[DE] VDV: Negativtrend im SGV verstetigt sich

Der Schienengüterverkehr in Deutschland hat 2025 seine Schwächephase aufgrund struktureller Hürden nicht überwunden. Nach vorläufiger Auswertung des Eisenbahn-Branchenverbandes VDV auf seiner Jahrespressekonferenz liegt die Beförderungsleistung 2025 bei rund 133,9 Milliarden Tonnenkilometern und damit unter dem Niveau von 2016 (2016: 138,4). Das entspricht einem Rückgang von rund 3,2 Prozentpunkten gegenüber 2016.

Parallel verschärfen sich laut Branchenverband die Engpässe im Netz. Nach Angaben aus dem Netzfahrplan 2026 sind inzwischen 26 Schienenwege als überlastet eingestuft. Der Netzzustand verschlechtert sich (Schulnote über 3,0), die Stellwerke werden sogar nur mit 4,12 bewertet. Gleichzeitig steigt die Bautätigkeit deutlich: 2024 wurden 21.000, 2025 26.000 Baustellen beziehungsweise Bauereignisse gezählt, 2026 werden es voraussichtlich 28 000 sein. Das trifft den Schienengüterverkehr in der Fläche und in der Tiefe. Die Auswirkungen der aktuellen Bau- und Sperrsituation sind im Betrieb deutlich spürbar: Häufig seien laut VDV die Umleiter nicht ausreichend leistungsfähig, sodass weniger oder gar keine Trassen zur Verfügung stehen und in einzelnen Fällen eine Umleitung praktisch nicht möglich ist. Zugleich führen längere Laufzeiten und zusätzliche Störungen zu einem Qualitätsverlust mit sinkender Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit.

Die Branche begrüßt die grundsätzliche Richtung der Korridorsanierung und das Ziel, die Infrastruktur robuster und leistungsfähiger zu machen. „Wir müssen aber auch den bestehenden Markt im Blick behalten, sonst kommt der Tag eines sanierten Netzes, auf dem es viele Unternehmen nicht mehr gibt. Das Ziel des Infrastrukturbetreibers, das Hochleistungsnetzes mit Generalsanierungen in zahlreichen Korridoren zu ertüchtigen, um Ziele wie höhere Pünktlichkeit, weniger langjährige Baustellen und eine insgesamt modernisierte Infrastruktur zu erreichen, trägt die Branche in ihrer Gesamtheit vollumfänglich mit. Aus Sicht der Branche muss das Konzept jedoch betrieblicher gedacht und nachjustiert werden.“ Vollsperrungen seien für den Güterverkehr oft zu starr, Umleiterstrecken sind vielerorts nicht ausreichend ertüchtigt oder in unzureichender Qualität verfügbar.“, so VDV-Präsident Ingo Wortmann. Mindestmaß reduziert werden.“ Dazu braucht es aus Branchensicht dringend eine Baustellenkommunikation, die früher, klarer und vorausschauender werden muss. Wenn Umleitungen teurer werden, Fahrzeiten steigen und Zuverlässigkeit sinkt, gerät der Eisenbahnverkehr gleichzeitig bei Stabilität, Kapazität und Kosten unter Druck.

Vorschläge für Verbesserungen der Situation hat der VDV erarbeitet und den politischen Entscheidern vorgelegt. Folgende Punkte sind dabei aus Sicht der Branche wichtig:

  • Es braucht dringend ein neues Trassenpreissystem: transparent, rechtssicher, planbar und fair – mit dem klaren Ziel, das Preisniveau spürbar zu senken und die Ungleichheit der Wettbewerbsbedingungen gegenüber dem Straßengüterverkehr zu minimieren.
  • Umleiterkapazitäten sichern: Umleiterstrecken zügig ertüchtigen und verfügbare Kapazitäten frühzeitig, verlässlich und transparent veröffentlichen.
  • Sperrkonzepte je Korridor überprüfen – Einzelfallentscheidungen statt Standard-Vollsperrungen.
  • Bau- und Betriebserschwerniskosten sowie Baunebenkosten fair kompensieren, damit Umleiter-Mehrkosten, Zusatztraktionen, Personal- und Fahrzeugaufwände sowie Terminaleffekte nicht zur Abwanderung auf die Straße führen.
  • Pragmatische Regelwerke für temporäre Stresslagen, einschließlich überprüfter Storno- und Störkostenregelungen ohne zusätzliche Strafkostenketten.
  • Der Schienengüterverkehr muss in der vom Bundesverkehrsministerium einberufenen Taskforce für eine zuverlässige Bahn priorisiert betrachtet werden – ohne dass Sofortmaßnahmen die notwendige Infrastrukturertüchtigung ersetzen oder ausbremsen.

[ME] Montecargo: mehr Umsatz, aber Minus

Im Jahr 2025 verzeichnete das staatliche Eisenbahnunternehmen Montecargo einen Umsatz von 6,96 Mio. EUR, was einem Anstieg von 16 % gegenüber 2024 (5,96 Mio. EUR) entspricht. Das Geschäftsjahr schloss voraussichtlich trotzdem mit roten Zahlen, da der Anstieg des Transports erst im letzten Quartal 2025 stattfand.

Im vergangenen Jahr beeinflusste der Transport neuer Güter wie Kohle für EPS, Autos aus Kragujevac und Zement den Anstieg des Transportvolumens im letzten Quartal des Jahres und damit den Anstieg der Einnahmen. Aufgrund der Dynamik der Marktbedürfnisse wurde jedoch der Vertrag über den Bauxittransport 2025 nicht im geplanten Umfang umgesetzt und nur in kleinerem Maßstab realisiert.

2026 wird Montecargo dank einer geplanten staatlichen Garantie in Höhe von 15 Mio. EUR neue Fahrzeuge kaufen, drei neue Elektrolokomotiven und 80 bis 100 modernisierte Wagen.

[DE] BNetzA publiziert Marktuntersuchung Eisenbahnen

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat m 19.12.2025 die „Marktuntersuchung Eisenbahnen 2025“ veröffentlicht.

Die Nachfrageentwicklung im Berichtsjahr 2024 verlief im Schienenpersonenverkehr unterschiedlich. Während im Schienenpersonennahverkehr mit insgesamt 65 Milliarden Personenkilometern ein deutlicher Zuwachs verzeichnet werden konnte (2023: 59 Mrd. Pkm), waren die Zahlen im Schienenpersonenfernverkehr mit 47 Milliarden Personenkilometern leicht rückläufig (2023: 48 Mrd. Pkm). Die erbrachten 134 Milliarden Tonnenkilometer im Schienengüterverkehr sind im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls zurückgegangen (2023: 137 Mrd. tkm). Die nicht-bundeseigenen Eisenbahnverkehrsunternehmen konnten in allen drei Verkehrsdiensten ihre Marktanteile leicht steigern.

Im Jahr 2024 konnte der Umsatz im Eisenbahnverkehrsmarkt im Schienenpersonennahverkehr und Schienengüterverkehr jeweils um drei bis vier Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Im Schienenpersonenfernverkehr bliebt der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant. Auf den Gesamtmarkt bezogen wurden rund 26,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Dies entspricht einem Zuwachs von knapp drei Prozent.

Nach den starken Anstiegen in den Vorjahren waren die Energiepreise im Jahr 2024 rückläufig. Die Ergebnisse der Eisenbahnverkehrsunternehmen verbesserten sich im Schienenpersonennahverkehr leicht, im Schienenpersonenfernverkehr verschlechterten sie sich deutlich. Im Schienengüterverkehr lag das Gesamtergebnis aller Eisenbahnverkehrsunternehmen weiterhin deutlich im negativen Bereich.

[DE] 250.000 Container für Rasselstein

thyssenkrupp Rasselstein, Becker & Co., die Stadtwerke Andernach und Haeger & Schmidt Logistics (HSL) feierten jüngst den 250.000sten im Hafen Andernach umgeschlagenen Container. Die Kooperation begann vor 25 Jahren – Andernach war damals noch ein Containerterminal im Aufbau.

Zugseitig verbindet HSL Andernach und Antwerpen mit dem Traktionär Railtraxx und zwei Rundläufen pro Woche.

Foto: Haeger & Schmidt Logistics

[CH] Alpenquerung: Schiene verliert Marktanteile

Die Transportmenge im alpenquerenden Schienengüterverkehr ging zwischen 2022 und 2024 um 9,3 Prozent zurück. Das hält der Bundesrat der Schweiz im neusten Verlagerungsbericht fest, den er am 19.11.2025 verabschiedet hat.

Der Anteil der Bahn am alpenquerenden Güterverkehr lag per Ende 2024 bei 70,3
Prozent und damit um 2,6 Prozentpunkte unter jenem des Jahres 2022. Das Wachstum nach Fertigstellung der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) und des 4-Meter-Korridors auf der Gotthard-Achse konnte somit nach 2022 nicht fortgesetzt werden. Für 2025 sind weitere Marktanteilsverluste der Schiene zu erwarten.

Der Bundesrat will dieser Entwicklung entgegentreten und sich insbesondere für moderne und gut ausgebaute Zulaufstrecken zu den Basistunnels der Neuen Eisenbahn-Alpentransversalen (NEAT) einsetzen. Dazu kommen weitere Massnahmen, unter anderem finanzielle Anreize, um die Einstellung der «Rollenden Landstrasse» abzufedern.

Die Fahrtenzahl schwerer Güterfahrzeuge (SGF) auf der Strasse über Schweizer Übergänge stieg derweil im Zeitraum 2022–2024 um +3.5 %. Im Jahr 2023 wurden 916 000 und im Jahr 2024 960 000 alpenquerende Fahrten von SGF gezählt. Das für 2018 gesetzlich festgelegte Verlagerungsziel von 650 000 alpenquerenden Fahrten von SGF wurde somit erneut verfehlt. Gegenüber dem Referenzjahr 2000 resultierte per Ende 2024 eine Reduktion der Fahrten um rund ein Drittel (-31,6 %).

[DE] HHLA mit deutlichem Umsatz- und Erlöszuwachs

Trotz eines von konjunkturellen Belastungen, geopolitischen Spannungen und Unsicherheiten in der US-Handelspolitik geprägten Umfelds konnte die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) in den ersten neun Monaten 2025 Umsatz und Ergebnis deutlich steigern. Die Umsatzerlöse des Konzerns erhöhten sich um 12,5 Prozent auf 1.331,4 Mio. Euro (im Vorjahr: 1.182,9 Mio. Euro). Das Betriebsergebnis (EBIT) legte um 25,7 Prozent auf 117, Mio. Euro zu (im Vorjahr: 93,2 Mio. Euro). Die EBIT-Marge verbesserte sich auf 8,8 Prozent nach 7,9 Prozent im Vorjahr. Das Ergebnis nach Steuern und nach Anteilen anderer Gesellschafter stieg auf 34,9 Mio. Euro (im Vorjahr: 23,1 Mio. Euro).

Das Segment Intermodal verzeichnete in den ersten neun Monaten 2025 einen starken Mengenanstieg. Der Containertransport erhöhte sich insgesamt um 13,6 Prozent auf 1.501 Tsd. TEU (im Vorjahr: 1.321 Tsd. TEU).

Die Bahntransporte konnten im Vergleich zum Vorjahr um 13,7 Prozent auf 1.300 Tsd. TEU (im Vorjahr: 1.144 Tsd. TEU) zulegen. Zum starken Mengenanstieg trugen insbesondere die Verkehre mit den norddeutschen und adriatischen Seehäfen sowie die Verkehre im deutschsprachigen Raum bei. Zudem waren im Vorjahreszeitraum die Transportmengen der Roland Spedition erst ab Juni enthalten. Die Straßentransporte verzeichneten ebenfalls einen starken Anstieg um 13,2 Prozent auf 201 Tsd. TEU (im Vorjahr: 178 Tsd. TEU).

Die Umsatzerlöse lagen mit 604,1 Mio. Euro um 15,8 Prozent über dem Vorjahreswert (im Vorjahr: 521,9 Mio. Euro) und stiegen damit stärker als die Transportmenge. Gründe hierfür waren u. a. erforderliche Preisanpassungen. Der Bahnanteil an der Transportmenge lag wie im Vorjahr bei 86,6 Prozent.

Das Betriebsergebnis (EBIT) belief sich im Mitteilungszeitraum auf 76,2 Mio. Euro (im Vorjahr: 62,7 Mio. Euro) und erhöhte sich somit um 21,5 Prozent. Die EBIT-Marge stieg um 0,6 Prozentpunkte auf 12,6 Prozent (im Vorjahr: 12,0 Prozent). Ursächlich für die starke EBIT-Entwicklung war im Wesentlichen der Anstieg der Transportmenge. Negativ wirkten sich dagegen operative Belastungen durch Baustellen auf wesentlichen Transportstrecken und die hohe Auslastung in den norddeutschen Seehäfen aus.

[BE] Belgische Güterbahnen 2024

Die belgischen Güterbahnen haben das Geschäftsjahr 2024 mehrheitlich mit Gewinn abgeschlossen. Nur Lineas und die Captrain-Tochter Railtraxx verharren in den roten Zahlen.

Nettoumsatz 2024Ergebnis 2024
Lineas478.513.250-40.523.943
Crossrail Benelux106.707.4442.158.718
DB Cargo Belgium58.300.8361.307.106
Railtraxx36.783.026-5.107.172
RTB CARGO BELGIUM6.785.151 *969.628
HSL Belgium5.781.920 *665.050
* Bruttomarge

[DE] HHLA senkt Gewinnprognose um 55 Mio. EUR

Basierend auf dem bisherigen Geschäftsverlauf und aktuellen Einschätzungen zum vierten Quartal hat der Vorstand der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) am 27.10.2025 beschlossen, die Jahresprognose für das laufende Geschäftsjahr anzupassen. Infolge deutlich gestiegener weltwirtschaftlicher Unsicherheiten, insbesondere durch die US-Handelspolitik, hat sich das geschäftliche Umfeld der HHLA zuletzt weniger robust gezeigt als ursprünglich angenommen. Dies zeigt sich vor allem in den anhaltenden Störungen der Lieferketten. In Verbindung mit weitreichenden Umbaumaßnahmen zur Automatisierung der Hamburger Anlagen wird mit weniger starken Mengen- und Ergebniszuwächsen für das Geschäftsjahr 2025 gerechnet.

Für die Umsatzerlöse wird unverändert von einem starken Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen. Die Erwartung für das Betriebsergebnis (EBIT) wurde aus den oben genannten Gründen angepasst und liegt nunmehr in der Bandbreite von 145 bis 160 Mio. EUR (zuvor: 180 bis 200 Mio. EUR).

Auf Konzernebene wird weiterhin ein starker Umsatzanstieg erwartet. Die Erwartung für das Betriebsergebnis (EBIT) wurde infolge der geänderten Annahmen angepasst und liegt nunmehr in einer Bandbreite von 160 bis 175 Mio. EUR (zuvor: 195 bis 215 Mio. EUR).

Die vollständigen Geschäftszahlen für Januar bis September 2025 wird die HHLA am 13.11.2025 veröffentlichen.