Die tschechische Eisenbahnverwaltung Správa železnic beginnt eine umfassende Umstrukturierung, deren Kernpunkt der Abbau von Arbeitsplätzen und die Verschlankung der Verwaltung ist. Ziel der Veränderungen ist es, Kosten zu senken, Bürokratie abzubauen und öffentliche Mittel effizienter einzusetzen. Im Rahmen der Sparmaßnahmen werden insgesamt 121 der rund 16.000 Stellen gestrichen, vor allem in der Verwaltung und im Management.
Der neue Chef der Eisenbahnverwaltung Správa železnic, Tomáš Tóth, hat die erste Phase der Umgestaltung der Organisation angekündigt. Ab Anfang April passt er die Führungsstruktur an, zentralisiert ausgewählte Aufgabenbereiche, reduziert Ausgaben und plant Änderungen bei Ausschreibungen. Ziel der Änderungen, die eng mit dem Verkehrsministerium abgestimmt sind, ist es, den Eisenbahnmarkt für einen größeren Kreis von Anbietern zu öffnen, den Wettbewerb zu erhöhen und Einsparungen zu erzielen, ohne die Qualität der Projekte zu beeinträchtigen.
Dank der angekündigten Maßnahmen will die Eisenbahnverwaltung jährlich 335,6 Mio. CZK (14 Mio. EUR) einsparen, ohne dass die Änderungen Auswirkungen auf die Mitarbeiter im Betrieb haben soll.
[CZ] 3 Mrd. EUR für Schienenprojekte
Der Staatliche Fonds für Verkehrsinfrastruktur der tschechischen Republik stellt in diesem Jahr dem staatlichen Infrastrukturbetreiber Správa železnic 72,2 Mrd. CZK (3 Mrd. EUR) zur Verfügung, 20 Mrd. CZK (820 Mio. EUR) davon werden für die Instandhaltung der Gleise ausgegeben.
Noch im Frühjahr beginnt der Bau eines 15 Kilometer langen Abschnitts von Praha-Ruzyně nach Kladno. Es handelt sich um die längste Etappe des Projekts Praha – Letiště (Flughafen) – Kladno, die größtenteils auf einer neuen Trasse verlaufen wird und auf der die Züge dank begradigter Kurven und Elektrifizierung mit einer Geschwindigkeit von bis zu 145 km/h fahren werden.
Die Modernisierung des Abschnitts von Plzeň über Nýřany nach Chotěšov, der Teil der modernen Strecke von der westböhmischen Metropole nach Bayern werden wird, wird in Angriff genommen, und der lange vorbereitete Umbau des Eisenbahnknotens Ostrava wird beginnen.
Die Sanierung des stark frequentierten Abschnitts von Kolín nach Kutná Hora wird beginnen, wodurch dank der Hlízov-Verbindung die Kreuzung der Hauptkorridorstrecke von Praha nach Mähren mit der Strecke nach Havlíčkův Brod beseitigt wird. Die Arbeiten zur Reaktivierung und Elektrifizierung der Strecke von Nýřany nach Heřmanova Huť beginnen, auch der Abschnitt von Rudoltice v Čechách nach Lanškroun wird mit einer Oberleitung ausgestattet.
Voraussetzung für den tatsächlichen Start der Projekte ist die Verabschiedung des Staatshaushalts durch das Abgeordnetenhaus.
Übersicht über die Investitionen der Eisenbahnverwaltung mit geplantem Beginn im Jahr 2026
- Sanierung des Streckenabschnitts Kutná Hora – Kolín
- Modernisierung der Strecke Praha-Ruzyně – Kladno
- Modernisierung der Strecke Plzeň – Domažlice – Grenze zu Deutschland, 2. Bauabschnitt, Abschnitt Plzeň – Nýřany – Chotěšov
- Erhöhung der Traktionsleistung der Stromversorgungsstation Břeclav
- Sanierung der Strecke Opava – Kravaře ve Slezsku
- Optimierung und Elektrifizierung der Strecke České Velenice – Veselí nad Lužnicí
- Revitalisierung und Elektrifizierung der Strecke Nýřany – Heřmanova Huť
- Sanierung der Brücke in Žatec auf der Strecke Praha-Bubny – Chomutov
- Einfache Elektrifizierung inkl. ETCS der Strecke Rudoltice v Čechách – Lanškroun
- Sanierung des Streckenabschnitts Žďár nad Sázavou – Sázava u Žďáru
- Modernisierung des Eisenbahnknotens Ostrava
- Sanierung des Bahnhofsgebäudes Bohumín, 2. Etappe
- Infrastruktur für die Abstellung von BEMU-Batterie-Triebzügen in Frýdek-Místek
- Revitalisierung der Strecke Kostelec u Jihlavy – Telč – Slavonice
- Sanierung und Ergänzung des Übertragungsnetzes für ERTMS
- Sanierung von zwei Brücken auf der Strecke Slavonice – Telč
- Optimierung und Elektrifizierung der Strecke Ostrava-Kunčice – Frýdek-Místek
- Sanierung des Bahnhofsgebäudes Cheb
- Sanierung des Bahnhofs Turnov
- Sanierung des Bahnhofsgebäudes Turnov, 3. Etappe
- Sanierung des Bahnhofsgebäudes Hodonín
- Sanierung des Bahnhofsgebäudes Tábor
- Sanierung des Bahnhofsgebäudes Jihlava
- Sanierung des Bahnhofsgebäudes Letohrad
Im Jahr 2026 begonnene Reparaturen
- Zyklische Erneuerung der Oberleitung im Abschnitt Řehlovice – Úpořiny
- Zyklische Erneuerung der Gleise im Abschnitt Nymburk – Golčův Jeníkov
- Zyklische Erneuerung der Gleise im Abschnitt Pardubice – Kolín
- Zyklische Erneuerung der Gleise im Abschnitt Roudnice n. L. – Hrobce
- Zyklische Erneuerung der Gleise im Abschnitt Vsetín – Horní Lideč
[CZ] Tóth wird Generaldirektor von Správa železnic
Tomáš Tóth wird ab 01.02.2026 neuer Generaldirektor der tschechischen Eisenbahnverwaltung Správa železnic. Die Ernennung durch den Verwaltungsrat erfolgte einstimmig. Tóth folgt auf Jiří Svoboda, der nach Ermittlungen aufgrund eines Korruptionsverdachtes sein Amt niederlegen musste.
Tóth war zuvor langjährig für die Staatsbahn České dráhy (ČD) tätig, zuletzt 2018 bis 2025 als Geschäftsführer sowie parallel ab 2020 als Vorstandsvorsitzender der ČD Cargo. Dort hatte er sein Mandat nach Berichten in tschechischen Medien wegen schlechten Zahlen, deutlicher Kritik von Kundenseite und aus „persönlichen Gründen“ im Herbst 2025 niedergelegt.
Geändert wurde auch die Zusammensetzung des Verwaltungsrates der Správa železnic: Zum Vorsitzenden wurde Martin Kolovratník ernannt, Ladislav Němec und Martin Červíček bleiben Mitglieder, neu hinzugekommen ist Tomáš Tyll. Über weitere Mitglieder des Verwaltungsrats wird die Regierung auf einer ihrer nächsten Sitzungen entscheiden.
[CZ] SŽCZ: Generaldirektor abberufen
Der Verwaltungsrat der Eisenbahnverwaltung hat Jiří Svoboda am 01.12.2025 als Generaldirektor abberufen, wie der zurückgetretene Verkehrsminister Martin Kupka (ODS) nach der Sitzung gegenüber Journalisten erklärte. Svobodas Verbleib an der Spitze einer der größten staatlichen Organisationen würde laut Kupka das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Arbeit der Eisenbahnverwaltung (SŽCZ) gefährden. Bis zur Ernennung eines neuen Generaldirektors wird Mojmír Nejezchleb, der bisher als stellvertretender Direktor tätig war, die Leitung von Správa železnic übernehmen.
Bei Svoboda war vergangene Woche eine größere Geldsumme in bar gefunden worden, deren Herkunft bislang nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte.
[CZ] Ermittlungen gegen den Generaldirektor Správa železnic
Kriminalbeamte der Nationalen Zentrale gegen organisierte Kriminalität (Národní centrála proti organizovanému zločinu, NCOZ) haben bei Jiří Svoboda, dem Generaldirektor der Eisenbahnverwaltung Správa železnic (SŽCZ), umgerechnet mehr als 80 Mio. CZK (3,3 Mio. EUR) in bar entdeckt. Svoboda hatte das Geld in CZK, EUR und USD bei sich zu Hause. Die Kriminalbeamten führten am vergangenen Dienstag an mehreren Orten Razzien wegen milliardenschwerer Aufträge der SŽCZ und der Straßen- und Autobahnverwaltung (Ředitelství silnic a dálnic, ŘSD) durch. Das Verkehrsministerium plant eine Prüfung.
Verkehrsminister Martin Kupka forderte Svoboda nach eigenen Angaben auf, sich klar zu dieser Angelegenheit zu äußern. Laut Svoboda stammen die Mittel aus den Ersparnissen seines Vaters und Großvaters, die beide ihr ganzes Leben lang angesammelt haben. Aufgrund ihrer historischen und persönlichen Erfahrungen haben sie das Geld nicht auf die Bank gebracht, sondern wollten es für den Fall weiterer politischer Rückschläge aufbewahren. Svoboda verwalte es seit 30 Jahren zusammen mit seinem Vater.
[CZ] Planung für einfache Streckenelektrifizierungen
Ende Oktober 2025 hat die tschechische Eisenbahnverwaltung Správa železnic (SŽCZ) bestätigt, dass sie im Hinblick auf die fehlenden Mittel im Staatshaushalt das genehmigte Konzept für die Entwicklung der elektrischen Traktion in der Tschechischen Republik trotzdem einhält. Die Strecke von Rudoltice v Čechách/Rudelsdorf nach Lanškroun/Landskron soll die erste sein, die der sogenannten einfachen Elektrifizierung unterzogen wird. Im Gegensatz zur Elektrifizierung der Strecken im Rahmen einer Gesamtmodernisierung soll die Methode einer einfachen Elektrifizierung in der Regel nur den Bau der Oberleitung beinhalten und kostengünstiger sein. Der Plan für eine einfache Elektrifizierung geht auf ein Konzept zurück, das im Dezember 2023 vom Verkehrsministerium genehmigt wurde.
Projekte, die bereits vom Zentralausschuss genehmigt wurden:
- Einfache Elektrifizierung der Strecke Opava-Východ (a) – Krnov (e).
- Einfache Elektrifizierung inkl. ETCS der Strecke Rudoltice v Čechách – Lanškroun; eine Ausschreibung für einen Auftragnehmer ist im Gange, der Baubeginn ist spätestens im kommenden Jahr geplant.
- Einfache Elektrifizierung Klatovy (a) – Železná Ruda-Alžbětín (e); Designer wurde bereits ausgewählt.
- Einfache Elektrifizierung Kladno – Rakovník.
- Einfache Sanierung und Elektrifizierung des Abschnitts Havlíčkův Brod – Hlinsko.
Einfache Elektrifizierungen zur Genehmigung durch die Zentralkommission, die bereits von der SŽCZ eingereicht wurden:
- Bludov/Postřelmov – Jeseník
- Kladno – Kralupy nad Vltavou inkl. Jeneč – Středokluky
- Zdice – Písek.
Einzureichen im Laufe des Jahres:
- České Budějovice – Nová Pec.
[CZ] Güterzugentgleisung in Kolín
Am 15. 10. 2025 sind um 01:23 Uhr im Bahnhof Kolín zwei Waggons eines Güterzuges entgleist. Der Unfall verlief ohne Verletzte. Der Schaden ist noch nicht abgeschätzt.
Der Zugverkehr auf dem Abschnitt Velký Osek – Kolín – Kutná Hora ist unterbrochen.

[CZ] Ziegenbahn wird renoviert
Der Abschnitt Krupka město – Oldřichov der „Kozí dráha“ (Ziegenbahn) genannten Strecke Děčín/Bodenbach – Oldřichov/Ullersdorf südlich des Erzgebirgskamms, der vor kurzem von der Správa železnic (SŽCZ) in die Liste der (stillgelegten) Strecken für die sogenannte Konservierung aufgenommen wurde, soll nun doch renoviert werden.
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Es wurde vereinbart, dass die SŽCZ der Zentralkommission im Oktober 2025 einen Vorschlag unterbreiten wird, um die Instandsetzung dieses Abschnitts in den Investitionsplan aufzunehmen, erklärte Jan Růžička, der Regionalrat von Ústí/Aussig, nach Verhandlungen mit der SŽCZ, welche die Pläne bestätigte.
Die Region bemüht sich seit langem um die Sanierung der Strecke auf ihrer gesamten Länge. Nachdem der Abschnitt von Děčín nach Telnice und später bis Krupka wiedergestellt wurde, blieb der westliche Abschnitt trotz einer Verkehrsbestellung durch die Region stillgelegt. Noch im vergangenen Jahr erklärte die SŽCZ, dass sie andere Prioritäten habe.
Wie hoch die Reparaturkosten zur Inbetriebnahme sein werden, ist noch nicht klar. Im Vergleich zu den bisherigen Abschnitten dieser Strecke wird hier die Sicherung von vier Bahnübergängen und die Rekonstruktion der Brücken ein Thema sein.
Die Region geht davon aus, dass die Kommission die Reparatur genehmigen wird. Im Laufe des Jahres 2026 könnten die Planungsunterlagen fertig sein und zur Aufnahme in den Haushalt 2027 vorgeschlagen werden. Die Instandsetzung würde dann im Jahr 2027 erfolgen und im Frühjahr 2028 könnte die gesamte Strecke wieder von der Linie T11 von Děčín nach Oldřichov befahren werden. Wie bereits berichtet, wird dieser Abschnitt künftig auch für den Güterverkehr von Interesse sein.
[CZ] Planung für Prager Nordumfahrung beginnt
Správa železnic (SŽCZ) hat am 01.10.2025 die Planung für die „Tišická spojka“ ausgeschrieben (zakazky.spravazeleznic.cz), eine 1,4 km lange Verbindungskurve, mittels derer der Schienengüterverkehr den Knoten Praha / Prag künftig nördlich umfahren kann.
Seit Jahren bemühen sich die Güterverkehrsunternehmen um den Bau einer Verbindung zwischen den Strecken Lysá nad Labem – Mělník und Neratovice – Všetaty. Über die neue eingleisige, elektrifizierte Verbindungskurve können Züge zusammen mit der Modernisierung der Strecke Kralupy nad Vltavou – Neratovice dann vollständig außerhalb des überlasteten Prager Knotens verkehren. Mit dieser Verbindung der Eisenbahnstrecken, die am rechten und linken Ufer der Elbe entlangführen, entsteht auch eine alternative Umleitungsstrecke für den Transitgüterverkehr.
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Laut SŽCZ soll der Bau im Jahr 2027 beginnen und gleichzeitig mit der Modernisierung der Strecke von Praha nach Všetaty erfolgen. Der daran anschließende Bahnhof Všetaty wird durch die Verlegung aller Gleise auf die Nordwestseite des Gebäudes, wo heute die Strecke Nymburk – Mělník verläuft, einen Komplettumbau erleben. Die geschätzten Kosten für 1,4 km der neuen Strecke belaufen sich auf 650 Mio. CZK (26,78 Mio. EUR). Die Strecke wird vorerst an das Gleichstrom-Traktionssystem angeschlossen sein, wobei die Umstellung auf Wechselstrom vorbereitet wird.
Die Überlegungen für diese Verbindung sind nicht neu – bereits Ende der 1970er Jahre gab es Vorschläge in Mittelböhmen für diese und eine weitere Streckenverbindung, allerdings gab es für den Bau beider damals kein Geld…
[CZ] Hauptkorridor während Sanierung eingleisig
Im Oktober 2025 wird Správa železnic (SŽCZ) mit der Sanierung der für den Güterverkehr wichtigen Korridorstrecke zwischen Pardubice und Choceň beginnen. Die umfassende Instandsetzung geschieht in zwei Blöcken mit einer Einschränkung des Betriebs auf ein Gleis bis Juni nächsten Jahres.
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Hierbei werden 35 km Strecke für 424 Mio. CZK (17 Mio. EUR; ohne MwSt.) wieder in einen normalen Zustand gebracht. Eine Modernisierung, die beispielsweise eine Geschwindigkeitssteigerung mit sich bringen würde, wird es nicht geben. Der Abschnitt von Pardubice nach Choceň wird zwar seit langem als einer der möglichen Abschnitte für die Einführung einer Geschwindigkeit von 200 km/h gehandelt, aber dafür müsste die Beseitigung der Bahnübergänge erfolgen.
Die Arbeiten sind in zwei Etappen geplant: im Oktober und November im Bahnhof Choceň und den angrenzenden Bahnhofsabschnitten, der zweite Block findet von Februar bis Juni 2026 statt. Sie werden im eingleisigen Betrieb durchgeführt, immer in einem betroffenen Abschnitt zwischen den Bahnhöfen und im angrenzenden Bahnhof. Lediglich beim Schweißen von Schienenstößen wird es zu einer kurzfristigen Unterbrechung des Betriebs kommen, aber dies wird in den Nachtstunden erfolgen.
Es werden Schwellen, Schienen und Weichen ausgetauscht und die geometrische Lage des Gleises verändert. Es umfasst auch die Modifikation der Signaltechnik und den Einbau von Achszählern. Außerdem werden sechs Bahnübergänge instandgesetzt. Den Zuschlag erhielten die Unternehmen Chládek a Tintěra Pardubice, AŽD Praha und Strabag Rail.
Die Preise bei den Ausschreibungen für die Reparatur und Instandhaltung der Eisenbahnstrecken der SŽCZ sind in den letzten Monaten deutlich gesunken und ziehen mehr Unternehmen an als in der Vergangenheit. Da bei diesem Projekt jedoch Arbeiten an Bahnübergängen und Sicherheitstechnik in einen Vertrag aufgenommen wurden, fiel der Preis nur um weniger als 15 % im Vergleich zur Schätzung.

