In der Tschechischen Republik werden zwei über Jahrzehnte durch private Unternehmen betriebene Strecken im kommenden Jahr wieder unter staatliche Fittiche gestellt. Správa železnic hat am 23.04.2025 beschlossen, den Pachtvertrag der PDV RAILWAY a.s. für den Betrieb der Strecken Trutnov hl. n. – Svoboda nad Úpou und Sokolov – Kraslice zum 30.06.2026 zu kündigen.
Auf beiden Strecken endet damit eine fast dreißigjährige Ära, in der die Strecke jemand anderem gehörte als demjenigen, der ihr Betreiber war. Auch die Vertragsparteien sind andere als 1997 und 1998. Beide Strecken wurden von der Tschechischen Bahn an Viamont verpachtet, aus der später die PDV RAILWAY hervorging. In der Zwischenzeit wurde die Betriebsführung bereits an Správa železnic übertragen. Die Mitarbeiter der PDV RAILWAY werden zu Správa železnic versetzt werden.
Das atypische Betriebsmodell wurde Ende der neunziger Jahre gegründet und trug zur betriebsfähigen Erhaltung der Strecken bei. Gegenwärtig sei die externe Verwaltung der Eisenbahn jedoch veraltet, da sie aus dem Staatlichen Fonds für Verkehrsinfrastruktur über Správy železnic finanziert wird.
Für die südlich des Erzgebirgskamms liegende Strecke nach Kraslice/Graslitz bedeutet die Übernahme auch den Beginn der Modernisierung der Signaltechnik. Die Fernsteuerung wird zunächst vom Betriebspunkt Sokolov/Falkenau eingeführt und schließlich von der regionalen Verkehrsleitzentrale in Karlovy Vary/Karlsbad aus übernommen.

