[DE] Leuna: Neues Schwefelaufheizterminal

Am Chemiestandort Leuna wird aktuell ein neues Schwefelaufheizterminal errichtet – ein gemeinsames Projekt von InfraLeuna als Bauherr und künftigem Betreiber sowie Domo Chemicals als zukünftigem Nutzer der Anlage. Die Inbetriebnahme soll Anfang 2026 erfolgen.

Dieses wird es erstmals ermöglichen, komplette Züge mit Schwefelkesselwagen aufzuwärmen. Das steigert nach Aussage des Betreibers nicht nur die Effizienz deutlich, sondern sichert auch einen reibungslosen Rohstofffluss für die Produktion von Caprolactam und Polyamid 6 bei DOMO.

[DE] DUSS baut Kapazitäten aus

Die DB-Tochter Deutsche Umschlaggesellschaft Straße Schiene (DUSS) investiert trotz prognostiziertem sinkendem Aufkommen im KV in Umschlaganlagen:

Die weiteren Pläne, deren Finanzierung noch nicht gesichert ist sehen Ausbauten in Landshut (Fläche und Gleis 2027), Karlsruhe (Gleise und dritter Kran 2028), Regensburg (neues Terminal 2029), Basel (Ausbau 2029), Hamburg-Billwerder (neues Modul 2031) sowie München (neues Terminal 2031) vor.

[DE] Holzbachtalbahn mit neuem Betreiber

2025 hat mit der Schütz-Gruppe der einzige verbliebene Güterkunde die Infrastruktur der 33 km langen Holzbachtalbahn Altenkirchen – Selters über die am 16.07.2024 gegründete Holzbachtalbahn GmbH (HBT) übernommen. Die Aufnahme des Betriebes durch die HBT erfolgte mit Fahrplanwechsel am 14.12.2025.

Die 1887 erbaute Strecke wurde bis 1984 auch von Personenzügen befahren. Ab 1998 übernahm die Westerwaldbahn des Kreises Altenkirchen GmbH (WEBA) die Bedienung im Güterverkehr und erwarb die Strecke 2005. Seit März 2006 ist sie wieder durchgehend befahrbar. Im Vorgriff auf eine notwendige und 2020 / 2021 durchgeführte Sanierung kaufte die LWS Lappwaldbahn Service GmbH die Strecke am 26.11.2018.

[DE] Bund beschließt Infrastruktur-Zukunftsgesetz

Das Bundeskabinett hat am 17.12.2025 das Infrastruktur-Zukunftsgesetz beschlossen, um langwierige Verfahren zu verkürzen und schnelleres, pragmatisches und unbürokratisches Bauen zu ermöglichen. Hintergrund: Bis 2029 fließen etwa 169 Milliarden EUR in die Sanierung kaputter Straßen, überlasteter Schienenwege, maroder Brücken und sanierungsbedürftiger Wasserstraßen.

Konkret sollen der Bau von neuen Autobahnen, Schienenwegen, der Ersatz von maroden Brücken, der Neu- und Ausbau von LKW-Parkplätzen sowie wichtige Sanierungen von Wasserstraßen künftig prioritär behandelt werden – und im überragenden öffentlichen Interesse stehen. Dadurch werden die Projekte im Genehmigungsverfahren bevorzugt. Das gilt auch für den Bau neuer Straßen, die im Bundesverkehrswegeplan im weiteren Bedarf liegen – soweit sie von militärischer Relevanz sind.   

Zudem ist geplant, bei der Elektrifizierung von Bahnstrecken künftig schneller voranzukommen. Bei Strecken unter 60 Kilometern soll die langwierige Umweltverträglichkeitsprüfung entfallen. 

Die Digitalisierung ist ein zentraler Bestandteil des Gesetzentwurfs. Planfeststellungsverfahren sollen künftig vollständig digital durchgeführt werden – nach dem Prinzip „digital only“, so auch die geplante Bürgerbeteiligung.

[CH] 4-Meter-Korridor nach Frankreich genehmigt

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) der Schweiz hat am 16.12.2025 die Plangenehmigung für die Erstellung eines 4-Meter-Korridors zwischen Basel St. Johann und Basel SBB erteilt. Damit werden auf der schweizerischen Seite die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die linksrheinische Strecke zu einer zusätzlichen NEAT-Zulaufstrecke ausgebaut werden kann.

Die SBB wird die Gleise in den beiden Tunnels Kannenfeld und Schützenmatt sowie unter zwei Strassenüberführungen absenken. Weiter führt die SBB zahlreiche reguläre Instandsetzungsmassnahmen durch, darunter die Sanierung von zwei Brücken über den Birsig. Der erste Teil der separat genehmigten Vorarbeiten läuft bereits. Der zweite Teil beginnt im Januar 2026. Die Hauptarbeiten dauern von April 2026 bis voraussichtlich Ende 2029.

Damit Güterzüge mit höherer Ladung neu auch über die linksrheinische Strecke zur NEAT geführt werden können, sind auch Profilanpassungen auf der französischen Seite nötig. Eine entsprechende Absichtserklärung haben Bundesrat Albert Rösti und der französische Verkehrsminister im Februar 2025 unterzeichnet. Aktuell werden die erforderlichen Ausbauprojekte erarbeitet.

Die Arbeiten in der Schweiz kosten rund 114 Mio. CHF. Finanziert werden sie über den Verpflichtungskredit des Bundes für die 4-Meter-Korridor-Projekte. Die Instandsetzung der beiden Birsigbrücken (7 Mio. CHF) wird via die Leistungsvereinbarung mit der SBB für den Substanzerhalt abgegolten.

[CH] RailCom weist Beschwerde gegen Verfügung der TVS ab

Ein im Personenverkehr tätiges Eisenbahnverkehrsunternehmen reichte 2024 bei der schweizer Kommission für den Eisenbahnverkehr RailCom Beschwerde gegen eine Verfügung der Schweizerischen Trassenvergabestelle (TVS) zur Trassenvergabe 2025 ein. Dieses Unternehmen (nachfolgend Beschwerdeführerin) war nicht damit einverstanden, dass die TVS seinen Trassenantrag teilweise ablehnte. Die TVS hatte die entsprechenden Trassen stattdessen einem anderen Unternehmen (nachfolgend Beschwerdegegnerin) zugeteilt, welches die Trassen für den Gütertransport nutzen wollte. Die RailCom analysierte die Situation umfassend und wies die Beschwerde danach in ihrem Entscheid vom 24.10.2025 ab.

Die RailCom begründete ihren Entscheid zusammengefasst wie folgt: Die TVS führte im Rahmen der Trassenzuteilung auf dem betreffenden Streckenabschnitt ein korrektes Konfliktlösungsverfahren durch. Die von der Beschwerdeführerin für ihren Personenverkehr bestellten Trassen sind im Netznutzungsplan 2025 nicht gesichert, sondern nur indikativ angegeben. Massgebend für die Trassenzuteilung ist die Unterscheidung zwischen den Verkehrsarten Personenverkehr bzw. Güterverkehr. Nicht massgebend hingegen ist, dass die Beschwerdegegnerin diese Trassen für den Gütertransport im Sinne einer «Rangierbewegung auf die Strecke» nutzt. Für die Zuteilung von bestehenden Restkapazitäten ist der Netznutzungsplan 2025 im Lichte der Vorgaben des Netznutzungskonzepts 2035 zu lesen. Allfällige Restkapazitäten müssen unter Berücksichtigung des verbindlichen Netznutzungskonzepts 2035 zugeteilt werden. Wenn die im Netznutzungskonzept 2035 für den Güterverkehr gesicherte Mindestmenge im Netznutzungsplan 2025 nicht umgesetzt werden kann – insbesondere aufgrund eines mangelnden Ausbaus der Infrastruktur – müssen allfällige Restkapazitäten zuerst dem Güterverkehr zugeteilt werden. Bestehen darüber hinaus weitere Restkapazitäten, so ist gemäss Eisenbahngesetz die Zuteilung an den Personenverkehr zu prüfen. Auf der umstrittenen Strecke genügten die bestehenden Restkapazitäten in der morgendlichen Hauptverkehrszeit nicht für den gleichzeitigen Verkehr von Güter- und Personenzügen. Die Zuteilung der Trassen erfolgte auch in Anbetracht ihrer Nutzung durch die Beschwerdegegnerin rechtmässig. Die betreffenden Güterverkehrstrassen sind in den langfristigen Planungsinstrumenten mit der entsprechenden Flexibilität hinsichtlich betrieblicher Leistungsfähigkeit wie Geschwindigkeit und Zeitfenster ausgestattet. Die RailCom kam deshalb zum Schluss, dass die partielle Zuteilung der Trassen an Werktagen an die Beschwerdegegnerin rechtmässig erfolgte. Der Entscheid ist rechtskräftig (siehe unten, auf Französisch).

[HU] METRANS: Grundsteinlegung in Szeged

An der Grundsteinlegung für den zweiten ungarischen METRANS-Terminal in Szeged nahmen Péter Szijjártó, ungarischer Außenminister, István Joó, Regierungsbeauftragter, CEO der HIPA (Ungarische Investitionsförderungsagentur), László Botka, Bürgermeister von Szeged, sowie Peter Kiss, CEO von METRANS, teil.

Der Terminal in Szeged erweitert das METRANS-Netzwerk in Ungarn und ergänzt den seit 2017 bestehenden Terminal in Budapest. Auf einer Fläche von rund zehn Hektar entstehen unter anderem vier 330 Meter lange Gleise sowie zwei ferngesteuerte elektrische Portalkräne. Die Anlage ist darauf ausgelegt, täglich sechs Zugpaare und jährlich bis zu 300.000 TEU abzufertigen.

Foto: METRANS

[DE/CH] ETCS auf Grenzbetriebsstrecken in Betrieb

Auf den Grenzbetriebsstrecken zwischen Deutschland und der Schweiz wurde zum Fahrplanwechsel auf 60 Kilometern Strecke ETCS in Betrieb genommen. Ab sofort steht im Knoten Basel, auf der Strecke Erzingen (Baden)–Singen (Hohentwiel) und den Gleisanlagen in Konstanz in Richtung Schweiz ETCS Level 1 Limited Supervision (ETCS L1 LS) zur Verfügung, zusätzlich zu den nationalen Zugbeeinflussungssystemen beider Länder.

Die Doppelausrüstung ermöglicht das Fahren über die Landesgrenze hinweg mit unterschiedlichen Fahrzeugausrüstungen. Das betrifft die deutschen Grenzbahnhöfe Weil am Rhein, Basel Badischer Rangierbahnhof, Basel Badischer Bahnhof, Erzingen (Baden), Singen (Hohentwiel) und Konstanz. Davon profitiert vor allem die Schweiz, da das Schweizer Eisenbahnnetz bereits flächendeckend mit ETCS ausgerüstet ist und der Anteil von ETCS-only Fahrzeugen kontinuierlich steigt.

Im Knoten Basel entstehen bis 2027 neue Verkehrsanlagen zwischen Weil am Rhein und Haltingen. So soll ein zusätzliches Gleis eine bessere Trennung von Personen- und Güterverkehr ermöglichen. Im südlichen Bereich des Basel Badischen Rangierbahnhofs ist eine neue Gleisgruppe für den schnellen Transit von Güterzügen bereits fertiggestellt.

[DE] TPS und TraFöG für 2026 genehmigt

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat mit Beschluss vom 11.12.2025 das Trassenpreissystem (TPS) 2026 der DB InfraGO genehmigt. Die Entgelterhöhung beträgt im Durchschnitt plus 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Schienenpersonenfernverkehr kommt es zu einer Absenkung von 1,2 Prozent, während die Entgelte im Schienengüterverkehr (SGV) um plus 6,1 Prozent* und im Schienenpersonennahverkehr um plus 3,0 Prozent steigen.

Basierend auf den nun genehmigten Entgelten des SGV, hatte DB InfraGO zudem einen SGV-Fördersatz in Höhe von 26,5 Prozent beim Eisenbahnbundesamt (EBA) beantragt. Dieser wurde bereits genehmigt und gilt ab 14.12.2025.

Um Kunden die Möglichkeit zu geben, die Auswirkungen der genehmigten Entgelte auf die Trassenanmeldungen für das Fahrplanjahr 2025 / 2026 zu bewerten und ggf. Anpassungen vorzunehmen, erhalten diese fünf Werktage, in denen Trassen kostenfrei storniert werden können.

Das Zeitfenster beginnt am 15. Dezember um 0 Uhr und endet am 19. Dezember um 23.59 Uhr. Die in diesem Zeitraum getätigten Stornierungen werden nicht bei der Ermittlung der Stornierungsquote nach den Ziffern 3.3.4.4.3 lit. a) und 4.2.1.9 berücksichtigt. Die Entgelte für Änderungen und Nichtstornierungen bleiben von dieser Regelung ausgenommen und werden regulär abgerechnet.

* Im Beschluss der BNetzA wird eine Steigerung von 5,8 Prozent angegeben. Dieser Wert beinhaltet nicht die gesamte durchschnittliche Steigerung über alle Subsegmente des SGV.

[RO] Sanierung Craiova – Caransebeș

Rumäniens staatliche Eisenbahngesellschaft „CFR“ S.A. hat am 11.12.2025 die Unterzeichnung des Vertrags für die Planung und Ausführung der Sanierungsarbeiten an der Strecke Craiova – Drobeta Turnu Severin – Caransebeș für das Los 6 Poarta – Caransebeș (km 436+887 – km 474+046,53) bekanntgegeben.

Der Gewinner ist das türkische Unternehmen IC Içtaş Inşaat Sanayi ve Ticaret AŞ (federführend) sowie das rumänische Bauunternehmen Rotary Construcţii Mentenanță SA.  Der Wert des Vertrags beträgt 2,1 Mrd. RON (415 Mio. EUR). Die Finanzierung erfolgt über das Verkehrsprogramm 2021–2027, aus dem Staatshaushalt und aus anderen nicht erstattungsfähigen Quellen.

Grafik: CFR Infrastructura

Nach einem Jahr Planungszeit für die technische Dokumentation sollen die Arbeiten auf dem 37,160 km langen Abschnitt in fünf Jahren ausgeführt werden. Die Strecke soll für eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h nach Interoperabilitätsstandards ertüchtigt werden: Teilweise Zweigleisigkeit, Modernisierung der 25-kV-Elektrifizierung, Implementierung des ERTMS-Sicherheitssystems der Stufe 2, maximale Achslast von 22,5 t für bis zu 740 m lange Züge und moderne Bahnsteige mit 400 m Länge in allen Stationen. Es erfolgt eine Sanierung der Feneș- und Tîmpa-Tunnels, wobei es zu einer Verbreiterung des Tîmpa-Tunnels und des Baus von zwei neuen Tunneln kommt. Zwischen Teregova und Poarta (bzw. weiter bis Crușovăț) wird die Trasse begradigt.

https://openrailwaymap.org/?style=standard&lat=45.11290582297863&lon=22.30645179748535&zoom=13

Das Vergabeverfahren erfolgte nach der Suspensivklausel, wobei der Vertrag für die Planung und Ausführung der Arbeiten erst nach Sicherung der Finanzierungsquelle erfolgte. Die Unterzeichnung des Vertrags mit den türkischen Bauunternehmern erfolgt, nachdem Anfang dieser Woche der Minister für Investitionen und europäische Projekte, Dragoș Pîslaru, „ein offenes und konstruktives Gespräch“ mit Seiner Exzellenz Herrn Özgür Kıvanç Altan, Botschafter der Republik Türkei in Rumänien, geführt hat.