[SE] Neue Bahnstrecke zum Industriepark Boden

Der Industriepark Boden ist neu an das Gleisnetz angeschlossen. Die offizielle Eröffnung wurde des 800 Mio. SEK (73 Mio. EUR) teuren Projektes am 09.06.2026 vollzogen.

Die neue Infrastruktur dient dem Anschluss des neuen Stahlwerkes des Betreibers Stegra. Der Bau wurde über eine PPP-Lösung vollzogen, da staatliche Institutionen zögerten und das Investment für die Gemeinde als alleiniger Bauherr zu umfangreich war. Gemeinsam wurde die Boden Järnväg AB gegründet, an der die Investmentgesellschaft Polar Structure 91 % und die Gemeinde Boden 9 % halten.

Durch ihre Minderheitsbeteiligung an der Boden Järnväg hat sich die Gemeinde verpflichtet, eventuelle Defizite zu decken. Die fünfjährige Garantie kann die Steuerzahler bis zu 30 Mio. SEK (2,7 Mio. EUR) pro Jahr kosten, was eine potenzielle Gesamtsumme von 150 Mio. SEK (13,6 Mio. EUR) bedeutet. Stegra zahlt eine feste Gebühr unabhängig von der Nutzung. Solange Stegra zahlungsfähig ist, geht der Steuerzahler in Boden kein Risiko ein. Die Garantie der Gemeinde greift erst, wenn das Stahlunternehmen zahlungsunfähig werden sollte. Sollte das Projekt hingegen Gewinne abwerfen, führt der Anteil zu künftigen Dividenden.

Offizieller Eröffnungs“zug“. Foto: Gemeinde Boden

[DE] Raum Bremen mit Sperrungen

Zur Vorbereitung der Korridorsanierung Bremen – Bremerhaven im Jahr 2027 muss der Kabeltiefbau als Vorabmaßnahme vom 12. Juli bis 12. Oktober 2026 im Bereich Bremen-Walle bis Bremerhaven-Wulsdorf durchgeführt werden. Ohne Abschluss des Kabeltiefbaus im Vorlauf zur Korridorsanierung ist nach Aussage der DB InfraGO die Umsetzung der vorbereitenden fünf ESTW-Maßnahmen nicht möglich. Im Falle der Nichtumsetzung der fünf ESTW-Maßnahmen sind die geplanten Verkehre bei eingleisiger Betriebsführung nicht fahrbar. Darüber hinaus wären die abgängigen Bestandsanlagen nur weiter zu nutzen, mit dem Risiko einer erhöhten Störanfälligkeit sowie einer unzureichenden Verfügbarkeit von Ersatzteilen.

Für die zusätzlichen Arbeiten kommt es auf der Strecke 1740 zu folgenden zusätzlichen Einschränkungen:

  • Eingleisige Sperrung Bremen Hbf – Bremen-Burg in den folgenden fünf Nächten:
  • 12./13. Juli 2026, 14. bis 16. Juli 2026, 19./20. Juli 2026 jeweils von 22.20 bis 4.30 Uhr und 17./18. Juli 2026 von 22.20 bis 5.20 Uhr
    • Eingleisige Sperrung Oldenbüttel – Stubben in den folgenden zwei Nächten:
  • 30./31. Juli 2026 und 31. Juli/1. August 2026 jeweils von 21 bis 5 Uhr
    • Eingleisige Sperrung Oldenbüttel – Stubben in den folgenden sieben durchgehenden Schichten:
  • 25. bis 27. Juli 2026, 1. bis 3 August 2026, 12. bis 14. September 2026, 19. bis 21. September 2026, 26. bis 28. September 2026, 3. bis 5. Oktober 2026, 10. bis 12. Oktober 2026 jeweils von Samstag, 14 Uhr bis Montag, 5 Uhr
    • Totalsperrung Stubben in den folgenden Nächten:
  • 7./8., 8./9. und 9./10. August 2026 jeweils von 22.10 bis 4.50 Uhr

Durch die genannten Sperrzustände kommt es im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) zu Ausfällen und Verspätungen und im Schienengüterverkehr (SGV) zu Verspätungen.

[DE] Wiedereinführung Rahmenverträge – Zwischenstand

Laut DB InfraGO hat sich eine große Mehrheit des Marktes in Bezug auf den Zeitpunkt einer Wiedereinführung von Rahmenverträgen für eine Umsetzung auf Basis der künftigen EU-Kapazitätsverordnung ausgesprochen, voraussichtlich ab der Netzfahrplanperiode 2031 ff. 

Mit Kundeninformation vom 21. April 2026 hatte die DB aufgrund aktueller Diskussionen zum Zeitpunkt einer Wiedereinführung von Rahmenverträgen kurzfristig um Feedback der Zugangsberechtigten bis 30. April gebeten. Zur Auswahl wurden zwei Optionen gestellt:

  • Option 1: Wiedereinführung der Rahmenverträge zum Netzfahrplan 2029 auf Basis des in den Kundeninformationsveranstaltungen im Februar/März und April 2026 vorgestellten Konzepts
  • Option 2: Wiedereinführung der Rahmenverträge auf Basis der neuen rechtlichen Basis in der künftigen EU-Kapazitätsverordnung voraussichtlich zur Netzfahrplanperiode 2031 ff. 

Im Ergebnis wurden 51 Stellungnahmen fristgemäß abgegeben. Hiervon votierten 47 für Option 2. Zwei Stellungahmen befürworteten ein anderes Vergabemodell. Lediglich zwei Unternehmen sprachen sich für eine frühere Wiedereinführung aus.

Darüber hinaus haben die Verkehrsministerkonferenz sowie die Bundesnetzagentur (BNetzA) Anforderungen formuliert, die im derzeitigen Konzept der DB nicht berücksichtigt sind. Nach DB-Einschätzung lassen sich diese derzeit nicht rechtssicher umsetzen. Insbesondere besteht das Risiko, dass die vorgesehenen Vergabekriterien einzelner Marktteilnehmer rechtlich angegriffen werden. In einem solchen Fall würde das Verfahren nicht zur angestrebten Rechtssicherheit beitragen, sondern vielmehr mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sein.

Die DB bewertet derzeit die Rückmeldung auch vor dem Hintergrund laufender Verfahren der BNetzA. Sobald ein neuer Sachstand vorliegt soll eine umgehende Kundeninformation stattfinden.

[HU/DE] Neue Pkw-Transporte Debrecen – Deutschland

Neben den Verkehren Debrecen – Zeebrugge der Kombi Petrolsped+RTB CARGO konnte sich die Milšped auch ein ebenfalls im März 2026 angelaufenes Paket sichern, das von der IREDA Internationale Spedition koordiniert wird. Aktuell werden 3-5 Umläufe pro Woche erbracht:

  • nach Bremerhaven und Cuxhaven mit GYSEV Cargo (HU) sowie FRACHTbahn Traktion (AT, DE)
  • nach Kelheim mit GYSEV Cargo (HU); Raaberbahn Cargo (AT) und RBL Rail Bavaria Logistik (DE)

Mit dem Hochfahren des Werkes soll die Anzahl der Zugpaare auf wöchentlich neun steigen.

Blaue Werbe-Frachtbahn 185.607 + blauer Autozug, München Nord

[HU/BE] Autozüge Debrecen – Zeebrugge mit RTB CARGO

Im März 2026 sind bekannterweise vom neuen BMW-Werk in Debrecen erste Verkehre angelaufen. Für die Waberer’s-Tochter Petrolsped fährt RTB CARGO seitdem wöchentlich Pkw nach Zeebrugge. Die neuen Wagons stellt GATX. Der Verkehr wird parallel zum Werk kontinuierlich hochgefahren, Zielvolumen sind drei Rundläufe pro Woche.

RTB CARGO fährt somit ab allen bedeuten Automobilwerken in Ungarn (Audi Győr, Daimler Kecskemét, Suzuki Esztergom, BMW Debrecen).

[DE] Unfall: Ruhr-Sieg-Strecke gesperrt

Seit dem frühen Morgen des 19.05.2026 ist die Ruhr-Sieg-Strecke zwischen Werdohl und Plettenberg gesperrt. Bei einem Coilzug Richtung Hagen (Zuglok 185 077 „Stahl auf Stahl“) war zunächst ein Wagen entgleist. An einem Bahnübergang hat es ihn dann ausgehoben und eine Achse landete im Gegengleis – der Zug kam dann aufgrund von Luftverlust zum Stehen. Dem Vernehmen nach war der Grund zunächst unklar – der entgegenkommende Coilzug (bespannt mit der RBH Logistics 145 015) fuhr auf Sicht und erfasste mit niedriger Geschwindigkeit den Radsatz. Dies geschah an der denkbar ungünstigsten Stelle – mitten im 306 Meter langen Baukloher Tunnel.

Foto: Alex Talash / dpa

[DE] WFL nutzt NRailMind TrackAgent

Die WFL Wedler Franz Logistik ist neuer Nutzer der Softwarelösung NRailMind TrackAgent für ein digitales Gleismanagement. Die Belegung von eigenen oder angemieteten Gleisanlagen wird somit zukünftig nicht mehr manuell koordiniert und kann stattdessen neu in Echtzeit eingesehen werden. Das soll Abstimmungsaufwand minimieren und dabei helfen, unnötige Rangierkosten zu vermeiden.

[DE] Baumarathon am Niederrhein beendet

DB InfraGO hat einen 80-wöchigen Baumarathon auf der Ausbaustrecke zwischen Emmerich und Oberhausen erfolgreich zum Abschluss gebracht. Zwischen Voerde und Dinslaken rollen die Züge nun erstmals auf drei Gleisen. Die Züge des Fern- und Güterverkehrs rollen seit dem Morgen des 18.05.2026 wieder über die Strecke am Niederrhein. Die Züge des Nahverkehrs werden schrittweise wieder anrollen und zum Betriebsstart am Dienstag, 19. Mai wieder vollständig zwischen Oberhausen und Arnhem (NL) verkehren.

Seit dem Spatenstich im Jahr 2017 hat die DB 52 Kilometer Gleise neu bzw. umgebaut. Außerdem stehen bereits knapp zwölf Kilometer der neuen Schallschutzwände und 38 Kilometer der neuen Oberleitungsanlage. Zusätzlich haben die Teams auch insgesamt 62 Weichen erneuert und 45 Brücken entlang der Strecke erweitert bzw. neu gebaut.

Auch nach dem Ende der intensiven Bauphase laufen die Arbeiten für den dreigleisigen Ausbau weiter. Im November 2026 werden während einer einwöchigen Sperrpause u.a. den neuen Brückenträger über die Weierstraße in Oberhausen eingehoben, die Bauarbeiten an der Eisenbahnüberführung an der Lippe abgeschlossen und die Bahnübergänge Kerstenstraße und Schwarzer Weg in Emmerich zurückgebaut. 

Ab 2027 werden die Bauarbeiten vorerst unter rollendem Rad weitergeführt. Dazu zählen beispielsweise die Inbetriebnahme des neuen Haltepunktes in Voerde-Friedrichsfeld, der Neubau des dritten Gleises zwischen Grenzstraße und dem Weseler Bahnhof sowie der Abschluss der Arbeiten an der Straßenüberführung Weierstraße und der „HOAG-Brücke“ in Oberhausen. Die sperrpausenrelevanten Arbeiten werden aktuell neu eingetaktet.