[CH] SBB Cargo: Stellenabbau

Die SBB Cargo AG schreibt für das vergangene Jahr einen deutlich höheren Verlust als erwartet. Die Hauptgründe sind konjunktureller Natur und hängen mit der weiter verschärften Wirtschaftslage zusammen. Darauf reagiert das Unternehmen, indem es die eigenen Kosten senkt, den Ertrag steigert und die Auslastung erhöht sowie gezielt investiert.

Konkret wird SBB Cargo bis Ende 2025 rund 80 Vollzeitstellen abbauen. Dies betrifft Stellen in der Verwaltung und beim operativen Personal. Die SBB Cargo AG beschäftigt rund 2.250 Vollzeitstellen. Die SBB ist in einem engen Austausch mit den Sozialpartnern. Der Stellenabbau soll so sozialverträglich wie möglich über Wechsel innerhalb der SBB, über natürliche Fluktuation wie Pensionierungen erfolgen – Kündigungen sollen die Ausnahme darstellen.

Durch Investitionen in eine moderne Flotte, Automatisierung und ein neues Produktionsmodell will die Güterbahn die Kosten um 60 Mio. CHF senken. Für die Sanierung des Einzelwagenladungsverkehrs zählt SBB Cargo auf eine befristete finanzielle Unterstützung des Bundes. Diese basiert auf der Totalrevision des Gütertransportgesetzes.

Die SBB wird im Rahmen der Jahresmedienkonferenz am 6. März die Situation einordnen und die geplanten Maßnahmen konkreter erörtern.

[DE] Railsystems Bahnakademie reaktiviert

Nach dem Zugang von neuen Ausbildern bietet die Railsystems Bahnakademie ab dem 01.04.2025 wieder Kurse an. Mit dem Ausbildungsprogramm soll die Lücke zwischen Instandhaltung und Lokbetrieb geschlossen und durch betriebsnahe theoretische und praktische Ausbildung Bedienungsschäden sowie in der Instandhaltung verlängerte Standzeiten durch fehlendes technisches Wissen reduziert werden.

Folgende Themen werden im ersten Schritt angeboten:

Fahrzeugtechnik

  • Tf Verwendungsfortbildung V-Lok BR 36x, 29x, 218, 248, 159
  • Instandhalter V-Lok speziell BR 36x, 29x, 218
  • Instandhalter / Berechtigte für Schienenfahrzeugbremsen / Drucklufterzeugung
  • Instandhalter / Berechtigte für Elektrotechnik, Pneumatik, Hydraulik
  • Instandhalter Nebenfahrzeugtechnik

Eisenbahnbetrieb

  • Rangierbegleiter / Wagenmeister
  • regelmäßiger Fortbildungsunterricht aller Betriebsbranchen
  • allgemeine betriebliche Fortbildung

    Serviceleistungen
  • Herstellung von Lauffähigkeiten
  • Begutachtung von Schienenfahrzeugen

[DE] DB legt EVG erweitertes Angebot vor

Die Deutsche Bahn (DB) hat der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in der zweiten Verhandlungsrunde ein erweitertes Angebot vorgelegt. Für Mitarbeitende im Schichtdienst bietet die DB ein zweites tarifliches Zusatzgeld in Höhe von 1,3 %, das bedeutet insgesamt dann 7,9 Prozent mehr Geld für rund 100.000 Mitarbeiter.

DB und EVG klärten in den zweitägigen Verhandlungen vor allem Grundlagen und erzielten erste Teileinigungen: So gelten die Ergebnisse aus dieser Tarifrunde, wie etwa Lohnerhöhungen, grundsätzlich auch für die Mitarbeiter von DB Cargo. Die Tarifparteien haben sich aber gemeinsam auf einen Mechanismus geeinigt, der Abweichungen von tarifvertraglichen Regelungen zulässt, wenn es im Rahmen des Restrukturierungsplans nötig sein sollte. Dazu wird bei Bedarf ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer hinzugezogen.

Zudem haben sich DB und EVG darauf verständigt, bis Ende dieses Jahres strukturelle Verbesserungen für betriebliche Führungskräfte auszugestalten und ab 2026 umzusetzen.

Die Laufzeit von 37 Monaten und die Lohnerhöhung in zwei Schritten in Höhe von 4 % für alle sind unverändert zum ersten Angebot. Die Tarifverhandlungen zwischen DB und EVG gehen am 12. Februar in Berlin weiter. In der Zwischenzeit arbeiten DB und Gewerkschaft in kleinen Arbeitsgruppen auch weiter an einzelnen Themen. Die Tarifverträge laufen noch bis 31. März, es herrscht bis dahin Friedenspflicht.

[DE] DB legt EVG Angebot vor

Die Deutsche Bahn (DB) hat der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in der ersten Verhandlungsrunde ein Angebot vorgelegt, das eine Lohnerhöhung von bis zu 6,6 % vorsieht. Konkret bietet die Bahn 4 % mehr Geld in zwei Schritten für alle, sowie ein Zusatzgeld von 2,6 % für die rund 100.000 Schichtarbeitnehmer. Mit einer langen Laufzeit von 37 Monaten soll nach DB-Einschätzung Planungssicherheit in der Sanierung hergestellt werden.

  • Das DB-Angebot im Überblick:
  • 4 % Lohnerhöhung für alle (2 % zum 01.10.2025 und 2 % zum 01.10.2026)
  • 37 Monate Laufzeit (bis 30.04.2028) Strukturelle Verbesserungen für betriebliche Führungskräfte
  • Möglichkeit zur Abweichung von tarifvertraglichen Regelungen bei DB Cargo, soweit dies zur Einhaltung des Restrukturierungsplans notwendig ist

Die Tarifverhandlungen zwischen DB und EVG werden am 4. und 5. Februar in Berlin fortgesetzt. Die Tarifverträge laufen noch bis 31. März, es herrscht bis dahin Friedenspflicht.

[BE] Streik in Belgien

Die Gewerkschaften der Eisenbahner FGTB, CSC und CGSLB haben eine Streikankündigung eingereicht, die vom 12.01.2025 22.00 Uhr bis zum 13. Januar um die gleiche Uhrzeit gilt. Die Ankündigung gilt sowohl für die SNCB als auch für Infrabel und HR Rail und soll es den Gewerkschaftsmitgliedern ermöglichen, an einer Gewerkschaftsaktion zum Thema Renten teilzunehmen.

[DE] Walther von e.g.o.o. zurück zur evb

Steffen Walther ist seit Januar 2025 Leiter Produktionsvorbereitung bei der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH (evb).

Der gelernte Lokführer war zuvor seit April 2020 Teamleiter Disposition und Öbl bei der e.g.o.o. Eisenbahngesellschaft Ostfriesland-Oldenburg mbH (Nachfolgerin Chantal Theis) sowie zuvor mehr als 12 Jahre bei der heutigen evb-Tochter Mittelweserbahn GmbH (MWB) als Disponent bzw. Teamleiter Disposition tätig.

[CZ] ČD Cargo entlässt 420 Mitarbeiter

ČD Cargo wird in den kommenden Monaten 420 der ca. 7.000 Mitarbeiter entlassen, vom Lokführer bis zum Rangierer. Das Unternehmen geht davon aus, dass sie eine Anstellung bei anderen Arbeitgebern finden werden, wie z. B. bei der Muttergesellschaft der Tschechischen Bahnen. Ab Januar 2025 gibt es auch einen Einstellungsstopp für neue Mitarbeiter.

Das Unternehmen erklärt dies mit dem allgemeinen Transportrückgang, insbesondere von Kohle (aufgrund der Schließung des Stahlwerks Liberty Ostrava) und Holz (Borkenkäferplage beendet). Das Volumen der auf der Schiene transportierten Güter ist seit langem rückläufig, was sich besonders deutlich bei schweren Rohstoffen wie Kohle zeigt: Im Jahr 2010 wurden 20 Mio. t Kraftwerkskohle transportiert, im Jahr 2024 werden es nicht einmal mehr 7 Mio. t sein. Langfristig ist überhaupt nicht mehr damit zu rechnen, da die Nutzung fossiler Brennstoffe in der Energie- und Wärmewirtschaft enden wird.

ČD Cargo erzielte im ersten Halbjahr 2024 einen Gewinn vor Steuern von 240 Mio. CZK (9,6 Mio. EUR). Den Rückgang im Vergleich zum Vorjahr erklärt das Unternehmen mit einem deutlichen Rückgang des Transportvolumens und der Erlöse im Inlandsverkehr, wo die Transportmenge um fast 3,5 Mio. t sank.

[EU] Kommt die einheitliche Lokführersprache?

Bereits seit langen Jahren wird von einzelnen Institutionen und Personen die Festlegung einer einheitlichen Sprache für Triebfahrzeugführer gefordert, die vor allem bei grenzüberschreitenden Leistungen eine deutliche Vereinfachung darstellen würde. Ähnlich wie im Luftverkehr seit 1944 geltend dürfte sich Englisch gut eignen.

Sven Schallach, seines Zeichens Vertriebsleiter der HSL Logistik und geschäftsführender Gesellschafter der HSL Netherlands, ist nun ein wichtiger Schritt gelungen. Der Manager hatte eine von Markteilnehmern unterzeichnete Petition bei der Europäischen Kommission eingereicht und jüngst ein Feedback erhalten. Laut Schallach kommt die Kommission zu dem Schluss, dass der Inhalt des Anliegens des Petenten bei den laufenden Tätigkeiten der Kommission berücksichtigt wird. Etwa bei der künftigen Überarbeitung des für Triebfahrzeugführer geltenden EU-Rechtsrahmens, bei der die möglichen Auswirkungen einer Änderung der Sprachregelung für europäische Triebfahrzeugführer bewertet werden.

[CH] Entlassungen auch bei DB Cargo Schweiz

DB Cargo Schweiz entlässt neun von rund 40 Mitarbeiter am Standort Muttenz und somit 20 % der Mitarbeiter.

Für die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV ist diese „Entlassungswelle ein Skandal“, insbesondere weil man ganz bewusst gerade unter der Schwelle von zehn Personen bleibt. Denn dann wäre eine Konsultation der Arbeitnehmervertretung obligatorisch gewesen (OR Art. 335f). Der SEV fordert deshalb einen sofortigen Stopp der Entlassungswelle und stattdessen zielführende Gespräche mit den Gewerkschaften und der Personalvertretung.

[DE] DB Cargo baut 5.000 Stellen ab

DB Cargo baut bis 2029 mehr Stellen ab als zunächst geplant. „Umfangreicher Personalumbau gehört als Bestandteil der Kostensenkung zur DB Cargo-Transformation“ gab das Unternehmen am 09.12.2024 als Statement an die Presse. Dr. Sigrid Nikutta, Vorstand Güterverkehr DB AG und Vorstandsvorsitzende DB Cargo AG kommentierte: „Die aktuellen Konjunkturprognosen führen dazu, dass wir bis 2029 von einem Verlust von 5.000 Arbeitsplätzen ausgehen. Damit erhöht sich der bisher erwartete Stellenabbau infolge der konsequenten Umsetzung der Transformation von DB Cargo.“

2024 sind bereits rund 1.000 Mitarbeiter aus dem Unternehmen ausgeschieden, im Wesentlichen, weil die Babyboomer-Generation der Beschäftigten nun in Rente geht. Dazu haben rund 650 Mitarbeiter Jobangebote im DB Konzern erhalten. Zusätzlich werden ca. 700 Beschäftige im Rahmen eines freiwilligen Ausstiegsprogramms die DB Cargo verlassen. Damit reduziert sich der verbleibende Anpassungsbedarf in den nächsten fünf Jahren auf rund 2.500 Arbeitsplätze.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kritisierte in diesem Zusammenhang an die DB Cargo-Mitarbeiter versendete „persönliche Mitteilung(en) zum Beschäftigungswegfall“. Mitarbeiter sollten so „weichgekocht und eingeschüchtert“ werden.