[SE] Protrain verliert Verträge mit Trafikverket

Die schwedische Transportbehörde Trafikverket hat den Vertrag mit ProTrain für die Räumlokomotiven in Göteborg, Herrljunga und Stockholm gekündigt. Grund dafür ist nach Medienberichten, dass ProTrain die Anforderungen der schwedischen Transportbehörde im Bereich der Lokomotiven nicht erfüllt hat. Weitere Details wollten die Beteiligten nicht nennen. Ursprünglich sollten die von Northrail gemieteten Voith Gravita 10 BB im zweiten Halbjahr 2025 durch emissionsarme neue Vossloh Rolling Stock DE 18 ersetzt werden. Letztere haben aber bislang noch keine Zulassung in Schweden erhalten.

Trafikverket will die Leistungen neu ausschreiben. Ad interim übernimmt Grenland Rail in Göteborg und Herrljunga.

[SE] Malmbanan nach Entgleisung kurzzeitig gesperrt

Die Malmbanan ist erneut nach einer Entgleisung gesperrt. In der Nacht zum 15.02.2026 entgleisten zwei Wagen eines Güterzugs auf der Malmbanan im Betriebsbereich Kaisepakte. Es sind keine Wagen umgekippt. Der Vorfall soll sich im Zusammenhang mit einer Weichenstellung und bei niedriger Geschwindigkeit des Zuges ereignet haben.

Derzeit gibt es keine Prognose, wann der Verkehr wieder aufgenommen werden kann. Nach derzeitigem Stand wird davon ausgegangen, dass zumindest am Montag und Dienstag kein Verkehr möglich sein wird.

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Foto: Trafikverket

[SE] Reaktivierung der Lysekil-Linie

Nach acht Jahren der Untätigkeit hat die schwedische Verkehrsverwaltung (Trafikverket) beschlossen, die Wartung für die Strecke Munkedal – Lysekil wieder aufzunehmen, wenn die Regierung Mittel für eine Modernisierung der Strecke bewilligt.

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Es sollen „Sondermittel in dem Umfang bereitgestellt werden, der für die Erneuerung der Strecke erforderlich ist“, v. a. zum Transport militärischer Güter. Die Kosten betragen etwa 31 Mio. SEK (2,9 Mio. EUR). Ungefähr 10.000 Schwellen müssen ersetzt werden, aber es wird keinen Gleisaustausch geben und die Oberleitung wird nicht wiederherstellt. Die Strecke wird so ausgebaut, dass ein begrenzter Verkehr mit Diesellokomotiven mit maximal 40 km/h möglich ist.

Für weitere 91 Mio. SEK (8,5 Mio. EUR) könnte auf der Lysekil-Linie wieder ein täglicher Verkehr mit Güterzügen abgewickelt werden, jedoch mit Geschwindigkeitsbegrenzungen an mehreren Bahnübergängen, deren Anlagen ebenfalls abgebaut worden sind.

Die Lysekil-Linie ist seit der Einstellung des einst umfangreichen Güterverkehrs (zwei Zugpaare täglich nach Uddevalla) im Jahr 2010 in Verfall geraten. Im Sommer 2021 wurde die Oberleitung abgebaut, nachdem Kupferdiebe 1000 m davon gestohlen hatten. Die Streitkräfte wiesen jedoch 2022 darauf hin, dass Schwedens Versorgungssicherheit und die Fähigkeit, das Gastland zu unterstützen, durch eine robuste und redundante Verkehrsinfrastruktur gestärkt werden müssen. In dieser Hinsicht sind Westschweden und die Verbindungen zur Nordsee von strategischer Bedeutung.

2024 wurde Schweden Vollmitglied der NATO, und in der kürzlich eingereichten Stellungnahme der schwedischen Streitkräfte zum Vorschlag der Schwedischen Verkehrsverwaltung für den Nationalen Plan für Infrastruktur 2026–2037 werden Zugänglichkeit, Betriebssicherheit, Redundanz, die Möglichkeit alternativer Strecken, hohe Tragfähigkeit und Kapazität betont. Aus diesem Grund werden derzeit auch die Strecken Jörn – Arvidsjaur und Bollnäs – Edsbyn (– Orsa) freigeschnitten, damit die Schwedische Verkehrsverwaltung die Möglichkeit eines zukünftigen Verkehrs auf den beiden Abschnitten untersuchen kann.

[SE] Trafikverket verlängert Vertrag für Bereitschaftsloks

Vorfristig hat die schwedische Transportverwaltung Trafikverket den bestehenden Vertrag mit Railcare für die 24/7-Gestellung von Bereitschaftslokomotiven inklusive Personal um ein Jahr verlängert. Dieser gilt neu bis 31.12.2027 und umfasst vier Standorte in Nordschweden (Långsele, Boden, Vännäs und Kiruna). Die Auftragswert für die einjährige Verlängerung beträgt 45 Mio. SEK (4,2 Mio. EUR).

Railcare steht zudem in Borlänge, Gävle, Hallsberg, Ånge, Nässjö und Älmhult Bereitschaftsloks. Dieser Fünfjahresvertrag läuft seit 01.01.2025 bzw. 01.01.2026.

[SE] Rbf Norrköping wird 2027 stillgelegt

Auf der letzten Sitzung des Jahres 2025 beschloss der Vorstand der Schwedischen Verkehrsverwaltung (Trafikverket), dass der Rangierbahnhof in Norrköping nun endgültig zum Fahrplanwechsel im Dezember 2027 geschlossen wird.

Es wurde bereits früher beschlossen, dass ein Teil des Bahnhofsgeländes zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 für den Verkehr stillgelegt wird. Mit der neuen Entscheidung wird das Gelände ab Dezember 2027 für den gesamten Verkehr, auch für den Umschlag im Hafen, geschlossen.

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Danach soll der Rangierbahnhof abgerissen werden, da die Stilllegung des Bahnhofsgeländes ist eine notwendige Voraussetzung für die Umsetzung der „Ostlänken“ durch Norrköping ist, denn die neue Trasse wird durch den aktuellen Güterbahnhof verlaufen und bestehende Industriegleise zum Hafen von Händelö abschneiden.

Für den Güterverkehr hat die Schwedische Verkehrsverwaltung in Åby einen neuen Rangierbahnhof errichtet. Die Anlage ist signalgesteuert und so dimensioniert, dass sie auch Güterzüge mit bis zu 750 m Länge aufnehmen kann. Der moderne Bahnhof Åby godsbangård ist über die Kardon-Linie mit der Südlichen Stammbahn und dem neuen Pampus-Hafen verbunden.

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Alle Kosten für den Abriss der Anlage werden durch das Ostlänken-Programm getragen. Im Rahmen dessen soll im Laufe des Jahres 2026 auch in Südschweden die Planung für der Verlegung des Güterbahnhofs von Karlshamn nach Stilleryd beauftragt werden.

[SE] Stambanan wieder befahrbar

Am 01.10.2025 konnte die Stambanan zwischen Mellansel und Västeraspby um 13:30 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden. Sie war seit dem Zugunglück bei Skorped gesperrt.

Dies war der letzte noch zu reparierende Bahnabschnitt in Schweden nach Unwetterschäden: Botniabanan und Ådalsbanan sind seit dem 15. September bzw. 24. September wieder für den Verkehr freigegeben.

Foto: Trafikverket

[SE] Botniabanan wieder offen

Der Zugverkehr auf der Botniabanan zwischen Sundsvall und Umeå soll nach mehreren Tagen Unterbrechung aufgrund der sintflutartigen Regenfälle zwischen Härnösand und Örnsköldsvik voraussichtlich am 15.09.2025 um 15 Uhr wieder aufgenommen werden. In der vergangenen Woche wurden mehr als 30 Güterzüge, die auf der Stambanan genom Övre Norrland fahren sollten, über die Inlandsbanan umgeleitet.

[SE] Umleiterverkehre über Inlandsbahn

Neben der Entgleisung von fünf Wagen des Arctic Rail Express 41908 von CargoNet auf der Stambanan bei Stugusjön zwischen Långsele und Mellansel entgleiste auch Zug 51207 von Green Cargo mit Rundholz bei Prästmon südlich von Långsele auf der Ådalsbanan.

Bei Stugusjön wurden Teile des Bahndamms weggespült, und bei Prästmon wurde der Bahndamm unterspült, wobei mehrere Oberleitungsmasten im Zusammenhang mit der Entgleisung umknickten und 500 m Gleis zerstört wurden. Es entgleisten jeweils einige Wagen, in beiden Fällen aber nicht die Loks.

Ebenfalls am 07.09.2025 wurden die Ådalsbanan und die Botniabanan an mehreren Stellen überflutet und der Bahndamm weggespült; der südliche Teil der Botniabanan und der Ådalsbanan zwischen Sprängsviken und Hämrasviken, Harasjön und Solum, im Bf Västeraspby, zwischen Dynäs und Kramfors sowie im Bf Kramfors ist nicht befahrbar.

Im Moment gibt es damit als durchgehende Bahnverbindung in Nordschweden nur die Inlandsbanan. Trotz fehlender Elektrifizierung und geringerer zulässiger Achslast wurden am Dienstag vier Güterzüge über die Inlandsbanan umgeleitet. Es stehen fünf Diesellokomotiven zur Verfügung, vorzugsweise werden zwei Lokomotiven pro Zug eingesetzt. Onrail setzte eine seiner eigenen EuroDual-Lokomotiven als Traktion zwischen Östersund und Hällnäs über Storuman ein.

Dabei wird nicht die ganze Inlandsbanan bis Gällivare befahren, sondern der Abschnitt ab Östersund bzw. ab Hoting bis Storuman, und ab dort über Lycksele die Querverbindung zurück auf die elektrifizierte Stambanan nach Hällnäs.

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Damit ist die Gesamtstrecke je nach Ziel zwar länger, aber der Dieselabschnitt deutlich kürzer, knapp 500 km. Die weiter nördlich gelegene Querverbindung Arvidsjaur – Jörn ist dagegen seit vielen Jahren nicht mehr einsatzbereit.

Es wird voraussichtlich bis Montag nächster Woche dauern, bis der Zugverkehr über die Ådalsbanan und Botniabanan wieder aufgenommen werden kann. Die Wiederaufnahme des Verkehrs auf der Stambanan durch Övre Norrland wird noch lange auf sich warten lassen.

Die EVU stehen jetzt Schlange, um Züge auf der Inlandsbanan zu fahren, aber die Kapazitäten sind extrem begrenzt. Die aktuellen Ereignisse zeigen, dass langfristige Investitionen notwendig sind, damit die Inlandsbahn sowohl in Krisensituationen als auch angesichts des in den letzten Jahren gestiegenen Verkehrsaufkommens ihre erforderliche Rolle erfüllen kann. Die Inlandsbanan befindet sich in staatlichem Eigentum, wird aber von den Gemeinden entlang der Strecke mit jährlichen Mitteln des Staates für die Instandhaltung der Gleise verwaltet.

OnRail på Inlandsbanan

[SE] Strecke Arvidsjaur – Jörn vor Freischnitt

Die seit den 1990er Jahren stillgelegte Strecke zwischen Arvidsjaur und Jörn soll von der schwedischen Verkehrsbehörde Trafikverket auf einen möglichen Ausbau untersucht werden. Teile der 76 km langen Strecke sind gegenwärtig zugewachsen. Im Laufe des Herbstes 2025 wird der Abschnitt von Gestrüpp befreit, um herauszufinden, was der Bedarf für eine mögliche Renovierung ist.

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Die von der Regierung initiierte Untersuchung steht im Zusammenhang mit der sicherheitspolitischen Lage – die Strecke wird als wichtig für die Gesamtverteidigung angesehen.