Die Anhaltinisch-Brandenburgische Eisenbahngesellschaft (ABEG) übernimmt in der Kampagne 2022/2023 in Kooperation mit der Schwestergesellschaft TUL agroservice den Transport von 50.000 t Zuckerrüben nach Könnern aus Kyritz, Glöwen, Vorketzin MD und Falkenhagen zur Zuckerfabrik Könnern des Unternehmens Pfeifer&Langen.
TR Trans Rail hat als nationaler Logistikpartner des Unternehmens Schweizer Zucker zwischen Ende September 2021 und Ende Dezember mit über 500 Zügen rund 555.000 t Rüben zu den Zuckerfabriken in Aarberg und Frauenfeld transportiert. Seit der Saison 2021 ist TR Trans Rail im Bereich der Bahntransporte der alleinige nationale Logistikpartner der Schweizer Zucker AG.
Das Volumen stammte dabei vor allem aus der Schweiz (415 Züge; 420.000 t). Zusätzlich verkehrten 12 Züge aus Straubing mit 20.000 t Bio-Rüben sowie 73 Züge mit rund 116.000 Tonnen konventionellen Zuckerrüben aus Wismar.
Aktuell rollen wieder Bio-Zuckerrüben von Bayern in die Schweiz. Die diesjährige Kampagne läuft vom 13.-29.09.2021, dabei wird in Augsburg (Böbingen) nicht mehr verladen.
Die Traktion übernehmen die Internationale Gesellschaft für Eisenbahnverkehr IGE und Bayernbahn in Deutschland via Allgäubahn und Lindau sowie Eisenbahndienstleister (EDG) in der Schweiz. DB Cargo verkehrt von Schweinfurt, Würzburg und Ingolstadt über Basel. Aus dem Raum Düren verkehren in dieser Kampagne zwei Züge mit LTE und EDG nach Frauenfeld.
Für Rangierarbeiten in Straubing und auf der Strecke Eggmühl-Langquaid setzt die IGE die eigene Diesellok 216 224 in Straubing ein. Während einer Plandampfveranstaltung mit Schwerpunkt auf den Rübenzügen vom 21. bis 24. September in Nördlingen kamen vier Dampflokomotiven mit Zuckerrübenzügen zum Einsatz.
Zuckerrübenzug der IGE / TR Trans Rail. Quelle: https://www.flickr.com/photos/luc-eichenberger/51501676610/
Die Bilanz für die reaktivierten innerdeutschen Zuckerrübentransporte fällt durchwachsen aus. Die Eisenbahngesellschaft Potsdam (EGP) hatte von Oktober 2020 bis Anfang Januar 2021 mehrfach wöchentlich Ganzzüge von Jübeck zur Zuckerfabrik Uelzen gefahren. Wie der NDR berichtet habe der Transport nach Auskunft von Nordzucker funktioniert, falle aber unter anderem durch die Miete für die Container teurer als Lkw-Fahrten aus. Ob das Projekt wiederholt würde sei aktuell noch unklar.
Dank den Erfahrungen der letzten Saison sowie einer minutiösen Planung wurde der nationale Verkehr in Frauenfeld nach TR-Auskunft reibungslos abgewickelt. In einzelnen Anbauregionen, vor allem in der Westschweiz, wirkten sich Trockenheit und die viröse Vergilbung negativ auf Ertrag und Zuckergehalt aus. Dies führte dazu, dass verschiedene Züge kurzfristig zur Zuckerfabrik nach Aarberg umgeleitet wurden.
Die Re 421 387 mit Zuckerrüben-Ladung. Foto: Georg Trüb
Um die bereits bestehende Flexibilität in Zukunft noch zu erhöhen, hat Schweizer Zucker AG (SZU) entschieden, den Auftrag für die gesamten nationalen Bahntransporte für die kommenden drei Jahre an die TR Trans Rail zu vergeben.
Ab 2021 wird es bei den innerschweizer Zuckerrübentransporten eine Veränderung bei den Bahnpartnern geben. Der Auftraggeber Schweizer Zucker (SZU) gab bekannt, zukünftig alle Transporte mit dem Unternehmen TR Trans Rail abwickeln zu wollen. Im vorangegangenen Dreijahresvertrag hatte Sersa die Züge nach Aarberg sowie Swiss Rail Traffic (SRT; erstes Jahr) bzw. TR Trans Rail (zweites und drittes Jahr) die Ganzzüge nach Frauenfeld bespannt.
Rübenzug der Trans Rail. Quelle: https://www.flickr.com/photos/td3f/50613431061/
Vor Weihnachten 2020 endete die Rübenkampagne in der Schweiz. Die letzten Bahnanlieferungen erreichten die Zuckerfabrik Aarberg am 12. Dezember und Frauenfeld am 18. Dezember. In Total wurden 1,463 Mio. t konventionelle Rüben verarbeitet, davon 730.000 t in Aarberg. In Frauenfeld stammten 126.000 t der insgesamt 733.000 t aus Wismar, Lalendorf und Neuenburg am Rhein.
Ein Großteil der Transporte laufen per Bahn: Nach Aarberg gelangen 46 % per Schiene, 2019 waren es 44 % gewesen. Bei den aus Deutschland importierten Rüben hat die Bahn einen Anteil von 75 %, innerschweizerisch sind es nach Frauenfeld jedoch nur noch 21 % – im Vorjahr noch 32 %.
Abzuwarten sind die Folgen für den Bahntransport der Zuckerrüben durch die Einführung von neuen Logistikbeiträgen in der kommenden Saison. Für den genossenschaftlichen Transport und ab Feldrand wird ab 2021 anstelle des fixen Beitrages von 2,50 SFR für Straßentransport und 4,50 SFR für Bahntransport ein von der Transportart entkoppelter, distanzabhängiger Logistikbeitrag eingeführt.
Nach drei Jahren war 2020 die letzte Rübenzugsaison für Sersa. Quelle: https://www.flickr.com/photos/td3f/50559405432/
2020 waren die Güterbahnen Sersa und TR Trans Rail Bahnpartner bei der innerschweizer Transporten, ab 2021 wird es nur noch TR sein.
Bis 2024 hat der Kanton Thurgau seine finanzielle Unterstützung für die Bahnverladung in Oberaach und Bürglen verlängert. Die fest installierte Ladeinstallation in Siggenthal-Würenlingen wird hingegen abgebrochen und durch eine „Bahnratte“ ersetzt. Einerseits weil der Unterhaltungsaufwand stieg bei bei immer weniger zu befüllenden Waggons, anderseits weil die SBB den Ladeplatz auch für den Umschlag von acts-Containern und Holz nutzen will. Somit existieren ab 2021 nur noch sieben aktive fixe Ladeinstallationen in der Schweiz.
Ab 2021 erfolgt der Umschlag in Siggenthal nicht mehr mit einer fest installierten Umschlagsanlage. Quelle: https://www.flickr.com/photos/57820253@N08/30556274382/