Imateq Italia hat einen Vertrag über die Realisierung eines Elektrostatik-Testbereichs (ETA) am Standort in Rivalta Scrivia mit Inbetriebnahme im Juli 2023 unterzeichnet. Dank diesem können Kunden statische Tests mit 3 kV DC und 1,5 kV DC an Elektrolokomotiven mit einer einziehbaren Oberleitung durchführen, wodurch die Bewegung der Lok im öffentlichen Netz vermieden wird.
Rangierbahnhof in Zeebrügge modernisiert
Am 23.01.2023 hat der belgische Infrastrukturbetreiber Infrabel den modernisierten Rangierbahnhof Zeebrügge nach zwölf Jahren Arbeit offiziell in Betrieb genommen. Dieser hat insgesamt 18 Gleise und besteht aus zwei großen Gleisbündeln: Dem Abfahrts- und Ankunftsbündel Zwankendamme (dieses wurde Ende 2018 fertiggestellt) und dem Rangierbündel Zeebrugge. Letztere hat acht Gleise (drei davon 750 m), davon vier mit Oberleitung. Auf vier weiteren Gleisen können Loks abgestellt werden.
Investiert wurden 133 Mio. EUR inklusive europäischen Fördermitteln in Höhe von 2,1 Mio. EUR (Ersatz eines Bahnüberganges durch eine Brücke, 750 m-Gleise) sowie eines kleinen Zuschusses der Stadt Brügge für Radwege, Fußwege sowie einen Informationspunkt während der Arbeiten.

Sperrung der Moldaubrücke an Prager Verbindungsbahn
Das tschechische Eisenbahninfrastrukturunternehmen Správa železnic wird in Kürze die über die Moldau führende Brücke „Vyšehradský železniční most“ (auch Vytoňský most genannt) in Praha/Prag für Güterzüge sperren, was zu weiträumigen Umleitungen über České Budějovice/Budweis führen wird. Die Brücke auf der Prager Verbindungsbahn soll abgerissen und dreigleisig neugebaut werden, die Bauarbeiten sollen 2026 beginnen und 20 Monate dauern. Gleichzeitig verschiebt sich der Ausbau der etwas weiter südlich davon befindlichen Güterzugumfahrung Praha-Vršovice – Praha-Radotín über die Brücke „Branický most“ (auch „Brücke der Intelligenz“ genannt).
Aufgrund des schlechten Zustands der Moldaubrücke muss die Eisenbahnverwaltung den Verkehr im Abschnitt Praha-Smíchov – Praha-Vyšehrad erheblich reduzieren. Ab dem 15.02.2023 wird auf der Brücke daher die Streckenklasse C2 eingeführt, womit der Güterverkehr hier praktisch unmöglich wird. Gleichzeitig wird die geplante Vollsperrung der Brücke der Intelligenz um vier Monate verschoben, nämlich im Oktober 2023 beginnen und bis April 2024 dauern. Ab 2024 ist ein durchgehend zweigleisiger Ausbau der Strecke geplant.
Der westliche Teil der Tschechischen Republik wird im Grunde vom restlichen Netz für den Güterverkehr abgeschnitten. Der Verband der Güterverkehrsunternehmen sieht auf sich zukommen, Güterzüge lange und weiträumig von Beroun über Plzeň – České Budějovice umleiten zu müssen. Jede weitere Verschiebung der Reparatur an der Spannbetonbrücke der Güterzugumfahrung würde aber nur zu einem höheren Risiko der vollständigen Unpassierbarkeit Prags führen. Eine weitere Verschlechterung des Zustands der Moldaubrücke an der Verbindungsbahn könnte auch noch den Personenverkehr stoppen.
Rekord im Frachtumsatz auf PKP LHS
Trotz des anhaltenden bewaffneten Konflikts in der Ukraine, der Schließung der Grenzen zu Russland und Weißrussland sowie der Schwarzmeerhäfen beförderte der polnische Breitspurbetreiber PKP LHS (Linia Hutnicza Szerokotorowa) im Jahr 2022 11,1 Mio. t Fracht. Dies ist ein Rekordergebnis in der Geschichte des Unternehmens.
Dieses Ergebnis wurde mit dem bisher geringsten Anteil an Eisenerztransporten und einem beträchtlichen Anteil an Transporten anderer Güter erreicht, was erheblich mehr finanzielle Mittel und einen erhöhten Arbeitsaufwand für die LHS-Mitarbeiter sowie für die staatlichen Verwaltungsdienste an der Grenze erforderte.
Im Jahr 2022 hat das Unternehmen eine Reihe von Investitionen im Gesamtwert von über 57 Mio. PLN (12,1 Mio. EUR) getätigt, darunter die Rekonstruktion der Gleisanlagen sowie die Modernisierung der Fahrzeughalle des Bahnhofs Hrubieszów LHS, die Fertigstellung der zweiten Investitionsetappe zur Installation von Eisenbahnverkehrssteuerungseinrichtungen (SRK), die eine vollständige Visualisierung der Verkehrssituation auf den Strecken, Überholstellen und Bahnhöfen ermöglichen. Eine weitere Investition des Unternehmens, der Bau des Übergabebahnhofs Zamość – Majdan LHS, trug wesentlich zur Erhöhung der Kapazität bei. Auf dem Gelände des LHS-Umschlagterminals Szczebrzeszyn wurde eine Lagerhalle in Betrieb genommen. Auf dem Gelände der Firma PKP LHS wurden sieben Fotovoltaikanlagen mit einer Gesamtkapazität von über 365 kWh errichtet.
DB: Keine Rahmenverträge 2024 und 2025
Die DB Netz hat ihre Kunden am 17.01.2023 informiert dass in den Fahrplanjahre 2024 und 2025 keine Rahmenverträge vergeben werden können. In einem Schreiben hieß es: „Der Grund ist so einfach wie bedauerlich: Der Zeitplan für die Erstellung der Rahmenverträge hat sich als zu anspruchsvoll erwiesen. Er war von Anfang an knapp und wurde durch die um zwei Wochen verlängerte Anmeldefrist Ende August 2022 zusätzlich herausfordernd. Die verlängerte Anmeldefrist war bekanntlich notwendig geworden, weil die rechtlichen Rahmenbedingungen erst im Sommer und die komplexen Zuweisungsregeln erst im September geklärt werden konnten.“ Aus diesem Grund hatte die DB Netz bereits Ende Dezember 2022 informiert, dass sich die Veröffentlichung der RV auf 2023 verschieben würde.
Weiter: „Die verbleibende Bearbeitungsdauer inkl. der gesetzlich vorgegebenen Prüffristen war nun so kurz, dass wir keine Rahmenverträge für 2024 sicherstellen können, die die notwendige Qualität und Rechtssicherheit aufweisen. Um den Netzfahrplan 2024 insgesamt sicherzustellen, mussten wir uns daher entscheiden, die RV-Vergabe abzubrechen. Das Anmeldeverfahren für den Netzfahrplan 2024 erfolgt damit wie in den Vorjahren. Wenn die Trassenverträge für den Netzfahrplan 2024 im Spätsommer 2023 geschlossen sind, können die EVU der DB Netz AG formlos, vertraulich und freiwillig melden, welche Trassen sie im Netzfahrplan 2025 wieder anstreben. Dies erlaubt der DB Netz AG, schon sehr früh eine fundierte Fahrlagenplanung durchzuführen und potenzielle Trassenkonflikte mit neu zu erwartenden Trassenanmeldungen frühzeitig bestmöglich zu moderieren.“
Der Netzbetreiber gelobt Besserung: „Ganz klar: Für die Rahmenvertragsperiode 2026 ff. werden wir mit mehr Vorlauf und geklärten Rahmenbedingungen wieder Rahmenverträge anbieten. Wir bedauern sehr, dass dies in diesem Jahr nicht klappt, und entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten. Wir werden den Betroffenen für jede Rahmenvertrags-Anmeldung eine Pauschale von 100,00 EUR zahlen, um den Aufwand zu entschädigen.“
Belgien: Weniger „Rotlichtsünder“
Der belgische Infrastrukturbetreiber Infrabel vermeldet einen Rückgang der überfahrenen, halt zeigenden Signale. Im Jahr 2022 habe sich das bei nur 87 Zügen eignet. In nur 13 % der Fälle sei dabei der „erste potenziell gefährliche Punkt“ (hauptsächlich an einer Kreuzung mit einem anderen Gleis) erreicht worden. 2021 hatte dieser Wert noch bei 25 % gelegen, 2020 bei 36 %.
Diese Entwicklung ist nach Infrabel-Einschätzung auch auf den ETCS-Masterplan zurückzuführen. Im Jahr 2022 wurden weitere 740 km Gleise mit ETCS ausgestattet, so dass nun insgesamt 49 % des gesamten Schienennetzes von Infrabel über dieses System verfügen.
Großbaustelle legt SGV im Knoten Köln lahm
In der Zeit zwischen dem 16.01. und dem 06.02.2023 sorgen umfangreiche Sperrungen im südlichen linksrheinischen Teil des Knotens Köln für gravierende Einschränkungen im Schienengüterverkehr.
Zur Sicherstellung der Ortsbedienungen der zahlreichen bedeutenden Terminals und Anschließer in und um Köln-Eifeltor mussten Güterbahnen die Bundesnetzagentur (BNetzA) einschalten, da DB Netz ursprünglich noch umfangreichere Sperrungen geplant hatte, als nun realisiert werden. Hier konnte nach übereinstimmenden Aussagen ein „für alle Seiten mit Bauchschmerzen noch gerade tragbarer Kompromiss“ gefunden werden.
Dennoch ließ sich DB Netz trotz Interventionen der EVU bis auf Vorstandsebene nicht davon abbringen, unzählige Güterzüge vor allem in der Relation Belgien – / Niederlande – / Ruhrgebiet – Bayern großflächig via Hamm – Paderborn – Kassel umzuleiten, was zu Umleitungswegen von bis zu 170 km führt. Derartig große und restriktiv gehandhabte Umleiter sind trotz der in den letzten Jahren stetig gewachsenen „Baubetroffenheiten“ nach Einschätzung von Brancheninsidern immer noch sehr außergewöhnlich. Begründet wurde dies unter anderem mit einer Überlastung der Achse Duisburg – Düsseldorf – Köln – Troisdorf , die ansonsten einen Großteil der Umleitungsverkehre aufnimmt. Hier wird parallel im Rahmen des RRX gearbeitet, so dass im Bereich Düsseldorf und Leverkusen zeitgleich ein (S-Bahn-)Gleispaar nicht zur Verfügung steht. In welchem Umfang hierdurch Umleitungskapazitäten durch die nicht harmonisierte Baubetriebsplanung vernichtet wurden, ist strittig. Mehrere EVU berichten von gravierenden Auswirkungen auf die Betriebskonzepte, da Terminalslots und Lokwendezeiten gleich „reihenweise und über Wochen gerissen werden“. Die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen gehen bei größeren EVU in den sechsstelligen Bereich.
Hochwasser im Rotterdamer Hafen
Am 12. und 13.01.2023 standen die Gleise im Rotterdamer Hafen an verschiedenen Stellen unter Wasser und ein Großteil des Güterverkehrs ist zum x-ten Mal in kurzer Zeit zum Erliegen gekommen. Es gab/gibt Probleme bei Pernis, Waalhaven Zuid, Maasvlakte West und Botlek. Die Güterzüge wurden daraufhin an den Abfahrtsorten in den Niederlanden und im Ausland festgehalten.
Es stellte sich nach Auskunft des Branchenverbandes RailGood heraus, dass der niederländische Infrastrukturbetreiber ProRail keinen guten Notfallplan hatte und keine angemessenen Maßnahmen ergriffen wurden, um Probleme zu verhindern und zu lösen. Die Pumpen laufen an allen Standorten auf Hochtouren. Zu spät standen aber am 12. Januar genügend Menschen und Ressourcen zur Verfügung, um die Wasserprobleme anzugehen. Die Verantwortlichen des ProRail Asset Management glänzten nach RailGood-Auskunft durch Abwesenheit. Von höherer Gewalt kann nach RailGood-Einschätzung hier keine Rede sein, da es in den Niederlanden, wie jeden Winter in den letzten Jahren, viel regnet und daher passieren kann, dass Hochwasser auftritt.

Railflex übernimmt BSM-Infra
Zum 01.01.2023 hat die Railflex Infra GmbH die noch aktive Infrastruktur Langenfeld (Rheinl.) Übergabebahnhof – Wasserwerk – Monheim Gbf (ca. 6 km) von den Bahnen der Stadt Monheim GmbH (BSM) auf Pachtbasis übernommen. Größtenteils wurde der BSM-Güterverkehr ab 01.01.2015 durch die Railflex GmbH übernommen, mit der man zuvor schon längere Zeit kooperiert hatte.
Rumänien will Dărmănești – Grenze UA sanieren
Das rumänische Ministerium für Verkehr und Infrastruktur (MTI) hat den Gesetzesentwurf vorgelegt, 1,83 Mrd. RON (371 Mio. EUR) im Rahmen des Projekts „Allgemeiner Masterplan Verkehr Rumänien“ (MPGT) im Zeitraum 2021 – 2030 in die Sanierung und Modernisierung des Abschnitts (Suceava –) Dărmănești – Vicșani – Grenze UA zu investieren. Die Strecke ist Teil des TEN-V-Kernnetzes und übernimmt hier den internationalen Güter- und Personenverkehr aus der Ukraine, sie verbindet den Rhein-Donau-Korridor mit den Ländern Südosteuropas und den Ländern Osteuropas (Republik Moldau, Ukraine). Die Europäische Kommission hat auch eine Durchführbarkeitsstudie eingeleitet, über diesen Abschnitt die Normalspur von Polen über die Ukraine und Rumänien nach Moldau zu verlängern.
Derzeit gibt es dort aufgrund des unbefriedigenden Zustands der Streckeninfrastruktur Geschwindigkeitsbegrenzungen, auf einigen Abschnitten ist für Güterzüge die Geschwindigkeit auf 22 – 45 km/h begrenzt. Mit der Sanierung dieses Abschnitts sollen die Parameter der Infrastruktur verbessert werden, um die Höchstgeschwindigkeit auf 120 km/h für Personenzüge und 100 km/h für Güterzüge zu erhöhen. Die Bahnhöfe auf diesem Abschnitt sind derzeit mit Relaisstellwerken ausgestattet und physisch abgenutzt, einige Reparaturarbeiten können nicht mehr durchgeführt werden, da es keine zugelassenen Lieferanten für Ersatzteile mehr gibt.
Die Arbeiten mit einer Dauer von 36 Monaten werden aus nicht rückzahlbaren externen Mitteln aus dem Staatshaushalt über den Haushalt des MTI, aus eigenen Einnahmen der Nationalen Eisenbahngesellschaft CFR S.A. sowie aus anderen gesetzlich festgelegten Quellen finanziert.


