolgten. Der Branchenverband befürchtet die Abwanderung von Kunden auf die Straße.
CFR Marfă kritisiert Industriebahnen
Die staatliche rumänische Güterbahn CFR Marfă hat die Preispolitik der Industriebahnen (linii ferate industriale (LFI)) bei den Infrastrukturbenutzungskosten kritisiert. Die Entgelte seien drastisch erhöht worden. „Im Geiste des Fairplay gibt CFR Marfă bekannt, dass es am 30.01.2023 dem Nationalen Aufsichtsrat im Eisenbahnsektor eine Meldung über unlautere Praktiken einiger Eigentümer von Industriebahnen vorgelegt hat“, heißt es in einem Beitrag auf dem offiziellen Facebook-Account der Staatsbahn.

Modernisierung der Hafenbahn Kelheim
Das Bayerische Verkehrsministerium unterstützt die Reaktivierung und Erneuerung von Gleisanlagen am Hafen Kelheim. Dafür hat Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter am 24.02.2023 in Kelheim zwei Förderbescheide übergeben:
Der Zweckverband Häfen im Landkreis Kelheim erhält rund 360.000 EUR Zuschuss für die Erneuerung einer Eisenbahnüberführung im Haupterschließungsgleis seiner Hafenbahn. Die voraussichtlichen Gesamtkosten für die Maßnahme betragen rund 450.000 EUR.
Mit einer Förderung über zwei Millionen EUR an die KM Süd Invest GmbH schiebt der Freistaat an, dass die Gleise der ehemaligen Süd-Chemie-Werksbahn reaktiviert und anschließend in die Kelheimer Hafenbahn integriert werden. Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen rund 2,7 Millionen EUR.
Die Förderung des Freistaats erfolgt aus Mitteln des bayerischen Corona-Investitionsprogramms für Maßnahmen zur Erhaltung und Reaktivierung von nichtbundeseigenen Eisenbahninfrastrukturen.
EBA: Große TraFöG-Empfänger 2022
Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat jüngst die Empfänger der „Beihilfen über 500.000 Euro gemäß § 6 Abs. 5 der Richtlinie zur Förderung des Schienengüterverkehrs über eine anteilige Finanzierung der genehmigten Trassenentgelte für Trassen in der Netzfahrplanperiode 2022“ bekannt gegeben.
In der nachfolgenden Liste fehlen somit alle Empfänger bzw. Netzkundennummern unterhalb der 500.000 EUR-Grenze. Eine Auswertung je Unternehmen ist somit nicht möglich.
„Darüber hinausgehende Publikationen gibt es nicht. Aufgrund europarechtlicher Vorgaben müssen lediglich Einzelbeihilfen über 500.000 EUR durch die Bewilligungsbehörde veröffentlicht werden.“ sagte ein Sprecher des Eisenbahn-Bundesamtes auf Anfrage.
Hafenbahnhof Gdynia Port fast vollständig modernisiert
In den letzten drei Jahren wurde im Bahnhof Gdynia Port die gesamte alte Gleisanlage entfernt und neu gebaut. Auf 30 Gleisen können künftig bis zu sechs verschiedene Bewegungen von Schienenfahrzeugen gleichzeitig stattfinden. Im Rahmen des Projekts „Verbesserung des Eisenbahnzugangs zum Seehafen in Gdynia/Gdingen“ werden aber nicht nur 115 km neue, elektrifizierte Gleise und 332 Weichen neu verlegt, sondern es entstand auch eine im Trog errichtete „Tunnelstrecke“ sowie ein 600 m langer Viadukt. Der Viadukt wird bereits jetzt von Güterzügen genutzt.
Das Containerterminal kann darüber direkt mit Zügen erreicht werden, ohne die Lokomotive oder die Richtung ändern zu müssen. Container müssen einen effizienten Zugang ohne unnötige Rangierbewegungen haben, daher die Idee einer solchen Containerumgehung, d. h. mit einem Viadukt über das gesamte Gleissystem. Die Anlagen verbessern zugleich die Kapazität der Linien, die zum Hafen führen, weil es die Containerzüge unabhängig vom übrigen Verkehrsgeschehen macht. Über die derart umgebaute Strecke 201 können künftig sogar 750-Meter-Züge mit 22,5 t Achslast fahren.
Der Wert der Investition beträgt netto über 1,6 Mrd. PLN (335 Mio. EUR). Fast 45 % dieses Betrags sind EU-Mittel aus dem Finanzierungsinstrument der Fazilität „Connecting Europe“ (CEF). Die Fertigstellung aller Arbeiten ist für August 2023 geplant.
Neues Holzterminal an der Inlandsbanan
In der alten Kiesgrube in Överhogdal, 185 km südlich von Östersund im schwedischen Jämtland, wird ein neues Holzterminal gebaut. Dies entsteht in Zusammenarbeit zwischen der Inlandsbanan AB (IBAB) und dem Logistikunternehmen LoadEx AB und soll in sechs Monaten starten. Es sollen 200 Hackschnitzel- und Holzzüge pro Jahr dort abfahren.
Für LoadEx ist der Schienentransport von Zellstoffholz, Sägerundholz, Brennholz und Hackschnitzeln über die langen Strecken deutlich rentabler. Der Straßentransport bleibt nur über kurze Strecken und als Zubringer, da mit den heutigen Dieselpreisen und den Regeln der Lenk- und Ruhezeiten für Lkw-Fahrer der Straßenverkehr teuer und kapitalintensiv wird. Es ist geplant, dort jährlich 200.000 m3 Holz umzuschlagen, was eine Einsparung von 1 Mio. Liter Diesel pro Jahr bedeutet, obwohl die Züge mit Dieselloks nach Mora und Östersund gezogen werden, bevor E-Loks die Züge übernehmen.
Die alte Kiesgrube im Överhogdal wird seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr genutzt, aber die Gleise sind großteils erhalten geblieben und wurden für die Abstellung nicht benötigter Güterwagen genutzt. Nachdem LoadEx die Genehmigung erhalten hat, die Kiesgrube in ein Holzterminal umzuwandeln, ist jetzt eine Sanierung der Strecke und der Anschluss an die Inlandsbanan im Gange. Im Mai 2023 werden die ersten Transporter Holz anliefern, so dass der erste Zug wahrscheinlich bis Ende des Sommers abfahren kann. Das Holzterminal wird allen Unternehmen der Branche offenstehen, was den Waldbesitzern in der Region die Möglichkeit gibt, den Transport mit der Bahn zu wählen.
LoadEx investitiert etwas mehr als 1 Mio. SEK (90.000 EUR) während die Inlandsbanan für die Sanierung der Gleisinfrastruktur verantwortlich ist, die auf etwas mehr als 100.000 SEK (9.000 EUR) geschätzt wird.
Wahrscheinlich werden die Züge mit Brennholz und Hackschnitzeln nach Süden über Mora und Züge mit Zellstoffholz und Sägeholz nach Norden über Östersund fahren. Der Transport von Brennholz und Hackschnitzeln findet nur in den Wintermonaten statt, von September/Oktober bis März/April. Die Inlandsbanan prüft derzeit auch, ein oder mehrere Holzterminals an der Strecke nördlich von Östersund zu errichten.
Schließung des Grenzübergangs Stasylos – Benjakoni
Litauen stoppt den Zugverkehr über einen der Grenzübergänge zu Belarus und wird den Güterverkehr am Grenzübergang Stasylos – Benjakoni ab dem 16.02.2023 einstellen. Es gibt ein Empfangsverbot für den Transport aller Waren zu allen litauischen Bahnhöfen. Darüber hinaus wird ein vorübergehendes Verbot der Zulassung zum Transport von Waren in Richtung Belarus eingeführt.
Der litauische Zoll begründet die Schließung des Grenzübergangs mit dem Fehlen von Röntgensystemen am Zollposten Stasylos, was es schwieriger mache, den Transport von Schmuggelwaren zu verhindern. Güterzüge von Belarus nach Litauen werden daher zum Bahnhof Kena umgeleitet, wo Systeme zum Scannen von Wagen installiert sind. Am 29.12.2022 wurde eine Rekordcharge (672.000 Packungen) geschmuggelter Tabakwaren aus Belarus im Wert von 2,6 Mio. EUR sichergestellt, die über diesen Grenzübergang fuhr. In Belarus hergestellte Zigaretten werden in der Regel mit Güterwagen nach Litauen transportiert und in Massengütern (Chips, Späne, Pellets usw.) versteckt.
2022: Mehr Güterzüge in den Niederlanden
Im Jahr 2022 fuhren in den Niederlanden so viele Güterzüge wie noch nie. Die meisten gingen von Rotterdam (Maasvlakte) zu den Grenzübergängen Zevenaar und Venlo, auch das größte Wachstum im Schienengüterverkehr war in der Region Venlo zu verzeichnen. Beeinflusst wurde dies durch den Krieg in der Ukraine, die veränderte Energieversorgung und sich wandelnde Transportketten.
Die meisten Güterzüge fahren zu Zielen in Deutschland oder darüber hinaus. Das waren 2022 fast 50.000 (+ 7 %). 55 % der Züge verlassen über Zevenaar – Emmerich das Land, wovon 95 % dieser Züge Zevenaar über die Betuweroute erreichen. Die Zahl der Kohlezüge vor allem nach Deutschland und Polen stieg um rund 25 %. Die Suche nach Ersatz für Gas aus Osteuropa führte zu insgesamt fast 3.900 beladenen Kohlezügen durch die Niederlande, fast 1.000 mehr als 2021.
Der Verkehr aus China über die Seidenstraße in die Niederlande hat sich dagegen mit einer Abnahme von 550 auf 250 Güterzügen mehr als halbiert. Auch der Zugverkehr nach Belgien ist zurückgegangen (- 4 %). Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass weniger Wagenladungszüge von Sas van Gent nach Belgien fuhren und Bauarbeiten an der Montzenroute waren.
Die Zahl der intermodalen Züge nahm weiter zu, wobei 80 % davon ins Ausland fahren. Neue Pendeldienste wurden aufgenommen oder die Frequenz bestehender Verbindungen erhöht, z. B. zwischen Rotterdam und Polen. Mit dem 2021 in Betrieb genommenen Bahnterminal am Trade Port Noord bei Venlo/Blerick gibt es eine Reihe neuer Verbindungen (+ 31 %), u. a. nach Italien.
Bezüglich der Transportleistung blieb die Gesamtzahl der Güterzugkilometer im Jahr 2022 gegenüber 2021 unverändert und lag bei rund 10,0 Millionen. Eine wesentliche Zunahme gab es auf der Betuweroute mit 2,8 Mio. Zugkm (+ 11 %). Die Zunahme der Zahl der Güterzüge an den Grenzübergängen zu Deutschland hat aber nicht zu einer Zunahme der Zugkilometer geführt. Hier gibt es einen Gleichgewichtseffekt, da die Mehrkilometer (z. B. bei einer Umleitung) durch weniger Kilometer woanders (Venlo/Bad Bentheim) ausgeglichen werden.
Die Gesamtzahl der (Brutto-)Tonnenkilometer stieg im Jahr 2022 um 1 % zum Vorjahr leicht an und erreichte 14,9 Milliarden:
- Havenspoorlijn: 2,4 Mrd. Tonnenkm (+ 4 %)
- Betuweroute: 4,9 Mrd. Tonnenkm (+ 12 %)
- übriges Netz: 7,6 Mrd. Tonnenkm (- 5 %)

