[CZ] ČD Cargo: CEO Tomáš Tóth geht

Foto: ČD Cargo

Tomáš Tóth hat nach fünfjähriger Amtszeit seinen Rücktritt als CEO der ČD Cargo, a.s. zum 31.10.2025 eingereicht. Bis zur Ernennung eines neuen Vorstandsvorsitzenden wird die Leitung des Unternehmens von den derzeitigen Vorstandsmitgliedern Robert Heděnec und Martin Svojanovský übernommen.

„Ich trete aus schwerwiegenden persönlichen Gründen zurück, da ich nicht mehr in der Lage bin, der ČD Cargo die gleiche Aufmerksamkeit und das gleiche zeitliche Engagement zu widmen, wie ich es bisher getan habe.“ wird Tóth in einer Presseaussendung zitiert.

Bei ČD Cargo läuft derzeit eine umfassende Umstrukturierung nach einem starken Rückgang von Verkehrsaufkommen sowie deutlich roten Zahlen.

[CZ] ČD Cargo weiterhin mit Verlusten

Die staatliche tschechische Güterbahn ČD Cargo verzeichnete im ersten Halbjahr 2025 einen Verlust vor Steuern in Höhe von 931 Mio. CZK (38 Mio. EUR). Das Ergebnis spiegelt nach Aussage der Bahn „die laufende Umstrukturierung des Unternehmens wider, die eine Folge des anhaltenden Rückgangs der Transportleistungen ist“.

Seit letztem Jahr passt das Unternehmen seine Kapazitäten an die neuen Bedingungen auf dem tschechischen und europäischen Eisenbahnmarkt an. Auf dem heimischen Markt beförderten die Züge von ČD Cargo 26,4 Millionen Tonnen Güter, was einem Anstieg des absoluten Volumens gegenüber dem Vorjahr entspricht, jedoch bei einem Rückgang der Transportleistung. Diese sank im Jahresvergleich um 3,2 %. Insgesamt sank die Leistung aller Schienengüterverkehrsunternehmen in der Tschechischen Republik in diesem Zeitraum um 5,3 %. Die ČD Cargo-Gruppe beförderte 29,9 Millionen Tonnen Güter – es gelang ihr, das Containerverkehrsvolumen in Deutschland deutlich zu steigern, die Entwicklung des internationalen Verkehrs bleibt somit weiterhin ein Grundpfeiler der Strategie der Gruppe.

Der Anstieg des Transportvolumens gegenüber dem Vorjahr ist auf eine einmalige Schwankung zurückzuführen. In diesem Winter war die Nachfrage nach Braunkohle hoch, Kraftwerke und Heizwerke hatten leere Lagerstätten, was sich in den Zahlen für das erste Halbjahr niederschlug. Dieser Effekt wird sich nicht wiederholen, was nach Aussage von ČD Cargo auch die Aufträge der letzten Monate bestätigen. Im Vergleich zu 2023 ist das Kohlevolumen um etwa ein Drittel geringer. Der Transport von Containern und auch von Automobilen stieg im Jahresvergleich um 15 %. Stabil sind die Transporte von Kraft- und Baustoffen.

Im Rahmen der Umstrukturierung setzt das Unternehmen den Abbau von Arbeitsplätzen und die Reduzierung überschüssiger Kapazitäten bei Wagen und Lokomotiven fort. Im Jahresabschluss wurde dem mit der Bildung von Rückstellungen, Wertberichtigungen und Wertminderungen für überflüssige Vermögenswerte Rechnung getragen.

Diese Maßnahmen sollen ČD Cargo dabei helfen, eine langfristige Stabilisierung und nachhaltige Funktionsfähigkeit des Unternehmens in einem Umfeld zu gewährleisten, in dem der europäische Markt für den Schienengüterverkehr weiter schrumpft.

Der Bereich Personenverkehr der Gruppe České dráhy erzielte hingegen ein Umsatzwachstum von 1,7 Mrd. CZK (70 Mio. EUR) gegenüber dem Vorjahr und realisierte einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 1,1 Mrd. CZK (45 Mio. EUR).

[CZ/IT] Pkw Kolín – Italien neu mit TX/HSL

Die Transporte von Toyota-Pkw zwischen Kolín und Italien haben seit 16.09.2025 neue Traktionäre: Neu sind die Konzernschwestern HSL Logistik (Tschechien), TX Logistik Transalpine (Österreich) neben der Mercitalia Rail (MIR) involviert. Zuvor fuhr der Zug 2-3 x pro Woche via Summerau mit ČD Cargo bis Tarvisio, wo die Übergabe an Mercitalia erfolgte.

Foto: TX Logistik

[CZ] ČD Cargo auf Schrumpfkurs

Die staatliche tschechische Güterbahn ČD Cargo hat am 21.07.2025 angedachte Veränderungen bei Assets und Personal vor Gewerkschaftsmitgliedern präsentiert. Grund ist das kontinuierlich sinkende Volumen: Die Transportleistung aller Verkehrsträger im Netz der tschechischen Eisenbahnverwaltung ging im ersten Halbjahr dieses Jahres um weitere 5,3 % zurück. ČD Cargo bildete keine Ausnahme und verzeichnete im gleichen Zeitraum einen Leistungsrückgang von 3,2 %. Dies bedeutet, dass sich der Rückgang des Transportvolumens nach dem Rückgang in den Jahren 2023 und 2024 auch im Jahr 2025 fortsetzt.

Der Rückgang des Transportvolumens ist hauptsächlich auf strukturelle Veränderungen in der Wirtschaft zurückzuführen, die eine dauerhafte Abkehr von der Nutzung fossiler Brennstoffe im Energie- und Wärmesektor, eine geringere Stahlproduktion in Europa (ein Beispiel ist das Ende der Rohstahlproduktion in Liberty Ostrava) oder auch Ausfälle in der energieintensiven Chemieproduktion mit sich bringen. Hinzu kommen die unsichere Lage im Automobilsektor, die Rückkehr der Holzernte zum Stand vor der Borkenkäferplage und die Notwendigkeit, die Verluste im Transport einzelner Wagenladungen zu stoppen.

Als Folge reduziert ČD Cargo die Anzahl der Güterwagen und Lokomotiven und will 700 der rund 6.500 Mitarbeiter entlassen. 287 davon zeitnah, alle anderen bis Anfang 2026.

[SI/AT] Innofreight / inno4wood: Biomasse für Sappi

Innofreight und inno4wood sind ab sofort für Papierholz Austria unterwegs, um den Papierhersteller Sappi mit Biomasse ais Slowenien zu versorgen. Dazu fährt jede Woche ein Zug mit zehn 2×40 ft InnoWaggons mit insgesamt 40 WoodTainern XXL aus Celje oder Kranj nach Gratwein. Pro Zug sind dies 500 t Biomasse, von der das Papierwerk jährlich 300.000 t benötigt. Als EVU sind SŽ-Tovorni promet auf der slowenischen bzw. CD Cargo Austria auf der österreichischen Seite involviert.

Bei der Entladung setzt Sappi auf den ersten vollelektrischen Drehentladestapler Zentraleuropas – entwickelt von Innofreight und Kalmar. Im Vergleich zum bisherigen Dieselmodell reduziert er den Energieverbrauch um 70 %.

Foto: Innofreight

[CZ] ČD-Güterverkehr rutscht in rote Zahlen

Das konsolidierte Geschäftsergebnis der ČD-Gruppe vor Steuern gemäß den Internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) belief sich im vergangenen Jahr auf 1,3 Mrd. CZK (52 Mio. EUR). Die České dráhy allein erzielten einen Gewinn von 2,1 Mrd. CZK (84 Mio. EUR). Ein Wachstum verzeichnete der Personenverkehr, die Zahl der Fahrgäste stieg und die Erneuerung des Fahrzeugparks wurde fortgesetzt, zu dessen Verjüngung insgesamt 141 neue Fahrzeuge beitrugen.

Alle Unternehmen der ČD-Gruppe waren an dem Milliardengewinn beteiligt, nur der Güterverkehr schloss mit einem Minus ab. Trotz des weiteren Wachstums der Transportleistungen der Niederlassungen und Tochtergesellschaften von ČD Cargo im Ausland sank das Gesamtbeförderungsvolumen im Jahr 2024 auf 56,7 Mio. Tonnen. Der Rückgang der Volumina war vor allem auf dem inländischen Verkehrsmarkt zu verzeichnen, insbesondere aufgrund des allmählichen Rückgangs der Beförderung von Braunkohle zu Kraftwerken und Heizwerken. Im Bereich der metallverarbeitenden Industrie war die Einschränkung der Produktion von Liberty Ostrava von entscheidender Bedeutung, und auch die Nachfrage nach Holztransporten auf der Schiene war geringer.

Als Folge wird die staatliche Güterbahn Mitarbeiter abbauen und Assets abstoßen. Eine grundlegende Veränderung erfährt auch das Produkt der Einzelwagenladungen, das nach Einschätzung der Güterbahn in seiner derzeitigen Form wirtschaftlich nicht mehr tragbar ist.

Der Güterverkehrssegment verzeichnete einen Verlust von 945 Mio. CZK (38 Mio. EUR). Dieser wird mit den nicht ausgeschütteten Gewinnen der vergangenen Jahre ausgeglichen.

Grafik: ČD

[CZ] ETCS für Baureihe 363

ČD Cargo hat im Amtsblatt der Europäischen Union den Einbau des mobilen Teils des ETCS in 42 E-Loks der Baureihe 363 ausgeschrieben (291011-2025). Der geschätzte Auftragswert ist 13,188 Mio. EUR. Angebote müssen bis 13.06.2025 vorliegen.

181 Maschinen dieses Loktyps wurden in den 1980er-Jahren von Škoda an die damaligen tschechoslowakischen Bahnen geliefert.

CDC 363 504