[CZ] Steinkohleabbau in Tschechien eingestellt

In der Nacht zum 01.02.2026 endete in der Tschechischen Republik der Abbau von Steinkohle. Letztes aktives Bergwerk war Důl ČSM bei Steinau (Stonava) in der Region Karwin (Karviná) in Mährisch-Schlesien. Ursprünglich sollte der Abbau bereits 2022 eingestellt werden, wurde aber aufgrund der damaligen wirtschaftlichen und politischen Lage um drei Jahre verlängert. Zwischen 1968 und 2026 wurden dort 124,3 Millionen Tonnen Steinkohle gefördert.

Die sich daraus ergebende Aufkommensreduktion im Schienengüterverkehr wird schrittweise erfolgen. Die Aufbereitungsanlage des ČSM-Betriebs Sever soll dem Vernehmen nach noch den kompletten Februar über Reservemengen verfügen.

Die Werksbahngleise sowie die Kohlezüge zu Bestimmungsorten innerhalb der Region Ostrava (Halden, Heizkraftwerke, Kraftwerk Třebovice) betreibt PKP CARGO INTERNATIONAL (ex AWT, ex OKD, Doprava). Ausgehend vom Bahnhof Louky nad Olší fährt / fuhr ČD Cargo unter anderem zu den Empfängern Třinecké železárny, U. S. Steel Košice, ArcelorMittal Kryvyj Rih und ArcelorMittal Poland.

740-746 | Karviná-Doly

[DE] Stilllegung Kohlekraftwerk West in Frankfurt

Am historischen Standort im Gutleutviertel in Frankfurt am Main entstehen zwei neue Gasturbinenanlagen mit Abhitzedampferzeugern, die weiterhin Wärme und Strom gleichzeitig produzieren. Schon 2026 soll das bisher im Wesentlichen mit Steinkohle betriebene Heizkraftwerk West der Mainova vollständig auf zunächst Erdgas umgestellt werden.

Mit der Umstellung entfallen auch die aktuell 1-2 x pro Woche von LTE Netherlands und Rhenus Rail St. Ingbert (RRI) gefahrenen Kohlezüge aus Amsterdam. Die letzte Meile übernimmt die HFM Managementgesellschaft für Hafen und Markt.

Da der Übergabebahnhof der Hafenbahn im Frankfurter Westen seit einigen Wochen wegen Oberbaumängeln gesperrt ist werden die Kohlelieferungen für das Heizkraftwerk über die Hafenbahn abgewickelt.

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[NL/DE] NIAG fährt wieder Kohle für STEAG

Die Logistiksparte der Niederrheinische Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft NIAG übernimmt seit Beginn des Jahres 2026 wieder den Eisenbahntransport für die Rohstoffversorgung der Kraftwerksstandorte der Steag Iqony Group im Saarland und in der Metropolregion Rhein-Ruhr. Gefahren wird ab dem Rietlanden Terminal in Amsterdam mit Stadler Euro9000 – der erste Leerzug traf am 06.01.2026 ein.

Einen entsprechenden Auftrag hatte die NIAG bereits ab Januar 2013 bzw. ab Januar 2017 für die STEAG gefahren. Damals wurde noch auf die Partner RheinCargo und Lineas in den Niederlanden zurückgegriffen.

STEAG-Kraftwerke wurden zuletzt im Frühjahr 2024 von niederländischen Häfen aus per Bahn versorgt:

  • HSL: zuletzt im Februar 2024 nach Herne (von Amsterdam)
  • KombiRail Europe: zuletzt im März 2024 nach Quierschied (von Rotterdam)
  • NIAG: zuletzt im März 2023 nach Quierschied und Bexbach (von Rotterdam und Amsterdam)
  • DB Cargo: zuletzt im Dezember 2020 nach Walsum (von Rotterdam)
  • DB Cargo: zuletzt im Dezember 2022 nach Völklingen (von Rotterdam)
  • DB Cargo: zuletzt im März 2022 nach Herne (von Rotterdam)
  • DB Cargo: zuletzt im Januar 2024 nach Bexbach und Quierschied (von Rotterdam)
Foto: NIAG

[PL] TAURON schreibt Kohletransporte aus

Polen zweitgrößter Stromerzeuger TAURON Wytwarzanie hat im Amtsblatt der Europäischen Union einen 24 Monate laufenden Rahmenvertrag für Kohletransporte zu den Kraftwerken in Jaworzno (Jaworzno / Nowe Jaworzno), Łaziska Górne (Łaziska), Będzin (Łagisza) und Trzebinia (Siersza) ausgeschrieben (842825-2025). Frist für den Eingang der Angebote ist der 20.01.2026.

Aktuell führt PKP CARGO mehrheitlich die Verkehre durch, vereinzelt sind DB Cargo oder CTL Logistics involviert.

[RO] Erster Zug von Carpatica Feroviar România

Am 08.12.2025 fuhr der erste Zug der neuen staatlichen Güterbahn Carpatica Feroviar România. Es handelte sich eine Leistung im Rahmen der Kohletransporte für Complexul Energetic Oltenia (CEO) zum Kraftwerk Turceni. Nach Vertragsunterzeichnung in der vergangenen Woche fuhr am Montagmorgen der erste (Leer-)Zug von Carpatica Feroviar România auf der Relation Turceni – Motru Est.

Parallel zum ersten Auftrag wird der Prozess der Personalrekrutierung fortgesetzt. Im Moment hat Carpatica Feroviar România 40 bis 50 Mitarbeiter sowie eine Flotte von 6.450 Güterwagen und 200 Lokomotiven, welche die wichtigsten Wirtschaftssektoren Landwirtschaft, Verteidigung, Bergbau und Ölindustrie bedienen soll.

[RO] CFR und GFR fahren Kohle nach Turceni

Die Ausschreibung der Kohletransporte zum Kraftwerk Turceni durch den Complexul Energetic Oltenia (CEO) haben drei Angebote hervorgebracht. Der Zuschlag für den Rahmenvertrag über 15 Monate wurde schlussendlich an zwei Konkurrenten erteilt, die am 25.11.2025 entsprechende Verträge unterzeichneten (785873-2025):

  • Carpatica Feroviar România für 33,796 Mio. RON (6,64 Mio. EUR)
  • Grup Feroviar Român (GFR) für 33,832 Mio. RON (6,65 Mio. EUR)

[NL/FR] Kohleverkehre ab Born ruhen

Die zunvor von Railtraxx nahezu täglich gefahrenen Kohleverkehre ab Born zu diversen Fabriken von Ferroglobe in Frankreich ruhen seit Anfang Oktober 2025. Grund ist dem Vernehmen nach ein temporäres Runterfahren der Produktion der verarbeitenden Betriebe. Starke Konkurrenz aus China, hohe Energiepreise und Handelsbeschränkungen wurden als Gründe in der Presse genannt.

Ferroglobe ist nach eigener Aussagen einer der weltweit führenden Anbieter von Siliziummetall, siliziumbasierten und manganbasierten Speziallegierungen und Ferrolegierungen. Der Kohleverkehr ist seit Jahren der einzige Bahnverkehr für den Umschlagbetrieb Enerco in Born.

HSL / Railtraxx 266 118, Born (NL)

[BA] Republik Srpska: Mehrere Streiks

In der Republik Srpska legen Streiks seit Anfang Oktober 2025 große Teile des Wirtschaftslebens still: Zunächst hatten Arbeiter in der Kokerei von GIKIL (Global Ispat Koksna Industrija Lukavac) nahe Tuzla am 02.10.2025 mit einem unbefristeten Streik begonnen, nachdem die Unternehmensführung auf einen Warnstreik nicht reagiert hatte. Es geht um ausstehende Gehälter, die Anrechnung der Betriebszugehörigkeit und den Erhalt von 800 Arbeitsplätzen. Das Unternehmen ist nach Medienberichten tief verschuldet. Gestreikt wird auch in der Zenica Braunkohlemine wegen ausstehender Löhne und drohender Insolvenz.

Auch bei der Eisenbahngesellschaft Željeznice Republike Srpske (ŽRS) wurde ab 01.10.2025 gestreikt, weil die Augustlöhne noch nicht ausgezahlt wurden. Über die Jahre hat das Unternehmen 160 Mio. EUR Schulden angehäuft. Eine Restrukturierung sollte eigentlich bis Ende 2024 abgeschlossen werden.

Der Streiks in Lukavac und Zenica haben auf die ŽRS und ihre Schwester Željeznice Federacije Bosne i Hercegovine (ŽFBH) starke Auswirkungen: Beide Bahnen transportieren gemeinsam Steinkohle vom Adriahafen Ploce zum Verkoken nach Lukavac und anschließend das Koks zum Stahlwerk in Zenica. Dieses wird auch von der Braunkohlenmine bei Zenica beliefert.

661-267, Rudnik Šikulje - Lukavac

[RO] Drei Bewerber für Kohlezüge nach Turceni

Auf die Ausschreibung des Energieversorgers Complexul Energetic Oltenia (CEO) für Kohlezüge zum Kraftwerk Turceni haben sich drei Unternehmen beworben: Die beiden staatlichen Unternehmen CFR Marfă und Carpatica Feroviar România sowie die Privatbahn Grup Feroviar Român (GFR).

Befördert werden sollen bis zu sieben Ganzzüge pro Tag innerhalb von 24 Stunden nach der Anfrage durch den Kraftwerksbetreiber. Die Bewertung der Angebote erfolgt zu 90 % nach dem Preis.

Die Konstellation der drei Bietenden ist kurios: Carpatica Feroviar România befindet sich erst im Aufbau und verfügt aktuell noch nicht über ausreichend Personal für die Ausführung des ausgeschiebenen Vertrages. Vom Schwesterunternehmen CFR Marfă wurden über 6.000 Waggons und Loks übernommen. Bei CFR Marfă ist hingegen unklar, ob das Unternehmen ohne erneute Insolvenz bzw. Liquidtion die Vertragslaufzeit von 15 Monaten durchsteht. GFR hat Erfahrungen in dem Sektor aber nach Brancheninformationen die 490 im Vertrag geforderten Kohlewaggons nicht verfügbar. Eien Lösung bestünde in der Nutzung von Waggons der Rolling Stock Company (RSCO), ausgerechnet einem Joint Venture von GFR und CFR Marfă.